Der Himmel über Trier – gestern um 19.30 Uhr mit Blickrichtung von unserem Presse-Archiv-Dachfenster in Richtung Porta Nigra.
Foto: © Trierer Umschau

TRIER-WETTER & HITZE IN DEUTSCHLAND

Hitzewelle über Deutschland und Europa: DWD warnt vor außergewöhnlicher Wärmebelastung – Trier erwartet bis zu 38 Grad

Deutschland erlebt eine der frühesten und längsten Hitzewarn-Phasen seit Einführung des Warnsystems. Während Trier bis zu 38 Grad erwartet, warnt der Deutsche Wetterdienst vor einer außergewöhnlichen Belastung für Gesundheit, Städte und Infrastruktur. Warum diese Hitze mehr ist als nur ein heißer Sommertag.

 

Zwischen Rekordtemperaturen und politischer Realität

 

Wir erfahren mit den aktuellen Temperaturen, wie wenig unser Wohnen, unser Alltag, unsere Arbeitsstätten oder gar unsere Arbeitszeiten auf das Phänomen Hitze vorbereitet sind. Wenngleich uns in permanenter Folge immer neue Hitzerekorde oder – weitaus gravierender – neue Rekorde bei den Jahresdurchschnittstemperaturen präsentiert werden! (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-06-04-aa/). Das „Es wird nicht so schlimm werden“ wird in diesen Tagen konterkariert. Es folgen Aufrufe, Mahnungen und das Konditional. Und wenn es abkühlt, kümmert man sich – vor allem politisch – wieder um kurzfristig populärere Themen. – Wir warten noch immer darauf, ob sich von der aktuellen Regierung jemand in den Spiegel schaut. Oder ob das Augen-zu-Prinzip fortgesetzt wird? (vgl. auch https://www.trierer-umschau.de/2026-06-08-ba/ – weswegen wir uns für heute vorgenommen haben, auch noch das aktuellste ZDF-Politbarometer trotz unserer Verspätung zu publizieren).

 

Trier: Unsere Wetter-Dach-Tauben suchen die Nähe zum Wasser

 

Zurück nach Trier und unseren Wetter-Dach-Tauben **, die sich aktuell mehr in Bodennähe und in der Nähe von Wasser aufhalten. Denn für Trier werden am Nachmittag 38 Grad gemeldet. Und die Wolken sowie ein mögliches Gewitter um 20 Uhr werden dabei keine Abkühlung bringen. Das Thermometer steigt weiter.

 

Europa steht unter Hitze

 

Auch unser Blick auf die Hauptstädte der Europäischen Gemeinschaft unterstreicht die aktuelle Wetterlage und die Höchsttemperaturen über Europa: Paris 37 Grad, Prag 36 Grad, Riga (das fällt auf, wird aber über das Wochenende korrigiert): 22 Grad, Rom 34 Grad, Sofia 30 Grad, Stockholm 24 Grad (das genauso wie Riga über das Wochenende mehr als 30 Grad melden wird). Das trifft auch auf Tallinn, die Hauptstadt Estlands, zu, mit heute „nur“ 20 Grad. Die Hauptstadt Maltas, Valletta, meldet für heute 31 Grad. In allen Städten geht die Kurve nach oben.

 

Deutscher Wetterdienst: Eine außergewöhnliche Hitzewelle

 

Deshalb ergänzen wir heute auch die aktuelle Pressemeldung des Deutschen Wetterdienstes:

 

 

Der Gesundheitsbelastung vorbeugen: Verhalten anpassen und aufeinander achten Noch nie so früh im Jahr: Deutscher Wetterdienst warnt über langen Zeitraum vor Hitze

 

Deutschland erlebt derzeit eine Hitzewelle, die verbreitet mit starker, teils extremer Wärmebelastung für den Menschen verbunden ist. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt deshalb seit dem 18. Juni Hitzewarnungen für verschiedene Regionen im Land aus. Besonders betroffen sind bisher vor allem der Westen, Südwesten und die Mitte; sehr heiße, mitunter schwüle Luft dominiert das Wettergeschehen aber in fast allen Landesteilen. Die aktuelle Wetterlage ist Teil eines großräumigen europäischen Hitzeereignisses mit Schwerpunkt über Frankreich und wird durch ein stabiles Hochdruckgebiet bestimmt. Es wird nach aktuellem Stand noch bis Anfang kommender Woche andauern. Mit einer erwarteten Dauer von voraussichtlich 12 Tagen gehört die korrespondierende Periode mit Hitzewarnungen zu den längsten seit Einführung des DWD-Hitzewarnsystems im Jahr 2005. Der DWD registrierte seit dessen Bestehen zudem noch nie so früh im Jahr eine Hitzewarn-Periode dieser Länge.

„Die aktuelle Hitzewelle ist nicht nur durch ihre Länge und das frühe Auftreten im Sommer außergewöhnlich, für uns Menschen ist auch die Hitzebelastung ungewöhnlich hoch. Gerade beim Thema Hitzewellen zeigt sich der Einfluss des Klimawandels sehr deutlich. Wir sehen bereits heute, dass Hitzewellen heißer werden und länger andauern. Wir müssen uns für die Zukunft auf weitere Zunahmen vorbereiten“, ordnet Tobias Fuchs, DWD-Vorstand Klima und Umwelt, ein. „Mit seinen Hitzewarnungen ermöglicht der DWD jedem und jeder Einzelnen, aber auch der gesamten Gesellschaft, frühzeitig Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Die Warnungen sind in vielen Bereichen Auslöser für Akutmaßnahmen in Hitzeaktionsplänen, insbesondere mit Blick auf vulnerable Gruppen und kritische Infrastruktur.“

Bis einschließlich Montag (29.) erwarten die Meteorologinnen und Meteorologen laut aktueller Trendprognose und mit Blick auf die thermische Belastung warnwürdige Bedingungen. Üblicherweise entwickeln sich Hitzewellen mit starken oder extremen Wärmebelastungen erst im Hochsommer, zwischen der zweiten Juli- und der zweiten Augusthälfte; der mit 18 Tagen bisher längste durchgehende Zeitraum mit Hitzewarnungen lag 2018 im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang August.

DWD stuft Hitzeereignisse auf Basis der Gefühlten Temperatur ein In der aktuellen Lage wird der DWD für einige Regionen Deutschlands voraussichtlich an 10 der 12 Tagen vor extremer Wärmebelastung (Stufe 2) warnen. Die gesundheitliche Belastung bemisst sich dabei nicht allein an der gemessenen Temperatur. Insbesondere bei schwülen, feucht-warmen Bedingungen kann diese bereits bei Temperaturen um oder etwas über 30 Grad Celsius (°C) sehr hoch sein. Wie belastend die Hitze auf Menschen und vor allem Risikogruppen wirkt, berechnet der DWD mit Hilfe eines Modells und gibt sie als Gefühlte Temperatur an. Neben der Lufttemperatur werden die Strahlungsbedingungen, die Luftfeuchte und die Windgeschwindigkeit sowie physiologische Eigenschaften des Menschen berücksichtigt. Wichtiger Faktor ist auch die nächtliche Innenraumtemperatur, die das Erholungspotenzial beeinflusst. Die Gefühlte Temperatur kann bei Bedingungen wie hoher Luftfeuchte, wenig Wind und ungehinderter Sonneneinstrahlung deutlich über der gemessenen Lufttemperatur liegen.

Für eine Warnung der Stufe 1 (starke Wärmebelastung) muss die Gefühlte Temperatur einen, im Laufe des Sommerhalbjahres typischerweise ansteigenden, Schwellenwert von etwa 32 °C erreichen. Damit wird eine gewisse Anpassung des Menschen an die lokalen Bedingungen berücksichtigt: Hitze wirkt, wie derzeit, am Beginn der Warnperiode oft belastender als an deren Ende. Eine Warnung der Stufe 2 spricht der DWD ab einer Gefühlten Temperatur von 38 °C aus.

Wärmebelastung in den Städten deutlich höher Gegenwärtig zeigt sich zudem deutlich, wie viel höher die Wärmebelastung in den Städten im Vergleich zum Umland ist. Ursache sind vor allem die Wärmespeicherung durch versiegelte Oberflächen, reduzierte Verdunstung sowie anthropogene Wärmequellen. Besonders nachts bleibt mehr Wärme in den Städten erhalten. So wurde zum Beispiel in München in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni eine Temperaturdifferenz von mehr als 6 °C zwischen der Stadtklimastation und dem Umland beobachtet, wobei in der Stadt mit einer Tiefsttemperatur von 21,5 °C eine Tropennacht herrschte.

Am Wochenende erreicht die aktuelle Hitzewelle nach derzeitigen Berechnungen ihren Höhepunkt. Deutschlandweit wird es sehr heiß, vielerorts werden Spitzenwerte von 35 °C bis zu teilweise über 40 °C erwartet. Die Gefühlte Temperatur kann dann fast in der gesamten Republik über 38 °C steigen, insbesondere in Berlin und Brandenburg ist eine extreme Wärmebelastung wahrscheinlich. Entsprechend wird der DWD voraussichtlich vom Alpenrand bis zur Küste Hitzewarnungen ausgeben.

Auswirkungen der Hitze durch angepasstes Verhalten verringern Durch geeignete Verhaltensmaßnahmen und eine angepasste Tagesgestaltung lassen sich die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze verringern. Dazu zählen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die Vermeidung körperlicher Belastungen in den heißesten Tagesstunden sowie der Aufenthalt in kühlen oder schattigen Bereichen. Besondere Aufmerksamkeit und aktive Unterstützung benötigen vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Personen mit Vorerkrankungen oder Beeinträchtigungen sowie Menschen, deren Lebens- oder Arbeitsbedingungen eine erhöhte Hitzebelastung begünstigen. Weitere Tipps zum Hitzeschutz sind verfügbar unter: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/ .

Bei Symptomen wie Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, sehr hoher Körpertemperatur oder Kreislaufkollaps besteht der Verdacht auf einen Hitzschlag. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall und erfordert umgehend Hilfe über den Notruf.

Mit den Web- und App-Angeboten des DWD stets informiert bleiben Die stets aktuellen Informationen, wie sich die gegenwärtige Hitzewelle weiterentwickelt, wo eine starke oder auch extreme Wärmebelastung erwartet wird und welche Schutzmaßnahmen empfehlenswert sind, erhalten Sie unter https://www.hitzewarnungen.de/index.jsp in der WarnWetter-App des DWD oder unter https://www.naturgefahrenportal.de/de.“

 

Wir wünschen Ihnen Frieden!*

 

 

Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI supported) – 26. Juni 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Deutscher Wetterdienst (DWD) – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
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Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-06-26-ab/

* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/

** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/