LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 50 - HERBARIUM PLUS - FOLGE 2
Der Beifuß an der Mosel. – Kann diese kleine Pflanze die Weinberge der Zukunft verändern? | NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge
Der Beifuß wächst schon seit vielen hundert Jahren an den Hängen der Mosel.
Viele Menschen beachten diese Pflanze nicht.
Dabei gehört der Beifuß schon sehr lange zur Landschaft an der Mosel.
Wir stellen eine Frage:
Welche Bedeutung kann der Beifuß in Zukunft haben?
Zum Beispiel an Hängen.
Oder auf Flächen, auf denen heute kein Wein mehr wächst.
Oder an den Rändern von Weinbergen.
Dieser Beitrag gehört zu unserer Reihe „NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge“.
Mit diesem Beitrag schauen wir auf die Zukunft der Mosellandschaft.
Wir fragen:
Welche Farbe könnten die Hänge an der Mosel in der Zukunft haben?
Herbarium PLUS – NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge
Welche Farbe könnten die Hänge an der Mosel in der Zukunft haben?
Es gibt Landschaften, die viele Menschen sehr gut kennen.
Sie sehen schon seit langer Zeit fast gleich aus.
Darum glauben manche Menschen:
Diese Landschaft wird sich nie verändern.
Auch die Landschaft an der Mosel gehört dazu.
Seit vielen hundert Jahren wachsen dort Weinreben.
Aus den Weinreben wachsen Trauben.
Aus den Trauben wird Wein gemacht.
Die Weinberge liegen oft an steilen Hängen.
Dort gibt es viele Trockenmauern.
Trockenmauern sind Mauern aus Steinen.
Die Steine werden ohne Mörtel aufeinander gelegt.
Diese Mauern halten die Erde an den Hängen fest.
Schmale Wege führen durch die Weinberge.
Sie verbinden Dörfer, Weinberge und Aussichtspunkte.
Von Aussichtspunkten können Menschen weit über das Moseltal schauen.
Viele Generationen von Winzerfamilien haben diese Landschaft gestaltet.
Eine Generation ist die Zeit zwischen Eltern und ihren Kindern.
Die Familien haben die Weinberge gepflegt.
So ist die heutige Kulturlandschaft entstanden.
Eine Kulturlandschaft ist eine Landschaft, die Menschen über viele Jahre gestaltet haben.
Der Weinbau ist bis heute sehr wichtig für die Mosel.
Er prägt das Bild der Region.
Doch eine Landschaft erzählt nicht nur von der Vergangenheit.
Sie verändert sich auch.
Wer aufmerksam durch die Weinberge geht, kann das sehen.
Zwischen den bekannten Bildern gibt es leise Veränderungen.
Manche Weinberge werden heute nicht mehr bewirtschaftet.
Das bedeutet:
Dort baut im Moment niemand mehr Wein an.
Auch Böschungen verändern sich.
Eine Böschung ist ein schräger Hang.
An den Wegrändern wachsen heute mehr verschiedene Pflanzen.
Frühere Rebflächen verändern sich langsam.
An vielen Stellen entwickelt sich die Natur weiter.
Neue Pflanzen wachsen dort.
Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen für den Weinbau.
Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Die Wirtschaft verändert sich.
Die Gesellschaft verändert sich.
Auch das Klima verändert sich.
Diese Veränderungen wirken sich auf den Weinbau aus.
Darüber hat die Trierer Umschau in den vergangenen Monaten schon mehrfach berichtet.
Die Entwicklung der Weinberge zeigt:
Die Landschaft an der Mosel verändert sich weiter.
Das geschieht nicht plötzlich.
Es passiert langsam.
Schritt für Schritt.
Herbarium PLUS begleitet den Wandel der Mosellandschaft
Darum beginnt jetzt unsere neue Reihe.
Sie heißt Herbarium PLUS.
Die Reihe gehört zu unserem Projekt
„NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge“.
Diese Reihe ist kein Pflanzenführer.
Ein Pflanzenführer hilft dabei, Pflanzen zu erkennen.
Die Reihe ist auch kein wissenschaftliches Nachschlagewerk.
Ein Nachschlagewerk ist ein Buch oder eine Sammlung mit vielen Informationen.
Die Reihe sagt auch nicht voraus, wie die Zukunft sicher aussehen wird.
Wir machen also keine Vorhersagen.
Stattdessen begleiten wir eine Landschaft, die sich langsam verändert.
Gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern stellen wir Fragen.
Wir überlegen gemeinsam:
Welche Möglichkeiten könnten sich in der Zukunft ergeben?
Der Weinbau steht dabei nicht zur Diskussion.
Der Weinbau bleibt das wichtigste Merkmal der Mosellandschaft.
Wir schauen aber auch auf andere Teile der Weinlandschaft.
Dazu gehören Trockenmauern.
Dazu gehören Böschungen.
Eine Böschung ist ein schräger Hang.
Dazu gehören Säume.
Säume sind schmale Übergänge zwischen verschiedenen Flächen.
Dazu gehören Weinbergswege.
Dazu gehören Randflächen.
Und dazu gehören Brachen.
Eine Brache ist eine Fläche, die im Moment nicht genutzt wird.
An all diesen Orten wachsen viele verschiedene Pflanzen.
Auch diese Pflanzen gehören seit langer Zeit zur Mosellandschaft.
Auch sie erzählen ihre eigene Geschichte.
Vom Johannisstrauß zum Mosel-Zukunftscheck
Der erste Gedanke zu dieser neuen Reihe entstand durch einen alten Brauch.
Dieser Brauch gehört zum Johannistag.
Der Johannistag wird jedes Jahr im Juni gefeiert.
Zu diesem Tag binden manche Menschen einen Johannisstrauß.
Ein Johannisstrauß ist ein Bündel aus verschiedenen heimischen Kräutern.
Heimische Kräuter wachsen von Natur aus in unserer Region.
Der Johannisstrauß verbindet seit vielen hundert Jahren die Natur mit dem Leben der Menschen.
Er erinnert auch an alte Bräuche.
Schon damals wurde deutlich:
Ein einfacher Strauß kann viel erzählen.
Nicht nur über Pflanzen.
Sondern auch über die Geschichte einer Landschaft.
Denn Wildkräuter gehörten schon immer zur Mosellandschaft.
Genauso wie die Weinreben.
Wenige Tage später berichteten wir über das Johanniskraut.
Mit diesem Beitrag begann der erste Mosel-Zukunftscheck.
Dabei stellten wir eine Frage.
Welche Bedeutung könnte eine heimische Pflanze in Zukunft haben?
Zum Beispiel dort, wo sich die Landschaft langsam verändert.
Wir wollten damit keine Vorhersage machen.
Und wir wollten auch keine Forderung stellen.
Wir wollten zum Nachdenken einladen.
So wurde das Johanniskraut zur ersten Pflanze unserer neuen Reihe.
Heute setzen wir diese Reise fort.
Warum ausgerechnet der Beifuß?
Wer einen Johannisstrauß genau betrachtet, entdeckt darin oft noch eine andere Pflanze.
Diese Pflanze ist der Beifuß.
Der Beifuß begleitet die Menschen schon seit vielen hundert Jahren.
Viele Menschen gehen an ihm vorbei.
Sie beachten ihn nicht.
Dabei wächst er an Wegen.
Er wächst an Böschungen.
Und er wächst an den Rändern von Weinbergen.
Der Beifuß mag sonnige Orte.
Er wächst auch dort gut, wo es trocken ist.
Außerdem kommt er mit nährstoffarmen Böden gut zurecht.
Nährstoffarme Böden enthalten nur wenige Stoffe, die Pflanzen zum Wachsen brauchen.
Gerade weil der Beifuß so gewöhnlich wirkt, lohnt sich ein genauer Blick.
Vielleicht erzählen gerade die kleinen und unscheinbaren Pflanzen die spannendsten Geschichten.
Vielleicht zeigen sie auch etwas über die Zukunft einer Landschaft.
Darum beginnt mit dem Beifuß das nächste Kapitel unserer gemeinsamen Reise.
Und wieder stellen wir dieselbe offene Frage:
Welche Farbe könnten die Hänge an der Mosel in der Zukunft haben?
Botanisches Herbarium
Begegnung – Eine Pflanze, an der viele Menschen vorbeigehen
Im Sommer gehen viele Menschen durch die Weinberge an der Mosel.
Sie schauen oft auf die Weinreben.
Sie sehen den Fluss.
Sie sehen die Trockenmauern.
Trockenmauern sind Mauern aus Steinen.
Die Steine werden ohne Mörtel aufeinander gelegt.
Viele Menschen sehen auch Schmetterlinge und Blumen.
An warmen Tagen riecht die Luft oft nach Kräutern und nach sonnigen Steinen.
Dabei gibt es eine Pflanze, die viele Menschen nicht beachten.
Diese Pflanze ist der Beifuß.
Dabei wächst der Beifuß an vielen Orten.
Er wächst an den Rändern von Weinbergswegen.
Er wächst an trockenen Böschungen.
Eine Böschung ist ein schräger Hang.
Er wächst auch dort, wo Weinberge und Gehölze aufeinander treffen.
Gehölze sind zum Beispiel Sträucher oder Bäume.
Außerdem wächst der Beifuß auf Brachen.
Eine Brache ist eine Fläche, die im Moment nicht genutzt wird.
Der Boden wird dort schon länger nicht mehr bearbeitet.
Der Beifuß wächst oft an Orten, an denen andere Pflanzen nur schwer wachsen können.
Er fällt dabei kaum auf.
Er möchte nicht im Mittelpunkt stehen.
Darum übersehen ihn viele Menschen.
Wenn Sie einmal auf den Beifuß achten, werden Sie ihn an vielen Stellen entdecken.
Seine Stängel wachsen gerade nach oben.
Zwischen den Gräsern sind sie gut zu erkennen.
Der Beifuß hat keine großen und bunten Blüten.
Seine Blätter sind grün.
Wenn Sie genauer hinsehen, erkennen Sie einen Unterschied.
Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün.
Die Unterseite ist viel heller.
Sie schimmert fast silbern.
Schon ein leichter Wind bewegt die Blätter.
Dann kann man die helle Unterseite gut sehen.
So wirkt die Pflanze ruhig und besonders.
Viele Menschen bemerken zuerst den Duft.
Reiben Sie vorsichtig ein Blatt zwischen den Fingern.
Dann riecht der Beifuß kräftig.
Der Duft ist würzig.
Er ist auch etwas herb.
Das bedeutet:
Der Geruch ist nicht süß.
Viele Menschen kennen diesen Duft.
Schon seit vielen hundert Jahren wird der Beifuß genutzt.
Zum Beispiel als Gewürz.
Oder als Heilpflanze.
Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die Menschen früher oft bei Beschwerden genutzt haben.
Der Beifuß spielte auch bei alten Bräuchen eine Rolle.
Viele Menschen kennen seinen Namen.
Aber nur wenige erkennen die Pflanze sofort in der Natur.
Gerade das macht den Beifuß besonders.
Er fällt nicht durch große Blüten auf.
Seine Stärke ist etwas anderes.
Er wächst zuverlässig.
Er kommt gut mit Sonne zurecht.
Er kommt auch mit Trockenheit zurecht.
Außerdem wächst er auf Böden mit wenigen Nährstoffen.
Nährstoffe helfen Pflanzen beim Wachsen.
Darum begleitet der Beifuß die Mosellandschaft schon sehr lange.
Er gehört zu dieser Landschaft.
Auch wenn viele Menschen zuerst nur die Weinreben sehen.
Bestimmung – So können Sie den Beifuß erkennen
Der Gewöhnliche Beifuß ist eine Wildpflanze.
Sein wissenschaftlicher Name ist Artemisia vulgaris.
Der Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler.
Zu dieser Pflanzenfamilie gehören viele bekannte Wildblumen.
Der Beifuß wird meistens zwischen einem und zwei Meter hoch.
An guten Standorten kann er auch noch größer werden.
Im Frühling wachsen aus der Wurzel mehrere neue Stängel.
Die Stängel wachsen gerade nach oben.
Sie können rötlich oder bräunlich aussehen.
Im oberen Teil verzweigen sie sich.
Das bedeutet:
Dort wachsen mehrere kleinere Triebe.
Die Blätter helfen beim Erkennen der Pflanze.
Sie sind tief eingeschnitten.
Manche Menschen finden:
Sie sehen den Blättern eines Farns ähnlich.
Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün.
Die Unterseite ist fast weiß oder silbern.
Dort wachsen viele feine Härchen.
Wenn der Wind die Blätter bewegt, kann man den Unterschied gut erkennen.
Von Juli bis September blüht der Beifuß.
Er bildet viele kleine Blüten.
Die Blüten wachsen in lockeren Gruppen.
Sie sind gelbgrün oder rötlich-braun.
Der Beifuß hat keine großen und auffälligen Blüten.
Der Wind trägt den Blütenstaub weiter.
Darum braucht der Beifuß keine großen bunten Blütenblätter.
Nach der Blüte entstehen kleine Samen.
Der Wind kann die Samen weitertragen.
Auch Tiere und Menschen können sie verbreiten.
Unter der Erde wächst eine kräftige Wurzel.
Darum kann der Beifuß viele Jahre an derselben Stelle wachsen.
Nach dem Winter treibt die Pflanze wieder neu aus.
Manchmal wird der Beifuß mit einer anderen Pflanze verwechselt.
Diese Pflanze heißt Wermut.
Auch der Wermut gehört zur gleichen Pflanzengruppe.
Seine Blätter sind aber deutlich heller.
Sie wirken fast silbern.
Auch sein Duft ist anders.
Achten Sie beim Beifuß auf drei Merkmale.
Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün.
Die Unterseite ist silbrig-weiß.
Und die Pflanze riecht kräftig und würzig.
Dann können Sie den Beifuß meistens gut erkennen.
Der Beifuß in der Mosellandschaft – Eine Pflanze zwischen Weinberg und Natur
Wer den Beifuß sucht, findet ihn nur selten mitten im Weinberg.
Meist wächst er an den Übergängen.
Ein Übergang ist die Stelle zwischen zwei verschiedenen Bereichen.
Zum Beispiel zwischen einem Weinberg und einem Weg.
Oder zwischen einer Trockenmauer und einer Böschung.
Eine Böschung ist ein schräger Hang.
Der Beifuß wächst auch auf früheren Weinbergsflächen.
Dort wird heute kein Wein mehr angebaut.
Die Natur breitet sich dort langsam wieder aus.
Genau diese Übergänge sind typisch für die Landschaft an der Mosel.
Hier treffen Natur und Weinbau aufeinander.
Dadurch entstehen viele kleine Lebensräume.
Ein Lebensraum ist ein Ort, an dem Pflanzen und Tiere leben.
An diesen Orten wachsen Weinreben.
Dort wachsen auch Wildblumen und Gräser.
Außerdem gibt es Sträucher.
Viele Insekten leben dort.
Auch Eidechsen und Vögel finden dort einen Lebensraum.
Der Beifuß gehört zu diesem Miteinander.
Allein fällt er kaum auf.
Erst zusammen mit vielen anderen Pflanzen zeigt er, wie vielfältig die Mosellandschaft ist.
Vielfältig bedeutet:
Es gibt viele verschiedene Pflanzen und Tiere.
Diese Übergänge sind auch für viele Insekten wichtig.
Sie finden dort Schutz.
Und sie finden Nahrung.
Trockenmauern speichern die Wärme der Sonne.
Darum fühlen sich dort Eidechsen und andere wärmeliebende Tiere wohl.
Wildbienen besuchen die Blüten in der Nähe.
Auch Schmetterlinge und Nachtfalter brauchen diese Pflanzen.
Der Beifuß ist dabei nicht die wichtigste Pflanze.
Er gehört aber zu diesem Lebensraum.
Zusammen mit vielen anderen Pflanzen sorgt er dafür, dass dieses natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt.
Ein Gleichgewicht bedeutet:
Viele Pflanzen und Tiere leben zusammen.
Sie sind aufeinander angewiesen.
Auch für Menschen bleiben diese Orte oft unbemerkt.
Die meisten Menschen schauen zuerst auf die Weinreben.
Sie prägen das Bild der Mosel.
Wer langsamer geht und genauer hinsieht, entdeckt noch eine zweite Landschaft.
Diese Landschaft ist ruhiger.
Dort wachsen viele verschiedene Pflanzen.
Sie wirkt weniger geordnet.
Gerade dort wird deutlich:
Zur Kulturlandschaft gehören nicht nur die Weinberge.
Auch die Flächen dazwischen sind wichtig.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Stärke des Beifußes.
Er möchte nicht im Mittelpunkt stehen.
Er breitet sich nicht überall aus.
Er verändert das Bild der Weinberge nicht.
Er begleitet die Landschaft an ihren Rändern.
Und gerade dort werden Veränderungen oft als Erstes sichtbar.
Mosel-Zukunftscheck – Wenn sich Landschaften langsam verändern
Mit dem Beifuß beginnt nun der nächste Mosel-Zukunftscheck.
Wir möchten auch diesmal keine sichere Vorhersage machen.
Niemand weiß heute genau, wie die Mosellandschaft in vielen Jahren aussehen wird.
Wir möchten zum Nachdenken anregen.
Wir beobachten gemeinsam, wie sich die Landschaft langsam verändert.
An manchen Stellen werden Weinberge heute nicht mehr bewirtschaftet.
Das bedeutet:
Dort baut im Moment niemand mehr Wein an.
Auf diesen Flächen wachsen nach und nach andere Pflanzen.
Auch an Wegrändern und Böschungen verändern sich die Pflanzen.
Diese Veränderungen passieren langsam.
Oft werden sie erst nach vielen Jahren sichtbar.
Darum lohnt es sich, genau hinzusehen.
Der Beifuß ist dafür ein gutes Beispiel.
Er wächst oft dort, wo sich eine Landschaft verändert.
Er zeigt uns, dass die Natur neue Wege findet.
Das bedeutet nicht:
Der Beifuß wird die Weinberge ersetzen.
Und das bedeutet auch nicht:
Die Mosel verliert ihren Weinbau.
Der Weinbau bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Mosellandschaft.
Wir stellen eine andere Frage.
Wie entwickeln sich die Flächen zwischen den Weinbergen?
Welche Pflanzen wachsen dort in Zukunft?
Und was bedeutet das für die Landschaft?
Diese Fragen können wir heute noch nicht beantworten.
Aber wir können die Veränderungen beobachten.
Und wir können gemeinsam darüber sprechen.
Darum gehört der Beifuß zu unserem Mosel-Zukunftscheck.
Er hilft uns dabei, genauer hinzusehen.
Vielleicht erzählen gerade die Pflanzen, die viele Menschen übersehen, etwas über die Zukunft der Mosellandschaft.
Was kann uns der Beifuß über die Zukunft sagen?
Heute weiß niemand genau, wie die Mosellandschaft in vielen Jahren aussehen wird.
Darum können wir keine sichere Antwort geben.
Der Beifuß zeigt uns aber etwas Wichtiges.
Er wächst oft dort, wo sich eine Landschaft langsam verändert.
Zum Beispiel an Hängen.
Oder an Wegrändern.
Oder auf Flächen, auf denen heute kein Wein mehr wächst.
Dort fällt der Beifuß oft erst auf den zweiten Blick auf.
Vielleicht wird man ihn in Zukunft an manchen Orten häufiger sehen.
Das bedeutet aber nicht:
Der Beifuß ersetzt den Weinbau.
Und das bedeutet auch nicht:
Die Mosellandschaft verändert sich genau so.
Das weiß heute niemand.
Der Beifuß erinnert uns an etwas anderes.
Eine Kulturlandschaft besteht nicht nur aus den großen Pflanzen.
Eine Kulturlandschaft ist eine Landschaft, die Menschen über viele Jahre gestaltet haben.
Zu einer Kulturlandschaft gehören auch die kleinen Wildpflanzen.
Sie wachsen zwischen den Weinbergen.
Oder an Wegen.
Oder an Trockenmauern.
Trockenmauern sind Mauern aus Steinen.
Die Steine werden ohne Mörtel aufeinander gelegt.
Auch diese Pflanzen erzählen etwas.
Sie zeigen, wie sich der Boden verändert.
Sie zeigen, wie sich das Klima verändert.
Und sie zeigen, wie sich eine Landschaft langsam entwickelt.
Wer diese Pflanzen genau beobachtet, erkennt Veränderungen oft früh.
Manchmal erkennt man sie sogar früher als auf Karten oder in Statistiken.
Statistiken sind Sammlungen von Zahlen und Informationen.
Welche Farbe könnten die Hänge an der Mosel in der Zukunft haben?
Vielleicht bleiben die Weinreben auch in Zukunft das wichtigste Bild der Mosellandschaft.
Vielleicht leuchten an manchen Hängen häufiger die silbrigen Blätter des Beifußes.
Vielleicht wachsen dort auch goldene Gräser.
Oder violette Wildblumen.
Dazwischen stehen die alten Trockenmauern.
So entstehen viele verschiedene Farben.
Die Zukunft einer Landschaft hat nicht nur eine Farbe.
Viele Farben können zusammengehören.
Vielleicht entsteht gerade dadurch eine besondere Schönheit.
Vertrautes kann bleiben.
Und Neues kann langsam dazukommen.
Mit dem Beifuß endet dieses Pflanzenporträt.
Ein Pflanzenporträt beschreibt eine Pflanze genauer.
Gleichzeitig endet ein weiteres Kapitel unserer journalistischen Reise durch die Mosellandschaft.
Die Reise geht weiter.
Schon die nächste Pflanze wartet am Weg.
Und mit ihr beginnt wieder dieselbe Frage:
Welche Farbe könnten die Hänge an der Mosel in der Zukunft haben?
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https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-07-10-da/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 10. Juli 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: Aline (Алевтина) Mueller auf Pixabay – Logo: © DLR Mosel – Foto 2: © Orest Lyzhechka (ISTock) – Foto 3 und 4: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-bb/
