Unser Wetter-Blick in den Himmel über Trier – gestern um 15.30 Uhr in Richtung Hochschule Trier.
Foto: © Trierer Umschau
SLF-Waldbrandexpertin Julia Miller: «Wenn wir uns die Klimaprojektion anschauen, sehen wir sehr deutlich, dass die Extremereignisse Trockenheit, Hitzewellen und Waldbrände mit der Erderwärmung zunehmen werden.»
Foto: Quelle: Roman Oester / Copyright: SLF

TRIER-WETTER & EIDGENÖSSISCHE FORSCHUNGSANSTALT FÜR WALD, SCHNEE UND LANDSCHAFT WSL

Waldbrände in Europa: Warum Hitze und Trockenheit zur neuen Normalität werden

Immer mehr Waldbrände bedrohen Europa. Frankreich, Spanien und weitere Länder kämpfen gegen Feuer, während Expertinnen vor einer neuen Normalität durch den Klimawandel warnen. Ein Blick auf Wetter, Wissenschaft und internationale Stimmen.

 

Guten Morgen aus Trier

 

Guten Morgen, der Wolkenhimmel und die für heute angekündigten Böen lassen die Temperaturen nicht über 25 Grad steigen. Unsere zwei Wetter-Dachtauben ** haben für Trier heute auch nicht mehr zu berichten.

 

Wettervergleich: Paris, Prag, Riga und Rom

 

Unser Montag-Blick auf vier Hauptstädte der Europäischen Gemeinschaft führt in die französische Hauptstadt Paris – mit eigentlich dem gleichen Wetter wie in Trier, nur 2 Grad wärmer. Weiter geht es nach Prag, das sich dem Trier-Paris-Wetter mit maximal 25 Grad anschließt. Der Sonne-Wolken-Mix in Riga bei 21 Grad führt am Nachmittag zu Gewittern und Regen bis fast Mitternacht. Und Rom wird bei mehr Sonne als Wolken bereits am Morgen die 30-Grad-Marke überschreiten und mit etwa 32 Grad bis zum Beginn der Nacht die Straßen aufheizen.

 

Europas Wälder brennen – eine wachsende Gefahr

 

Paris ist heute das Stichwort, um sich mit einer wirklich zerstörerischen Folge der regionalen, europäischen, aber auch globalen Temperaturerhöhung auseinanderzusetzen: den sich daraus entwickelnden Bränden.

Denn bei der aktuellen Trockenheit, aber auch den hohen Temperaturen dieses Sommers, rückt eine Gefahr immer stärker in den Vordergrund, die auch die Feuerwehren in unserer Region immer wieder zu Einsätzen fordert: Brände von Grasflächen, Buschwerk und vor allem Waldgebieten. Besonders gravierend sind die derzeit in Frankreich und Spanien wütenden Brände, bei denen immer mehr Wohngebiete bedroht werden. Rund 300.000 Menschen mussten bis heute ihre Wohnungen und Häuser verlassen und evakuiert werden.

 

Waldbrandgefahr in Deutschland nimmt deutlich zu

 

Auch der Waldbrandgefahrenindex sowie der Graslandfeuerindex melden für den „heißen Mittwoch“, den 30. Juli 2026, für fast ganz Deutschland die Gefahrenstufe 4 von 5. Bei der Waldbrandgefahr wird in einzelnen Bereichen, wie beispielsweise im Pfälzerwald, sogar die höchste Gefahrenstufe 5 erreicht (vgl. https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html).

Vor zwei Tagen hat der Deutschlandfunk (DLF) in seiner Presseschau vom 25. Juli 2026 bereits eine Art Richtungsweisung für die aktuelle Situation, aber auch für die kommenden Jahre, zum Thema Waldbrände zusammengefasst.

„Die französische Zeitung LIBÉRATION ordnet die Brände in einen größeren Kontext ein: „Die Brände, die seit Tagen in Frankreich wie in Spanien wüten, werden häufig als ‚außergewöhnlich‘ eingestuft. Dieser Begriff sagt im Prinzip, was er sagen soll: Gemessen an ihrer Kraft, an der Zahl der betroffenen Hektar, der Zahl der evakuierten Personen sind diese Brände in jedem Fall ‚außergewöhnlich‘. Allerdings ist dieser Ausdruck gleichzeitig so falsch, dass er auf keinen Fall als Alibi für die Untätigkeit im Klimaschutz dienen kann. Diese Brände sind nicht ‚außergewöhnlich‘, sondern genau auf Linie mit allem, was Experten in ihren Argumentationen bislang vorgebracht haben. Eine Brandsaison, die sich weit über die Sommermonate hinaus erstreckt, größere Brandflächen, mehr Risikogebiete: Das ist das neue ‚gewöhnlich‘“, konstatiert die LIBÉRATION aus Paris.

Die Zeitung IRISH INDEPENDENT aus Dublin verbindet den Kommentar mit einer Aufforderung an die eigene Regierung: „Wissenschaftler warnen uns, dass dieses Jahr die perfekten Voraussetzungen für Waldbrände schafft. Die Regierung wird untersuchen müssen, inwiefern wir für solche Geschehnisse gewappnet sind, ob unsere Feuerwehr gut genug aufgestellt ist, ob die Öffentlichkeit geschult ist, wie man Waldbrände verhindert und was zu tun ist, wenn sie ausbrechen. Irland erlebt seine längste Hitzewelle seit dem Sommer 1976, aber diese Art von Wetter ist kein Einmal-in-fünfzig-Jahren-Ereignis, also müssen wir uns endlich ernsthaft mit den Konsequenzen auseinandersetzen“, ist der IRISH INDEPENDENT überzeugt.

Auch in Kanada wüten mehrere schwere Waldbrände. Die Zeitung THE GLOBE AND MAIL aus Toronto analysiert mögliche Ursachen: „Die aktuelle US-Regierung hat dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft rücksichtslos und selbstmörderisch den Rücken gekehrt. Währenddessen hat unsere eigene Regierung unter Premierminister Carney sich von Justin Trudeaux’s mutigen Schritten zur Einschränkung von fossilen Brennstoffen abgewandt. Das ist der falsche Weg, um den Klimawandel zu bekämpfen. Kanadas Waldindustrie mag ein Teil des Problems sein, wenn es um die Waldbrände geht, sie ist aber auch Teil der Lösung: Gut gepflegte Wälder brennen seltener und sie binden große Mengen an Kohlenstoff. Unser Hauptaugenmerk muss die kohlenstoffarme Zukunft sein. Und in der Zwischenzeit können wir uns bei der Waldpflege mehr anstrengen“, fordert THE GLOBE AND MAIL aus Kanada.

(vgl. https://www.deutschlandfunk.de/die-internationale-presseschau-9050.html )

 

Schweizer Forschung: Warum sich die Lage weiter verschärfen dürfte

 

Ergänzend dazu passt die Pressemeldung des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), das Teil der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist.

 

Möge dieses Kurzinterview auch jene erreichen, die – insbesondere in der Politik – noch immer glauben, das Pariser Abkommen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs lasse sich folgenlos verschieben. Die Bilder aus Frankreich, Spanien und vielen anderen Regionen zeigen bereits heute, dass die Auswirkungen der Erderwärmung längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr sind, sondern gegenwärtige Realität.

 

 

Waldbrandexpertin Julia Miller: „Wir steuern jetzt auf die Hochsaison zu.“

 

«Wir steuern jetzt auf die Hochsaison zu.»

 

SLF-Waldbrandexpertin Julia Miller erklärt im Interview, warum so viele Wälder in Europa brennen, wieso sich die Lage nicht entspannen wird – und weshalb solche Extremereignisse in den kommenden Jahrzehnten zunehmen werden.

 

Spanien, Frankreich, Kroatien, Deutschland. Europas Wälder und Felder brennen. Frau Miller, woran liegt das?

 

Das liegt an einer besonderen Wettersituation, die wir seit Jahresbeginn beobachten. Wir hatten starken Niederschlag im Januar und Februar in Spanien und Frankreich, während wir in den Alpen einen ausgeprägten Schneemangel und Trockenheit beobachtet haben. Dann haben wir gesehen, dass wir im Mai eine ausgeprägte Hitzewelle hatten, die auf eine Vegetationsperiode folgt. Die zweite Hitzewelle kam dann Mitte, Ende Juni, weshalb unsere Vegetation jetzt stark ausgetrocknet ist und wir in mehreren Regionen Europas erhöhtes Waldbrandgeschehen beobachten.

 

Wird das in den kommenden Wochen und Monaten so weitergehen?

 

Davon können wir ausgehen. Die Waldbrandsaison ist früh gestartet und mit dem wärmsten Monat August steuern wir jetzt auf die Hochsaison zu, während wir erwarten können, dass mit September und Oktober weitere trockene Monate folgen, die feuergünstig sind.

 

Ist 2026 ein Ausnahmejahr? Oder wird das in den kommenden Jahrzehnten zur Normalität, so eine Situation?

 

2026 ist definitiv ein Ausnahmejahr, das wir in unseren Wetterbeobachtungen markieren können. Es wurden mehrere Rekorde gebrochen. Wenn wir uns die Klimaprojektion anschauen, sehen wir aber sehr deutlich, dass die Extremereignisse Trockenheit, Hitzewellen und Waldbrände mit der Erderwärmung zunehmen werden.

 

Was kann man dagegen tun?

 

Primär müssen wir mehr Präventionsmassnahmen ergreifen. Allerdings ist die effizienteste Methode, gegen den Klimawandel vorzugehen und die Erderwärmung soweit es geht zu beschränken.“

 

 

Wir wünschen Ihnen Frieden!*

 

 

Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI supported) – 27. Juli 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL – Jochen Bettzieche – Medienkontakt WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos – Pressemitteilung vom 21. Juli 2026
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
SEO & Social-Media-Support: ChatGPT
Foto: © Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-07-27-ab/

* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/

** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/