TRIER-WETTER & DEUTSCHER WETTERDIENST
Trier-Wetter: Regen täuscht über extreme Trockenheit hinweg – DWD warnt vor trockenen Böden und Waldbrandgefahr
Der Regen bringt Trier Abkühlung – doch die Trockenheit bleibt. Der Rauch des Waldbrandes im Hohen Venn war bis in unsere Region zu riechen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor ausgetrockneten Böden, Niedrigwasser und hoher Waldbrandgefahr.
Pariser Klimaabkommen: Was machen wir mehr als zehn Jahre später daraus?
Die zentrale Botschaft des Pariser Klimaabkommens lässt sich nicht leugnen, nicht schönfärben und auch nicht als zweitrangig in irgendeiner politischen Schublade verstecken: Auf der UN-Klimakonferenz COP21 in Paris wurde 2015 vereinbart, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu beschränken.
Mehr als zehn Jahre später stellt sich deshalb nicht mehr nur die Frage, was damals vereinbart wurde.
Die Frage lautet: Was machen wir daraus?
Was uns der Sommer 2026 serviert, ist eine Ohrfeige für jede Form der Relativierung.
Hitze und Trockenheit: Das Moseltal zeigt, was sich verändert
Das Moseltal gehört ohnehin zu den besonders warmen Regionen Deutschlands (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-10-19-ca/). Gerade deshalb lässt sich hier vielleicht besonders deutlich beobachten, was Veränderungen von Hitze und Trockenheit bedeuten können.
Wir müssen dafür nicht in ferne Länder schauen.
Wir müssen vor unsere eigene Haustür schauen.
Wir müssen auf unsere Wiesen schauen. Auf unsere Wälder. Auf unsere Weinberge. Und auf den Boden unter unseren Füßen.
Und manchmal müssen wir nicht einmal hinschauen. Manchmal können wir riechen, was geschieht.
Waldbrand im Hohen Venn: Der Rauch erreichte die Region Trier
Am 15. August 2026 lag Brandgeruch über Trier und Teilen der Region. Doch der Rauch kam nicht aus Trier. Er war über viele Kilometer zu uns getragen worden – vom großflächigen Waldbrand im Hohen Venn, dem grenzüberschreitenden Naturraum und Naturschutzgebiet in Belgien und Deutschland.
Der Rauch dieses Feuers zog bis in die Region Trier. So deutlich war der Brandgeruch wahrnehmbar, dass zahlreiche Menschen Feuerwehr und Polizei verständigten. Die Behörden mussten darauf hinweisen, dass es in der Region Trier selbst keine entsprechenden aktuellen Brände gab und die Notrufnummern nicht durch Nachfragen blockiert werden sollten.
Und damit bekam etwas, über das wir ansonsten mit Zahlen, Temperaturen, Niederschlagsmengen und Bodenfeuchte sprechen, plötzlich einen Geruch.
Trockenheit roch nach Rauch.
Nach einem Rauch, der über Ländergrenzen hinwegzog.
Nach einem Feuer, das zeigte, wie verwundbar eine ausgetrocknete Landschaft werden kann.
Auch Tage später beschäftigte der Großbrand im Hohen Venn weiterhin die Einsatzkräfte. Regen und nachlassender Wind sorgten zwar für eine gewisse Entspannung. Doch der Brand und seine Folgen waren damit nicht einfach verschwunden.
Mehr dazu:
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/waldbrand-hohesvenn-belgien-100.html
Unsere Leser kennen die Warnung, die wir immer wieder notieren – und die wir auch weiterhin notieren werden:
Wir kochen unsere Erde – doch wir sind ein Teil dieser Erde und werden mitgekocht!
Regen beendet die Trockenheit nicht
Aber es hat doch geregnet, mag nun der eine oder andere einwenden.
Ja.
Und dieser Regen war wichtig. Er hat geholfen, Wald- und Flächenbrände zumindest kurzfristig einzudämmen oder zu löschen. Er hat Pflanzen Wasser gebracht. Und vielleicht hat er auch uns Menschen für einige Stunden das Gefühl gegeben, dass sich die Situation entspannt.
Doch genau dieses Gefühl darf unseren Blick auf die Wirklichkeit nicht verstellen.
Ein nasser Morgen macht noch keinen nassen Boden. Ein Regenschauer beendet noch keine Trockenheit.
Was vom Himmel fällt, kann angesichts der vorausgegangenen Trockenheit buchstäblich ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Auch ZDFheute hat sich mit der Frage beschäftigt, weshalb Regen nach langer Dürre nicht automatisch bedeutet, dass Böden, Wälder und Gewässer wieder ausreichend mit Wasser versorgt sind:
https://www.zdfheute.de/wissen/duerre-regen-waldbrand-niedrigwasser-boden-100.html
Denn wir haben es nicht mit ein paar trockenen Tagen zu tun.
Deutschland erlebt seit Monaten eine außergewöhnliche Trockenheit. Und genau deshalb möchten wir heute beim Trierer Wetter den Blick nicht beim nächsten Regenschauer enden lassen.
Wir müssen auch dorthin schauen, wo der Regen ankommt: auf unsere Erde.
Der Blick auf den Boden unter unseren Füßen
Deshalb haben wir die Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes vollständig in Text und Bild übernommen. Beachten Sie dazu auch unsere Bild-Folge.
Trier-Wetter heute: Wolken, Regen, Sonne – und vielleicht ein Regenbogen
Doch bevor wir uns mit der trockenen Erde beschäftigen, zur kleinen meteorologischen „Abkühlung“ noch ein kurzer Blick auf unser Trierer Wetter für den heutigen Tag:
Bei Temperaturen zwischen 19 und 23 Grad erwartet uns ein wechselhafter Mix aus Wolken, leichtem Regen, Böen bis etwa 45 km/h und zwischendurch auch Sonne. Sollte es am Nachmittag tatsächlich zum Wechselspiel aus Sonne, Wolken und Regen kommen, besteht sogar die Chance auf einen Regenbogen.
Nach den heißen Tagen lässt das fast schon zögerlich wieder an eine Jacke denken.
Und auch unser Körper muss sich auf den Temperaturwechsel einstellen. Wer morgens oder abends länger unterwegs ist, sollte deshalb vielleicht tatsächlich etwas zum Überziehen dabeihaben.
Dennoch – oder gerade deshalb:
Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag. Und schauen Sie heute vielleicht einmal nicht nur in den Himmel, sondern auch auf den Boden unter Ihren Füßen.
Denn dort erzählt dieser Sommer ebenfalls seine Geschichte.
DWD warnt: Die Trockenheit im Sommer 2026 wird zunehmend kritisch
Damit zur Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes:
Deutscher Wetterdienst zur starken Trockenheit im Sommer 2026 Im Süden wird die Lage für Natur und Landwirtschaft zunehmend kritisch
In Teilen Deutschlands sind die Böden derzeit ungewöhnlich stark ausgetrocknet. Die Entwicklung der Bodenfeuchte nahm dabei einen ähnlichen Verlauf wie in den Dürrejahren 2018 und 2022, Natur und Landwirtschaft werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. In der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands haben mehrere längere niederschlagsarme und sehr warme bis heiße Phasen, die mit einem hohen Wasserbedarf der Vegetation einhergingen, zu einer gravierenden Bodentrockenheit geführt. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen der trockenen Witterung im Frühjahr und Sommer 2026.
Seit März wenig Regen
Schon seit März sind die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich. Besonders wenig Niederschlag fiel von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken, wo verbreitet weniger als 150 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zusammenkamen (Abbildung 1, links). Im Süden entsprach die Niederschlagsmenge gebietsweise noch nicht einmal der Hälfte des vieljährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020. Lediglich in einem Streifen vom Münsterland bis zum Erzgebirge, von Südniedersachsen bis nach Mecklenburg und im Umfeld der Nordsee fielen die Regenmengen etwa durchschnittlich aus (Abbildung 1, rechts). Auch das aktuelle hydrologische Jahr zeigt weit unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen: Der Zeitraum von Anfang November bis Ende Juli fiel in Deutschland seit 1882 nur zwei Mal trockener aus.
Bodenfeuchte sinkt seit dem Frühjahr insbesondere im Süden stark Im April und Mai führten in der südlichen Mitte und im Süden geringe Regenmengen bereits zu stark unterdurchschnittlicher Bodenfeuchte im Vergleich zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Im Juni dämpfte Regen die Trockenheit im Süden zunächst leicht, während der extremen Hitzewelle in der zweiten Junihälfte sank die Bodenfeuchte bei sehr hoher Verdunstung jedoch schnell wieder. Seit Ende Juni wechseln sich gelegentliche Schauer und Gewitter mit längeren trockenen Phasen ab. Die generell ungleichmäßig verteilten Niederschläge summierten sich vor allem vom Westen bis in die westliche Mitte und den Südwesten hinein auf meist nur sehr geringe Mengen. Damit verschärfte sich die Trockenheit in der Südwesthälfte Deutschlands weiter. In der Nordosthälfte liegt die Bodenfeuchte zwar großteils unter den jahreszeitlichen Mittelwerten, es besteht aber keine ausgeprägte Trockenheit (Abbildung 2). Die Bodenfeuchte der oberen 60 Zentimeter lag seit Ende Mai über Deutschland gemittelt oft nur leicht über jener in den Dürrejahren 2018 und 2022 (Abbildung 3). Im Süden waren die Böden im Jahr 2026 verbreitet sogar trockener als in diesen beiden Jahren.
Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft Getreide und Raps reiften bei den seit Mitte Juni hohen Temperaturen rasch ab und die Ernte kam schnell voran. Die Trockenheit hatte auf diese Kulturen relativ geringe Auswirkungen. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die jetzt und in den kommenden Wochen einen hohen Wasserbedarf haben, leiden hingegen regional stark unter der Trockenheit, es drohen markante Schäden. Teils ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen, was Futterknappheit bei der Viehhaltung verursachen kann. Die extreme Hitze Ende Juni führte bei Obst zu ungewöhnlich starken Sonnenbrandschäden. Bei Obst und jungen Weinreben können derzeit gebietsweise nur mit Bewässerung große Schäden abgewendet werden. Die Wälder zehren meist noch von Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten.
Hohe Waldbrandgefahr
Die Anzahl von Tagen, an denen im Jahr 2026 bis einschließlich 2. August beim Waldbrandgefahrenindex mindestens Stufe 4 von 5 (hoch) erreicht wurde, liegt im Deutschlandmittel bei rund 22 Tagen. Im Mittel 1991 bis 2020 sind es bis zum 2. August nur etwa 10 Tage (Abbildung 4). Beim Graslandfeuerindex ist dieses Jahr eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen: Bei diesem Index gab es bis zum 2. August im Deutschlandmittel 33 Tage mit einer Stufe von mindestens 4, im Mittel 1991 bis 2020 sind es lediglich 18 Tage. In den vergangenen Wochen traten bereits zahlreiche Wald- und Feldbrände auf.
Hydrologische Auswirkungen
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den benachbarten Ländern sind die Niederschlagsmengen seit Jahresbeginn außerordentlich niedrig; der Schwerpunkt der Trockenheit erstreckte sich in der ersten Jahreshälfte vom östlichen Frankreich über den Alpenraum, das östliche Mitteleuropa und das Baltikum bis nach Skandinavien. Die Oberläufe von Oder, Neiße, Elbe, Salzach, Inn, Lech, Rhein und Mosel führten in der Konsequenz weniger Wasser als üblich nach Deutschland. Die unterdurchschnittlichen Schneemengen im vergangenen Winter bewirkten zudem einen stark verminderten Beitrag der Schneeschmelze zur Wasserführung einiger Flüsse im Frühjahr. Zusammen mit den sehr geringen Niederschlägen der letzten Monate führt dies aktuell zu einer extremen Niedrigwasserlage in Flüssen und im Grundwasser. Nähere Informationen dazu finden sich im neuen Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS, https://niwis-online.de/) der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), in das auch Beobachtungsdaten des DWD einfließen.
Ausblick
Für das kommende Wochenende und die zweite Augustwoche wird überwiegend trockenes und von Süden her zeitweise heißes bis sehr heißes Wetter erwartet. Insbesondere am Sonntag und Montag sind zwar einzelne Schauer und Gewitter möglich, flächendeckende Niederschläge deuten sich aber weiterhin nicht an.
Bis Anfang September zeichnet sich in den Witterungsvorhersagen der Bodenfeuchte unter Gras eine starke Tendenz zu trockeneren Bedingungen im Vergleich zum Mittel der vergangenen zwanzig Jahre ab (Abbildung 5). Folglich ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft in den kommenden Wochen eher zunehmen und es weiterhin Perioden mit hoher Waldbrandgefahr geben wird.
Weiterführende Informationen zur Trockenheit
• Attributionsstudie zur Trockenheit in Europa
Die internationale Expertinnen- und Expertengruppe World Weather Attribution (WWA) hat unter Beteiligung des DWD die Dürre der letzten 3 Monate im westlichen Teil Europas bzw.
der letzten 6 bis 12 Monate im östlichen Teil Europas untersucht. Dabei werden die Extremereignisse mit Hilfe von Klimamodellen für eine Welt mit und eine Welt ohne menschengemachten Klimawandel simuliert und die Ergebnisse verglichen. Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie ist, dass die landwirtschaftlichen Dürren in Westeuropa etwa fünfmal, in Osteuropa sogar elfmal wahrscheinlicher sind als ohne Klimawandel. Mehr Details dazu unter: https://www.worldweatherattribution.org/increasingly-hot-europe-faces-more-severe-droughts-and-growing-challenges-for-water-and-land-management/
• Bodenfeuchteviewer
Der Bodenfeuchteviewer des DWD beinhaltet neben einer interaktiven Bodenfeuchteanwendung weitere Produkte zur Bodenfeuchte sowie zu Wasserhaushaltsgrößen. Sie ermöglichen einen Überblick über die aktuelle Situation, etwa bei Starkregenphasen oder Trockenheit. Zusätzlich werden Klimavorhersagen für die kommenden Monate angeboten. https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/5_bofeuview/_node.html
• Waldbrandgefahren- und Graslandfeuerindex
Der Waldbrandgefahrenindex (WBI) gibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand in 5 Gefahrenstufen an. Der Graslandfeuerindex (GLFI) beschreibt die Feuergefährdung von offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne grünen Unterwuchs, ebenfalls in 5 Gefahrenstufen. Mehr Informationen dazu auf https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html oder https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/landwirtschaft_node.html unter „Gefahrenhinweise“.
• Klimavorhersagen
Die Klimavorhersagen und Vorhersagegüte werden für unterschiedliche Zeit- (Wochen, Jahreszeiten, Jahre) und Raumskalen (deutsche Regionen, Deutschland, Europa, Welt) konsistent dargestellt. Die Klimavorhersagen stehen in einer interaktiven Basis- und in einer Profiversion zur Verfügung. Diese werden ergänzt durch spezifische Klimavorhersagen. https://www.dwd.de/DE/leistungen/kvhs_de/0_main/start_main.html
Nutzbare Feldkapazität
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) gibt das pflanzenverfügbare Bodenwasser in Prozent (%) an. Bei über 100 % nFK kann der Boden kein weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend kann die nutzbare Feldkapazität bei Niederschlag jedoch über 100 % steigen. Das überschüssige Wasser versickert in den Untergrund. Bei 0 % nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im Boden. Ab etwa 30 % nFK kommt es bei den Pflanzen zu deutlichem Trockenstress.“
Wir wünschen Ihnen Frieden!*
Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI supported) – 19. August 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Deutscher WEtterdienst
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
SEO & Social-Media-Support: ChatGPT
Foto 1: © Daniel Schönhofen – Foto 2 bis 6 / Abbildung 1 bis 5: © DWD (Deutscher Wetterdienst)
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-08-19-bb/
* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/
** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/
