Johanniskraut
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Johanniskraut
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Johanniskraut.
So könnte die Mosellandschaft in der Zukunft aussehen.
Das Bild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
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LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 49 - HERBARIUM PLUS - FOLGE 1

Johanniskraut an der Mosel. – Wie können die Moselhänge in der Zukunft aussehen? | NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge

Kann das Johanniskraut mehr sein als eine Wildpflanze?

Mit Herbarium PLUS beginnt eine neue Reihe der Trierer Umschau.

Die Reihe gehört zu den „NaturEREIGNISbegleitern – Lebendige Moselweinberge“.

Wir berichten über Pflanzen.

Wir erzählen von der Geschichte der Landschaft.

Und wir fragen: Wie kann die Mosellandschaft in der Zukunft aussehen?

Wir schauen auch auf frühere Weinberge, die heute nicht mehr genutzt werden.

Dort könnten heimische Pflanzen wachsen. Heimische Pflanzen sind Pflanzen, die hier von Natur aus vorkommen.

Dabei ist uns wichtig: Der Weinbau bleibt ein wichtiger Teil der Mosellandschaft.

 

Herbarium PLUS – Welche Farbe haben die Moselhänge in der Zukunft?

 

Die Reihe „NaturEREIGNISbegleiter – Lebendige Moselweinberge“ gibt es schon seit vielen Monaten.

Die Reihe zeigt, wie sich die Landschaft verändert.

Wir berichten über Pflanzen.

Wir berichten über Tiere.

Wir berichten über Weinberge.

Wir berichten auch über frühere Weinberge.

Diese Flächen werden heute oft nicht mehr genutzt.

Man nennt sie auch Brachflächen.

Brachflächen sind Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden.

Wir berichten außerdem über den Klima-Wandel.

Klima-Wandel bedeutet:

Das Klima verändert sich.

Zum Beispiel wird es immer wärmer.

Wir berichten auch über die Artenvielfalt.

Artenvielfalt bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Immer wieder stellen wir eine wichtige Frage:

Wie kann sich die Landschaft an Mosel und Saar in den nächsten Jahren verändern?

 

Vom Johannistag zur Zukunft der Moselweinberge

 

Ein besonderer Anlass brachte uns auf eine neue Idee.

Rund um den Johannistag am 24. Juni haben wir über einen alten Brauch berichtet.

Dieser Brauch heißt Johannisbüschel.

Mehr Informationen finden Sie hier:

https://www.trierer-umschau.de/2026-06-24-ab/

Dabei ging es um verschiedene Pflanzen.

Zum Beispiel:

● Johanniskraut.

● Beifuß.

● Schafgarbe.

● Kamille.

● Königskerze.

Diese Pflanzen spielen seit vielen hundert Jahren eine wichtige Rolle.

Sie gehören zum Hochsommer.

Viele Menschen nutzten sie früher als Heilpflanzen.

Heilpflanzen sind Pflanzen, die bei Krankheiten helfen können.

Sie gehören auch zur alten Volkskultur.

Volkskultur bedeutet:

Bräuche, Wissen und Traditionen der Menschen.

Am Anfang wollten wir nur über die Vergangenheit berichten.

Während unserer Arbeit entstand aber eine neue Frage.

Eine einfache Pflanze stellt eine wichtige Frage

 

Das Johanniskraut wächst schon heute an vielen Hängen der Mosel.

Wir haben auch erfahren:

Deutschland braucht viel Johanniskraut.

Ein großer Teil kommt aus anderen Ländern.

Dadurch entstand eine neue Idee.

Was wäre, wenn das Johanniskraut an der Mosel nicht nur als Wildpflanze wächst?

Könnte es vielleicht auch gezielt auf geeigneten Brachflächen angebaut werden?

Das ist nur eine Überlegung.

Wir stellen keine Forderung.

Und wir wollen den Weinbau nicht ersetzen.

 

Der Weinbau bleibt das Herz der Mosellandschaft

 

Der Weinbau gehört seit vielen hundert Jahren zur Mosel.

Er prägt die Landschaft.

Er prägt die Geschichte.

Er prägt die Kultur.

Und er gehört zur Identität der Region.

Identität bedeutet:

Etwas gehört fest zu einer Region und zu den Menschen.

Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Trotzdem verändert sich die Landschaft.

Manche Weinberge werden weiter bewirtschaftet.

Andere liegen brach.

Das gilt für steile Hänge.

Das gilt auch für flachere Hänge.

Und für frühere Weinberge außerhalb der bekannten Weinlagen.

Auf diesen Flächen wächst heute schon wieder Natur.

 

Herbarium PLUS – Eine journalistische Entdeckungsreise

 

Hier beginnt Herbarium PLUS.

Die Reihe will die Zukunft nicht vorhersagen.

Sie bietet auch keine fertigen Lösungen.

Wir möchten gemeinsam neue Möglichkeiten entdecken.

Wir schauen uns Pflanzen genau an.

Wir fragen:

Welche Pflanzen wachsen schon heute an der Mosel?

Welche besonderen Eigenschaften haben sie?

Und könnten einige Pflanzen auf geeigneten Brachflächen eine neue Aufgabe bekommen?

Zum Beispiel dort, wo Weinbau nicht mehr möglich ist.

Oder wo Weinbau nicht mehr wirtschaftlich ist.

Wirtschaftlich bedeutet:

Die Arbeit lohnt sich finanziell.

 

Mehr als Heilpflanzen

 

Wir berichten nicht nur über Heilpflanzen.

Wir berichten auch über Wildpflanzen.

Wir berichten über Obstbäume und Obststräucher.

Und wir berichten über andere Kulturpflanzen.

Kulturpflanzen sind Pflanzen, die Menschen anbauen.

Uns interessiert ihre Geschichte.

Uns interessiert ihre Bedeutung für die Natur.

Wir fragen auch:

Können diese Pflanzen der Natur helfen?

Können sie die Artenvielfalt stärken?

Können daraus regionale Produkte entstehen?

Regional bedeutet:

Die Produkte kommen aus der Region.

Können Menschen die Produkte direkt verkaufen?

Kann dadurch die Umwelt besser erklärt werden?

Kann sanfter Naturtourismus entstehen?

Sanfter Naturtourismus bedeutet:

Menschen erleben die Natur.

Dabei schützen sie die Landschaft.

 

Viele Pflanzen – Eine gemeinsame Frage

 

Jede Pflanze zeigt einen kleinen Teil des großen Ganzen.

Vielleicht verändert sich die Mosellandschaft in den nächsten Jahren.

Nicht nur wegen des Klima-Wandels.

Auch andere Veränderungen sind möglich.

Zum Beispiel neue Lebensräume.

Lebensräume sind Orte, an denen Tiere und Pflanzen leben.

Oder neue Möglichkeiten, Flächen zu nutzen.

Vielleicht verändert sich auch das Aussehen der Landschaft.

Vielleicht entstehen neue Farben.

Darüber möchten wir gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern nachdenken.

 

Das neue Konzept

 

Wir haben dafür den Herbarium-PLUS-Fragenkatalog entwickelt.

Fragenkatalog bedeutet:

Eine Sammlung von festen Fragen.

Jede Pflanze wird zuerst genau beschrieben.

Wir erzählen ihre Geschichte.

Wir erklären ihre Merkmale.

Merkmale sind besondere Eigenschaften.

Wir zeigen ihre Bedeutung für Menschen und Natur.

Und wir beschreiben, wo sie an Mosel und Saar wächst.

Danach folgt der Mosel-Zukunftscheck.

Dabei fragen wir:

Welche Möglichkeiten könnte diese Pflanze in der Zukunft haben?

Kann sie auf geeigneten Brachflächen wachsen?

Welche Grenzen gibt es?

Kann sie der Artenvielfalt helfen?

Kann sie die Landschaft bereichern?

Kann sie neue regionale Produkte ermöglichen?

Kann sie für Umweltbildung wichtig sein?

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen mehr über Natur und Umwelt.

Am Ende jedes Beitrags stellen wir zwei Fragen.

Diese Fragen begleiten die ganze Reihe.

Sie geben keine fertigen Antworten.

Sie sollen zum Nachdenken anregen.

Die erste Frage lautet:

Kann diese Pflanze in Zukunft mehr sein als eine Wildpflanze?

Die zweite Frage lautet:

Welche Farbe haben die Moselhänge in der Zukunft?

 

 

Beginn der neuen Reihe: Johanniskraut – Die Sonnenpflanze des Hochsommers

 

Herbarium PLUS – Folge 1

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

 

Die Sonnenpflanze des Hochsommers

 

Wer Ende Juni oder Anfang Juli durch die Weinberge an der Mosel geht, kann viele gelbe Blüten sehen.

Die Pflanze wächst oft an sonnigen Hängen.

Sie wächst auf trockenen Wiesen.

Sie wächst an alten Weinbergsmauern.

Sie wächst an Wegen.

Sie wächst auch auf früheren Weinbergen.

Frühere Weinberge werden heute manchmal nicht mehr genutzt.

Diese Flächen nennt man Brachflächen.

Viele Menschen kennen die Pflanze.

Aber viele kennen ihren Namen nicht.

Die Pflanze heißt Johanniskraut.

Das Johanniskraut blüht jedes Jahr ungefähr zur gleichen Zeit.

Dann sind die Tage besonders lang.

Die Sonne steht dann besonders hoch.

Seit vielen hundert Jahren verbinden Menschen das Johanniskraut mit dem Johannistag.

Sie verbinden die Pflanze auch mit dem Sommer.

Und mit altem Wissen über Heilpflanzen.

Heilpflanzen sind Pflanzen, die bei Krankheiten helfen können.

Außerdem gehört das Johanniskraut zu vielen alten Bräuchen.

Bräuche sind alte Gewohnheiten und Traditionen.

Kaum eine andere heimische Wildpflanze gehört so eng zum Hochsommer wie das Johanniskraut.

Heimisch bedeutet:

Die Pflanze wächst hier von Natur aus.

Das Johanniskraut fällt oft gar nicht besonders auf.

Es steht nicht im Mittelpunkt.

Wer aber genau hinschaut, entdeckt eine besondere Pflanze.

Die Blätter sehen im Sonnenlicht aus, als hätten sie viele kleine helle Punkte.

Die goldgelben Blüten locken viele Insekten an.

Locken bedeutet:

Die Blüten ziehen die Insekten an.

Die Geschichte des Johanniskrauts begann schon vor sehr langer Zeit.

Schon die Menschen in der Antike kannten diese Pflanze.

Die Antike ist eine sehr frühe Zeit der Geschichte.

Für unsere neue Reihe Herbarium PLUS passt das Johanniskraut sehr gut.

Wir wissen noch nicht, welche Rolle diese Pflanze in der Zukunft spielen kann.

Aber sie hilft uns, wichtige Fragen zu stellen.

Später folgt der Mosel-Zukunftscheck.

Dabei fragen wir:

Welche Möglichkeiten hat das Johanniskraut auf geeigneten Brachflächen?

Und wo liegen die Grenzen?

Zuerst möchten wir die Pflanze aber genau kennenlernen.

Denn wer über die Zukunft nachdenken möchte, sollte zuerst wissen, was heute schon wächst.

 

Das botanische Herbarium

 

Botanisch bedeutet:

Es geht um Pflanzen und ihre Eigenschaften.

Ein Herbarium ist eine Sammlung mit Informationen über Pflanzen.

 

Eine Pflanze voller Sonnenlicht

 

Der Name Johanniskraut bezeichnet nicht nur eine einzige Pflanze.

Es gibt mehrere Arten.

Eine Art ist eine Gruppe von sehr ähnlichen Pflanzen.

Für Heilpflanzen, Arzneimittel und die Wissenschaft ist vor allem eine Art wichtig.

Sie heißt:

Echtes Johanniskraut.

Der wissenschaftliche Name lautet:

Hypericum perforatum.

Das Johanniskraut gehört zu einer eigenen Pflanzenfamilie.

Diese Familie heißt Johanniskrautgewächse.

Das Johanniskraut ist eine Wildpflanze.

Sie lebt viele Jahre.

Jedes Jahr wächst sie wieder neu.

Je nach Standort wird sie etwa 30 bis 90 Zentimeter hoch.

Standort bedeutet:

Der Ort, an dem die Pflanze wächst.

Auf trockenen Böden bleibt das Johanniskraut oft kleiner.

Auch auf Böden mit wenigen Nährstoffen bleibt es kleiner.

Nährstoffe sind Stoffe im Boden.

Sie helfen Pflanzen beim Wachsen.

Auf guten Böden wächst die Pflanze größer und kräftiger.

Die Stängel wachsen gerade nach oben.

Meist haben sie keine Seitenäste.

Schaut man genau hin, erkennt man zwei feine Linien am Stängel.

Diese Linien verlaufen von unten bis oben.

Fachleute für Pflanzen heißen Botaniker.

Botaniker erkennen das Johanniskraut oft an diesen Linien.

Auch die Blätter sind etwas Besonderes.

Immer zwei Blätter wachsen sich gegenüber.

Auf den ersten Blick sehen die Blätter ganz glatt aus.

Hält man sie gegen das Licht, erkennt man viele kleine helle Punkte.

Diese Punkte sind kleine Öldrüsen.

Öldrüsen bilden pflanzliches Öl.

Der wissenschaftliche Name „perforatum“ kommt aus der lateinischen Sprache.

Latein ist eine sehr alte Sprache.

„Perforatum“ bedeutet:

Durchlöchert.

Die Blätter sehen nämlich so aus, als hätten sie viele kleine Löcher.

Während der Blüte fällt das Johanniskraut besonders auf.

Die Blüten leuchten goldgelb.

Jede Blüte hat fünf Blütenblätter.

In der Mitte wachsen viele lange Staubblätter.

Staubblätter gehören zur Blüte.

Sie bilden den Blütenstaub.

Reibt man eine Blütenknospe zwischen den Fingern, tritt roter Pflanzensaft aus.

Eine Blütenknospe ist eine Blüte, die sich noch nicht geöffnet hat.

Der rote Pflanzensaft enthält einen Stoff.

Dieser Stoff heißt Hypericin.

Hypericin gehört zu den bekanntesten Stoffen im Johanniskraut.

Das Johanniskraut lebt viele Jahre.

Aus seiner Wurzel wächst jedes Jahr eine neue Pflanze.

Mit der Zeit entstehen größere Gruppen von Johanniskraut.

An sonnigen Hängen wächst oft sehr viel davon.

Auch auf trockenen Wiesen und auf Brachflächen ist das Johanniskraut häufig zu sehen.

Dann leuchten ganze Flächen im goldgelben Licht der Blüten.

 

Wenn die Moselhänge gelb werden

 

Das Johanniskraut beginnt meist um den Johannistag zu blühen.

Der Johannistag ist am 24. Juni.

Je nach Wetter blüht die Pflanze bis in den August.

Deshalb trägt sie den Namen Johanniskraut.

Im Sommer öffnen sich immer mehr Blüten.

Jede Blüte blüht nur wenige Tage.

Doch jeden Tag kommen neue Blüten dazu.

Darum sieht die Pflanze viele Wochen lang gelb aus.

Besonders schön ist das Johanniskraut dort, wo viele Pflanzen zusammen wachsen.

Dann leuchten sonnige Hänge, trockene Wiesen und frühere Weinberge in einem kräftigen Gelb.

Von weitem sieht es fast so aus, als hätte die Sonne ihre Farbe auf den Boden gelegt.

Die Blüten bilden viel Blütenstaub.

Blütenstaub heißt auch Pollen.

Viele Insekten suchen den Pollen.

Zum Beispiel:

● Wildbienen.

● Schwebfliegen.

● Käfer.

Für diese Tiere ist das Johanniskraut eine wichtige Pflanze.

Besonders im Hochsommer finden sie dort Nahrung.

Die Blüte zeigt auch einen besonderen Zeitpunkt im Jahr.

Viele Frühlingsblumen sind dann schon verblüht.

Viele Sommerblumen blühen erst später.

Das Johanniskraut verbindet diese beiden Zeiten.

Darum gehört es zum Hochsommer an Mosel und Saar.

 

Früchte und Samen – Der Weg zu neuen Pflanzen

 

Nach der Blüte verändert sich das Johanniskraut.

Aus den Blüten entstehen kleine Früchte.

Diese Früchte heißen Kapselfrüchte.

In jeder Frucht wachsen viele kleine Samen.

Aus den Samen können später neue Pflanzen wachsen.

Im Spätsommer trocknen die Früchte aus.

Dann öffnen sie sich.

Der Wind verteilt die Samen.

Auch Regen verteilt die Samen.

Tiere können die Samen weitertragen.

Manchmal tragen auch Menschen die Samen unbemerkt weiter.

Viele Samen fallen in die Nähe der Pflanze.

Andere gelangen auf offene Flächen.

Oder an Wegränder.

Oder auf sonnige Hänge.

Das Johanniskraut wächst besonders gut auf offenen Flächen.

Dort darf nicht zu viel andere Vegetation wachsen.

Vegetation bedeutet:

Alle Pflanzen, die an einem Ort wachsen.

Auch trockene Böden sind gut geeignet.

Darum wächst das Johanniskraut oft schnell auf neuen Brachflächen.

Die Pflanze hat außerdem eine kräftige Wurzel.

Aus dieser Wurzel wächst jedes Jahr eine neue Pflanze.

So bleibt das Johanniskraut viele Jahre an einem Ort.

Mit der Zeit entstehen große gelb blühende Flächen.

Diese Flächen prägen im Hochsommer viele Hänge an der Mosel.

 

Heilpflanze seit mehr als 2.000 Jahren

 

Das Johanniskraut ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen.

Schon vor mehr als 2.000 Jahren kannten Menschen diese Pflanze.

Ärzte im alten Griechenland und im alten Rom beschrieben ihre Wirkung.

Später nutzten auch Klöster das Johanniskraut.

Sie sammelten Wissen über Heilpflanzen.

Dieses Wissen schrieben sie in Bücher.

Später verbreitete sich das Wissen in vielen Ländern Europas.

Bis heute werden die blühenden Triebe gesammelt.

Triebe sind junge Pflanzenteile mit Blüten.

Aus ihnen entstehen verschiedene Produkte.

Zum Beispiel:

● Tee.

● Tinkturen.

Eine Tinktur ist ein flüssiger Pflanzenauszug.

● Johanniskrautöl.

● Pflanzliche Arzneimittel.

Arzneimittel sind Mittel zur Behandlung von Krankheiten.

Besonders bekannt ist das rote Johanniskrautöl.

Viele Menschen nennen es auch Rotöl.

Es wird traditionell zur Pflege der Haut verwendet.

Heute untersuchen Forschende das Johanniskraut sehr genau.

Sie erforschen die Stoffe Hypericin und Hyperforin.

Diese Stoffe kommen in der Pflanze vor.

Bestimmte Arzneimittel mit Johanniskraut können Menschen mit leichten oder mittelschweren depressiven Verstimmungen helfen.

Depressive Verstimmungen bedeuten:

Menschen fühlen sich über längere Zeit traurig oder niedergeschlagen.

Solche Arzneimittel sollten nur nach Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke verwendet werden.

Das ist wichtig.

Johanniskraut kann die Wirkung anderer Medikamente verändern.

Darum sollten Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, Johanniskraut nicht ohne fachlichen Rat verwenden.

Auch Tiere können unterschiedlich auf das Johanniskraut reagieren.

Vor allem Tiere mit heller Haut können empfindlicher auf Sonnenlicht werden.

Das passiert meistens nur dann, wenn sie sehr große Mengen der Pflanze fressen.

Bis heute ist das Johanniskraut eine wichtige Heilpflanze.

Es wächst in Kräutergärten.

Es wird in der Naturheilkunde genutzt.

Naturheilkunde bedeutet:

Dabei werden Pflanzen und andere natürliche Mittel zur Unterstützung der Gesundheit verwendet.

Das Johanniskraut verbindet altes Wissen mit neuer Forschung.

Johanniskraut sicher erkennen

 

Wer Johanniskraut sammeln möchte, sollte die Pflanze sicher erkennen können.

In Deutschland gibt es keine giftige Pflanze, die genauso aussieht.

Trotzdem gibt es verschiedene Arten von Johanniskraut.

Diese Arten können unterschiedlich wirken.

Deshalb ist die richtige Bestimmung wichtig.

Die Blätter helfen beim Erkennen.

Immer zwei Blätter wachsen sich gegenüber.

Hält man ein Blatt gegen das Licht, sieht man viele kleine helle Punkte.

Diese Punkte sind kleine Öldrüsen.

Sie sehen wie kleine Löcher aus.

Darum trägt die Pflanze den wissenschaftlichen Namen „perforatum“.

Das bedeutet:

Durchlöchert.

Auch die Blüten helfen beim Erkennen.

Reibt man eine Blüte oder eine Blütenknospe vorsichtig zwischen den Fingern, tritt roter Pflanzensaft aus.

Dieser rote Pflanzensaft ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal.

Eine Pflanze mit einer langen Geschichte

 

Die Geschichte des Johanniskrauts begann schon vor sehr langer Zeit.

Schon in der Antike kannten die Menschen diese Pflanze.

Die Antike ist eine sehr frühe Zeit der Geschichte.

Menschen schrieben damals schon über das Johanniskraut.

Auch Ärztinnen und Ärzte nutzten die Pflanze.

Im Mittelalter wurde das Johanniskraut in vielen Klöstern angebaut.

Klöster waren damals wichtige Orte für Wissen über Heilpflanzen.

Mönche und Nonnen schrieben ihre Erfahrungen auf.

So blieb das Wissen über viele Jahre erhalten.

Der Name Johanniskraut kommt vom Johannistag.

Der Johannistag ist am 24. Juni.

Um diese Zeit blüht das Johanniskraut an vielen Orten besonders schön.

Deshalb bekam die Pflanze ihren Namen.

Früher feierten viele Menschen den Johannistag.

Sie banden Johannisbüschel.

Das sind kleine Sträuße aus verschiedenen Kräutern.

Sie sammelten Heilpflanzen.

Und sie entzündeten Johannisfeuer.

Viele Menschen glaubten damals:

Das Johanniskraut schützt Menschen und Häuser.

Zum Beispiel vor Krankheiten.

Oder vor Blitzeinschlägen.

Heute sehen wir diese Vorstellungen als Teil der Geschichte.

Sie zeigen, wie wichtig Pflanzen früher für die Menschen waren.

Auch an der Mosel und an der Saar erinnern alte Bräuche an diese Zeit.

Pflanzen waren nicht nur Nahrung oder Heilmittel.

Sie gehörten auch zur Kultur.

Darum beginnt unsere Reihe Herbarium PLUS mit dem Johanniskraut.

Nur wenige heimische Pflanzen verbinden Natur, Geschichte und Kultur so eng miteinander.

 

Wo wächst das Johanniskraut?

 

Das Echte Johanniskraut wächst in vielen Teilen Europas.

Auch in Deutschland ist die Pflanze weit verbreitet.

Sie wächst vom Norden bis in die Mittelgebirge.

Mittelgebirge sind kleinere Gebirge.

Das Johanniskraut braucht vor allem viel Sonne.

Es wächst gern:

● An sonnigen Hängen.

● An Wegrändern.

● Auf trockenen Wiesen.

● Am Rand von Wäldern.

● Auf Flächen, die nicht mehr genutzt werden.

Diese Flächen nennt man Brachflächen.

Auch an Mosel und Saar wächst das Johanniskraut schon seit vielen hundert Jahren.

Man findet es:

● An alten Weinbergsmauern.

● Auf Weinbergsterrassen.

● An Wirtschaftswegen.

Wirtschaftswege sind Wege für Menschen und Fahrzeuge in der Landwirtschaft.

● An trockenen Hängen.

● Auf früheren Weinbergen.

Wer im Sommer durch die Weinlandschaft geht, kann die gelben Blüten fast überall entdecken.

Das Johanniskraut gehört schon lange zum Bild der Mosellandschaft.

Viele Menschen nehmen die Pflanze kaum noch wahr.

Vielleicht gerade deshalb, weil sie jedes Jahr wieder blüht.

 

Welche Standorte mag das Johanniskraut?

 

Das Johanniskraut liebt die Sonne.

Es braucht viel Licht.

Im Schatten wächst es nicht gut.

Die Pflanze wächst am liebsten auf trockenen Böden.

Der Boden sollte Regenwasser gut aufnehmen können.

Staunässe mag das Johanniskraut nicht.

Staunässe bedeutet:

Das Wasser bleibt lange im Boden stehen.

Auch Böden mit wenigen Nährstoffen sind gut geeignet.

Nährstoffe helfen Pflanzen beim Wachsen.

Mit wenig Nährstoffen kommt das Johanniskraut gut zurecht.

Seine Wurzeln reichen tief in den Boden.

Dadurch kann die Pflanze auch längere Trockenzeiten gut überstehen.

Darum wächst das Johanniskraut besonders gut an warmen Hängen.

Viele Hänge an der Mosel bieten genau diese Bedingungen.

Im Winter macht Frost der Pflanze nichts aus.

Sie ist winterhart.

Winterhart bedeutet:

Die Pflanze übersteht auch kalte Winter.

Im Herbst sterben die Pflanzenteile über der Erde ab.

Die Wurzeln bleiben aber im Boden.

Im Frühjahr wachsen daraus neue Triebe.

 

Warum ist das Johanniskraut für Insekten wichtig?

 

Das Johanniskraut ist nicht nur eine Heilpflanze.

Es ist auch wichtig für viele Tiere.

Während der langen Blütezeit besuchen viele Insekten die gelben Blüten.

Zum Beispiel:

● Wildbienen.

● Honigbienen.

● Schwebfliegen.

● Käfer.

● Schmetterlinge.

Die Blüten enthalten viel Blütenstaub.

Blütenstaub heißt auch Pollen.

Viele Insekten brauchen den Pollen als Nahrung.

Darum ist das Johanniskraut besonders im Hochsommer eine wichtige Pflanze.

Dann finden viele Insekten dort Nahrung.

So hilft das Johanniskraut dabei, die Artenvielfalt zu erhalten.

Artenvielfalt bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Das ist wichtig für eine gesunde Natur.

 

Johannisfeuer, alter Glaube und die Sonnenpflanze

 

Kaum eine heimische Pflanze ist so eng mit dem Johannistag verbunden wie das Johanniskraut.

Der Johannistag ist am 24. Juni.

Um diese Zeit blüht das Johanniskraut an vielen Orten besonders schön.

Seit vielen hundert Jahren feiern Menschen rund um diesen Tag ein Fest.

Dazu gehören Johannisfeuer.

Es werden auch Kräuter gesegnet.

Und viele Menschen binden Johannisbüschel.

Johannisbüschel sind kleine Sträuße aus verschiedenen Kräutern.

Früher glaubten viele Menschen:

Das Johanniskraut kann Menschen und Häuser schützen.

Sie hängten die Pflanze über die Haustür.

Oder über die Tür vom Stall.

Ein Stall ist ein Gebäude für Tiere.

Manche Menschen legten das Johanniskraut auch unter ihr Kopfkissen.

Sie hofften auf guten Schutz und ruhigen Schlaf.

Andere trugen kleine Sträuße bei sich.

Sie glaubten:

Die Pflanze schützt vor Unglück.

Heute wissen wir:

Für diese Vorstellungen gibt es keine wissenschaftlichen Beweise.

Sie gehören zur Geschichte und zur Volkskultur.

Volkskultur bedeutet:

Alte Bräuche, Erfahrungen und Traditionen der Menschen.

Diese Bräuche zeigen aber, wie wichtig Pflanzen früher im Alltag waren.

Sie waren nicht nur Nahrung oder Heilpflanzen.

Sie gehörten auch zum Leben und zu vielen Festen.

Auch an Mosel und Saar erinnern alte Bräuche noch heute an diese Zeit.

 

Eine Pflanze für viele Tiere

 

Das Johanniskraut ist nicht nur für Menschen wichtig.

Auch viele Tiere profitieren von der Pflanze.

Während der langen Blütezeit besuchen viele Insekten die gelben Blüten.

Zum Beispiel:

● Wildbienen.

● Honigbienen.

● Schwebfliegen.

● Käfer.

● Schmetterlinge.

Viele Insekten sammeln dort Blütenstaub.

Blütenstaub heißt auch Pollen.

Manche Insekten sammeln auch Nektar.

Nektar ist eine süße Flüssigkeit in den Blüten.

Einige Schmetterlinge brauchen das Johanniskraut sogar für ihre Entwicklung.

Wo viele Insekten leben, finden auch Vögel mehr Nahrung.

Vor allem ihre Jungen werden mit Insekten gefüttert.

Große Bestände von Johanniskraut bieten außerdem Schutz für viele kleine Tiere.

Daran sieht man:

Eine einzige Pflanzenart kann für viele Tiere wichtig sein.

In der Natur hängt vieles zusammen.

 

Wo wächst das Johanniskraut besonders gut?

 

Das Johanniskraut braucht viel Sonne.

Es wächst am besten auf offenen Flächen.

Dort darf kein dichter Schatten sein.

Die Pflanze mag trockene Böden.

Der Boden sollte Regenwasser gut ableiten.

Staunässe verträgt das Johanniskraut nicht.

Staunässe bedeutet:

Das Wasser bleibt lange im Boden stehen.

Auch Böden mit wenigen Nährstoffen sind geeignet.

Nährstoffe helfen Pflanzen beim Wachsen.

Mit wenig Nährstoffen kommt das Johanniskraut gut zurecht.

Seine Wurzeln reichen tief in den Boden.

Dadurch übersteht die Pflanze auch längere Trockenzeiten.

An vielen sonnigen Hängen der Mosel findet das Johanniskraut genau diese Bedingungen.

Im Winter übersteht die Pflanze auch Frost.

Man sagt:

Das Johanniskraut ist winterhart.

Im Herbst sterben die Pflanzenteile über der Erde ab.

Die Wurzeln bleiben im Boden.

Im Frühjahr wachsen daraus wieder neue Triebe.

 

Das Johanniskraut gehört zur Mosellandschaft

 

Das Johanniskraut wächst in vielen Teilen Europas.

Auch in Deutschland ist die Pflanze weit verbreitet.

Sie wächst an vielen sonnigen Orten.

Zum Beispiel:

● An Wegrändern.

● Auf trockenen Wiesen.

● An Waldrändern.

● Auf Böschungen.

● Auf Brachflächen.

Brachflächen sind Flächen, die heute nicht mehr genutzt werden.

Auch an Mosel und Saar gehört das Johanniskraut schon lange zur Landschaft.

Man findet es:

● An alten Weinbergsmauern.

● Auf Weinbergsterrassen.

● An Wirtschaftswegen.

Wirtschaftswege sind Wege für die Landwirtschaft.

● An sonnigen Hängen.

● Auf früheren Weinbergen.

Wer im Sommer aufmerksam durch die Weinlandschaft geht, kann die gelben Blüten fast überall entdecken.

Viele Menschen beachten das Johanniskraut kaum.

Vielleicht gerade deshalb, weil es jedes Jahr wieder blüht.

Dabei gehört die Pflanze seit vielen hundert Jahren zur Landschaft an der Mosel.

 

Wie groß ist die Nachfrage in Deutschland?

 

Johanniskraut ist eine wichtige Heilpflanze in Deutschland.

Fachleute untersuchen die Pflanze schon seit vielen Jahren.

Aus Johanniskraut werden verschiedene pflanzliche Arzneimittel hergestellt.

Arzneimittel sind Mittel zur Behandlung von Krankheiten.

Viele Menschen brauchen Johanniskraut.

Zum Beispiel:

● Firmen, die Arzneimittel herstellen.

● Firmen, die Naturkosmetik herstellen.

Naturkosmetik besteht aus natürlichen Stoffen.

● Firmen, die Pflegeprodukte aus Pflanzen herstellen.

● Geschäfte, die Kräuter und Tee verkaufen.

Auch viele Menschen kaufen Johanniskraut selbst.

Sie trinken daraus Tee.

Oder sie nutzen andere Produkte mit Johanniskraut.

Auch Apotheken interessieren sich für gutes Johanniskraut.

Ebenso Kräutergärtnereien.

Eine Kräutergärtnerei baut Kräuter an und verkauft sie.

Auch Reformhäuser kaufen Johanniskraut.

Reformhäuser verkaufen Lebensmittel und Produkte für Gesundheit und Ernährung.

Für Arzneimittel gelten strenge Regeln.

Das betrifft den Anbau.

Das betrifft die Ernte.

Das betrifft die Verarbeitung.

Und das betrifft die Qualität.

Nicht jedes Johanniskraut erfüllt diese Anforderungen.

Darum stellt sich eine wichtige Frage.

Könnten hochwertige Johanniskraut-Produkte aus der Region entstehen?

Kurze Transportwege könnten dabei ein Vorteil sein.

Auch eine umweltfreundliche Herstellung könnte wichtig sein.

 

Kommt Johanniskraut aus dem Ausland?

 

Ja.

Ein Teil des Johanniskrauts in Deutschland kommt aus anderen Ländern.

Die Herkunft ist unterschiedlich.

Sie hängt von der Ernte ab.

Sie hängt von der Qualität ab.

Und sie hängt von der Nachfrage ab.

Ein Teil kommt aus Ländern in Südosteuropa.

Auch andere Länder in Europa bauen Johanniskraut an.

In Deutschland gibt es ebenfalls Betriebe, die Johanniskraut anbauen.

Trotzdem reicht die Ernte nicht immer aus.

Darum wird Johanniskraut zusätzlich eingeführt.

Diese Tatsache war ein Grund für unsere neue Reihe Herbarium PLUS.

Das bedeutet aber nicht:

An der Mosel soll jetzt überall Johanniskraut angebaut werden.

Das ist nicht unser Ziel.

Wir stellen nur eine Frage.

Wenn es geeignete Brachflächen gibt:

Könnten manche Regionen in Zukunft einen kleinen Beitrag leisten?

Brachflächen sind Flächen, die heute nicht mehr genutzt werden.

Ob das möglich ist, muss sorgfältig untersucht werden.

 

Johanniskraut wird schon heute angebaut

 

Johanniskraut wird bereits in vielen Regionen Europas angebaut.

Auch in Deutschland gibt es Betriebe dafür.

Diese Betriebe bauen Heilpflanzen unter guten Bedingungen an.

Zum Beispiel in Bayern.

Oder in Thüringen.

Auch andere Regionen eignen sich dafür.

Weitere Anbaugebiete gibt es in Österreich.

Auch Polen gehört dazu.

Und mehrere Länder in Südosteuropa.

Diese Beispiele zeigen:

Johanniskraut kann als Kulturpflanze angebaut werden.

Kulturpflanzen sind Pflanzen, die Menschen gezielt anbauen.

Ob das auch an der Mosel möglich wäre, ist eine andere Frage.

Die Mosel ist besonders.

Es gibt viele steile Hänge.

Es gibt alte Trockenmauern.

Trockenmauern sind Mauern aus Steinen.

Sie werden ohne Mörtel gebaut.

Außerdem gibt es viele kleine Weinbergsflächen.

Diese Bedingungen unterscheiden sich von vielen anderen Regionen.

Darum gibt Herbarium PLUS keine fertigen Antworten.

Wir möchten neue Fragen stellen.

Und gemeinsam darüber nachdenken.

 

Kann Johanniskraut eine Möglichkeit für kleine Betriebe sein?

 

Viele frühere Weinberge werden heute nicht mehr genutzt.

Manche Besitzer suchen nach neuen Möglichkeiten.

Sie möchten ihre Flächen weiter pflegen.

Hier könnte Johanniskraut vielleicht eine Möglichkeit sein.

Das Johanniskraut wächst viele Jahre.

Wenn die Pflanze gut angewachsen ist, braucht sie oft nur wenig Pflege.

Die Ernte findet nur einmal im Jahr statt.

Sie erfolgt während der Blüte.

Dadurch könnte die Arbeit überschaubar bleiben.

Trotzdem gibt es Herausforderungen.

Heilpflanzen müssen sorgfältig verarbeitet werden.

Sie müssen richtig getrocknet werden.

Sie müssen richtig gelagert werden.

Und sie müssen verkauft werden.

Dafür gelten hohe Anforderungen.

Kleine Betriebe könnten diese Aufgaben oft nicht allein schaffen.

Eine Zusammenarbeit mit anderen Betrieben könnte hilfreich sein.

Oder mit einer gemeinsamen Vermarktung.

Vermarktung bedeutet:

Die Produkte werden gemeinsam verkauft.

Ob Johanniskraut für kleine Betriebe eine gute Ergänzung sein kann, hängt deshalb von vielen Bedingungen ab.

Nicht nur von der Pflanze selbst.

Sondern auch von den Möglichkeiten in der Region.

Tourismus mit Kräutern und Natur

 

Die Mosel ist nicht nur für ihren Wein bekannt.

Viele Menschen besuchen die Region auch wegen ihrer schönen Landschaft.

Die Mosel ist eine Kultur-Landschaft.

Sie ist auch eine Natur-Landschaft.

Kultur-Landschaft bedeutet:

Menschen haben die Landschaft über viele Jahre gestaltet.

Vielleicht kann das Johanniskraut dabei eine zusätzliche Rolle spielen.

Zum Beispiel bei Kräuter-Wanderungen.

Oder bei Führungen durch die Natur.

Oder bei Angeboten rund um Heilpflanzen.

Das sind Möglichkeiten.

Ob sie sich gut umsetzen lassen, muss sorgfältig geprüft werden.

 

Natur erleben mit Kräutern

 

Die Mosel ist mehr als eine Weinlandschaft.

Sie ist auch eine Landschaft mit viel Natur.

Und sie hat eine lange Geschichte.

Jedes Jahr kommen viele Menschen als Gäste in die Region.

Das Johanniskraut könnte dabei eine zusätzliche Rolle spielen.

Zum Beispiel:

● Bei geführten Wanderungen zu Heilpflanzen.

● Auf Lehrpfaden über Pflanzen.

Ein Lehrpfad ist ein Weg mit Informationen.

● Bei Kursen über Kräuter und Johanniskrautöl.

● Bei Angeboten von Natur-Begleiterinnen und Natur-Begleitern.

Sie erklären die Natur und zeigen besondere Orte.

● Bei Angeboten von Schulen oder anderen Bildungs-Einrichtungen.

Bildungs-Einrichtungen sind Orte zum Lernen.

Auch regionale Betriebe könnten Produkte mit Johanniskraut verkaufen.

Zum Beispiel:

● Tee.

● Kräuter-Produkte.

● Pflege-Produkte.

● Naturkosmetik.

So könnten Gäste mehr über die Landschaft erfahren.

Und sie lernen die Geschichte der Pflanzen kennen.

Das Johanniskraut allein wird keine neue große Wirtschaft schaffen.

Aber zusammen mit anderen heimischen Pflanzen kann es ein Teil eines sanften Natur-Tourismus sein.

Sanfter Natur-Tourismus bedeutet:

Menschen erleben die Natur.

Dabei schützen sie die Landschaft.

Vielleicht ist genau das eine besondere Chance.

Nicht nur die Pflanze ist wichtig.

Auch ihre Geschichte ist wichtig.

Und die Menschen, die dieses Wissen weitergeben.

 

Das Johanniskraut hilft der Natur

 

Viele Menschen kennen das Johanniskraut als Heilpflanze.

Für die Natur ist die Pflanze ebenfalls sehr wichtig.

Während der Blüte finden viele Insekten dort Nahrung.

Zum Beispiel:

● Wildbienen.

● Honigbienen.

● Schwebfliegen.

● Käfer.

● Schmetterlinge.

Die Insekten sammeln Blütenstaub.

Blütenstaub heißt auch Pollen.

Einige Insekten sammeln außerdem Nektar.

Nektar ist eine süße Flüssigkeit in den Blüten.

So finden viele Tiere auch im Hochsommer genügend Nahrung.

Das hilft den Insekten.

Und davon profitieren auch andere Tiere.

Zum Beispiel Vögel.

Sie füttern ihre Jungen mit Insekten.

Wo viele Pflanzen wachsen, entstehen gute Lebensräume.

Lebensräume sind Orte, an denen Tiere und Pflanzen leben.

Eine einzige Pflanzenart reicht dafür aber nicht aus.

Viele verschiedene Pflanzen sind wichtig.

Das nennt man Artenvielfalt.

Artenvielfalt bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Das Johanniskraut kann ein wichtiger Teil dieser Artenvielfalt sein.

Darum ist es sinnvoll, bestehende Bestände zu erhalten.

Bestände sind Orte, an denen viele Pflanzen einer Art wachsen.

Wenn es passt, kann das Johanniskraut zusammen mit anderen heimischen Pflanzen wachsen.

 

Wie gut verträgt das Johanniskraut Hitze und Trockenheit?

 

Auch an der Mosel verändert sich das Klima.

Es gibt häufiger lange Trockenzeiten.

Und es gibt mehr heiße Tage.

Viele Pflanzen haben damit Probleme.

Das Johanniskraut kommt mit diesen Bedingungen meist gut zurecht.

Seine Wurzeln reichen tief in den Boden.

So erreicht die Pflanze auch bei Trockenheit noch Wasser.

Außerdem liebt das Johanniskraut sonnige Standorte.

Hohe Temperaturen verträgt es besser als viele andere Pflanzen.

Deshalb gilt das Johanniskraut als trockenheitsverträglich.

Das bedeutet:

Die Pflanze kommt gut mit Trockenheit zurecht.

Trotzdem hat auch das Johanniskraut Grenzen.

Sehr lange Trockenheit oder extremes Wetter können auch dieser Pflanze schaden.

Nach dem heutigen Wissen spricht aber vieles dafür:

Das Johanniskraut kann mit den Folgen des Klima-Wandels oft besser umgehen als viele andere heimische Pflanzen.

Welche Chancen gibt es für die Mosel?

 

Nicht alle früheren Weinberge werden wieder mit Reben bepflanzt.

Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zum Beispiel:

● Wirtschaftliche Gründe.

Das bedeutet:

Der Weinbau lohnt sich dort nicht mehr.

● Es gibt weniger Menschen, die Weinbau betreiben.

● Das Klima verändert sich.

Darum lohnt sich der Blick auf neue Möglichkeiten.

Das Johanniskraut könnte dabei helfen.

Es kann die Artenvielfalt fördern.

Es gehört seit vielen hundert Jahren zur Kultur der Region.

Es erinnert an den Johannistag.

Und an das Wissen über Heilpflanzen.

Vielleicht entstehen auch neue Angebote für Gäste.

Zum Beispiel:

● Kräuter-Wanderungen.

● Führungen durch die Natur.

● Angebote zum Lernen über Pflanzen und Umwelt.

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen mehr über die Natur und die Umwelt.

Auch regionale Produkte könnten entstehen.

Oder eine Zusammenarbeit mit Betrieben für Heilpflanzen.

Dabei gilt immer:

Das Johanniskraut soll den Weinbau nicht ersetzen.

Es könnte aber an einigen Orten eine sinnvolle Ergänzung sein.

Vor allem dort, wo Weinbau nicht mehr möglich ist.

 

Grenzen und Herausforderungen

 

Es gibt auch Schwierigkeiten.

Der Anbau von Johanniskraut ist anspruchsvoll.

Anspruchsvoll bedeutet:

Es müssen viele Regeln beachtet werden.

Für Arzneimittel gelten hohe Anforderungen.

Die Pflanzen müssen sorgfältig geerntet werden.

Sie müssen richtig getrocknet werden.

Sie müssen richtig gelagert werden.

Und sie müssen gut verarbeitet werden.

Auch die Nachfrage und die Preise können sich verändern.

An der Mosel gibt es weitere Herausforderungen.

Viele frühere Weinberge sind klein.

Viele liegen an steilen Hängen.

Manche Flächen sind nur schwer erreichbar.

Maschinen können dort oft nicht eingesetzt werden.

Dadurch wird die Arbeit aufwendiger.

Nicht jede Brachfläche eignet sich für eine Nutzung.

Manche Flächen sind heute wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Diese Flächen sollten geschützt werden.

Andere Flächen brauchen zwar Pflege.

Sie eignen sich aber trotzdem nicht für eine wirtschaftliche Nutzung.

Deshalb gibt Herbarium PLUS keine fertigen Lösungen.

Wir möchten Möglichkeiten zeigen.

Wir möchten Fragen stellen.

Und wir möchten zum Nachdenken anregen.

Welche Lösungen in Zukunft sinnvoll sind, hängt von vielen Dingen ab.

Zum Beispiel von der Forschung.

Von der Politik.

Und von den Menschen in der Region.

 

Der Mosel-Zukunftscheck

 

Nach dem botanischen Herbarium beginnt der Mosel-Zukunftscheck.

Jetzt geht es nicht mehr nur um die Pflanze, wie sie heute ist.

Jetzt geht es um die Zukunft.

Wir stellen Fragen.

Wir überlegen gemeinsam:

Welche Möglichkeiten könnte diese Pflanze in der Zukunft haben?

Dabei machen wir keine Vorhersagen.

Wir sagen nicht:

So wird es sicher kommen.

Wir zeigen auch keine fertigen Lösungen.

Wir möchten neue Gedanken vorstellen.

Wir möchten verschiedene Möglichkeiten betrachten.

Und wir möchten Menschen dazu einladen, selbst darüber nachzudenken.

Jede Pflanze wird nach den gleichen Fragen betrachtet.

So können die Leserinnen und Leser die verschiedenen Pflanzen später gut miteinander vergleichen.

 

Kann das Johanniskraut mehr sein als eine Wildpflanze?

 

Das Johanniskraut gehört schon heute zur Mosellandschaft.

Es wächst an sonnigen Hängen.

Es wächst an alten Weinbergsmauern.

Es wächst auf trockenen Wiesen.

Und es wächst auf früheren Weinbergsflächen.

Die Pflanze kommt gut mit Sonne und Trockenheit zurecht.

Gerade deshalb stellt sich eine neue Frage.

Könnte das Johanniskraut in Zukunft mehr sein als nur eine Wildpflanze?

Könnte es dort wachsen, wo Weinbau dauerhaft nicht mehr möglich ist?

Oder dort, wo sich Weinbau wirtschaftlich nicht mehr lohnt?

Wirtschaftlich bedeutet:

Die Arbeit bringt nicht mehr genügend Geld ein.

Dabei geht es nicht um alle Flächen.

Und auch nicht um alle früheren Weinberge.

Nur geeignete Flächen kommen überhaupt infrage.

Geeignet bedeutet:

Die Fläche passt gut zu den Bedürfnissen der Pflanze.

Außerdem müssen viele weitere Dinge geprüft werden.

Zum Beispiel:

● Ist die Fläche für den Naturschutz wichtig?

● Leben dort seltene Tiere oder Pflanzen?

● Soll sich die Natur dort frei entwickeln?

Wenn das so ist, sollte die Fläche geschützt bleiben.

Herbarium PLUS möchte deshalb keine einfache Antwort geben.

Die Reihe möchte verschiedene Möglichkeiten zeigen.

Und sie möchte neue Fragen stellen.

 

Welche Chancen könnte das Johanniskraut bieten?

 

Das Johanniskraut könnte verschiedene Chancen bieten.

Zum Beispiel gehört die Pflanze schon seit vielen hundert Jahren zur Landschaft an der Mosel.

Sie passt deshalb gut in diese Region.

Außerdem verträgt sie Trockenheit oft besser als viele andere Pflanzen.

Das könnte in Zeiten des Klima-Wandels wichtig sein.

Klima-Wandel bedeutet:

Das Klima verändert sich.

Zum Beispiel wird es häufiger sehr heiß und trocken.

Die Pflanze bietet auch vielen Insekten Nahrung.

Wildbienen und andere Insekten finden dort Blütenstaub und Nektar.

Blütenstaub heißt auch Pollen.

Nektar ist eine süße Flüssigkeit in den Blüten.

Dadurch kann das Johanniskraut die Artenvielfalt unterstützen.

Artenvielfalt bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben gemeinsam.

Vielleicht könnten aus dem Johanniskraut auch regionale Produkte entstehen.

Regional bedeutet:

Die Produkte stammen aus der Region.

Zum Beispiel Heilpflanzen.

Oder Kräuter-Produkte.

Oder Produkte für die Hautpflege.

Vielleicht könnten daraus auch neue Angebote für Gäste entstehen.

Zum Beispiel Kräuter-Wanderungen.

Oder Führungen über Heilpflanzen.

Oder Angebote für Schulen und andere Gruppen.

So könnten Menschen mehr über die Natur und die Geschichte der Mosellandschaft lernen.

Auch die Umweltbildung könnte davon profitieren.

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen mehr über die Natur und darüber, wie sie geschützt werden kann.

Alle diese Möglichkeiten müssen aber sorgfältig geprüft werden.

Heute kann niemand sicher sagen, welche davon später wirklich umgesetzt werden können.

 

Welche Grenzen gibt es?

 

Genauso wichtig ist die Frage nach den Grenzen.

Nicht jede Fläche eignet sich für den Anbau von Johanniskraut.

Und nicht jede Brachfläche sollte genutzt werden.

Manche Flächen sind heute wertvolle Lebensräume.

Lebensräume sind Orte, an denen Tiere und Pflanzen leben.

Diese Flächen sollten erhalten bleiben.

Auch der Anbau von Johanniskraut ist nicht einfach.

Für Heilpflanzen gelten strenge Regeln.

Die Pflanzen müssen zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden.

Sie müssen sorgfältig getrocknet werden.

Sie müssen richtig gelagert werden.

Und sie müssen fachgerecht verarbeitet werden.

Fachgerecht bedeutet:

Die Arbeit muss nach festen Regeln erfolgen.

Außerdem braucht es Betriebe, die die Pflanzen weiterverarbeiten.

Und Menschen oder Firmen, die die Produkte kaufen.

Ob sich das lohnt, muss genau geprüft werden.

Deshalb ist das Johanniskraut keine einfache Lösung.

Und es ist kein Ersatz für den Weinbau.

Der Weinbau bleibt das Herz der Mosellandschaft.

Herbarium PLUS möchte deshalb nicht zeigen, was den Weinbau ersetzen könnte.

Die Reihe möchte neue Möglichkeiten für Flächen betrachten, die heute nicht mehr als Weinberge genutzt werden.

 

Unser Fazit

 

Das Johanniskraut wächst schon seit vielen hundert Jahren an der Mosel.

Viele Menschen kennen die Pflanze.

Oft gehen sie an ihr vorbei.

Dabei erzählt sie viel über die Landschaft.

Sie erzählt von der Natur.

Sie erzählt von der Geschichte.

Und vielleicht erzählt sie auch etwas über die Zukunft.

Heute weiß noch niemand, welche Bedeutung das Johanniskraut in einigen Jahren oder Jahrzehnten haben wird.

Vielleicht bleibt es vor allem eine Wildpflanze.

Vielleicht entstehen aber auch neue Möglichkeiten.

Darüber möchten wir offen und ohne Vorurteile nachdenken.

Denn neue Ideen beginnen oft mit einer einfachen Frage.

Nicht jede Idee wird später Wirklichkeit.

Aber jede neue Entwicklung beginnt damit, dass Menschen Fragen stellen und gemeinsam nach Antworten suchen.

 

Zwei Fragen begleiten die ganze Reihe

 

Am Ende jedes Beitrags stellen wir immer dieselben zwei Fragen.

Diese beiden Fragen begleiten die ganze Reihe Herbarium PLUS.

Die erste Frage lautet:

Kann diese Pflanze in Zukunft mehr sein als eine Wildpflanze?

Die zweite Frage lautet:

Welche Farbe haben die Moselhänge in der Zukunft?

Wir geben auf diese Fragen keine fertigen Antworten.

Wir möchten gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern nachdenken.

Wir möchten verschiedene Möglichkeiten betrachten.

Denn vielleicht beginnt jede Veränderung der Landschaft mit einer einzigen Frage.

 

 

 

Alle Texte zum Thema „Natur·ereignis·begleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie hier:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-07-08-ca/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 8. Juli 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: NickyPe – Pixabay – Logo: © DLR Mosel – Logo: © DLR Mosel – Foto 2 und 3: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier:

Der Hund ist der beste Freund vom Menschen. – Danke, Dauno.