Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und Benjamin Netanjahu spielen mit einem Land, sie zerstören es mit Waffen. Nicht um den iranischen Volk zu helfen, sondern aus Gründen, die in keiner Weise gerechtfertigt sind. - Illustration / Karikatur: KI-generiert / Trierer Umschau

KRIEG DEM KRIEGE

Warum ein Nein zum willkürlich und westlich geführten Krieg gegen den Iran nachvollziehbar ist. – Ein Manifest aus dem Iran.

Trauen die Iraner:innen der USA?

Wohl kaum. Hatte die USA doch vor über 70 Jahren den demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh gestürzt – einen Politiker, der nach damaligen Umfragen und Wahlen von einer großen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wurde. Mossadegh hatte 1951 die iranische Ölindustrie verstaatlicht, um die Gewinne aus den reichen Ölreserven des Landes stärker dem eigenen Staat zugutekommen zu lassen. Damit stellte er sich gegen die Interessen westlicher Ölkonzerne, insbesondere der britischen Anglo-Iranian Oil Company.

Im August 1953 organisierten die Geheimdienste der USA und Großbritanniens schließlich eine verdeckte Operation – bekannt als „Operation Ajax“ –, bei der Mossadegh gestürzt wurde. An seine Stelle trat wieder der Schah Mohammad Reza Pahlavi, der mit massiver Unterstützung des Westens seine Macht festigte. In den folgenden mehr als 25 Jahren entwickelte sich seine Herrschaft zu einer autoritären Monarchie, in der Opposition unterdrückt und politische Gegner verfolgt wurden.

Viele Historiker sehen in dieser ausländischen Intervention einen entscheidenden Einschnitt in der iranischen Geschichte. Der Sturz der demokratisch legitimierten Regierung zerstörte das Vertrauen vieler Iranerinnen und Iraner in westliche Staaten und trug langfristig zur Radikalisierung der politischen Landschaft bei. Die wachsende Unzufriedenheit mit der Schah-Herrschaft mündete schließlich in die iranische Revolution von 1979, nach der die Islamische Republik unter Führung der Geistlichkeit entstand – ein politisches System, das bis heute das Land prägt.

Vor diesem historischen Hintergrund überrascht es kaum, dass das Misstrauen gegenüber den USA in großen Teilen der iranischen Gesellschaft tief verwurzelt ist. Für viele Iraner gilt der Putsch von 1953 bis heute als Symbol dafür, wie eine junge Demokratie durch äußere Einmischung zerstört wurde.
(vgl. https://www.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768)

Der Schein eines triftigen Grundes, Krieg zu führen

Der Retter Trump wird auch 2026 kein Retter sein. Viel eher scheint er die Geduld für Verhandlungen und Diplomatie nicht zu besitzen. Wer nicht pariert, wird liquidiert. Doch das amerikanische Prinzip hat in allen Ländern, die es direkt oder indirekt erobert hat, keine Demokratie oder ein freies Volk hinterlassen. Viel eher wird das Prinzip deutlich, das ganz einfach lautet: „Wir finden immer einen Grund, Krieg zu führen.“ – Korrektur: Es heißt „Militäroperation“. – Der Irak ist als Nachbar des Iran ein gutes Beispiel. Die biologisch-chemischen Massenvernichtungswaffen waren ein guter Vorwand. Und im Iran sind es Atomwaffen. Damit dürfen nur die Amerikaner und ihre Freunde spielen. Und Israel, Israel darf auch im Iran mitspielen, denn der Iran ist ein „Feind“.

Und Wladimir Putin, der Präsident der Russischen Föderation, bekommt immer mehr Argumente, die eigene „militärische Spezialoperation“ zu rechtfertigen. Denn eine „Militäroperation“, wie die Amerikaner ihr Vorgehen im Iran bezeichnen, und eine „militärische Spezialoperation“ haben beide nichts mit der bestehenden Charta der Vereinten Nationen zu tun.

Danke an die Vereinten Nationen, die im Anbetracht von zwei Weltkriegen im Jahr 1945 die Charta der Vereinten Nationen verfasst haben und die alle 193 Mitgliedstaaten anerkannt (?) haben!

Was steht unter Kapitel 1 in Artikel 1.1 der Charta der Vereinten Nationen?

Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:
den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen;

Damit zu dem in der Überschrift angekündigten Manifest aus dem Iran, das sich gegen den Krieg des „Westens“ auf dem Gebiet des iranischen Volkes wendet. Wir übernehmen den vollständigen Text der Internationalen Presseagentur Pressenza:

 

Ein Manifest aus dem Iran: Nein zum Krieg
(Pressenza – International Press Agency)

Wir veröffentlichen einen bedeutenden Appell von 353 iranischen Aktivist:innen und Akademiker:innen, die im Iran leben. Sie haben ein Manifest mit einem einfachen und unmissverständlichen Titel veröffentlicht: „Nein zum Krieg.“

Es ist wichtig, der kriegstreiberischen iranischen Diaspora und ihren westlichen Unterstützer:innen zu zeigen, welche tatsächlichen Forderungen diejenigen erheben, die im Land leben. Es stimmt nicht, dass die im Iran ansässigen Iraner:innen – also jene, die Trumps erste Ziele wären – einen Krieg wollen. Jene innerhalb und außerhalb der akademischen Welt, die Trump dafür gedankt haben, dass er das iranische Volk „befreien“ will, sollten wissen, dass er niemanden repräsentiert. Man kann nicht bequem von seinem Zuhause im Westen aus das Leben von Millionen unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen.

Dieses Manifest verurteilt politische Repression, das Massaker an Demonstrierenden sowie jede ausländische Invasion, da all dies dem nationalen Interesse zuwiderläuft.

„Nein zum Krieg gegen den Iran“

Krieg ist das schlimmste Übel, das die Politik hervorbringen kann. Er tötet, zerstört und stürzt Familien in Trauer. Er vernichtet Infrastruktur, erzeugt Armut, opfert Unschuldige und schürt neue Gewalt. Er mindert unsere Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, und verdunkelt jede Aussicht auf Entwicklung, Demokratie und Gerechtigkeit für den Iran.

Netanjahu und die Falken in Washington zielen mit kriegerischer Rhetorik, Sanktionen und Drohungen ausdrücklich darauf ab, unser Land zu destabilisieren und zu schwächen. Die Tragödien vom Januar 2026 – so schmerzhaft sie auch sind – können keinen Krieg rechtfertigen, kein weiteres Leid für unsere Landsleute und keine Zerstörung unseres Landes.

Wir, Iranerinnen und Iraner unterschiedlicher politischer Überzeugungen, lehnen jede Aggression gegen unser Land entschieden ab. Wir sind überzeugt, dass die Lösung – so schwer sie auch zu erreichen sein mag – im Iran selbst liegt: in konstruktiver Veränderung, in der Erneuerung der Gesellschaft, in einem Wandel von unten nach oben. Das ist der Weg nach vorn. Nicht der Krieg.

Deshalb rufen wir dazu auf, eine starke und einhellige Stimme gegen jede Logik der Kriegstreiberei zu erheben. Im Angesicht jeglicher Aggression werden wir an der Seite unseres Landes stehen. Und wir laden alle unsere Mitbürger:innen – insbesondere jene mit Stimme, Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit – ein, sich diesem Widerstand mit noch größerer Entschlossenheit anzuschließen.

Unterzeichnet von 353 Politiker:innen, Intellektuellen sowie zivilgesellschaftlichen Aktivist:innen aus dem Iran, die ein breites Spektrum politischer Ansichten repräsentieren.“

 

Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher (KI supported & own words) – 11. März 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): International Press Agency Pressenca – News (07.03.2026) – Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt.
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Illustration / Karikatur: KI-generiert / Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-11-03-ab/