Auf diesem Feld wächst Klatsch·mohn.
Der Klatsch·mohn hat rote Blüten.
Auf diesem Feld werden keine Unkraut·vernichtungs·mittel verwendet.
Deshalb kann sich der Klatsch·mohn gut ausbreiten.
Das Feld liegt in Ost·deutschland.
Foto: Quelle: © Carsten Brühl – Logo: © DLR Mosel
Die Blüte von einem Klatsch·mohn.
Foto: H. Hach - Pixabay
Der Klatsch·mohn.
Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

LEICHTE SPRACHE – NATUREREIGNIS BEGLEITER – Text 58 - RHEINLAND-PFÄLZISCHE TECHNISCHE UNIVERSITÄT KAISERSLAUTERN-LANDAU

Pflanzen·schutz·mittel und Wein·bau an der Mosel. – Was bedeutet das für Tiere und Pflanzen? – Und was bedeutet das für den Klatsch·mohn? – Natur·Ereignis·Begleiter – Lebendige Mosel·wein·berge

In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 30.000 Tonnen Wirk·stoffe für Pflanzen·schutz·mittel verkauft.

Auch im Wein·bau werden viele Pflanzen·schutz·mittel eingesetzt.

Diese Mittel können die Natur belasten.

Zum Beispiel können diese Mittel Fische belasten.

Auch andere Tiere und Pflanzen können betroffen sein.

Das ist auch für die Wein·berge an der Mosel wichtig.

Bis zum Jahr 2030 soll die Gefahr durch Pestizide deutlich kleiner werden.

Das Jahr 2030 ist schon in 4 Jahren.

Dieser Text erklärt die Zusammen·hänge.

Der Klatsch·mohn spielt dabei eine besondere Rolle.

 

Wie entwickelt sich unsere Natur?

 

Menschen gestalten unsere Kultur·landschaft.

Eine Kultur·landschaft ist eine Landschaft mit starkem Einfluss von Menschen.

Zum Beispiel gehört ein Wein·berg zu einer Kultur·landschaft.

Menschen bekämpfen dort unerwünschte Pflanzen.

Menschen bekämpfen dort auch Schädlinge.

Dafür nutzen Menschen oft Pflanzen·schutz·mittel.

Manche Pflanzen·schutz·mittel werden künstlich hergestellt.

Diese Mittel heißen chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel.

Chemisch-synthetisch bedeutet:

Menschen stellen diese Stoffe mit chemischen Verfahren her.

Viele Betriebe brauchen diese Mittel für den Schutz von ihren Pflanzen.

Aber diese Mittel können auch andere Lebewesen treffen.

Zum Beispiel können die Mittel Wild·pflanzen treffen.

Die Mittel können Insekten treffen.

Die Mittel können andere Tiere treffen.

Deshalb müssen wir über die Folgen nachdenken.

Wir brauchen eine gesunde Natur zum Leben.

Die Natur ist unsere Lebens·grundlage.

Lebens·grundlage bedeutet:

Menschen brauchen die Natur zum Leben.

Menschen brauchen sauberes Wasser.

Menschen brauchen gesunde Böden.

Menschen brauchen Pflanzen.

Menschen brauchen Tiere.

Deshalb müssen wir unsere Lebens·grundlagen schützen.

 

Der Einsatz von Pestiziden ist ein großes Problem

 

Es gibt viele Gründe für den Einsatz von Pflanzen·schutz·mitteln.

Manche anderen Verfahren kosten mehr Geld.

Manche anderen Verfahren brauchen mehr Arbeit.

Manchmal fehlen passende Alternativen.

Alternativen sind andere Möglichkeiten.

Pilz·krankheiten können Wein·reben schädigen.

Schädlinge können Wein·reben schädigen.

Der Klima·wandel verändert die Bedingungen im Wein·bau.

Auch wirtschaftlicher Druck spielt eine Rolle.

Wirtschaftlicher Druck bedeutet zum Beispiel:

Ein Betrieb muss genug Geld verdienen.

Ein Wein·berg ist kein Natur·schutz·gebiet.

Ein Wein·berg ist eine bewirtschaftete Kultur·landschaft.

Winzerinnen und Winzer müssen von ihrer Arbeit leben können.

Landwirtinnen und Landwirte müssen von ihrer Arbeit leben können.

Das ist wichtig.

Wir müssen diese Situation beachten.

Aber wir müssen auch die Folgen für die Natur beachten.

Auch das ist wichtig.

 

Der Integrierte Pflanzen·schutz ist seit 2012 vorgeschrieben

 

Seit dem Jahr 2012 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Pflicht.

Die Pflicht betrifft den Integrierten Pflanzen·schutz.

Integrierter Pflanzen·schutz bedeutet:

Menschen sollen zuerst andere Möglichkeiten zum Schutz von Pflanzen nutzen.

Chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel sollen erst später eingesetzt werden.

Die Idee ist einfach.

Chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel sollen nicht die erste Lösung sein.

Diese Mittel sollen die letzte Lösung sein.

Davor sollen Menschen andere Möglichkeiten nutzen.

● Menschen sollen Krankheiten und Schädlingen vorbeugen.

● Menschen sollen ihre Pflanzen genau beobachten.

● Menschen sollen mechanische Verfahren nutzen.

Mechanische Verfahren sind zum Beispiel Maschinen gegen unerwünschte Pflanzen.

● Menschen sollen biologische Verfahren nutzen.

Biologische Verfahren nutzen natürliche Möglichkeiten gegen Schädlinge.

● Menschen sollen den Anbau von Pflanzen verbessern.

● Menschen sollen prüfen, wie groß ein möglicher Schaden wirklich ist.

Erst danach sollen Menschen chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel einsetzen.

Das ist das Ziel von dem Integrierten Pflanzen·schutz.

Ein wissenschaftlicher Beirat hat die Entwicklung untersucht.

Ein Beirat ist eine Gruppe von Fach·leuten.

Der Beirat gehört zum Nationalen Aktions·plan für die nachhaltige Anwendung von Pflanzen·schutz·mitteln.

Ein Aktions·plan beschreibt Ziele und Maßnahmen.

Nachhaltig bedeutet:

Eine Handlung soll auch langfristig gut für Menschen und Natur sein.

Seit dem Jahr 2012 sind inzwischen 14 Jahre vergangen.

Der wissenschaftliche Beirat kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Die erhoffte Entlastung von der Natur ist nicht eingetreten.

Die vollständige wissenschaftliche Stellung·nahme finden Sie hier:

https://www.nap-pflanzenschutz.de/fileadmin/SITE_MASTER/content/Bilder/Gremien_Arbeitsgruppen/WBR_NAP/260528_IPS_Stellungn_final.pdf

 

30.000 Tonnen in jedem Jahr

 

Seit ungefähr 30 Jahren wird in Deutschland eine große Menge an Wirk·stoffen für Pflanzen·schutz·mittel verkauft.

Die Menge liegt bei ungefähr 30.000 Tonnen pro Jahr.

Ein Wirk·stoff ist ein Bestandteil von einem Mittel.

Der Wirk·stoff sorgt für die gewünschte Wirkung.

30.000 Tonnen sind sehr viel.

Diese Menge wird ungefähr jedes Jahr verkauft.

Das war schon vor der gesetzlichen Pflicht zum Integrierten Pflanzen·schutz so.

Das ist auch nach der gesetzlichen Pflicht so.

Der wissenschaftliche Beirat stellt deshalb fest:

Die verkaufte Menge ist nicht deutlich gesunken.

Dabei müssen wir etwas beachten.

Die Verkaufs·zahlen zeigen nicht genau die tatsächliche Anwendung.

Ein verkauftes Mittel ist nicht automatisch ein eingesetztes Mittel.

Es fehlen genaue Daten über die tatsächliche Anwendung.

Wir wissen deshalb nicht vollständig:

Welche Mittel werden eingesetzt?

Wo werden die Mittel eingesetzt?

Welche Pflanzen werden mit den Mitteln behandelt?

Wie viel von den Mitteln wird eingesetzt?

Deshalb können wir auch für die Mosel keine genaue Gesamt·menge nennen.

Wir können nicht genau sagen:

So viele Tonnen Pflanzen·schutz·mittel werden jedes Jahr in den Mosel·wein·bergen eingesetzt.

Dafür fehlen vollständige und verlässliche Daten.

Auch diese fehlenden Daten sind wichtig.

Wir sollten genau wissen:

Wie viele Pflanzen·schutz·mittel werden tatsächlich eingesetzt?

 

Jetzt geht es um den Wein·bau

 

Im Wein·bau müssen Winzerinnen und Winzer ihre Wein·reben vor Pilz·krankheiten schützen.

Dafür gibt es Fungizide.

Fungizide sind Pflanzen·schutz·mittel gegen Pilze und Pilz·krankheiten.

Fach·leute untersuchen den Einsatz von Fungiziden.

Dafür nutzen Fach·leute den Behandlungs·index.

Ein Behandlungs·index ist eine berechnete Zahl.

Die Zahl beschreibt die Behandlung von einer Fläche mit Pflanzen·schutz·mitteln.

Im deutschen Wein·bau lag der durchschnittliche Fungizid-Behandlungs·index im Jahr 2024 bei 23,5.

Dieser Wert ist wichtig.

Der Wert bedeutet aber nicht:

Jeder Wein·berg wurde genau 23,5 Mal behandelt.

Der Wert wird mit einer bestimmten Rechen·methode berechnet.

Die Rechnung berücksichtigt auch die erlaubte Höchst·menge von einem Mittel.

Der Behandlungs·index hilft bei Vergleichen.

Wir können zum Beispiel den Wein·bau mit dem Kartoffel·anbau vergleichen.

Beim Kartoffel·anbau lag der Fungizid-Behandlungs·index im Jahr 2024 bei 14,6.

Beim Wein·bau lag der Wert bei 23,5.

Der Wert beim Wein·bau war also deutlich höher.

 

Rheinland-Pfalz steht mitten in diesen Zahlen

 

Der Wein·bau ist für Rheinland-Pfalz sehr wichtig.

In Rheinland-Pfalz gibt es ungefähr 64.700 Hektar Reb·fläche.

Ein Hektar ist eine Flächen·einheit.

Ein Hektar entspricht 10.000 Quadrat·metern.

Ungefähr 63 Prozent von der deutschen Reb·fläche liegen in Rheinland-Pfalz.

63 Prozent bedeutet:

Von 100 gleich großen Teilen liegen ungefähr 63 Teile in Rheinland-Pfalz.

Deshalb ist Rheinland-Pfalz besonders wichtig für den deutschen Wein·bau.

Auch die Mosel ist ein wichtiges Wein·bau·gebiet.

Der Teil vom Wein·bau·gebiet Mosel in Rheinland-Pfalz umfasst ungefähr 8.158 Hektar Reb·fläche.

Diese Wein·berge gehören zu unserer Kultur·landschaft.

Diese Wein·berge prägen die Mosel.

 

Pflanzen·schutz trifft auf den Mosel-Apollo·falter

 

An der Mosel lebt ein besonderer Schmetterling.

Dieser Schmetterling heißt Mosel-Apollo·falter.

Der Mosel-Apollo·falter ist sehr selten.

Der Mosel-Apollo·falter lebt weltweit nur noch in einem kleinen Gebiet.

Dieses Gebiet liegt im Wein·bau·gebiet vom unteren Mosel·tal.

Das Umwelt·bundes·amt berichtet über einen starken Rückgang von diesem Schmetterling.

Das Umwelt·bundes·amt hat auch Pflanzen·schutz·mittel untersucht.

Dabei ging es um Pflanzen·schutz·mittel aus Luft·fahrzeugen.

Das Umwelt·bundes·amt untersuchte mögliche Gefahren für den Mosel-Apollo·falter.

Dabei untersuchte das Umwelt·bundes·amt 16 Fungizide.

Fungizide sind Pflanzen·schutz·mittel gegen Pilze und Pilz·krankheiten.

Die Untersuchung zeigte:

Diese 16 Fungizide können für den Mosel-Apollo·falter sehr giftig sein.

Das Umwelt·bundes·amt wollte deshalb Sicherheits·abstände.

Ein Sicherheits·abstand schützt einen bestimmten Bereich vor einer Anwendung.

Die vorgeschlagenen Sicherheits·abstände lagen zwischen 5 Metern und 30 Metern.

Der genaue Abstand sollte von dem verwendeten Mittel abhängen.

Das Bundes·amt für Verbraucher·schutz und Lebens·mittel·sicherheit entschied im Jahr 2024 über die Genehmigungen.

Das Bundes·amt übernahm diese besonderen Schutz·regeln nicht.

Die Genehmigungen enthielten deshalb nicht die vorgeschlagenen besonderen Abstände zum Schutz von dem Mosel-Apollo·falter.

Weitere Informationen vom Umwelt·bundes·amt finden Sie hier:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/mosel-apollofalter-weinbau-artenschutz

 

Die Wein·berge sind auch Lebens·räume

 

Die Diskussion betrifft eine besondere Landschaft.

Menschen fotografieren diese Landschaft.

Menschen wandern durch diese Landschaft.

Menschen leben in dieser Landschaft.

Dort gibt es Wein·berge.

Dort gibt es Trocken·mauern.

Dort gibt es Felsen.

Dort wachsen Gräser.

Dort wachsen Kräuter.

Dort leben Insekten.

Dort leben Schmetterlinge.

Besonders die Steil·lagen an der Mosel sind wertvolle Lebens·räume.

Steil·lagen sind Wein·berge an sehr steilen Hängen.

Die Arbeit in diesen Steil·lagen ist schwierig.

Die Arbeit in diesen Steil·lagen kostet viel Geld.

Der Wein·bau kann diese Flächen offen halten.

Dadurch kann der Wein·bau wichtige Lebens·räume erhalten.

Gleichzeitig können Pflanzen·schutz·mittel Lebewesen gefährden.

Diese Lebewesen leben genau in diesen Wein·bergen.

Hier gibt es also einen schwierigen Konflikt.

Der Wein·bau soll wirtschaftlich möglich bleiben.

Die Natur soll gleichzeitig geschützt werden.

Deshalb brauchen wir gute Lösungen für beide Ziele.

 

Der mögliche giftige Druck ist stark gestiegen

 

Der wissenschaftliche Beirat untersucht nicht nur die verkaufte Menge von Pflanzen·schutz·mitteln.

Der Beirat untersucht auch mögliche giftige Wirkungen.

Fach·leute sprechen von einem potenziellen toxikologischen Druck.

Potenziell bedeutet:

Etwas ist möglich.

Toxikologisch bedeutet:

Es geht um mögliche giftige Wirkungen von Stoffen.

Der potenzielle toxikologische Druck beschreibt also eine mögliche Belastung durch giftige Wirkungen.

Der Beirat nennt dazu wichtige Zahlen.

Bei Fischen ist dieser mögliche Druck um 300 Prozent gestiegen.

Bei Lebewesen im Boden ist dieser mögliche Druck um 200 Prozent gestiegen.

Bei Pflanzen ist dieser mögliche Druck um 120 Prozent gestiegen.

Diese Zahlen müssen wir richtig verstehen.

300 Prozent mehr möglicher toxikologischer Druck bedeutet nicht 300 Prozent mehr tote Fische.

200 Prozent mehr möglicher toxikologischer Druck bedeutet nicht 200 Prozent mehr tote Boden·lebewesen.

120 Prozent mehr möglicher toxikologischer Druck bedeutet nicht 120 Prozent mehr tote Pflanzen.

Die Zahlen beschreiben eine mögliche Belastung.

Diese Belastung entsteht durch chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel.

Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von dieser möglichen Belastung.

Das ist ein wichtiges Warn·zeichen.

 

Was passiert mit den Pflanzen·schutz·mitteln nach der Anwendung?

 

Pflanzen·schutz·mittel verschwinden nach der Anwendung nicht einfach.

Die Mittel sollen eine Wirkung haben.

Manche Mittel wirken gegen Pilze.

Manche Mittel wirken gegen Pflanzen.

Manche Mittel wirken gegen Insekten.

Die Mittel wirken gegen bestimmte Lebewesen.

Aber die Mittel können auch andere Lebewesen erreichen.

Diese anderen Lebewesen sollen eigentlich nicht getroffen werden.

Das kann Folgen für die Natur haben.

Weniger Pflanzen bedeuten weniger Lebens·räume.

Weniger Wild·kräuter bedeuten weniger Nahrung für manche Tiere.

Weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung für andere Tiere.

Wirk·stoffe können auch in den Boden gelangen.

Wirk·stoffe können auch in Gewässer gelangen.

Auch Abbau·produkte können in den Boden und in Gewässer gelangen.

Abbau·produkte entstehen bei der Veränderung von Wirk·stoffen.

Die Stoffe können dann weitere Lebewesen beeinflussen.

Dazu gehören auch Tiere im Wasser.

Dazu gehören Fische.

Manche Fische werden von Menschen gegessen.

Diese Fische heißen Speise·fische.

Deshalb betrifft die Frage am Ende auch uns Menschen.

Dabei ist eine genaue Aussage wichtig.

Nicht jeder Speise·fisch enthält Pflanzen·schutz·mittel.

Die Pflanzen·schutz·mittel von der Mosel gelangen auch nicht automatisch in unser Essen.

Das behaupten wir nicht.

Aber Stoffe können sich in der Umwelt bewegen.

Stoffe können Gewässer erreichen.

Stoffe können dort auf Lebewesen wirken.

Deshalb müssen wir auch diese möglichen Folgen untersuchen.

Wir müssen die gesamte Wirkungs·kette betrachten.

Eine Wirkungs·kette beschreibt mehrere Folgen nacheinander.

 

Schädlinge können widerstands·fähig werden

 

Pflanzen·schutz·mittel können noch ein anderes Problem verursachen.

Bestimmte Wirk·stoffe werden häufig eingesetzt.

Dadurch entsteht ein Auswahl·druck auf Schädlinge.

Fach·leute nennen diesen Vorgang Selektions·druck.

Selektions·druck bedeutet:

Bestimmte Schädlinge überleben eine Behandlung besser als andere Schädlinge.

Diese Schädlinge können sich weiter vermehren.

Dadurch kann ein Mittel mit der Zeit schlechter wirken.

Fach·leute sprechen dann von einer Resistenz.

Resistenz bedeutet:

Ein Schädling wird widerstands·fähig gegen ein Mittel.

Das Mittel wirkt dann schlechter.

Dann müssen Betriebe ihre Maßnahmen verändern.

Manchmal brauchen die Betriebe andere Wirk·stoffe.

Manchmal brauchen die Betriebe zusätzliche Maßnahmen.

Dadurch kann ein schwieriger Kreis entstehen.

Menschen bekämpfen einen Schädling.

Der Schädling verändert sich.

Das Mittel wirkt schlechter.

Menschen setzen andere Maßnahmen ein.

Auch darauf können Schädlinge reagieren.

Der Integrierte Pflanzen·schutz soll solche Entwicklungen möglichst verhindern.

 

Mitten in dieser Landschaft wächst ein Klatsch·mohn

 

Zwischen all diesen Zahlen wächst im Früh·sommer eine besondere Pflanze.

Diese Pflanze heißt Klatsch·mohn.

Der Klatsch·mohn hat leuchtend rote Blüten.

Die Blüten sind dünn.

Die Blüten sind empfindlich.

Der wissenschaftliche Name von dem Klatsch·mohn ist Papaver rhoeas.

Vielleicht wächst der Klatsch·mohn am Rand von einem Acker.

Vielleicht wächst der Klatsch·mohn auf einer weniger intensiv bewirtschafteten Fläche.

Intensiv bewirtschaftet bedeutet:

Menschen bearbeiten eine Fläche besonders stark.

Der Klatsch·mohn kann dort wachsen.

Dafür braucht der Klatsch·mohn einen passenden Lebens·raum.

Das Bundes·amt für Natur·schutz nennt den Klatsch·mohn als typisches Acker·wild·kraut.

Acker·wild·kräuter sind wild wachsende Pflanzen auf Äckern.

Auch die Korn·blume ist ein typisches Acker·wild·kraut.

Auch der Feld·ritter·sporn ist ein typisches Acker·wild·kraut.

Das Bundes·amt für Natur·schutz weist auf ein Problem hin.

Chemische Mittel gegen unerwünschte Pflanzen haben zum Rückgang von Acker·wild·kräutern beigetragen.

Diese Mittel heißen Herbizide.

Herbizide sind Pflanzen·schutz·mittel gegen unerwünschte Pflanzen.

In Deutschland gibt es 323 Arten von Acker·wild·kräutern.

Mehr als 90 von diesen 323 Arten gelten als gefährdet.

Das bedeutet:

Diese Arten können in Zukunft noch seltener werden.

Weitere Informationen vom Bundes·amt für Natur·schutz finden Sie hier:

https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/maehdrusch-technik-auf-die-artenvielfalt-eine-pilotstudie-im-landkreis-marburg

Der Klatsch·mohn ist deshalb mehr als eine schöne rote Blume.

Der Klatsch·mohn kann uns etwas über unsere Kultur·landschaft zeigen.

Der Klatsch·mohn braucht einen geeigneten Lebens·raum.

Die Bewirtschaftung von einer Fläche beeinflusst diesen Lebens·raum.

Deshalb sollten wir genau auf den Klatsch·mohn achten.

 

Das Jahr 2030 ist schon bald

 

Eine weitere Zahl ist besonders wichtig.

Diese Zahl ist 2030.

Wir schreiben August 2026.

Das Jahr 2030 ist deshalb nicht mehr weit entfernt.

Bis zum Jahr 2030 sind es nur noch ungefähr 4 Jahre.

Bis dahin gibt es wichtige Ziele für den Schutz von der Natur.

Ein weltweites Abkommen nennt ein solches Ziel.

Das Abkommen heißt:

Globales Bio·diversitäts·abkommen von Kunming-Montreal.

Global bedeutet:

Das Thema betrifft die ganze Welt.

Bio·diversität bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Arten von Tieren und Pflanzen.

Bio·diversität bedeutet auch:

Es gibt viele verschiedene Lebens·räume.

Bis zum Jahr 2030 soll das Gesamt·risiko durch Pestizide und besonders gefährliche Chemikalien um mindestens 50 Prozent sinken.

Pestizide sind Mittel gegen unerwünschte Lebewesen.

Viele Pflanzen·schutz·mittel gehören zu den Pestiziden.

50 Prozent weniger bedeutet ungefähr die Hälfte.

Auch die Europäische Union hat ein Ziel für das Jahr 2030.

Die Europäische Union ist ein Zusammenschluss von europäischen Ländern.

Auch die Europäische Union verfolgt ein Ziel von 50 Prozent.

Dabei geht es um den Einsatz und das Risiko von chemischen Pflanzen·schutz·mitteln.

Der wissenschaftliche Beirat warnt vor Problemen bei diesen Zielen.

Nach Meinung von dem Beirat braucht die Land·wirtschaft mehr Unterstützung.

Die Politik muss die Veränderungen unterstützen.

Fach·leute müssen die Betriebe beraten.

Die Betriebe brauchen auch finanzielle Unterstützung.

Ohne diese Veränderungen sind die Ziele nach Meinung von dem Beirat nicht erreichbar.

Dafür bleibt nur wenig Zeit.

Bis zum Jahr 2030 bleiben ungefähr 4 Jahre.

Das sind ungefähr 48 Monate.

 

Veränderungen sind möglich

 

Dieser Text soll nicht nur Probleme beschreiben.

Es gibt auch andere Möglichkeiten.

Aber nicht jede Möglichkeit passt zu jedem Betrieb.

Nicht jede Möglichkeit passt zu jeder angebauten Pflanze.

Manche Möglichkeiten sind schwierig.

Manche Möglichkeiten kosten viel Geld.

Manche Möglichkeiten brauchen neue Technik.

Deshalb brauchen Landwirtinnen und Landwirte Unterstützung.

Auch Winzerinnen und Winzer brauchen Unterstützung.

Der wissenschaftliche Beirat nennt verschiedene Möglichkeiten.

● Betriebe können vielfältigere Frucht·folgen nutzen.

Eine Frucht·folge beschreibt den Wechsel von angebauten Pflanzen auf einem Feld.

● Betriebe können widerstands·fähigere Pflanzen·sorten nutzen.

Diese Pflanzen können manche Krankheiten besser überstehen.

● Betriebe können biologische Verfahren nutzen.

Biologische Verfahren nutzen natürliche Möglichkeiten zum Schutz von Pflanzen.

● Betriebe können mechanische Verfahren nutzen.

Dabei helfen zum Beispiel Maschinen gegen unerwünschte Pflanzen.

● Betriebe können Roboter nutzen.

● Betriebe können Drohnen nutzen.

Drohnen sind kleine Flug·geräte ohne Menschen an Bord.

● Betriebe können Präzisions·landwirtschaft nutzen.

Präzisions·landwirtschaft bedeutet:

Moderne Technik hilft bei einer besonders genauen Bewirtschaftung.

Dadurch können Betriebe Mittel gezielter einsetzen.

● Betriebe können widerstands·fähigere Anbau·systeme entwickeln.

Fach·leute nennen solche Systeme resiliente Anbau·systeme.

Resilient bedeutet:

Ein System kann mit Veränderungen und Problemen besser umgehen.

● Betriebe können nicht-chemische Verfahren zuerst nutzen.

Der wissenschaftliche Beirat nennt auch Ergebnisse aus Studien.

Studien sind wissenschaftliche Untersuchungen.

Je nach angebauter Pflanze können gezielte Verfahren den Einsatz von Herbiziden um 50 bis 70 Prozent verringern.

Herbizide sind Mittel gegen unerwünschte Pflanzen.

Dabei kann die notwendige Wirkung erhalten bleiben.

Auch Roboter können helfen.

Manche Roboter entfernen unerwünschte Pflanzen mit Werkzeugen.

Diese Werkzeuge hacken die unerwünschten Pflanzen aus dem Boden.

Dieses Verfahren heißt Hack·verfahren.

Roboter mit solchen Hack·verfahren können Anwendungen von Herbiziden um bis zu 80 Prozent verringern.

Diese Zahlen zeigen:

Es gibt Möglichkeiten für Veränderungen.

Es geht deshalb nicht nur um die Frage:

Was geht nicht?

Eine andere Frage ist genauso wichtig.

Welche Veränderungen wollen wir gemeinsam möglich machen?

 

Es geht nicht um die Suche nach einem Schuldigen

 

In diesem Beitrag geht es nicht darum:

Winzerinnen und Winzer sind schuld.

Darum geht es nicht.

Es geht auch nicht darum:

Landwirtinnen und Landwirte sind schuld.

Darum geht es ebenfalls nicht.

Veränderungen brauchen gute Bedingungen.

Neue Technik muss verfügbar sein.

Die Betriebe müssen die Veränderungen bezahlen können.

Die Politik muss die Veränderungen unterstützen.

Auch die Gesellschaft trägt Verantwortung.

Menschen wollen weniger Pestizide.

Dann müssen Menschen auch andere Möglichkeiten unterstützen.

Menschen wollen andere Anbau·systeme.

Dann müssen Menschen auch die Entwicklung von diesen Systemen unterstützen.

Menschen fordern Veränderungen von Winzerinnen und Winzern.

Dann muss ein veränderter Wein·bau auch wirtschaftlich möglich sein.

Das betrifft auch die Preise von Produkten.

Gute Lösungen brauchen deshalb Unterstützung von vielen Seiten.

Schwierige Bedingungen dürfen Veränderungen aber nicht immer weiter verzögern.

Das Jahr 2030 kommt näher.

Die Natur braucht Schutz.

Fische brauchen gute Lebens·räume.

Boden·lebewesen brauchen gute Lebens·räume.

Insekten brauchen gute Lebens·räume.

Wild·pflanzen brauchen gute Lebens·räume.

Auch der Klatsch·mohn braucht einen geeigneten Lebens·raum.

Deshalb müssen wir jetzt über Veränderungen sprechen.

Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.

 

Wie viele Warnungen brauchen wir noch?

 

Die Probleme durch Pflanzen·schutz·mittel sind deutlich.

Viele Zahlen zeigen mögliche Belastungen.

Wir müssen diese Zahlen ernst nehmen.

Wir müssen gleichzeitig die Situation von der Land·wirtschaft beachten.

Wir müssen auch die Situation von dem Wein·bau beachten.

Das macht die Aufgabe schwierig.

Aber die schwierige Aufgabe verschwindet nicht.

Deshalb müssen wir nach Lösungen suchen.

Wir müssen die Natur schützen.

Wir müssen gleichzeitig eine wirtschaftliche Land·wirtschaft ermöglichen.

Wir müssen auch einen wirtschaftlichen Wein·bau ermöglichen.

Die Frage bleibt:

Wie viele Warnungen brauchen wir noch?

 

Von unseren Fragen zu den Forderungen von der Wissenschaft

 

In dieser Einführung haben wir die Probleme deutlich beschrieben.

Wir haben wichtige Zahlen genannt.

Wir haben Fragen gestellt.

Dabei haben wir besonders auf die Mosel geschaut.

Hinter diesen Zahlen stehen wissenschaftliche Untersuchungen.

Eine aktuelle wissenschaftliche Stellung·nahme ist besonders wichtig.

Die Stellung·nahme kommt von dem Wissenschaftlichen Beirat.

Der Beirat gehört zum Nationalen Aktions·plan für die nachhaltige Anwendung von Pflanzen·schutz·mitteln.

Der Beirat beschreibt einen großen Unterschied.

Auf der einen Seite stehen die Ziele von dem Integrierten Pflanzen·schutz.

Auf der anderen Seite steht die tatsächliche Situation.

Der Beirat nennt diesen Unterschied eine Kluft zwischen Anspruch und Realität.

Kluft bedeutet hier:

Es gibt einen großen Unterschied.

Anspruch bedeutet hier:

So soll etwas sein.

Realität bedeutet:

So ist etwas tatsächlich.

Der Beirat besteht aus 12 Fach·leuten.

Diese Fach·leute untersuchen den Integrierten Pflanzen·schutz.

Der Integrierte Pflanzen·schutz ist seit dem Jahr 2012 gesetzlich vorgeschrieben.

Die Fach·leute untersuchen die Entwicklung seit dieser Zeit.

Die Fach·leute zeigen auch notwendige Veränderungen.

Für diese Veränderungen bleibt nur wenig Zeit.

Danach folgt die Presse·mitteilung.

Die Presse·mitteilung erweitert die Informationen aus dieser Einführung.

Die Presse·mitteilung erklärt die wissenschaftlichen Forderungen genauer.

Dabei geht es um die Land·wirtschaft.

Dabei geht es um die Politik.

Dabei geht es auch um die Gesellschaft.

Alle diese Bereiche müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.

Das Ziel ist ein besserer Pflanzen·schutz.

Pflanzen sollen geschützt werden.

Gleichzeitig sollen andere Lebewesen besser geschützt werden.

Auch unsere Lebens·grundlagen sollen geschützt werden.

Wir wollen Pflanzen schützen.

Wir wollen dabei auch die Natur schützen.

Wir wollen unsere Lebens·grundlagen schützen.

 

Jetzt folgt eine Presse·mitteilung.

Die Presse·mitteilung wird vollständig und unverändert wiedergegeben.

 

 

Unterschied zwischen dem Gesetz und der Wirklichkeit

 

Der Wissenschaftliche Beirat fordert eine bessere Umsetzung von dem Integrierten Pflanzen·schutz.

Der Beirat gehört zum Nationalen Aktions·plan für die nachhaltige Anwendung von Pflanzen·schutz·mitteln.

Die Abkürzung für diesen Aktions·plan ist NAP.

Ein Aktions·plan beschreibt Ziele und Maßnahmen.

Der Beirat ist eine Gruppe von Fach·leuten.

Die Fach·leute beraten zum Umgang mit Pflanzen·schutz·mitteln.

Der Beirat fordert eine konsequente Umsetzung von dem Integrierten Pflanzen·schutz in Deutschland.

Konsequent bedeutet:

Die Regeln sollen wirklich eingehalten werden.

Die Abkürzung für Integrierten Pflanzen·schutz ist IPS.

Der Beirat hat eine neue Stellung·nahme veröffentlicht.

Eine Stellung·nahme ist ein Text mit einer fachlichen Bewertung.

Die Stellung·nahme heißt:

„Integrierter Pflanzen·schutz: Unterschied zwischen dem Ziel und der Wirklichkeit“.

Der Beirat kommt zu einem wichtigen Ergebnis.

Der Integrierte Pflanzen·schutz ist seit dem Jahr 2012 gesetzlich vorgeschrieben.

Die Regeln sollen die Belastung von der Natur verringern.

Dieses Ziel wurde bisher nicht ausreichend erreicht.

Der Beirat fordert deshalb schnelle Veränderungen.

Bis zum Jahr 2030 gibt es wichtige internationale Ziele für den Schutz von der Umwelt.

Es gibt auch wichtige Ziele für den Schutz von der Bio·diversität.

International bedeutet:

Mehrere Länder arbeiten gemeinsam an einem Thema.

Bio·diversität bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Bio·diversität bedeutet auch:

Es gibt viele verschiedene Lebens·räume.

Der Beirat warnt:

Ohne schnelle und konsequente Veränderungen können diese Ziele bis zum Jahr 2030 nicht erreicht werden.

 

Was bedeutet Integrierter Pflanzen·schutz?

 

Der Integrierte Pflanzen·schutz soll Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen schützen.

Dabei sollen Betriebe zuerst andere Möglichkeiten nutzen.

Betriebe sollen Krankheiten und Schädlingen vorbeugen.

Betriebe sollen biologische Maßnahmen nutzen.

Biologische Maßnahmen nutzen natürliche Möglichkeiten zum Schutz von Pflanzen.

Betriebe sollen auch kultur·technische Maßnahmen nutzen.

Kultur·technische Maßnahmen verändern zum Beispiel den Anbau von Pflanzen.

Chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel sollen erst als letzte Möglichkeit eingesetzt werden.

Chemisch-synthetisch bedeutet:

Menschen stellen diese Stoffe mit chemischen Verfahren her.

Der wissenschaftliche Beirat besteht aus 12 Fach·leuten.

Diese Fach·leute bewerten die Umsetzung von dem Integrierten Pflanzen·schutz.

Die Fach·leute sehen dabei Probleme.

Viele landwirtschaftliche Betriebe setzen die Regeln noch nicht ausreichend um.

 

Die Menge von Pflanzen·schutz·mitteln ist nicht deutlich gesunken

 

Carsten Brühl ist der wichtigste Autor von der Stellung·nahme.

Carsten Brühl ist Professor.

Er arbeitet an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.

Die Abkürzung von der Universität ist RPTU.

Carsten Brühl weist auf ein wichtiges Problem hin.

Der Integrierte Pflanzen·schutz ist seit mehr als 10 Jahren gesetzlich vorgeschrieben.

Trotzdem ist die Menge von den eingesetzten Wirk·stoffen nicht deutlich gesunken.

Ein Wirk·stoff ist ein Bestandteil von einem Pflanzen·schutz·mittel.

Der Wirk·stoff sorgt für die gewünschte Wirkung.

Auch die Risiken für die Umwelt sind nicht umfassend gesunken.

Auch die Risiken für die Bio·diversität sind nicht umfassend gesunken.

Verkaufs·zahlen zeigen weiterhin einen hohen Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzen·schutz·mitteln.

Auch Daten über die Anwendung zeigen diesen hohen Einsatz.

Gleichzeitig ist die giftige Belastung für einige Gruppen von Lebewesen gestiegen.

Fach·leute nennen eine giftige Wirkung toxisch.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen diese Entwicklung.

Die Entwicklung betrifft zum Beispiel Fische.

Die Entwicklung betrifft auch Lebewesen im Boden.

Die Entwicklung betrifft auch Pflanzen.

 

Der Beirat nennt mehrere Gründe für die Probleme

 

Der Beirat sieht verschiedene Gründe für die bisherige Entwicklung.

Nicht-chemische Verfahren erhalten nach Meinung von dem Beirat zu wenig Unterstützung.

Nicht-chemische Verfahren kommen ohne chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel aus.

Auch die Beratung von den landwirtschaftlichen Betrieben reicht nach Meinung von dem Beirat nicht aus.

Landwirtinnen und Landwirte stehen außerdem unter wirtschaftlichem Druck.

Wirtschaftlicher Druck bedeutet:

Ein Betrieb muss genug Geld verdienen.

Der Beirat sieht noch ein weiteres Problem.

Es fehlen Anreize für widerstands·fähige Anbau·systeme.

Ein Anreiz soll eine Veränderung erleichtern.

Ein Anbau·system beschreibt die Art von dem Anbau auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Fach·leute nennen widerstands·fähige Anbau·systeme auch resiliente Anbau·systeme.

Resilient bedeutet:

Ein System kann besser mit Veränderungen und Problemen umgehen.

Der Beirat fordert deshalb verschiedene Maßnahmen.

Gesetze und Regeln sollen die Umsetzung verbessern.

Auch finanzielle Unterstützung soll die Umsetzung verbessern.

Die Maßnahmen sollen in ganz Deutschland wirken.

Der Beirat nennt dafür verschiedene Möglichkeiten.

● Betriebe sollen vielfältigere Frucht·folgen nutzen.

Eine Frucht·folge beschreibt den Wechsel von verschiedenen Pflanzen auf einem Feld.

● Betriebe sollen häufiger resistente Pflanzen·sorten nutzen.

Resistent bedeutet:

Eine Pflanzen·sorte kann sich besser gegen bestimmte Krankheiten oder Schädlinge schützen.

● Betriebe sollen biologische Verfahren stärker nutzen.

Biologische Verfahren nutzen natürliche Möglichkeiten zum Schutz von Pflanzen.

● Betriebe sollen neue technische Möglichkeiten nutzen.

Dazu gehören zum Beispiel Roboter.

Dazu gehören auch Drohnen.

Drohnen sind kleine Flug·geräte ohne Menschen an Bord.

Dazu gehört auch die Präzisions·landwirtschaft.

Präzisions·landwirtschaft nutzt moderne Technik.

Die Technik hilft bei einer besonders genauen Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen.

 

Land·wirtschaft ohne chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel

 

Der Beirat hält einen weiteren Bereich für besonders wichtig.

Mehr landwirtschaftliche Flächen sollen ohne chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel bewirtschaftet werden.

Auch neue Anbau·systeme ohne diese Mittel sollen entwickelt werden.

Die Ökologische Land·wirtschaft arbeitet schon seit vielen Jahren ohne chemisch-synthetische Pflanzen·schutz·mittel.

Ökologische Land·wirtschaft wird oft auch Bio-Land·wirtschaft genannt.

Auch einzelne Pflanzen·arten können ohne diese Mittel angebaut werden.

Der Beirat möchte solche Anbau·systeme weiterentwickeln.

Der Beirat möchte solche Anbau·systeme auf mehr Flächen einsetzen.

Dabei müssen die Betriebe Unterstützung bekommen.

Landwirtinnen und Landwirte müssen die Veränderungen wirtschaftlich umsetzen können.

Das bedeutet:

Die Betriebe müssen die Veränderungen bezahlen können.

Landwirtinnen und Landwirte müssen die Veränderungen auch technisch umsetzen können.

Dafür brauchen die Betriebe geeignete Geräte und Verfahren.

Auch die Umstellung von einem Betrieb soll gefördert werden.

Förderung bedeutet hier:

Betriebe bekommen Unterstützung für eine Veränderung.

 

Bis zum Jahr 2030 bleibt nur wenig Zeit

 

Der Beirat warnt vor weiterem Zeit·verlust.

Dabei geht es um europäische und internationale Ziele für die Bio·diversität.

Die Europäische Union hat solche Ziele.

Die Europäische Union ist ein Zusammenschluss von europäischen Ländern.

Auch das globale Bio·diversitäts·abkommen von Kunming-Montreal hat solche Ziele.

Global bedeutet:

Das Thema betrifft die ganze Welt.

Das Abkommen fordert eine deutliche Verringerung von den Risiken durch Pflanzen·schutz·mittel.

Bis zum Jahr 2030 sollen diese Risiken halbiert werden.

Halbiert bedeutet:

Die Risiken sollen um 50 Prozent sinken.

Der wissenschaftliche Beirat sieht dieses Ziel in Gefahr.

Der Integrierte Pflanzen·schutz muss nach Meinung von dem Beirat konsequenter umgesetzt werden.

Auch die Politik muss die Land·wirtschaft stärker unterstützen.

Ohne diese Veränderungen können die Ziele nach Meinung von dem Beirat nicht erreicht werden.

 

Die wissenschaftliche Stellung·nahme

 

Hier finden Sie die Original·publikation.

Eine Original·publikation ist der ursprüngliche wissenschaftliche Text.

https://www.nap-pflanzenschutz.de/fileadmin/SITE_MASTER/content/Bilder/Gremien_Arbeitsgruppen/WBR_NAP/260528_IPS_Stellungn_final.pdf

 

 

 

Und jetzt geht es wieder um den Klatsch·mohn

 

Wir haben vorher viele wissenschaftliche Erkenntnisse beschrieben.

Wir haben auch Forderungen von Fach·leuten beschrieben.

Jetzt schauen wir wieder auf das Titel·bild von diesem Beitrag.

Auf dem Titel·bild sehen wir eine Pflanze.

Diese Pflanze begleitet unsere Kultur·landschaft schon seit sehr langer Zeit.

Die Pflanze heißt Klatsch·mohn.

Der Klatsch·mohn hat leuchtend rote Blüten.

Im Früh·sommer kann man diese Blüten gut sehen.

Der wissenschaftliche Name von dem Klatsch·mohn ist Papaver rhoeas.

Der Klatsch·mohn passt deshalb gut zu diesem Beitrag.

Der Klatsch·mohn ist hier nicht nur eine schöne Dekoration.

Der Klatsch·mohn kann uns etwas über unsere Kultur·landschaft zeigen.

Deshalb schauen wir uns den Klatsch·mohn jetzt genauer an.

 

 

Klatsch·mohn – Papaver rhoeas

 

Im Früh·sommer können Sie den Klatsch·mohn an der Mosel entdecken.

Der Klatsch·mohn wächst zum Beispiel zwischen Gräsern.

Der Klatsch·mohn wächst auch an Weg·rändern.

Der Klatsch·mohn wächst auch an Böschungen.

Eine Böschung ist ein schräger Rand von einem Weg oder einer Fläche.

Der Klatsch·mohn wächst auch auf weniger stark bearbeiteten Flächen.

Seine roten Blüten kann man oft schon aus einiger Entfernung sehen.

Der Klatsch·mohn gehört zu den Mohn·gewächsen.

Mohn·gewächse sind eine Pflanzen·familie.

Der wissenschaftliche Name von dieser Pflanzen·familie ist Papaveraceae.

Der wissenschaftliche Name von dem Klatsch·mohn ist Papaver rhoeas L.

Der Klatsch·mohn lebt normalerweise nur ein Jahr.

Fach·leute nennen solche Pflanzen einjährig.

Der Klatsch·mohn wird meistens ungefähr 30 bis 80 Zentimeter hoch.

Unter guten Bedingungen kann der Klatsch·mohn auch höher werden.

Der Stängel von dem Klatsch·mohn ist behaart.

Auch die Blätter sind behaart.

Die Blüten fallen besonders auf.

Eine Blüte hat meistens 4 große Blüten·blätter.

Die Blüten·blätter sind leuchtend rot.

Manche Blüten haben unten einen dunklen Fleck.

 

Vom behaarten Stängel bis zur roten Blüte

 

Ein neuer Klatsch·mohn wächst aus einem Samen.

Zuerst wachsen die Blätter nah am Boden.

Die Blätter bilden dabei eine Blätter·gruppe.

Fach·leute nennen diese Blätter·gruppe eine Blatt·rosette.

Später wächst der behaarte Stängel nach oben.

Am Stängel entstehen Blüten·knospen.

Eine Blüten·knospe ist eine noch geschlossene Blüte.

Die jungen Blüten·knospen hängen zuerst nach unten.

Vor dem Öffnen richten sich die Blüten·knospen auf.

Die geschlossene Blüte hat 2 behaarte Kelch·blätter.

Die Kelch·blätter schützen die geschlossene Blüte.

Die Kelch·blätter fallen beim Öffnen von der Blüte ab.

Danach entfalten sich die roten Blüten·blätter.

Eine einzelne Blüte lebt nur kurze Zeit.

Die gesamte Blüte·zeit von dem Klatsch·mohn dauert aber mehrere Monate.

In Mittel·europa blüht der Klatsch·mohn meistens von Mai bis Juli.

Manchmal blüht der Klatsch·mohn auch noch im August.

Bei guten Bedingungen kann der Klatsch·mohn sogar noch länger blühen.

Insekten können die Blüten bestäuben.

Bestäubung bedeutet:

Blüten·staub gelangt an die richtige Stelle von einer Blüte.

Danach kann die Pflanze Samen bilden.

Nach der Bestäubung entsteht eine Kapsel·frucht.

Eine Kapsel·frucht ist eine Frucht mit vielen Samen.

Oben auf der Kapsel befindet sich eine runde Scheibe.

Diese Scheibe gehört zur Narbe von der Blüte.

Die Narbe ist ein Teil von einer Blüte.

Unter dieser Scheibe entstehen kleine Öffnungen.

Diese Öffnungen entstehen bei einer reifen Kapsel.

Der Wind kann den Stängel bewegen.

Auch eine Berührung kann den Stängel bewegen.

Dabei fallen kleine Samen aus den Öffnungen.

Eine einzige Pflanze kann mehrere Tausend Samen bilden.

Die Samen können lange im Boden bleiben.

Die Samen können auch nach längerer Zeit noch keimen.

Deshalb kann Klatsch·mohn plötzlich wieder an einem Ort wachsen.

Das passiert zum Beispiel nach einer Bearbeitung von dem Boden.

Das passiert auch bei offenem Boden.

 

Kann man Klatsch·mohn essen?

 

Beim Essen von Klatsch·mohn ist Vorsicht wichtig.

Klatsch·mohn und Schlaf·mohn sind nicht die gleiche Pflanze.

Der wissenschaftliche Name von Schlaf·mohn ist Papaver somniferum.

Menschen bauen Schlaf·mohn auch für die Herstellung von Lebens·mitteln an.

Klatsch·mohn enthält verschiedene Stoffe.

Zu diesen Stoffen gehören Alkaloide.

Alkaloide sind natürliche Stoffe in Pflanzen.

Ein Alkaloid im Klatsch·mohn heißt Rhoeadin.

Klatsch·mohn enthält auch ähnliche Stoffe.

Die Menge von diesen Stoffen kann unterschiedlich sein.

Verschiedene Teile von der Pflanze können unterschiedliche Mengen enthalten.

Auch das Alter von der Pflanze kann eine Rolle spielen.

Früher haben Menschen in manchen Regionen junge Teile von der Pflanze gegessen.

Menschen haben teilweise auch Blüten·blätter gegessen.

Das bedeutet aber nicht:

Sie sollten Klatsch·mohn selbst sammeln und essen.

Beim Verzehr ist Vorsicht wichtig.

● Menschen sollten den weißen Milch·saft nicht als Lebens·mittel nutzen.

● Menschen sollten besonders unreife Pflanzen·teile nicht als Lebens·mittel nutzen.

● Menschen sollten keine großen Mengen von Klatsch·mohn essen.

● Menschen sollten Klatsch·mohn nicht selbst als Medizin anwenden.

● Kinder sollten Klatsch·mohn nicht ohne fachliche Beratung einnehmen.

● Schwangere Menschen sollten Klatsch·mohn nicht ohne fachliche Beratung einnehmen.

● Stillende Menschen sollten Klatsch·mohn nicht ohne fachliche Beratung einnehmen.

Eine Ärztin oder ein Arzt kann dazu beraten.

Auch Fach·leute aus einer Apotheke können dazu beraten.

Für unseren Natur·Ereignis·Begleiter gilt deshalb:

Wir beobachten den Klatsch·mohn.

Wir sammeln den Klatsch·mohn nicht.

 

Wie erkennen Sie Klatsch·mohn?

 

Die roten Blüten von dem Klatsch·mohn fallen stark auf.

Deshalb kann man die Pflanze während der Blüte·zeit oft gut erkennen.

Die rote Farbe allein reicht aber nicht für eine sichere Bestimmung.

Bestimmung bedeutet:

Ein Mensch stellt genau fest, um welche Pflanzen·art es sich handelt.

Der Klatsch·mohn hat mehrere typische Merkmale.

● Der Stängel ist behaart.

● Die Blätter sind behaart.

● Die Blätter sind tief eingeschnitten.

Fach·leute nennen solche Blätter fieder·teilig.

● Die jungen Blüten·knospen hängen zuerst nach unten.

● Die Blüten·knospen sind behaart.

● Eine Blüte hat meistens 4 kräftig rote Blüten·blätter.

● Nach der Blüte entsteht eine typische Kapsel·frucht.

Andere Mohn·arten können ähnlich aussehen.

Dazu gehört zum Beispiel der Saat-Mohn.

Der wissenschaftliche Name von Saat-Mohn ist Papaver dubium.

Auch andere Arten aus der Gruppe Papaver können ähnlich aussehen.

Papaver ist der wissenschaftliche Name von einer Gruppe verschiedener Mohn·arten.

Deshalb müssen Menschen eine Pflanze vor dem Sammeln sicher bestimmen.

An der Mosel gibt es noch weitere Regeln.

Menschen sollen Pflanzen nicht einfach von fremden landwirtschaftlichen Flächen mitnehmen.

Menschen sollen Pflanzen auch nicht einfach in Schutz·gebieten sammeln.

Menschen sollen geschützte Pflanzen an ihren Stand·orten stehen lassen.

 

Der Klatsch·mohn begleitet unsere Kultur·landschaft schon sehr lange

 

Der Klatsch·mohn stammt ursprünglich nicht nur aus Mittel·europa.

Fach·leute vermuten seinen ursprünglichen Lebens·raum in mehreren Regionen.

Dazu gehören Gebiete rund um das Mittel·meer.

Dazu gehören Gebiete in West·asien.

Dazu gehören auch weitere Gebiete in Europa und Asien.

Menschen begannen schon vor sehr langer Zeit mit dem Acker·bau.

Mit dem Acker·bau verbreitete sich auch der Klatsch·mohn.

Der Klatsch·mohn wuchs oft zusammen mit Getreide.

Dadurch verbreitete sich der Klatsch·mohn weit über sein ursprüngliches Gebiet hinaus.

Der Klatsch·mohn gehört in Mittel·europa zu den Archäophyten.

Archäophyten sind Pflanzen mit einer besonderen Geschichte.

Menschen brachten diese Pflanzen schon vor dem Jahr 1492 in neue Gebiete.

Der Klatsch·mohn ist deshalb schon seit sehr langer Zeit Teil von unserer Kultur·landschaft.

Seine Geschichte hängt eng mit dem Getreide·anbau zusammen.

Klatsch·mohn wuchs über viele Jahr·hunderte auf Äckern.

Auch Korn·blumen wuchsen dort.

Auch andere Acker·wild·kräuter wuchsen dort.

Diese Pflanzen gehörten lange zum typischen Bild von landwirtschaftlichen Flächen in Europa.

Auch im Mosel·gebiet gibt es den Klatsch·mohn schon sehr lange.

Wir können kein bestimmtes Jahr für das erste Auftreten an der Mosel nennen.

Menschen betreiben dort schon seit sehr langer Zeit Land·wirtschaft.

Dadurch entstanden geeignete Lebens·räume für den Klatsch·mohn.

 

Klatsch·mohn braucht Licht und offenen Boden

 

Für den Klatsch·mohn ist der Boden besonders wichtig.

Der Klatsch·mohn wächst gerne auf offenen Flächen.

Der Boden wird an solchen Orten regelmäßig verändert.

Menschen können den Boden zum Beispiel bearbeiten.

Eine dichte Pflanzen·decke ist für den Klatsch·mohn weniger günstig.

Andere Pflanzen nehmen dem Klatsch·mohn dann Licht und Platz.

Der Klatsch·mohn wächst gerne an sonnigen Orten.

Der Klatsch·mohn wächst gerne an warmen Orten.

Der Klatsch·mohn wächst gerne auf Böden mit vielen Nähr·stoffen.

Der Klatsch·mohn wächst auch gerne auf Böden mit vielen basischen Stoffen.

Basisch beschreibt eine bestimmte chemische Eigenschaft von einem Boden.

Der Boden sollte locker sein.

Lehmige Böden sind besonders geeignet.

Auch tonige Böden können gut geeignet sein.

Zu viel stehendes Wasser im Boden ist für den Klatsch·mohn schlecht.

Fach·leute nennen das Stau·nässe.

Der Klatsch·mohn lebt normalerweise nur ein Jahr.

Eine ausgewachsene Pflanze überlebt deshalb normalerweise nicht den Winter.

Die Samen sorgen für die nächste Generation.

Ein Teil von den Samen kann schon im Herbst keimen.

Die jungen Pflanzen können dann den Winter überstehen.

Andere Samen keimen erst im Frühling.

 

Die Samen können lange warten

 

Eine besondere Fähigkeit von dem Klatsch·mohn liegt unter der Erde.

Die Samen können lange im Boden bleiben.

Manchmal bedecken viele andere Pflanzen den Boden.

Dann bekommen die Samen nicht die richtigen Bedingungen zum Keimen.

Die Samen können dann lange im Boden bleiben.

Manchmal passiert mehrere Jahre lang nichts.

Dann kann sich die Situation verändern.

Menschen können den Boden öffnen.

Menschen können den Boden bewegen.

Dadurch kann Licht an die Samen gelangen.

Dann können die Samen keimen.

Deshalb kennen viele Menschen eine besondere Beobachtung.

In einem Jahr wächst an einem Ort kein Klatsch·mohn.

Im nächsten Jahr wächst dort plötzlich Klatsch·mohn.

Der Klatsch·mohn ist aber nicht plötzlich aus dem Nichts gekommen.

Ein Samen kann schon vorher im Boden gelegen haben.

Der Samen hat dort auf gute Bedingungen gewartet.

 

Wo wächst Klatsch·mohn an den Mosel·wein·bergen?

 

In stark gepflegten Wein·bergen wachsen oft keine großen Mengen von Klatsch·mohn.

Andere Bereiche rund um die Wein·berge können interessanter sein.

Diese Bereiche liegen zwischen verschiedenen Teilen von der Kultur·landschaft.

Klatsch·mohn kann an sonnigen Weg·rändern wachsen.

Klatsch·mohn kann auf offenen Böschungen wachsen.

Klatsch·mohn kann an Acker·rändern wachsen.

Klatsch·mohn kann auf Brachen wachsen.

Eine Brache ist eine Fläche ohne aktuelle landwirtschaftliche Nutzung.

Klatsch·mohn kann auch auf anderen offenen Flächen wachsen.

Eine regelmäßige Veränderung von dem Boden kann dabei günstige Bedingungen schaffen.

Auch die Rand·bereiche von Wein·bergen können geeignete Lebens·räume bieten.

Dafür muss der Boden an manchen Stellen offen bleiben.

Die Pflanzen·decke darf dort nicht zu dicht sein.

Deshalb lohnt sich bei einer Beobachtung ein Blick über die Reb·zeilen hinaus.

Schauen Sie auch auf die Ränder von einem Wein·berg.

Diese Ränder können viel über die biologische Vielfalt erzählen.

Biologische Vielfalt bedeutet:

In einem Gebiet leben viele verschiedene Pflanzen und Tiere.

 

Klatsch·mohn im eigenen Garten

 

Sie können Klatsch·mohn auch im eigenen Garten anbauen.

Das ist meistens nicht besonders schwierig.

Der Klatsch·mohn braucht einen sonnigen Platz.

Der Boden sollte offen sein.

Der Boden sollte nicht dauerhaft nass sein.

Die Samen von dem Klatsch·mohn sind sehr klein.

Sie können die Samen direkt an der gewünschten Stelle aussäen.

Die Samen brauchen Licht zum Keimen.

Fach·leute nennen solche Pflanzen Licht·keimer.

Deshalb sollten Sie die Samen nicht tief mit Erde bedecken.

Der Klatsch·mohn kann später selbst neue Samen bilden.

Die reifen Samen können auf den Boden fallen.

Aus diesen Samen können neue Pflanzen wachsen.

Fach·leute nennen diesen Vorgang Selbst·aussaat.

Dafür müssen die reifen Samen·kapseln an den Pflanzen bleiben.

Der Boden muss außerdem an manchen Stellen offen sein.

Eine dicke Schicht aus Mulch kann das Keimen erschweren.

Mulch ist eine Schicht aus Pflanzen·material auf dem Boden.

Auch eine dichte Pflanzen·decke kann das Keimen erschweren.

Der Klatsch·mohn braucht deshalb etwas offenen Boden.

 

Ist Klatsch·mohn Unkraut?

 

Für die Pflanzen·kunde gibt es keine eigene Pflanzen·gruppe mit dem Namen Unkraut.

Pflanzen·kunde heißt auch Botanik.

Der Begriff Unkraut beschreibt eine Bewertung von Menschen.

Menschen nennen eine Pflanze manchmal Unkraut.

Dann wächst diese Pflanze an einem unerwünschten Ort.

Klatsch·mohn kann zum Beispiel in einem Getreide·feld wachsen.

Dort kann der Klatsch·mohn für die Land·wirtschaft unerwünscht sein.

Menschen können ihn deshalb dort als Acker·unkraut bezeichnen.

Für die Natur hat der Klatsch·mohn aber eine andere Bedeutung.

Dort kann man ihn als Acker·wild·pflanze betrachten.

Die Pflanze selbst verändert sich dabei nicht.

Nur die Bewertung von Menschen verändert sich.

 

Die roten Blüten bieten Nahrung für Insekten

 

Klatsch·mohn bildet keinen Nektar.

Nektar ist eine süße Flüssigkeit von Pflanzen.

Viele Insekten nutzen Nektar als Nahrung.

Klatsch·mohn bietet aber viel Pollen.

Pollen ist der Blüten·staub von einer Pflanze.

Verschiedene Insekten besuchen die offenen Blüten wegen diesem Pollen.

Dazu gehören besonders Bienen.

Auch andere Insekten können die Blüten besuchen.

Der Klatsch·mohn bietet also eine Nahrungs·quelle.

Der Klatsch·mohn bietet aber nicht alle Arten von Nahrung für Insekten.

Andere Pflanzen bieten Nektar und Pollen.

Deshalb ist eine große Vielfalt von Pflanzen wichtig.

Viele verschiedene Pflanzen bieten unterschiedliche Nahrung.

Auch unterschiedliche Blüte·zeiten sind wichtig.

Dann finden Insekten über einen längeren Zeit·raum Nahrung.

Eine einzelne Pflanzen·art kann das nicht allein leisten.

 

Hat Klatsch·mohn einen wirtschaftlichen Nutzen?

 

Klatsch·mohn ist heute in Deutschland keine wichtige landwirtschaftliche Nutz·pflanze.

Das ist zum Beispiel bei Getreide anders.

Das ist auch bei Wein·reben anders.

Das ist auch bei Öl·pflanzen anders.

Öl·pflanzen werden zum Beispiel für die Herstellung von Pflanzen·öl angebaut.

Früher haben Menschen den Klatsch·mohn unterschiedlich genutzt.

Menschen haben den Klatsch·mohn zum Beispiel als Farb·pflanze genutzt.

Menschen haben den Klatsch·mohn auch als Heil·pflanze genutzt.

Heute hat der Klatsch·mohn vor allem andere Bedeutungen.

Klatsch·mohn kann ein Teil von Blüh·mischungen sein.

Eine Blüh·mischung besteht aus Samen von verschiedenen blühenden Pflanzen.

Klatsch·mohn kann auch in natur·nahen Gärten wachsen.

Natur·nah bedeutet:

Ein Garten bietet vielen heimischen Tieren und Pflanzen Lebens·raum.

Viele Menschen erkennen den Klatsch·mohn leicht.

Viele Menschen finden seine roten Blüten schön.

Der Klatsch·mohn kann auch beim Schutz von Acker·wild·kräutern eine Rolle spielen.

Auf landwirtschaftlichen Flächen kann die Situation anders sein.

Dort kann der Klatsch·mohn mit angebauten Pflanzen um Platz konkurrieren.

Konkurrieren bedeutet:

Mehrere Pflanzen brauchen den gleichen Platz.

Mehrere Pflanzen brauchen auch Licht und Nähr·stoffe.

Deshalb kann Klatsch·mohn auf landwirtschaftlichen Flächen unerwünscht sein.

Auch diese Seite gehört zu einer ausgewogenen Betrachtung.

 

Für die Natur ist nicht nur der Klatsch·mohn wichtig

 

Der Klatsch·mohn steht auch für viele andere Pflanzen in unserer traditionellen Acker·landschaft.

Diese Pflanzen heißen Acker·wild·kräuter.

Acker·wild·kräuter bieten Blüten für Insekten.

Acker·wild·kräuter erhöhen die Vielfalt von Pflanzen.

Acker·wild·kräuter gehören zu komplexen Nahrungs·netzen.

Ein Nahrungs·netz beschreibt viele Beziehungen zwischen Lebewesen.

Zum Beispiel frisst ein Insekt Teile von einer Pflanze.

Ein Vogel kann dieses Insekt fressen.

Viele Lebewesen hängen deshalb miteinander zusammen.

Der Rückgang von Acker·wild·kräutern verändert nicht nur das Aussehen von einer Landschaft.

Der Rückgang kann auch andere Lebewesen betreffen.

Weniger verschiedene Pflanzen können Auswirkungen auf Insekten haben.

Diese Auswirkungen können wiederum andere Tiere betreffen.

Fach·leute sprechen bei allen Lebewesen und ihrer Umwelt von einem Öko·system.

Die verschiedenen Teile von einem Öko·system hängen miteinander zusammen.

Deshalb ist das Vorkommen von Klatsch·mohn in einer Kultur·landschaft interessant.

Der Klatsch·mohn kann uns etwas über den vorhandenen Lebens·raum zeigen.

Der Klatsch·mohn kann uns auch eine wichtige Frage stellen.

Wie viel Platz lassen wir anderen Pflanzen und Tieren in unserer Kultur·landschaft?

 

Der Mohn hat für Menschen viele Bedeutungen

 

Mohn hat in Europa nicht nur eine Bedeutung für die Natur.

Mohn hat auch viele kulturelle Bedeutungen.

Kulturelle Bedeutung heißt:

Menschen verbinden bestimmte Vorstellungen und Geschichten mit einer Pflanze.

Schon vor sehr langer Zeit verbanden Menschen verschiedene Mohn·arten mit Schlaf und Träumen.

Menschen verbanden Mohn auch mit Tod und Vergessen.

Dabei müssen wir verschiedene Mohn·arten unterscheiden.

Viele alte Berichte über eine berauschende Wirkung betreffen Schlaf·mohn.

Berauschend bedeutet:

Ein Stoff verändert die Wahrnehmung von einem Menschen.

Auch viele alte Berichte über eine schlaf·fördernde Wirkung betreffen Schlaf·mohn.

Der wissenschaftliche Name von Schlaf·mohn ist Papaver somniferum.

Diese Aussagen über Schlaf·mohn gelten nicht automatisch für Klatsch·mohn.

Der rote Klatsch·mohn bekam später eigene Bedeutungen.

Menschen verbanden die rote Farbe mit Blut.

Menschen verbanden die rote Farbe auch mit Liebe.

Menschen verbanden die Blume mit Vergänglichkeit.

Vergänglichkeit bedeutet:

Etwas bleibt nicht für immer.

Menschen verbanden den Klatsch·mohn auch mit dem Tod.

 

Der Klatsch·mohn wurde zu einem Zeichen für die Erinnerung an Kriegs·tote

 

Der Erste Welt·krieg dauerte von 1914 bis 1918.

Der Krieg zerstörte viele Landschaften.

Der Boden auf den Schlacht·feldern wurde stark aufgewühlt.

Schlacht·felder sind Orte mit schweren Kämpfen in einem Krieg.

Auf diesen offenen Böden wuchs Klatsch·mohn.

Die roten Blüten bekamen dadurch eine besondere Bedeutung.

Im Jahr 1915 veröffentlichte John McCrae ein Gedicht.

Das Gedicht heißt „In Flanders Fields“.

John McCrae schrieb in dem Gedicht über Mohn·blumen auf den Schlacht·feldern.

Das Gedicht wurde besonders im englisch·sprachigen Raum bekannt.

Der rote Mohn wurde dort zu einem wichtigen Zeichen.

Der rote Mohn erinnert an Menschen mit einem Tod durch Krieg.

Bis heute tragen Menschen dort rote Mohn·blumen zum Gedenken.

Gedenken bedeutet:

Menschen erinnern sich bewusst an verstorbene Menschen.

 

Der Klatsch·mohn verbindet Natur und Geschichte

 

Der Klatsch·mohn hat deshalb eine besondere Bedeutung.

Seine Geschichte gehört zur Natur.

Seine Geschichte gehört auch zur Kultur von Menschen.

Der Klatsch·mohn wächst besonders gut auf offenem Boden.

Ein Samen kann lange im Boden liegen.

Dann wird der Boden geöffnet.

Der Samen kann keimen.

Eine Pflanze wächst.

Die Pflanze blüht.

Die einzelne Blüte lebt nur kurze Zeit.

Danach vergeht die Blüte.

Die Pflanze bildet aber neue Samen.

Diese Samen können wieder lange im Boden bleiben.

Der Klatsch·mohn zeigt deshalb zwei Dinge.

Der Klatsch·mohn zeigt Vergänglichkeit.

Vergänglichkeit bedeutet:

Etwas bleibt nicht für immer.

Der Klatsch·mohn zeigt auch Wiederkehr.

Wiederkehr bedeutet:

Etwas erscheint nach einer Zeit erneut.

Menschen sehen diese beiden Bedeutungen schon seit vielen Generationen im Klatsch·mohn.

 

 

 

Alle Texte zum Thema „Natur·ereignis·begleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie hier:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-08-19-ca/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christoph Maisenbacher – 19. August 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: Quelle: © Carsten Brühl – Logo: © DLR Mosel – Foto 2: H. Hach – Pixabay – Foto 3: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-bb/