Nicht Überwachung, sondern Herzlichkeit miteinander sollte unsere Devise sein - Foto: Gerd Altmann – Pixabay.com

CORONA PANDEMIE - AKTUALISIERUNG

Wir brauchen keinen Überwachungsstaat – wir haben Überwacher unter uns

Ganz “super” finde ich den Sachverhalt, dass in einer Corona-angespannten Situation einige mit dem Metermaß als Überwacher durch die Lande zu gehen scheinen. Ist nicht jeder einzelne “vernünftig” genug, oder wollen die Überwacher unter uns Reibung erzeugen. Wollen diese ihrer Unzufriedenheit, ihrem Frust (gegenüber der Ausnahmesituation) mit dem übergenauen Beobachten und vor allem einem Melden von vermeintlichen Verstößen gegenüber dem Ordnungsamt Ausdruck geben.

Wenn so Gesellschaft, wenn so Miteinander sich definiert, finde ich das ein Armutszeugnis. Wenn Nachbarn in des Nachbars Garten äugen und herausfinden, dass da drei Personen womöglich unerlaubt sitzen. Wenn am Zurlaubener Ufer Menschen in Massen erscheinen und da doch die Ordnungshüter einschreiten sollten. Wenn unsere Gesellschaft anscheinend mit der Corona-Krise enger zusammengerückt sei, so konterkarieren die “Überwacher” unter uns gerade dies Zusammensein. Ein Zusammensein das in der aktuellen Corona-Situation eher ein Lächeln, ein Lachen, ein positives Miteinander und wenn, dann aufklärender Worte bedarf.

Wir sind Menschen, die menschlich Denken und Handeln sollten. Und die niemals vergessen sollten, dass neue Ideen nicht im akzeptierenden Folgen entstehen, sondern im Widerstand. Widerstand ist das permanente Befragen eines Zustands, woraus Bewegung entsteht, woraus Lösungen entstehen.

Und: eine Herzlichkeit im Umgang untereinander ist eine Lösung die sich gegen ein überwachendes Miteinander richtet.

Dies als redaktioneller Kommentar vor dem heute vom Presseamt der Stadt Trier an die Trierer Umschau gesandten “Resümee” des heutigen Sonnnen-Sonntages:

Schönwetter-Sonntag: Viele Triererinnen und Trierer unterwegs, kaum Verstöße gegen Einschränkungen

Am frühlingshaften Sonntag haben sich die Triererinnen und Trierer zwar viel an der frischen Luft bewegt, die Corona-bedingten Einschränkungen bei Versammlungen und Mindestabstände wurden nach Beobachtungen des Ordnungsamtes der Stadt Trier aber wie auch schon am Samstag weitgehend eingehalten.

Mehrere Kontrollen gab es im Verlaufe des Sonntags in der Fußgängerzone, wo am Vormittag rund 60 Personen, zur Mittagszeit rund 130 Personen unterwegs waren – einzeln oder paarweise. Am Vormittag zählten die Beamten rund 40 Personen am Zurlaubener Ufer und auf dem Moselradweg, die alle ebenfalls die Abstände einhielten. Am späten Nachmittag gab ein Bürger den Hinweis auf „Hunderte Personen“ am Zurlaubener Ufer. Eine unmittelbar darauf erfolgte Kontrolle ergab eine Zahl von rund 80 Besuchern, die einzeln oder paarweise oder als Familie unterwegs waren und die Abstände einhielten.

Am westlichen Moselufer war der Kommunale Vollzugsdienst ebenfalls unterwegs sowie in Kleingartenanlagen in der Stadt. Verbotene Gruppenbildung konnten die Beamten nicht ausmachen. Auch im Palastgarten (rund 100 Spaziergänger) und im Nells Park (70 Besucher), am Wanderparkplatz Weißhauswald (30 Personen) auf dem Petrisberg (60 Spaziergänger) sowie am Mattheiser Weiher (40 Spaziergänger) hielten sich alle an die Abstandsregeln. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung, die den Kommunalen Vollzugsdienst derzeit unterstützen, kontrollierten im Verlauf des Tages 16 Spielplätze und Sportanlagen im Stadtgebiet, die derzeit gesperrt sind. Auf keinem wurden Menschen angetroffen.

Wie schon an den Vortagen waren die Ordnungswidrigkeitsverfahren die absolute Ausnahme, es gab sie allerdings auch am Sonntag. Im Rautenstrauchpark missachteten drei Personen die Abstandsregeln, Platzverweise wurden erteilt und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Gleiches hatte sich am Samstagabend bereits dort abgespielt mit fünf Personen. Aufgrund eines Bürgerhinweises wurde eine Gaststätte in Trier-Euren überprüft. In deren Hinterhof wurden vier Personen angetroffen beim Verzehr von Alkohol, die überdies die Abstandsregeln nicht einhielten. Die Kontrollen dauern bis in den Abend hinein an.

Kommentar: Christoph Maisenbacher
Quelle: Amt für Presse und Kommunikation Trier – 5. April 2020
Foto: Gerd Altmann – Pixabay.com