NIE WIEDER KRIEG & TEXT VON FRED SCHUMACHER
„Nie wieder!“: Warum die Trierer Umschau die Aufrüstung Deutschlands kritisch sieht – Friedrich Merz, UN-Charta und der Appell für den Frieden
80 Jahre nach der Gründung der Vereinten Nationen erinnert die Trierer Umschau an den Ursprung des Satzes „Nie wieder!“. Zwischen der UN-Charta, der deutschen Geschichte und der aktuellen Regierungserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz stellt der Beitrag die Frage, ob Aufrüstung Frieden sichert – oder Deutschland erneut auf einen gefährlichen Weg führt. Anschließend dokumentieren wir den von der Presseagentur Pressenza übermittelten Text von Fred Schumacher mit dem markanten Titel “ Wie die deutsche Regierung den Krieg ins eigene Land holt“.
„Nie wieder!“ – Eine Mahnung aus der Geschichte
„Nie wieder!“ – In unserem Trier-Wetter-Tagesartikel streiften wir diese Mahnung bereits im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-07-11-aa/).
„Nie wieder!“
Was war der Anlass dafür, dass sich zunächst 50 Staaten (heute sind es 193) im Jahr 1945 zusammenschlossen und die Charta der Vereinten Nationen verabschiedeten?
„… fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat …“
Deutsche Geschichte und die Erinnerung an Krieg und Vernichtung
„Nie wieder!“
Ich empfinde eine große Vergesslichkeit, die sich auf deutschem Boden ausbreitet. Denn die Millionen Kriegstoten und die Opfer der Konzentrations- und Vernichtungslager scheinen im heutigen Aufrüstungsrausch zunehmend in Vergessenheit zu geraten.
Regierungserklärung von Friedrich Merz: Aufrüstung als politische Priorität
So formulierte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag am 9. Juli 2026 in Berlin (vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/bk-regierungserklaerung-2446604):
„… Wir arbeiten intensiv an der Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. …
Wir werden weit vor der geforderten Zeit das Fünf-Prozent-Ziel erreichen.
Erlauben Sie mir, dass ich insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern, die Zweifel haben, ob denn diese Ausgaben für unsere Verteidigung richtig sind oder nicht vielleicht besser dort getätigt würden, wo es um Zusammenhalt, soziale Sicherung und soziale Sicherungssysteme geht, sage: Das beste soziale Sicherungssystem nützt nichts, wenn wir nicht in Freiheit und in Frieden leben. Deswegen hat für mich und uns in dieser Koalition Priorität, Freiheit und Frieden in Europa zu sichern.
Und schließlich: Es hat einen erheblichen Nutzen auch für unsere Industrie, denn wir arbeiten weiter kraftvoll an einer neuen, starken Verteidigungsindustrie in Deutschland und in Europa. …
Wir haben zudem am Rande des NATO-Treffens in Ankara mit der amerikanischen Regierung vereinbart, dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden. Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung. …“
Die Trierer Umschau: Frieden beginnt nicht mit neuen Waffen
„Nie wieder!“
Mein Dank gilt Fred Schumacher, der nicht umhinkommt festzustellen:
Die deutsche Regierung holt den Krieg ins eigene Land.
Ebenso danke ich der Internationalen Presseagentur, die seinen Text in unsere Redaktion gebracht hat. Denn Fred Schumacher hält mit seinem Text unserem Land einen Spiegel vor. Einem Land, unter dessen Ortsschildern eigentlich überall ein „Nie wieder!“ stehen müsste.
Denn Krieg beginnt nicht erst mit dem ersten Schuss.
Er kommt schleichend.
Er zieht ein in politische Sprache, in Haushaltspläne, in unsere Straßen, in unsere Wohnungen und in unsere Köpfe.
Und irgendwann, wenn wir ihn als Normalität akzeptiert haben, zeigt er WIEDER seine wahre Farbe: rot wie Blut und schwarz wie Ruß.
In der Regierungserklärung von Friedrich Merz habe ich das Wort „Frieden“ ausschließlich im Zusammenhang mit der Notwendigkeit militärischer Aufrüstung gefunden. Diplomatie hingegen scheint inzwischen zu einem verbannten Unwort geworden zu sein.
Der übermittelte Text von Fred Schumacher im Wortlaut
Wir übernehmen den folgenden Text von Fred Schumacher ungekürzt:
“ Wie die deutsche Regierung den Krieg ins eigene Land holt
von Fred Schumacher
Deutschland hat den Kauf von US-Tomahawk-Marschflugkörpern vereinbart und wird diese auf eigenem Boden stationieren. Bundeskanzler Friedrich Merz verkündete diesen historischen Schritt am Donnerstagmorgen im Bundestag, frisch zurück vom NATO-Gipfel in Ankara. Man wolle sich von Erpressbarkeit freimachen, heißt es. Was für eine groteske Verkehrung der Tatsachen.
Mit einer Reichweite von 2.500 Kilometern können diese Marschflugkörper von Deutschland aus nicht nur Moskau erreichen – die Entfernung beträgt gerade einmal 1.600 Kilometer –, sondern Ziele tief im russischen Kernland. Die Botschaft ist eindeutig: Deutschland wird zur Abschussrampe für amerikanische Angriffswaffen gegen Russland, und zwar in deutscher Verfügungsgewalt. Das ist keine Verteidigungsmaßnahme, das ist eine Kriegserklärung.
Deutsche Regierung treibt Eskalation auf die Spitze
Die Begründung der Bundesregierung, Russland bedrohe Westeuropa und habe selbst Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert, ist an den Haaren herbeigezogen. Schließlich fliegen täglich vom deutschen Steuerzahler finanzierte Drohnen und Raketen von der Ukraine aus nach Russland und nicht umgekehrt von russischem Staatsgebiet in Richtung NATO. Nicht eine einzige Angriffswaffe hat das russische Militär gegen einen NATO-Staat abgefeuert. Das ist so seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Merz und seine Hinterleute im Finanz- und Rüstungskomplex flehen den Krieg herbei. Die NATO-Staaten in Europa verfügen derzeit noch nicht über eigene Mittelstreckenwaffen – und genau diese Lücke soll nun mit amerikanischen Waffen gefüllt werden.
Man stelle sich vor, Russland würde Marschflugkörper auf Kuba stationieren, mit der Reichweite, um Washington zu treffen. Die Empörung wäre grenzenlos. Doch wenn Deutschland dasselbe tut, redet man von „strategischer Lückenschließung“.
Deutschlands Doppelrolle im Ukraine-Krieg
Noch perfider wird das Ganze, wenn man einen genauen Blick auf Deutschlands Rolle im Ukraine-Krieg wirft. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren militärische Hilfen in Höhe von rund 55 Milliarden Euro für die Ukraine bereitgestellt. Deutschland zählt zu den wichtigsten Unterstützern der ukrainischen Regierung, der Kritiker seit 2014 schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber russischsprachigen Bevölkerungsgruppen sowie neonazistische Tendenzen vorwerfen.
Deutschland hat nicht nur Kampfpanzer, Artilleriesysteme und Luftverteidigung geliefert, sondern treibt nun auch die Produktion ukrainischer Angriffswaffen auf eigenem Boden voran. Erst kürzlich wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Fertigung des ukrainischen Marschflugkörpers „Bars“ in Deutschland vorsieht – zur direkten Lieferung an die Ukraine. Mit einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ist auch dieses System in der Lage, russische Ziele tief im Hinterland zu treffen.
Unerträgliche Doppelmoral
Deutschland liefert Waffen an die Ukraine, damit diese Russland angreifen kann, und stationiert gleichzeitig eigene Angriffswaffen, die russisches Territorium erreichen. Gleichzeitig behauptet man, man wolle den Krieg nicht eskalieren lassen.
Gefährliche Selbsttäuschung
Die politische Klasse in Berlin scheint vergessen zu haben, was es bedeutet, eine Atommacht an der Grenze zu haben. Schon längst bezeichnen klardenkende Politikerinnen wie beispielsweise Sevim Dagdelen Boris Pistorius als „Kriegsminister“, völlig zu Recht. Das von Merz geführte CDU/CSU/SPD-Regime treibt das Land in das Inferno eines Atomkriegs.
Die Behauptung, es gehe um Verteidigung, war und ist nicht glaubwürdig. Marschflugkörper mit 2.500 Kilometern Reichweite sind keine Verteidigungswaffen. Sie sind Angriffswaffen. Sie sind darauf ausgelegt, Kommandostellen, Flugplätze und Bunker tief im russischen Gebiet zu zerstören. Wer solche Waffen in Deutschland stationiert, macht Deutschland zum Ziel.
Verhängnisvolle Entscheidung
Die Geschichte lehrt uns, dass militärische Eskalation nicht zur Deeskalation führt. Russland hat bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht und wird diese Stationierung nicht tatenlos hinnehmen. Deutschland ist auf dem besten Weg, nicht nur zum größten Waffenlieferanten der Ukraine zu werden, sondern auch zur vordersten Frontlinie eines möglichen direkten Krieges mit Russland.
Rolle der deutschen Bevölkerung
Mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland müssen sich jetzt, genau in diesem Moment, darüber klar werden, dass sie aktuell keine aktive Rolle in diesem tödlichen Spiel der Kriegsprofiteure spielen. Sie sind der Einsatz, dessen Verlust die internationalen Zocker an den Börsen einkalkuliert haben.“
Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI-supported) – 11. Juli 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Fred Schumacher / Pressenza International Press Agency
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
SEO & Social-Media-Support: ChatGPT
Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-07-11-bb/
