Blick auf einen Weinberg.
Das Foto entstand am 5. Juni 2026.
Der Weinberg liegt nördlich der Lösnicher Brücke.
Foto: © Trierer Umschau – Logo: © DLR Mosel
Von links nach rechts:
Dr. Cord-Henrich Treseler vom Weingut Dr. Frey.
Dr. Christoph Hoffmann vom Julius Kühn-Institut.
Dr. Matthias Porten vom DLR Mosel.
Sascha Schleich vom Büro für Freilanderfassung und Artenschutz.
Dr. Katja Seis vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.
Lea Böhm vom DLR Mosel.
Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz.
Katherina Frey-Treseler.
Sie ist Bürgermeisterin von Kanzem.
Niklas Böhm von FÖA Landschaftsplanung.
Und Torben Alles vom DLR Mosel.
Foto: © Jule Volk / DLR Mosel
Die Teilnehmenden der Exkursion besuchten den Wiltinger Schlossberg.
Dort informierten sie sich über die Beweidung mit Ziegen.
Die Ziegen helfen dabei, die steilen Weinberge offen zu halten.
Davon profitieren viele Tiere und Pflanzen.
So wird die Artenvielfalt gefördert.
Foto: © Martina Engelmann-Hermen / DLR Mosel
Dr. Cord-Henrich Treseler vom Weingut Dr. Frey erklärte den Teilnehmenden die Bedeutung der Begrünung zwischen den Rebzeilen.
Diese Begrünung schützt den Boden.
Und sie hilft vielen Tieren und Pflanzen.
Foto: © Martina Engelmann-Hermen / DLR Mosel
Zippammer
Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Gemeine Sichelschrecke
Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Weinhähnchen
Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Steppen-Sattelschrecke
Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 45 & DIENSTLEISTUNGSZENTRUM LÄNDLICHER RAUM (DLR) MOSEL

Steile Weinberge an der Mosel sind in Gefahr. – Offene Weinberge sind wichtig für Tiere, Pflanzen und das Klima. – Und sie sind wichtig für die Zukunft dieser besonderen Landschaft.

Die Weinberge an der Mosel sind viel mehr als Orte für den Weinbau. Dort leben viele Tiere und Pflanzen. Deshalb sind diese Weinberge etwas Besonderes. Aber die Landschaft verändert sich. Manche Weinberge werden nicht mehr bewirtschaftet. Fachleute haben darüber bei einem Symposium des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel gesprochen. Ein Symposium ist eine Tagung. Dort tauschen Fachleute ihr Wissen aus. Dabei wurde deutlich: Die Zukunft der steilen Weinberge hängt eng mit dem Schutz der Natur und mit dem Klima zusammen. Auch neue Ideen für die Nutzung der Flächen werden immer wichtiger. Sogar kleine Tiere spielen dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehören die Zippammer und verschiedene Heuschrecken.

 

Was passiert, wenn die Weinberge verschwinden?

 

Wer durch die Weinberge an der Mosel wandert, sieht nicht nur Reben.

Zwischen den Reben gibt es viele verschiedene Lebensräume.

Dort stehen Trockenmauern.

Es gibt Böschungen.

Und es gibt alte Wege.

In diesen Bereichen leben viele Tiere.

Zum Beispiel Mauereidechsen.

Oder Wildbienen.

Oder Schmetterlinge.

Auch Vögel und Heuschrecken leben dort.

Die Weinlandschaft an der Mosel ist deshalb viel mehr als ein Ort für den Weinbau.

Sie gehört zu den artenreichsten Landschaften in Deutschland.

Das bedeutet:

Dort leben besonders viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Im Projekt „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ beschäftigt uns schon lange eine wichtige Frage.

Seit Beginn der Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter wird immer wieder darüber gesprochen.

Es geht nicht nur um den Schutz von Tieren und Pflanzen.

Es gibt noch eine weitere Frage.

Was passiert, wenn die steilen Weinberge eines Tages nicht mehr genutzt werden?

Mit diesem Thema haben wir uns schon mehrmals beschäftigt.

Ein früherer Beitrag handelte von brachliegenden Weinbergen.

Brachliegende Weinberge werden nicht mehr bewirtschaftet.

Dadurch verändern sie sich.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://www.trierer-umschau.de/2026-04-17-bb/

Auch während unserer Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter war dieses Thema wichtig.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://www.trierer-umschau.de/2025-01-01c/

Dabei wurde deutlich:

Wenn ehemalige Weinberge langsam zuwachsen, ist das nicht nur ein natürlicher Vorgang.

Für viele Tiere und Pflanzen bedeutet das eine große Veränderung.

Ihr Lebensraum verändert sich.

Viele Tiere und Pflanzen brauchen offene und warme Flächen.

Sie brauchen auch unterschiedliche Bereiche.

Dazu gehören Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit nur wenigen Nährstoffen.

Auch Übergänge zwischen Wiesen und Gehölzen sind wichtig.

Gehölze sind Bäume und Sträucher.

Diese besondere Landschaft ist über viele Jahrhunderte entstanden.

Menschen haben sie durch ihre Arbeit geprägt.

 

Verbuschung ist auch nach dem Gesetz nicht gewünscht

 

Auch aus Sicht des Gesetzes ist dieses Thema wichtig.

Das zeigt die Gesetzeslage in Rheinland-Pfalz.

Es gibt schon seit vielen Jahren besondere Regeln.

Diese Regeln gelten für ehemalige Weinberge.

Manche Weinberge werden nicht mehr richtig gepflegt.

Dann wachsen dort viele Sträucher und andere Pflanzen.

Solche Flächen heißen auch „Drieschen“.

Das Wort „Drieschen“ ist ein altes Wort.

Gemeint sind verwilderte Weinberge.

Oder Weinberge, die nicht mehr richtig gepflegt werden.

Diese Regeln haben ein wichtiges Ziel.

Andere Weinberge sollen geschützt werden.

Schädlinge sollen sich nicht ausbreiten.

Schädlinge sind Tiere oder andere Lebewesen.

Sie können Pflanzen schädigen.

Auch Krankheiten der Reben sollen sich nicht weiter ausbreiten.

Reben sind die Pflanzen, an denen die Trauben wachsen.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz weist immer wieder auf dieses Problem hin.

Auch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz informiert darüber.

Mehr Informationen gibt es hier:

https://open.rlp.de/de/suchergebnisse/dataset/drieschen-verordnung

Weitere Informationen gibt es hier:

https://www.lwk-rlp.de/weinbau/detail/drieschen-wirksam-bekaempfen

Das zeigt:

Eine starke Verbuschung ehemaliger Weinberge ist nicht gewünscht.

Das gilt für den Weinbau.

Und das gilt auch für den Pflanzenschutz.

Pflanzenschutz bedeutet:

Pflanzen sollen gesund bleiben.

Sie sollen vor Krankheiten und Schädlingen geschützt werden.

 

Warum offene Weinberge nicht immer erhalten werden können

 

In der Wirklichkeit ist die Lage oft schwierig.

Vor allem die Arbeit in steilen Weinbergen ist sehr anstrengend.

Sie kostet viel Zeit.

Und sie kostet viel Geld.

Viele frühere Winzerfamilien besitzen ihre Flächen noch.

Aber manche Familien haben ihren Betrieb aufgegeben.

Danach fehlt oft das Geld für die weitere Pflege.

Es gibt noch weitere Probleme.

Die Kosten sind hoch.

Manchmal gehören einzelne Flächen verschiedenen Menschen.

Dadurch wird die Bewirtschaftung schwieriger.

Nicht immer gibt es Nachfolger.

Auch die Erträge sind oft gering.

Erträge sind die Einnahmen aus dem Weinbau.

Hinzu kommt der Strukturwandel.

Strukturwandel ist ein schweres Wort.

Das Wort bedeutet:

Die Bedingungen für den Weinbau verändern sich.

Dadurch verändern sich auch viele Betriebe.

Manche Betriebe müssen ihre Arbeit beenden.

Dann werden einzelne Weinberge nicht mehr bewirtschaftet.

Sie fallen brach.

Das bedeutet:

Die Flächen werden nicht mehr genutzt.

Viele frühere Winzer können die Pflege ihrer ehemaligen Rebflächen nicht zusätzlich bezahlen.

Das ist verständlich.

Deshalb suchen viele Menschen nach anderen Lösungen.

 

Zwischen Künstlicher Intelligenz, Artenvielfalt und Trockenmauern

 

Das Thema beschäftigt viele Menschen bis heute.

Auch während unserer Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter wurde immer wieder darüber gesprochen.

Besonders wichtig war dabei ein Seminar der Landespflege des DLR Mosel.

Die Leitung hatte Carsten Neß.

Dabei wurde immer wieder deutlich:

Trockenmauern und Böschungen sind für viele Tiere und Pflanzen sehr wichtig.

Sie bieten Lebensräume.

Dort finden viele Arten Nahrung und Schutz.

Das DLR Mosel veranstaltete später ein Symposium.

Der Titel lautete:

„Die Zukunft wächst am Hang – Weinbau, Wandel, Biodiversität“.

Ein Symposium ist eine Tagung.

Dort tauschen Fachleute ihr Wissen aus.

Dabei wurde deutlich:

Viele Entwicklungen hängen zusammen.

Der Steillagenweinbau steht vor großen wirtschaftlichen Problemen.

Gleichzeitig gehören diese Flächen zu den wichtigsten Lebensräumen in Rheinland-Pfalz.

Fachleute sprechen auch von einem Hotspot der Biodiversität.

Das Wort Biodiversität ist schwer.

Es bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Ein Hotspot ist ein Gebiet mit besonders vielen Arten.

Gleichzeitig entstehen neue Ideen.

Dazu gehört die Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz wird oft mit KI abgekürzt.

Computer können damit bestimmte Aufgaben selbstständig erledigen.

Auch neue Maschinen werden entwickelt.

Manche Maschinen arbeiten selbstständig.

Außerdem gibt es Drohnen.

Drohnen sind kleine Fluggeräte ohne Piloten.

Auch neue Formen der Bewirtschaftung werden untersucht.

Sie sollen helfen, den Steillagenweinbau zu erhalten.

Doch nicht überall wird Weinbau dauerhaft möglich sein.

Darum stellt sich eine weitere Frage.

Wie kann die Landschaft trotzdem offen bleiben?

Deshalb untersuchen Fachleute auch die Beweidung mit Schafen und Ziegen.

Die Tiere fressen Gräser und Sträucher.

Dadurch wachsen die Flächen nicht so schnell zu.

So können wichtige Lebensräume erhalten bleiben.

Fachleute sprechen dabei von einer extensiven Beweidung.

Das Wort ist schwer.

Es bedeutet:

Die Tiere leben mit viel Platz in der Landschaft.

Und die Flächen werden nur schonend genutzt.

 

Weinberge helfen dem Klima und der Natur

 

Inzwischen untersuchen Fachleute noch einen weiteren Bereich.

Es geht nicht nur um Tiere und Pflanzen.

Es geht auch um den Nutzen der Natur.

Offene Weinberge sind wichtig.

Sie helfen vielen Lebewesen.

Aber sie helfen auch den Menschen.

Fachleute sprechen dabei von Naturkapital.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Naturkapital bedeutet:

Die Natur hat einen großen Wert.

Die Natur kann den Menschen helfen.

Wissenschaftler benutzen noch ein anderes schweres Wort.

Sie sprechen von Ökosystemleistungen.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Ökosystemleistungen sind Leistungen der Natur.

Die Natur übernimmt viele wichtige Aufgaben.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://publications.zalf.de/publications/4cc12ccb-e97f-4314-8b19-51ae9fa8499e.pdf

Dazu gehören zum Beispiel:

● Die Natur schützt den Boden.

Starker Regen kann Erde wegspülen.

Das schwere Wort dafür heißt Bodenerosion.

● Die Natur speichert Kohlenstoff.

Kohlenstoff ist ein Stoff.

Er kommt auch in Pflanzen und im Boden vor.

Wenn Kohlenstoff im Boden bleibt, hilft das dem Klima.

● Die Natur hilft beim Wasserhaushalt.

Das bedeutet:

Wasser kann gespeichert werden.

Und Wasser kann langsam wieder abgegeben werden.

● Die Landschaft kann sich im Sommer weniger stark aufheizen.

Dadurch bleibt die Umgebung kühler.

● Viele Menschen besuchen die Mosel.

Sie erholen sich dort.

Dadurch ist die Region auch für den Tourismus wichtig.

Tourismus bedeutet:

Menschen machen Urlaub und besuchen eine Region.

● Die typische Landschaft an der Mosel bleibt erhalten.

Viele Menschen mögen dieses besondere Landschaftsbild.

Vor allem der Klimaschutz wird immer wichtiger.

Darum untersuchen Wissenschaftler die Weinberge genauer.

Es gibt dazu ein Forschungsprojekt.

Das Projekt heißt „VitiSoil“.

Ein Forschungsprojekt ist eine wissenschaftliche Untersuchung.

Dabei arbeiten verschiedene Fachleute zusammen.

Wissenschaftler aus Jülich und aus Bonn untersuchen die Böden in den Weinbergen.

Sie möchten herausfinden:

Wie kann mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert werden?

Das Ziel ist klar.

Die Böden sollen noch mehr zum Klimaschutz beitragen.

Weinberge könnten dadurch zu natürlichen Helfern für das Klima werden.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/feature/weinberge-als-klimaschuetzer

Dadurch könnten offene Steillagen in Zukunft noch wichtiger werden.

Vielleicht wird später nicht nur auf die Menge der Trauben geschaut.

Vielleicht wird auch gefragt:

Wie gut schützen die Weinberge das Klima?

Wie gut schützen sie den Boden?

Wie wichtig sind sie für Tiere und Pflanzen?

Und wie wichtig sind sie für den Wasserhaushalt?

Der Wasserhaushalt beschreibt den Umgang mit dem Wasser in der Natur.

Er sorgt dafür, dass Wasser gespeichert und verteilt werden kann.

 

Die große Aufgabe der kommenden Jahre

 

Vielleicht besteht die wichtigste Aufgabe der Zukunft nicht nur darin, Weinberge zu erhalten.

Es geht um noch mehr.

Es geht um die Frage:

Wie können Wirtschaft, Klimaschutz und Artenvielfalt zusammenpassen?

Artenvielfalt bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Auch die wirtschaftliche Seite ist wichtig.

Ein Betrieb muss genügend Geld verdienen.

Nur dann kann er dauerhaft bestehen.

Fachleute sprechen von wirtschaftlicher Tragfähigkeit.

Das Wort ist schwer.

Es bedeutet:

Ein Betrieb muss auf Dauer bezahlt werden können.

Frühere Winzerfamilien können diese große Aufgabe nicht allein tragen.

Das ist leicht zu verstehen.

Darum werden neue Lösungen immer wichtiger.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Zum Beispiel neue Formen der Bewirtschaftung.

Oder Maßnahmen zum Schutz der Natur.

Auch Schafe und Ziegen können helfen.

Sie halten die Flächen offen.

Vielleicht werden in Zukunft noch weitere Ideen entwickelt.

Sie sollen helfen, diese besondere Landschaft zu erhalten.

 

Neugierig auf die Bewohner der Moselweinberge

 

Vor diesem Hintergrund ist die Pressemitteilung des DLR Mosel besonders interessant.

Sie zeigt:

Viele Themen hängen zusammen.

Dazu gehören der Weinbau.

Und der Klimawandel.

Und die Artenvielfalt.

Auch der Strukturwandel gehört dazu.

Strukturwandel ist ein schweres Wort.

Das Wort bedeutet:

Die Bedingungen für den Weinbau verändern sich.

Dadurch verändern sich auch viele Betriebe.

Diese Zusammenhänge haben uns neugierig gemacht.

Wir haben uns schon früher mit der Mauereidechse beschäftigt.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://www.trierer-umschau.de/2026-06-02-bb/

Im Herbarium „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ möchten wir noch mehr Tiere kennenlernen.

Ein Herbarium ist eine Sammlung.

Darin werden Pflanzen und andere Informationen aus der Natur dokumentiert.

Uns interessieren besonders einige typische Bewohner der Moselweinberge.

Dazu gehört die Zippammer.

Die Zippammer ist ein kleiner Singvogel.

Außerdem interessieren uns drei Heuschreckenarten.

Darauf hat Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz während des Symposiums besonders hingewiesen.

Eine dieser Arten ist die Gemeine Sichelschrecke.

Sie gehört zu den Heuschrecken.

Eine weitere Art ist das Weinhähnchen.

Auch das Weinhähnchen ist eine Heuschrecke.

Die dritte Art ist die Steppen-Sattelschrecke.

Dr. Carsten Renker bezeichnete sie sogar als eine Ikone unter den Heuschrecken in Rheinland-Pfalz.

Das Wort Ikone ist schwer.

Es bedeutet:

Diese Art ist etwas ganz Besonderes.

Sie ist für Rheinland-Pfalz von großer Bedeutung.

Vielleicht zeigen gerade diese kleinen Tiere, warum es bei den Steillagen an der Mosel um viel mehr geht als nur um Wein.

Es geht um eine besondere Landschaft.

Diese Landschaft ist über viele Jahrhunderte entstanden.

Menschen haben sie durch ihre Arbeit geprägt.

Heute stellt sich eine wichtige Frage.

Wie können wir diese Landschaft bewahren?

Und wie können wir sie an kommende Generationen weitergeben?

Kommende Generationen sind die Menschen, die nach uns leben.

 

 

Weinbau und Natur in steilen Weinbergen schützen

 

Was passiert, wenn es keinen Weinbau mehr in den steilen Weinbergen gibt?

 

Das DLR Mosel veranstaltet jedes Jahr ein Symposium.

Ein Symposium ist eine Tagung.

Dort treffen sich Fachleute.

Sie tauschen Wissen und Erfahrungen aus.

Das Symposium fand zum Beginn der Woche der Artenvielfalt statt.

Die Veranstaltung war am 21. Mai 2026.

Sie fand im Bürgerhaus in Kanzem statt.

Etwa 85 Menschen nahmen daran teil.

Das Thema lautete:

„Die Zukunft wächst am Hang – Weinbau, Wandel, Biodiversität“.

Das Wort Biodiversität ist schwer.

Es bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Zum Abschluss gab es eine Exkursion.

Eine Exkursion ist ein gemeinsamer Ausflug.

Dabei lernen die Teilnehmenden etwas vor Ort.

Die Exkursion führte zu besonderen Orten an der Saar.

Dort gibt es viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Solche Gebiete werden auch Hotspots genannt.

Das Wort Hotspot ist schwer.

Es bedeutet:

An diesen Orten leben besonders viele Arten.

Torben Alles begrüßte die Teilnehmenden.

Er leitet die Abteilung Landentwicklung beim DLR Mosel.

Er erklärte:

Der Tagungsort Kanzem wurde bewusst ausgewählt.

Denn dort kann man gut erkennen:

Weinbau und Natur gehören eng zusammen.

Torben Alles erinnerte an den Wawerner Jesuitenberg.

Dort wurde vor einigen Jahren ein „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“ ausgezeichnet.

Damals war das Vorkommen der Gottesanbeterin noch etwas Besonderes.

Heute kommt die Gottesanbeterin im ganzen Moselgebiet vor.

Ein Grund dafür ist der Klimawandel.

Der Klimawandel verändert auch den Weinbau.

Außerdem verändert sich die Struktur des Weinbaus.

Fachleute sprechen vom Strukturwandel.

Das Wort Strukturwandel ist schwer.

Es bedeutet:

Die Bedingungen für den Weinbau verändern sich.

Dadurch verändern sich auch viele Betriebe.

Auch Bürgermeisterin Katherina Frey-Treseler sprach zu den Gästen.

Sie erklärte ihre enge Verbindung zur Weinlandschaft.

Sie ist Mutter.

Sie ist Naturerlebnisbegleiterin.

Und sie arbeitet als Winzerin im Jesuitenberg.

Der Schutz der Natur liegt ihr besonders am Herzen.

Natürliche Ressourcen sollen erhalten werden.

Natürliche Ressourcen sind wichtige Bestandteile der Natur.

Dazu gehören zum Beispiel Wasser.

Oder der Boden.

Oder Tiere und Pflanzen.

Die steilen Weinberge an der Mosel sind über viele Jahrhunderte entstanden.

Heute sind sie bedroht.

Immer mehr Rebflächen werden aufgegeben.

Während eines früheren Strukturwandels um die Jahrtausendwende gingen viele Flächen verloren.

Damals gab es etwa 12.500 Hektar Rebfläche.

Innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren wurden rund 3.500 Hektar nicht mehr genutzt.

Dr. Matthias Porten leitet die Abteilung Weinbau beim DLR Mosel.

Er warnte vor einer ähnlichen Entwicklung.

Diese Entwicklung könnte sich wiederholen.

Besonders deutlich wird die Veränderung bei der Zahl der Betriebe.

Bis zum Jahr 2035 könnten nur noch etwa zehn Prozent der Weinbaubetriebe bestehen.

Zum Vergleich:

Im Jahr 1980 gab es noch deutlich mehr Betriebe.

Dr. Matthias Porten sagte:

Die Zukunft des Steillagenweinbaus ist gefährdet.

Früher halfen neue Maschinen.

Zum Beispiel besondere Raupenfahrzeuge.

Heute setzt der Weinbau auf neue Technik.

Dazu gehört Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz wird auch KI genannt.

Computer können damit bestimmte Aufgaben selbstständig erledigen.

Auch Drohnen kommen zum Einsatz.

Drohnen sind kleine Fluggeräte ohne Piloten.

Außerdem werden selbstständig arbeitende Roboter eingesetzt.

Dr. Matthias Porten sieht noch eine weitere Möglichkeit.

Dabei werden Weinberge mit Querterrassen angelegt.

Diese Form der Bewirtschaftung kann mehrere Vorteile verbinden.

Sie kann wirtschaftliche Vorteile bringen.

Sie kann der Natur helfen.

Und sie kann die Arbeit für die Menschen erleichtern.

 

Warum steile Weinberge für Tiere und Pflanzen wichtig sind

 

Dr. Christoph Hoffmann vom Julius Kühn-Institut in Siebeldingen sprach über die Artenvielfalt.

Er machte deutlich:

Nicht alle Weinberge sind gleich.

Es gibt flache Weinberge.

Es gibt steile Weinberge.

Und es gibt besonders steile Weinberge.

Zwischen diesen Flächen gibt es Unterschiede.

Auch die Artenvielfalt ist unterschiedlich.

Artenvielfalt bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Besonders wichtig sind die verschiedenen Strukturen.

Auch die Art der Bewirtschaftung spielt eine große Rolle.

In vielen Weinbergen wachsen heute Pflanzen zwischen den Rebzeilen.

Fachleute sprechen von Rebzeilenbegrünung.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Zwischen den Reihen mit Reben wachsen Gräser und andere Pflanzen.

Dadurch finden viele Tiere Nahrung und Schutz.

Die Artenvielfalt hat dadurch zugenommen.

Das bedeutet:

Heute leben dort mehr verschiedene Tiere und Pflanzen.

Pilzkrankheiten können dem Wein schaden.

Darum müssen Winzer manchmal Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Einige Mittel wirken gegen Pilze.

Sie heißen Fungizide.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Fungizide sind Mittel gegen Pilzkrankheiten.

Nach den bisherigen Erkenntnissen haben diese Mittel nur geringe Auswirkungen auf die Zahl der Insekten.

Auch die Menge der Insekten verändert sich dadurch kaum.

Anders ist es bei Insektiziden.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Insektizide sind Mittel gegen Insekten.

Sie können für viele Insekten gefährlich sein.

Darum sollen sie nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden.

Einige Schädlinge kommen aus anderen Ländern.

Dazu gehört die Amerikanische Rebzikade.

Und auch der Japankäfer.

Diese Tiere können den Weinbau schädigen.

Darum müssen sie früh erkannt und bekämpft werden.

 

Was passiert mit Weinbergen nach dem Ende der Nutzung?

 

Auch Dr. Katja Seis vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück sprach über die Natur in den Weinbergen.

Sie erklärte die Veränderungen nach dem Ende des Weinbaus.

Zuerst wachsen Gräser und Kräuter.

Danach breiten sich Brombeeren und Wildrosen aus.

Später entstehen Sträucher.

Nach vielen Jahren wachsen dort Bäume.

Schließlich entsteht Wald.

Fachleute nennen diese Entwicklung Sukzession.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Sukzession bedeutet:

Die Natur verändert sich Schritt für Schritt.

Dabei entstehen nach und nach neue Pflanzen und Lebensräume.

Die größte Artenvielfalt entsteht oft dort, wo verschiedene Lebensräume nebeneinander liegen.

Zum Beispiel Rebflächen.

Oder offene Wiesen.

Oder Bereiche mit Sträuchern und Bäumen.

Diese Mischung ist besonders wertvoll.

Fachleute sprechen manchmal von einem Mosaik.

Das bedeutet:

Viele unterschiedliche Bereiche liegen dicht nebeneinander.

Darum denken Fachleute heute auch über neue Nutzungsmöglichkeiten nach.

Diese neuen Ideen sollen der Natur helfen.

Und sie sollen die Artenvielfalt fördern.

 

Vögel brauchen offene Landschaften

 

Niklas Böhm von der FÖA Landschaftsplanung in Trier sprach über die Vögel.

Er berichtete über die neue Rote Liste.

Die Rote Liste ist ein Verzeichnis.

Darin stehen Tierarten und Pflanzenarten, die bedroht sind.

Nach dieser Liste ist nur noch etwa ein Drittel der Vogelarten in Rheinland-Pfalz nicht gefährdet.

Besonders wichtig sind die typischen Vogelarten der Weinberge.

Diese Vögel brauchen offene Flächen.

Sie brauchen viele verschiedene Strukturen.

Stark zugewachsene Flächen helfen ihnen nicht.

Ein Beispiel ist die Zippammer.

Die Zippammer ist ein kleiner Singvogel.

Sie ist stark gefährdet.

Etwa 80 Prozent aller Zippammern in Deutschland leben in Rheinland-Pfalz.

Viele dieser Vögel leben im Moselgebiet.

 

Heuschrecken und der Klimawandel

 

Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz sprach über die Heuschrecken.

Vor allem wärmeliebende Arten profitieren vom Klimawandel.

Wärmeliebend bedeutet:

Diese Tiere mögen warme Lebensräume.

Einige Arten kommen heute häufiger vor als früher.

Manche Arten breiten sich weiter aus.

Dazu gehört die Gemeine Sichelschrecke.

Auch das Weinhähnchen gehört dazu.

Und die Steppen-Sattelschrecke.

Dr. Carsten Renker bezeichnete die Steppen-Sattelschrecke als eine Ikone.

Das Wort Ikone ist schwer.

Es bedeutet:

Diese Art ist etwas ganz Besonderes.

Sie ist für Rheinland-Pfalz von großer Bedeutung.

Aber nicht alle Tiere profitieren vom Klimawandel.

Es gibt auch Verlierer.

Vor allem Arten mit besonderen Ansprüchen sind gefährdet.

Dazu gehören Tiere, die nährstoffarme Flächen brauchen.

Nährstoffarm bedeutet:

Im Boden gibt es nur wenige Nährstoffe.

Gerade diese Lebensräume werden immer seltener.

 

Schmetterlinge brauchen viele verschiedene Lebensräume

 

Lea Böhm vom DLR Mosel sprach über die Schmetterlinge.

Die Weinberge an der Mosel sind für Schmetterlinge besonders wichtig.

Im Moseltal wurden 60 verschiedene Tagfalter-Arten nachgewiesen.

Das ist etwa ein Drittel aller Tagfalter-Arten in Deutschland.

Schmetterlinge brauchen unterschiedliche Lebensräume.

Sie brauchen Futterpflanzen.

Und sie brauchen blütenreiche Flächen.

Blütenreiche Flächen sind Wiesen mit vielen blühenden Pflanzen.

Diese Pflanzen liefern Nahrung.

Ein großes Problem ist die Verbuschung.

Immer mehr brachliegende Weinberge wachsen zu.

Dadurch gehen wichtige Lebensräume verloren.

Deshalb ist der Erhalt der Steillagenweinberge wichtig.

Ein Forschungsprojekt lief über viele Jahre.

Dabei zeigte sich:

Querterrassen sind besonders wertvoll.

Querterrassen sind Weinberge mit dauerhaft begrünten Böschungen.

Dort finden Schmetterlinge gute Lebensbedingungen.

Davon profitieren die Tiere.

Und auch der Weinbau profitiert.

 

Trockenmauern sind wichtige Lebensräume

 

Sascha Schleich vom Büro für Freilanderfassung und Artenschutz in Waldböckelheim sprach über Reptilien.

Reptilien sind zum Beispiel Eidechsen.

Oder Schlangen.

Die Mauereidechse kommt an der Mosel noch häufig vor.

Sie braucht geeignete Lebensräume.

Außerdem müssen die einzelnen Lebensräume miteinander verbunden sein.

Fachleute sprechen von Vernetzung.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Vernetzung bedeutet:

Tiere müssen von einem Lebensraum zum nächsten gelangen können.

Wenn Lebensräume voneinander getrennt sind, entstehen Probleme.

Dann können einzelne Gruppen von Tieren isoliert werden.

Das bedeutet:

Sie leben getrennt voneinander.

Dadurch können sie langfristig gefährdet werden.

Trockenmauern sind für die Mauereidechse besonders wichtig.

Aber sie helfen auch vielen anderen Tieren.

Viele Arten überwintern dort.

Die Mauern bieten Schutz.

Und sie schützen vor Frost.

Darum haben Trockenmauern einen großen Wert für die Natur.

Fachleute sprechen auch von einem hohen ökologischen Wert.

Das Wort ökologisch ist schwer.

Es bedeutet:

Etwas ist wichtig für die Natur und für die Umwelt.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge

Herbarium

 

Die Zippammer
Ein typischer Vogel der offenen Weinberge

 

Name

● Name: Zippammer

● Wissenschaftlicher Name: Emberiza cia

Der wissenschaftliche Name ist ein lateinischer Name.

Fachleute auf der ganzen Welt verwenden diesen Namen.

Kurze Beschreibung der Tierart

Die Zippammer gehört zur Familie der Ammern.

Ammern sind Singvögel.

Die Zippammer lebt gern in trockenen Landschaften.

Sie mag felsige Bereiche.

Und sie braucht viele verschiedene Strukturen.

Strukturen sind zum Beispiel:

Trockenmauern.

Böschungen.

Sträucher.

Oder einzelne Bäume.

Die Zippammer ist etwas kleiner als ein Star.

Sie wird ungefähr 15 bis 17 Zentimeter lang.

Besonders auffällig ist ihr Kopf.

Der Kopf ist grau.

Auf dem Kopf verlaufen dunkle Streifen.

Auch ihr Gesang ist typisch.

Er klingt weich und melodisch.

Der Gesang besteht aus kurzen Strophen.

Strophen sind einzelne Teile des Gesangs.

Für Deutschland hat die Moselregion eine besondere Bedeutung.

Viele Zippammern leben in Rheinland-Pfalz.

Besonders häufig kommen sie in den Steillagen an Mosel, Saar und Ruwer vor.

Wie leben die Tiere?

Außerhalb der Brutzeit leben Zippammern oft zu zweit.

Oder sie leben in kleinen Gruppen.

Während der Brutzeit verteidigen sie ihr eigenes Gebiet.

Ein solches Gebiet heißt Revier.

Die Zippammer baut keine Höhlen.

Sie hält auch keinen Winterschlaf.

Die meisten Zippammern bleiben das ganze Jahr in ihrer Heimat.

Fachleute nennen solche Vögel Standvögel.

Ein Standvogel zieht im Winter nicht in den Süden.

Einige Tiere ziehen im Winter nur kurze Strecken.

Sie suchen sich wärmere oder geschützte Gebiete.

Zippammern bewegen sich oft hüpfend auf dem Boden.

Sie sitzen gern auf Trockenmauern.

Oder auf Felsen.

Oder auf einzelnen Sträuchern.

Immer wieder wechseln sie zwischen dem Boden und erhöhten Sitzplätzen.

Diese Sitzplätze heißen Ansitzwarten.

Von dort aus können die Tiere ihre Umgebung beobachten.

Welche Sinnesorgane nutzt die Zippammer?

Die Zippammer kann sehr gut sehen.

Die Augen helfen bei der Suche nach Nahrung.

Außerdem helfen die Augen dabei, Feinde zu erkennen.

Auch das Gehör ist wichtig.

Damit hören sich die Partner gegenseitig.

Und damit erkennen sie andere Zippammern in der Nähe.

Der Tastsinn hilft beim Nestbau.

Und er hilft bei der Versorgung der Jungvögel.

Der Geruchssinn ist dagegen nur schwach ausgeprägt.

Das bedeutet:

Riechen ist für die Zippammer nicht besonders wichtig.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich.

Die Unterschiede sind klein.

Das Männchen hat oft etwas stärkere Farben.

Seine Zeichnung wirkt deutlicher.

Das Weibchen ist meist etwas unauffälliger.

Beide Geschlechter haben den typischen grauen Kopf.

Und beide besitzen die dunklen Streifen.

Auch der Rücken ist bei beiden rostbraun.

Die Größe ist fast gleich.

Paarung und Fortpflanzung

Im Frühjahr beginnt die Balz.

Balz bedeutet:

Männchen und Weibchen finden einen Partner.

Die Männchen singen dabei von erhöhten Plätzen aus.

Mit ihrem Gesang zeigen sie:

Dieses Gebiet gehört mir.

Das Nest liegt meist dicht über dem Boden.

Oder zwischen Steinen.

Oder an Trockenmauern.

Auch Böschungen und niedrige Sträucher werden genutzt.

● Das Weibchen legt meistens drei bis fünf Eier.

● Die Eier werden ungefähr zwölf bis vierzehn Tage lang bebrütet.

Brüten bedeutet:

Die Eier werden warm gehalten.

● Beide Eltern kümmern sich um die Jungvögel.

● Oft ziehen die Tiere zwei Bruten in einem Jahr groß.

Geburt, Geschlechtsreife und Alter

● Die jungen Zippammern verlassen das Nest nach ungefähr zwei Wochen.

● Nach etwa einem Jahr können sie selbst Junge bekommen.

Fachleute sagen dazu:

Die Tiere werden geschlechtsreif.

● In der Natur werden viele Zippammern drei bis sechs Jahre alt.

● Manche Tiere werden noch älter.

● Die älteste bekannte Zippammer wurde mehr als zehn Jahre alt.

Der Vogel trug einen Ring.

Dadurch konnte sein Alter bestimmt werden.

Der Jahresablauf der Zippammer

Frühjahr

Im Frühjahr beginnt die Balz.

Balz bedeutet:

Die Tiere suchen einen Partner.

Außerdem beginnen sie mit der Bildung ihres Reviers.

Ein Revier ist das Gebiet, in dem ein Tier lebt.

Und das es gegen andere Tiere verteidigt.

Frühsommer

Im Frühsommer beginnt die Brutzeit.

Die Eltern kümmern sich um die Jungvögel.

Sie versorgen die Jungen mit Nahrung.

Hochsommer

Viele Zippammern ziehen noch ein zweites Mal Junge groß.

Fachleute sprechen von einer zweiten Brut.

Herbst

Im Herbst bilden sich kleine Gruppen.

Die Suche nach Nahrung wird immer wichtiger.

Winter

Viele Zippammern bleiben in ihrer Heimat.

Sie suchen geschützte Orte auf.

Zum Beispiel Bereiche mit Sträuchern oder Trockenmauern.

Welche Nahrung hat die Zippammer?

Im Laufe des Jahres verändert sich die Nahrung.

● Samen von Gräsern und Kräutern sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.

Samen sind kleine Pflanzenteile.

Aus ihnen können neue Pflanzen wachsen.

● Während der Brutzeit fressen Zippammern viele Insekten.

Auch deren Larven gehören zur Nahrung.

Larven sind die jungen Entwicklungsformen vieler Insekten.

● Außerdem werden kleine Spinnen gefressen.

● Im Herbst und Winter fressen die Tiere vor allem pflanzliche Nahrung.

Wo lebt die Zippammer?

Die Zippammer kommt in vielen Ländern vor.

Sie lebt in Süd-Europa.

Und in Mittel-Europa.

Außerdem lebt sie in Teilen von Nordafrika.

Und in einigen Gebieten Asiens.

In Deutschland leben besonders viele Zippammern in Rheinland-Pfalz.

Besonders wichtig sind diese Regionen:

● Die Mosel.

● Die Saar.

● Die Ruwer.

● Der Mittelrhein.

● Die Nahe.

● Teile der Pfalz.

Etwa vier von fünf Zippammern in Deutschland leben in Rheinland-Pfalz.

Das ist ein sehr großer Anteil.

Welches Gebiet braucht die Zippammer?

Eine Zippammer braucht ein eigenes Revier.

Ein Revier umfasst meist mehrere tausend Quadratmeter.

Wichtig sind dabei:

● Trockenmauern.

● Offene Böschungen.

● Einzelne Sträucher.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit nur wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft besondere Pflanzen.

● Kleine Gehölze.

Gehölze sind Bäume und Sträucher.

● Felsige Bereiche.

Stark zugewachsene Flächen meidet die Zippammer.

Fachleute sprechen von Verbuschung.

Das bedeutet:

Immer mehr Sträucher und Bäume wachsen auf einer Fläche.

Dadurch verschwinden offene Bereiche.

Diese offenen Bereiche braucht die Zippammer zum Leben.

Wie schützt sich die Zippammer?

Die Farben der Zippammer helfen ihr bei der Tarnung.

Das Gefieder ist braun und grau.

Dadurch fällt der Vogel in seiner Umgebung kaum auf.

Die Nester sind oft gut versteckt.

Sie liegen zwischen Steinen.

Oder zwischen Pflanzen.

Bei Gefahr fliegt die Zippammer schnell in Deckung.

Deckung bedeutet:

Das Tier versteckt sich an einem geschützten Ort.

Manchmal bleibt die Zippammer auch ganz ruhig sitzen.

Dadurch wird sie von Feinden oft nicht entdeckt.

Gegen größere Feinde verteidigt sich die Zippammer nur selten aktiv.

Welche Gefahren gibt es für die Zippammer?

Die Zippammer gehört in Deutschland zu den gefährdeten Vogelarten.

Das bedeutet:

Es gibt immer weniger Zippammern.

Deshalb muss die Art besonders geschützt werden.

Zu den größten Gefahren gehören:

● Immer mehr Weinberge werden aufgegeben.

● Ehemalige Steillagen wachsen mit Sträuchern und Bäumen zu.

Fachleute sprechen von Verbuschung.

● Trockenmauern verschwinden.

● Manche Gruppen von Zippammern leben weit voneinander entfernt.

Dadurch wird der Austausch zwischen den Tieren schwieriger.

Fachleute sprechen von Isolation.

Isolation bedeutet:

Einzelne Gruppen leben getrennt voneinander.

● Manche Lebensräume werden sehr intensiv genutzt.

Dadurch gehen wichtige Strukturen verloren.

● Während der Brutzeit können Störungen gefährlich sein.

Zum Beispiel durch Arbeiten in der Nähe des Nestes.

Oder durch häufige Störungen.

Auch natürliche Feinde gibt es.

Dazu gehören:

● Greifvögel.

Greifvögel sind zum Beispiel Falken oder Habichte.

● Marder.

● Füchse.

● Katzen.

Nach der Roten Liste gilt die Zippammer in Deutschland als stark gefährdet.

Die Rote Liste ist ein Verzeichnis.

Darin werden bedrohte Tierarten und Pflanzenarten erfasst.

Welche Bedeutung hat die Zippammer für die Natur?

Die Zippammer ist ein wichtiger Bewohner der Weinbergslandschaft.

Sie frisst viele Insekten.

Dadurch hilft sie dabei, die Zahl bestimmter Insekten zu regulieren.

Regulieren bedeutet:

Die Zahl der Tiere bleibt im Gleichgewicht.

Außerdem dient die Zippammer anderen Tieren als Nahrung.

Für Fachleute ist die Zippammer besonders wichtig.

Sie gilt als Zeigerart.

Das Wort Zeigerart ist schwer.

Darum erklären wir es.

Eine Zeigerart zeigt an, wie gut ein Lebensraum erhalten ist.

Wo Zippammern leben, gibt es oft noch viele andere seltene Tiere und Pflanzen.

Darum ist die Zippammer ein Zeichen für eine artenreiche Landschaft.

Artenreich bedeutet:

Dort leben viele verschiedene Tiere und Pflanzen.

Wo kann ich die Zippammer an der Mosel beobachten?

Besonders gute Lebensräume sind:

● Strukturreiche Steillagen an der Mittelmosel.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Trockenmauern, Böschungen und einzelne Sträucher.

● Die Regionen an Saar und Ruwer.

● Ehemalige Weinberge mit offenen Flächen.

● Trockenmauern.

● Felsige Hänge.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft seltene Pflanzen.

Bekannte Gebiete mit Zippammern liegen zum Beispiel bei:

● Kanzem.

● Wawern.

● Wiltingen.

● Trittenheim.

● Neumagen-Dhron.

● Piesport.

● Bremm.

● Winningen.

Besonders gute Beobachtungszeiten sind die frühen Morgenstunden im Frühjahr.

Dann singen die Männchen besonders häufig.

Gibt es Zippammern auch im Garten?

In normalen Wohngebieten sind Zippammern selten.

Sie kommen nur gelegentlich in große naturnahe Gärten.

Solche Gärten liegen oft in der Nähe von Weinbergen.

Oder an trockenen Hängen.

Naturnah bedeutet:

Der Garten bietet vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum.

Typische Gartenvögel sind Zippammern jedoch nicht.

Sie kommen im Garten deutlich seltener vor als Amseln oder Meisen.

Welche Bedeutung hat die Zippammer für die Wirtschaft?

Die Zippammer hat keine große direkte wirtschaftliche Bedeutung.

Das bedeutet:

Mit der Zippammer wird kein Geld verdient.

Indirekt ist die Art aber trotzdem wichtig.

Viele Menschen besuchen die Mosel wegen ihrer schönen Landschaft.

Und wegen ihrer reichen Tierwelt.

Fachleute sprechen von Naturtourismus.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Naturtourismus bedeutet:

Menschen reisen in eine Region, um Tiere, Pflanzen und Landschaften zu erleben.

Die artenreiche Weinlandschaft an der Mosel ist ein Anziehungspunkt für viele Menschen.

Dazu gehören:

● Wanderer.

● Naturfreunde.

● Fotografen.

● Vogelbeobachter.

Dadurch profitieren auch Hotels.

Oder Gaststätten.

Oder andere Betriebe.

Die Zippammer gehört deshalb zum natürlichen Reichtum der Region.

Fachleute sprechen auch von Naturkapital.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Naturkapital bedeutet:

Die Natur hat einen großen Wert.

Auch für die Menschen.

Welche Bedeutung hat die Zippammer für die Natur?

Die Zippammer ist eine wichtige Leitart.

Und sie ist eine wichtige Zeigerart.

Das Wort Leitart ist schwer.

Eine Leitart ist ein typischer Vertreter eines Lebensraumes.

Das Wort Zeigerart ist ebenfalls schwer.

Eine Zeigerart zeigt an, ob ein Lebensraum noch gut erhalten ist.

Die Zippammer zeigt:

Diese Landschaft besitzt noch viele verschiedene Strukturen.

Dazu gehören zum Beispiel Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder einzelne Sträucher.

Die Anwesenheit der Zippammer weist oft auf wichtige Merkmale hin.

Dazu gehören:

● Eine hohe Artenvielfalt.

Artenvielfalt bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben dort.

Fachleute sprechen auch von Biodiversität.

● Gut erhaltene Trockenmauern.

● Blütenreiche Säume.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

● Viele unterschiedliche Lebensräume.

Darum ist die Zippammer ein wichtiger Botschafter der traditionellen Weinlandschaft.

Traditionell bedeutet:

Diese Landschaft ist über viele Jahrhunderte entstanden.

Und sie wurde von den Menschen geprägt.

Gibt es religiöse oder symbolische Bedeutungen?

Besondere religiöse Geschichten über die Zippammer sind nicht bekannt.

Auch aus der Mythologie sind kaum Überlieferungen bekannt.

Mythologie bedeutet:

Alte Geschichten und Erzählungen.

Viele Menschen verbinden Singvögel jedoch mit bestimmten Eigenschaften.

Dazu gehören:

● Hoffnung.

● Erneuerung.

Erneuerung bedeutet:

Etwas beginnt neu.

● Leichtigkeit.

● Ein gutes Zusammenleben von Mensch und Natur.

Heute kann die Zippammer als Symbol für die offene und artenreiche Weinlandschaft an Mosel, Saar und Ruwer gesehen werden.

Sie steht für eine Landschaft mit vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen.

Darum bezeichnen Fachleute die Zippammer als eine wichtige Charakterart der Steillagenweinberge.

Das Wort Charakterart ist schwer.

Es bedeutet:

Diese Tierart ist besonders typisch für einen bestimmten Lebensraum.

Wo die Zippammer singt, gibt es oft noch einen Teil der alten Weinbergslandschaft.

Diese Landschaft ist über viele Jahrhunderte entstanden.

Sie prägt die Regionen an Mosel, Saar und Ruwer bis heute.

Darum ist die Zippammer viel mehr als nur ein kleiner Singvogel.

Sie ist auch ein Zeichen für eine lebendige und artenreiche Kulturlandschaft.

Das Wort Kulturlandschaft ist schwer.

Eine Kulturlandschaft ist eine Landschaft, die durch die Arbeit der Menschen entstanden ist.

Und die gleichzeitig vielen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge

Herbarium

 

Die Gemeine Sichelschrecke
Die grüne Heuschrecke der warmen Weinberge

 

Name

● Name: Gemeine Sichelschrecke.

● Wissenschaftlicher Name: Phaneroptera falcata.

Der wissenschaftliche Name ist ein lateinischer Name.

Fachleute in vielen Ländern benutzen diesen Namen.

Kurze Beschreibung der Tierart

Die Gemeine Sichelschrecke gehört zu den Langfühlerschrecken.

Langfühlerschrecken sind Heuschrecken mit sehr langen Fühlern.

Die Gemeine Sichelschrecke ist meist hellgrün.

Ihr Körper ist schlank.

Besonders auffällig sind die Flügelspitzen.

Sie sind gebogen.

Sie sehen wie kleine Sicheln aus.

Eine Sichel ist ein gebogenes Werkzeug.

Deshalb heißt die Art Gemeine Sichelschrecke.

Die Männchen werden etwa 12 bis 18 Millimeter lang.

Die Weibchen werden etwas größer.

Sie erreichen eine Länge von etwa 15 bis 21 Millimetern.

Damit gehört die Gemeine Sichelschrecke zu den kleineren Heuschrecken in Europa.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art stark ausgebreitet.

Heute kommt sie in vielen Regionen häufiger vor als früher.

Fachleute bezeichnen sie deshalb als einen Gewinner des Klimawandels.

Das bedeutet:

Die Art profitiert bisher von den höheren Temperaturen.

Wie leben die Tiere?

Die Gemeine Sichelschrecke lebt meistens allein.

Nur an besonders günstigen Orten leben mehrere Tiere zusammen.

Die Art lebt besonders gern in:

● Hochstaudenfluren.

Hochstauden sind hohe Pflanzen mit weichen Stängeln.

● Weinbergsbrachen.

Das sind ehemalige Weinberge.

Sie werden nicht mehr bewirtschaftet.

● Säumen.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

● Hecken.

● Trockenrasen.

Trockenrasen sind trockene Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit besonders wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft seltene Pflanzen.

● Verbuschten Böschungen.

Das sind Böschungen mit Sträuchern und kleinen Bäumen.

Die Tiere halten keinen Winterschlaf.

Nur die Eier überstehen den Winter.

Die erwachsenen Tiere erscheinen im Sommer.

Im Herbst sterben sie.

Seit vielen Jahren breitet sich die Gemeine Sichelschrecke weiter nach Norden aus.

Dadurch besiedelt sie neue Gebiete.

Die Tiere bewegen sich vor allem kletternd.

Und sie springen.

Im Unterschied zu vielen Feldheuschrecken fliegen sie nur selten über größere Entfernungen.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Die Gemeine Sichelschrecke besitzt mehrere gut entwickelte Sinnesorgane.

● Die Facettenaugen helfen beim Sehen.

Facettenaugen bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen.

● Die langen Fühler dienen zum Tasten.

Außerdem nehmen sie Luftbewegungen wahr.

● An den Vorderbeinen befinden sich besondere Hörorgane.

Diese heißen Tympanalorgane.

Sie helfen beim Hören.

● Kleine Sinneshaare nehmen Berührungen wahr.

Und sie spüren Erschütterungen.

Besonders wichtig sind die Fühler.

Und auch das Gehör.

Damit können Weibchen und Männchen miteinander in Kontakt treten.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Männchen und Weibchen sind meist grün gefärbt.

Das Weibchen ist oft etwas größer.

Und es ist kräftiger gebaut.

Besonders auffällig ist der Legebohrer.

Der Legebohrer ist ein Organ zur Eiablage.

Er ist lang.

Und er ist nach oben gebogen.

Das Männchen besitzt keinen Legebohrer.

Außerdem ist das Männchen meist etwas schlanker.

Die Farben unterscheiden sich kaum.

Paarung und Fortpflanzung

Die Paarungszeit dauert meistens von Juli bis September.

Die Männchen locken die Weibchen mit ihrem Gesang an.

Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne Eier ab.

Die Eier werden zwischen Blätter gelegt.

Oder in Pflanzengewebe.

Pflanzengewebe sind die verschiedenen Teile einer Pflanze.

● Die Eier überstehen den Winter.

● Im nächsten Frühjahr oder Frühsommer schlüpfen die Jungtiere.

● Die Jungtiere wachsen nicht auf einmal.

Sie häuten sich mehrmals.

Häutung bedeutet:

Die Tiere streifen ihre alte Haut ab.

Danach können sie weiter wachsen.

Geburt, Geschlechtsreife und Alter

● Die Jungtiere schlüpfen meistens zwischen Mai und Juni.

Schlüpfen bedeutet:

Die jungen Tiere kommen aus den Eiern.

● Nach fünf bis sieben Häutungen sind die Tiere ausgewachsen.

Häutung bedeutet:

Die alte Haut wird abgestreift.

Danach kann das Tier weiter wachsen.

● Im Sommer werden die Tiere geschlechtsreif.

Geschlechtsreif bedeutet:

Die Tiere können nun selbst für Nachwuchs sorgen.

● Erwachsene Tiere leben meistens bis Oktober.

● Eine Generation lebt ungefähr ein Jahr.

Eine Generation umfasst den gesamten Lebenszyklus.

Also von den Eiern bis zum Tod der erwachsenen Tiere.

● Als ausgewachsene Heuschrecken leben die Tiere oft nur wenige Monate.

Der Jahresablauf der Gemeinen Sichelschrecke

Winter

Die Eier überwintern.

Die erwachsenen Tiere sind bereits gestorben.

Frühjahr

Aus den Eiern schlüpfen die Jungtiere.

Frühsommer

Die jungen Tiere wachsen.

Dabei häuten sie sich mehrmals.

Hochsommer

Die erwachsenen Tiere erscheinen.

Nun können sie sich fortpflanzen.

Sommer und Herbst

Die Paarungszeit beginnt.

Die Weibchen legen ihre Eier ab.

Spätherbst

Die erwachsenen Tiere sterben.

Nur die Eier überstehen den Winter.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Die Gemeine Sichelschrecke frisst überwiegend Pflanzen.

Zu ihrer Nahrung gehören:

● Blätter.

● Gräser.

● Kräuter.

Kräuter sind kleine Pflanzen.

Viele Kräuter haben Blüten.

● Blüten.

● Samen.

Samen sind Pflanzenteile.

Aus ihnen können neue Pflanzen wachsen.

Manchmal frisst die Gemeine Sichelschrecke auch kleine Tiere.

Dazu gehören:

● Blattläuse.

Blattläuse sind kleine Insekten.

Sie saugen Pflanzensaft.

● Kleine Raupen.

Raupen sind die Larven von Schmetterlingen.

● Andere kleine Insekten.

Fachleute bezeichnen die Gemeine Sichelschrecke als Allesfresser.

Das bedeutet:

Sie frisst verschiedene Arten von Nahrung.

Trotzdem besteht ihre Nahrung überwiegend aus Pflanzen.

Wo lebt die Gemeine Sichelschrecke?

Die Art lebt in vielen Teilen Europas.

Außerdem kommt sie bis nach Westasien vor.

In Deutschland liegt ein Schwerpunkt im Südwesten.

In Rheinland-Pfalz findet man die Gemeine Sichelschrecke besonders häufig:

● An der Mosel.

● An der Saar.

● An der Ruwer.

● Im Mittelrheintal.

● In Rheinhessen.

● An der Nahe.

● In der Pfalz.

Durch die Klimaerwärmung breitet sich die Art weiter aus.

Klimaerwärmung bedeutet:

Die Temperaturen steigen langsam an.

Dadurch können manche Tierarten neue Gebiete besiedeln.

Welche Reviere haben die Tiere?

Die Gemeine Sichelschrecke verteidigt kein eigenes Revier.

Sie lebt vor allem in dichter Vegetation.

Vegetation bedeutet:

Alle Pflanzen, die an einem Ort wachsen.

Die Tiere nutzen kleine Bereiche.

Diese Bereiche werden Aktionsräume genannt.

Dort wechseln sie regelmäßig zwischen verschiedenen Pflanzen.

Dadurch finden sie Nahrung.

Und sie finden Schutz.

Wie schützen sich die Tiere?

Die grüne Farbe hilft der Gemeinen Sichelschrecke bei der Tarnung.

Dadurch ist sie zwischen Blättern und Gräsern nur schwer zu erkennen.

Bei Gefahr zeigen die Tiere verschiedene Verhaltensweisen.

● Sie bleiben regungslos sitzen.

Regungslos bedeutet:

Sie bewegen sich nicht.

Dadurch werden sie oft nicht entdeckt.

● Sie verstecken sich zwischen Blättern.

● Sie springen plötzlich davon.

● Sie können kurze Strecken fliegen.

Eine richtige Verteidigung besitzen die Tiere nicht.

Sie verlassen sich vor allem auf ihre Tarnung.

Welche Gefahren gibt es für die Tiere?

Die Gemeine Sichelschrecke gilt zurzeit nicht als gefährdet.

Im Gegenteil.

Viele Bestände nehmen zu.

Ein Bestand ist die Zahl der Tiere einer Art.

Trotzdem gibt es Gefahren.

Dazu gehören:

● Eine häufige Mahd.

Mahd bedeutet:

Wiesen oder andere Flächen werden gemäht.

● Der Verlust von strukturreichen Säumen.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

● Der Einsatz von Pestiziden.

Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge oder unerwünschte Pflanzen.

Sie können auch andere Tiere schädigen.

● Die Versiegelung von Flächen.

Versiegelung bedeutet:

Natürliche Flächen werden mit Häusern, Straßen oder Parkplätzen überbaut.

● Sehr frühe Mahdtermine.

Dadurch können viele Tiere nicht rechtzeitig ausweichen.

Auch natürliche Feinde gibt es.

Dazu gehören:

● Spinnen.

● Vögel.

● Eidechsen.

● Fledermäuse.

Fledermäuse sind fliegende Säugetiere.

Sie sind vor allem in der Nacht aktiv.

● Räuberische Insekten.

Räuberische Insekten fressen andere Insekten.

Die Gemeine Sichelschrecke gehört zu den Gewinnern der Klimaerwärmung.

Das bedeutet:

Die höheren Temperaturen helfen der Art bei ihrer Ausbreitung.

Welche Bedeutung hat die Gemeine Sichelschrecke für die Natur?

Die Gemeine Sichelschrecke ist ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Eine Nahrungskette beschreibt:

Welches Tier von einem anderen Tier gefressen wird.

Viele Tiere nutzen die Gemeine Sichelschrecke als Nahrung.

Außerdem trägt sie zur Vielfalt der Insektenwelt bei.

Ihr Vorkommen zeigt oft warme und strukturreiche Lebensräume an.

Dadurch ist die Art auch für Fachleute interessant.

Wo kann ich die Gemeine Sichelschrecke an der Mosel beobachten?

Besonders gute Beobachtungsorte sind:

● Ehemalige Weinberge.

Diese Flächen werden Weinbergsbrachen genannt.

● Trockenmauern mit hohen Pflanzen.

Diese Pflanzen werden Hochstauden genannt.

● Böschungen.

● Hecken.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft seltene Pflanzen.

● Säume entlang der Weinberge.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

Häufig kommt die Gemeine Sichelschrecke in diesen Orten vor:

● Kanzem.

● Wawern.

● Wiltingen.

● Trittenheim.

● Piesport.

● Neumagen-Dhron.

● Bremm.

● Winningen.

Besonders gut kann man die Tiere an warmen Sommerabenden bemerken.

Dann sind die Männchen gut zu hören.

Sie locken mit ihrem Gesang die Weibchen an.

Gibt es die Gemeine Sichelschrecke auch im Garten?

Ja.

Die Gemeine Sichelschrecke kann auch in Gärten leben.

Besonders gern lebt sie in naturnahen Gärten.

Naturnah bedeutet:

Der Garten bietet vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum.

Besonders günstig sind Gärten mit:

● Wildblumen.

Wildblumen sind heimische Blumenarten.

Sie wachsen ohne besondere Pflege.

● Hohen Gräsern.

● Hecken.

Hecken bestehen aus Sträuchern.

Sie bieten vielen Tieren Schutz.

● Stauden.

Stauden sind Pflanzen, die mehrere Jahre leben.

● Wenig Pestiziden.

Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge oder unerwünschte Pflanzen.

Die Gemeine Sichelschrecke breitet sich immer weiter aus.

Deshalb kommt sie heute auch häufiger in Wohngebieten vor.

Welche Bedeutung hat die Gemeine Sichelschrecke für die Wirtschaft?

Eine direkte wirtschaftliche Bedeutung hat die Gemeine Sichelschrecke kaum.

Mit ihr wird kein Geld verdient.

Indirekt ist sie trotzdem wichtig.

Sie gehört zu den vielen Tierarten der Moselregion.

Dadurch trägt sie zur Schönheit und Vielfalt der Landschaft bei.

Viele Menschen besuchen die Region wegen ihrer Natur.

Fachleute sprechen von Naturtourismus.

Naturtourismus bedeutet:

Menschen reisen in eine Region, um Tiere, Pflanzen und Landschaften zu erleben.

Auch die Umweltbildung profitiert davon.

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen etwas über die Natur und den Umweltschutz.

Die Gemeine Sichelschrecke gehört deshalb zum Naturerbe der Moselregion.

Naturerbe bedeutet:

Besonders wertvolle Bestandteile der Natur sollen erhalten werden.

Welche Bedeutung hat die Gemeine Sichelschrecke für die Natur?

Die Gemeine Sichelschrecke ist ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Viele Tiere ernähren sich von ihr.

Dadurch trägt sie zum Gleichgewicht in der Natur bei.

Außerdem hilft sie dabei, die Lebensgemeinschaften stabil zu halten.

Fachleute sprechen von Ökosystemen.

Ein Ökosystem besteht aus Tieren.

Und aus Pflanzen.

Und aus ihrer Umwelt.

Die Gemeine Sichelschrecke gilt auch als Zeigerart.

Eine Zeigerart zeigt an, wie ein Lebensraum beschaffen ist.

Die Gemeine Sichelschrecke weist häufig auf Folgendes hin:

● Warme Lebensräume.

● Strukturreiche offene Landschaften.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Wiesen.

Oder Trockenmauern.

Oder Hecken.

● Eine hohe Biodiversität.

Biodiversität bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben dort.

Ihr Vorkommen zeigt deshalb oft besonders wertvolle Lebensräume an.

Diese Lebensräume sind für den Naturschutz wichtig.

Naturschutz bedeutet:

Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume sollen erhalten werden.

Gibt es religiöse oder symbolische Bedeutungen?

Besondere religiöse Geschichten über die Gemeine Sichelschrecke sind nicht bekannt.

Auch aus der Mythologie gibt es kaum Überlieferungen.

Mythologie sind alte Geschichten und Erzählungen.

In verschiedenen Ländern werden Heuschrecken unterschiedlich gesehen.

● In Teilen Asiens gelten Heuschrecken als Glücksbringer.

Und als Boten des Sommers.

● In China stehen singende Heuschrecken für Harmonie und Lebensfreude.

Harmonie bedeutet:

Menschen und Natur leben im Einklang miteinander.

● In Europa verbinden viele Menschen Heuschrecken mit Wärme.

Und mit dem Sommer.

Und mit einer naturnahen Landschaft.

Heute kann die Gemeine Sichelschrecke als ein Symbol für wärmer werdende Landschaften angesehen werden.

Sie zeigt, dass sich die Natur verändert.

Außerdem zeigt sie, wie gut sich manche Tierarten an neue Bedingungen anpassen können.

Im Gegensatz zur Zippammer gehört die Gemeine Sichelschrecke zu den Arten, die bisher vom Klimawandel profitieren.

Deshalb wurde sie beim Symposium des DLR Mosel besonders erwähnt.

Gemeinsam mit dem Weinhähnchen und der Steppen-Sattelschrecke wurde sie als Beispiel für die Veränderungen in den Moselweinbergen vorgestellt.

Diese Tiere zeigen:

Auch die Tierwelt verändert sich.

Und manche Arten breiten sich aus.

Während andere Arten seltener werden.

 

 

 

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Herbarium

 

Das Weinhähnchen
Die singende Heuschrecke der warmen Sommernächte

 

Name

● Name: Weinhähnchen.

● Wissenschaftlicher Name: Oecanthus pellucens.

Der wissenschaftliche Name ist ein lateinischer Name.

Fachleute in vielen Ländern benutzen diesen Namen.

Kurze Beschreibung der Tierart

Das Weinhähnchen gehört zu den Langfühlerschrecken.

Langfühlerschrecken sind Heuschrecken mit besonders langen Fühlern.

Das Weinhähnchen ist eine zierliche Heuschrecke.

Zierlich bedeutet:

Das Tier ist schlank und fein gebaut.

Die Farbe ist meist hellgrün.

Manche Tiere sind eher strohfarben.

Strohfarben bedeutet:

Die Farbe erinnert an trockenes Gras.

Das Weinhähnchen besitzt sehr lange Fühler.

Auch die Flügel sind auffällig.

Sie sind durchsichtig.

Fachleute sagen:

Die Flügel sind durchscheinend.

Das Weinhähnchen wird ungefähr 13 bis 18 Millimeter lang.

Es wirkt deutlich schlanker als viele andere Heuschrecken.

Besonders bekannt ist das Weinhähnchen wegen seines Gesangs.

Der Gesang ist gleichmäßig und hell.

An warmen Sommerabenden kann man ihn weithin hören.

Vor allem in warmen Landschaften ist das Weinhähnchen gut zu hören.

Viele Menschen hören das Weinhähnchen häufiger, als sie es sehen.

Wie leben die Tiere?

Das Weinhähnchen lebt meistens allein.

Es bevorzugt bestimmte Lebensräume.

Dazu gehören:

● Weinbergsbrachen.

Das sind ehemalige Weinberge.

Sie werden nicht mehr bewirtschaftet.

● Hochstaudenfluren.

Dort wachsen hohe Pflanzen mit weichen Stängeln.

● Gebüschsäume.

Das sind Übergänge zwischen Gebüschen und anderen Lebensräumen.

● Hecken.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft besondere Pflanzen.

● Trockenhänge.

Das sind warme und trockene Hänge.

● Sonnige Böschungen.

Die Art hält keinen Winterschlaf.

Nur die Eier überstehen den Winter.

Die erwachsenen Tiere erscheinen im Hochsommer.

Im Herbst sterben sie.

Seit vielen Jahren breitet sich das Weinhähnchen immer weiter nach Norden aus.

Dadurch besiedelt es neue Gebiete.

Die Tiere bewegen sich vor allem kletternd.

Und sie springen.

Kurze Flüge sind ebenfalls möglich.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Das Weinhähnchen besitzt gut entwickelte Sinnesorgane.

● Die Facettenaugen helfen beim Sehen.

Facettenaugen bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen.

● Die langen Fühler dienen als Tastorgane.

Sie helfen auch bei der Wahrnehmung der Umgebung.

● An den Vorderbeinen befinden sich Hörorgane.

Diese heißen Tympanalorgane.

Mit ihnen können die Tiere hören.

● Kleine Sinneshaare nehmen Berührungen und Luftbewegungen wahr.

Vor allem das Gehör und die langen Fühler sind wichtig.

Sie helfen bei der Partnersuche.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Weibchen und Männchen sehen sich sehr ähnlich.

Das Weibchen ist meistens etwas größer.

Und es ist kräftiger gebaut.

Besonders auffällig ist der Legebohrer.

Der Legebohrer dient zur Ablage der Eier.

Er ist lang und gerade.

Das Männchen besitzt keinen Legebohrer.

Beide Geschlechter sind hellgrün bis gelblich gefärbt.

Außerdem besitzen sie lange und durchscheinende Flügel.

Paarung und Fortpflanzung

Die Paarungszeit dauert meistens von Juli bis September.

Die Männchen locken die Weibchen mit ihrem Gesang an.

Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne Eier ab.

Die Eier werden in Pflanzenstängel gelegt.

Oder in weiches Pflanzengewebe.

Pflanzengewebe sind die verschiedenen Teile einer Pflanze.

● Die Eier überstehen den Winter.

● Im nächsten Frühjahr schlüpfen die Jungtiere.

● Die Jungtiere wachsen schrittweise.

Sie häuten sich mehrmals.

Häutung bedeutet:

Die alte Haut wird abgestreift.

Danach kann das Tier weiter wachsen.

Geburt, Geschlechtsreife und Alter

● Die Jungtiere schlüpfen meistens im Mai oder Juni.

Schlüpfen bedeutet:

Die jungen Tiere kommen aus den Eiern.

● Nach mehreren Häutungen werden die Tiere erwachsen.

Häutung bedeutet:

Die alte Haut wird abgestreift.

Danach kann das Tier weiter wachsen.

● Im Juli oder August werden die Tiere geschlechtsreif.

Geschlechtsreif bedeutet:

Die Tiere können nun selbst für Nachwuchs sorgen.

● Erwachsene Tiere leben meistens bis Oktober.

● Eine Generation lebt ungefähr ein Jahr.

Eine Generation umfasst den gesamten Lebenszyklus.

Also von den Eiern bis zum Tod der erwachsenen Tiere.

● Die erwachsenen Tiere leben meistens nur wenige Monate.

Der Jahresablauf des Weinhähnchens

Winter

Die Eier überstehen den Winter.

Die erwachsenen Tiere sind bereits gestorben.

Frühjahr

Aus den Eiern schlüpfen die Jungtiere.

Frühsommer

Die jungen Tiere wachsen.

Dabei häuten sie sich mehrmals.

Hochsommer

Die erwachsenen Tiere erscheinen.

Nun beginnt ihre Fortpflanzungszeit.

Fortpflanzung bedeutet:

Die Tiere sorgen für Nachwuchs.

Sommer und Frühherbst

Die Paarung findet statt.

Die Weibchen legen ihre Eier ab.

Spätherbst

Die erwachsenen Tiere sterben.

Nur die Eier bleiben zurück.

Sie überdauern den Winter.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Das Weinhähnchen ernährt sich überwiegend von Pflanzen.

Zu seiner Nahrung gehören:

● Blüten.

● Blätter.

● Kräuter.

Kräuter sind kleine Pflanzen.

Viele Kräuter bilden Blüten.

● Gräser.

● Pollen.

Pollen sind feine Körner.

Sie werden von Blüten gebildet.

Manchmal frisst das Weinhähnchen auch kleine Tiere.

Dazu gehören:

● Kleine Insekten.

● Blattläuse.

Blattläuse sind kleine Insekten.

Sie saugen Pflanzensaft.

Die Nahrung besteht aber überwiegend aus Pflanzen.

Wo lebt das Weinhähnchen?

Das Weinhähnchen lebt in vielen Ländern.

Es kommt in Süd-Europa vor.

Und in Mittel-Europa.

Außerdem lebt es in Nordafrika.

Und in Teilen Westasiens.

In Deutschland liegt ein Schwerpunkt im Südwesten.

In Rheinland-Pfalz findet man das Weinhähnchen besonders häufig:

● An der Mosel.

● An der Saar.

● An der Ruwer.

● In Rheinhessen.

● An der Nahe.

● In der Pfalz.

● Im Mittelrheintal.

Durch die Klimaerwärmung hat sich das Verbreitungsgebiet vergrößert.

Klimaerwärmung bedeutet:

Die Temperaturen steigen langsam an.

Dadurch können manche Tierarten neue Gebiete besiedeln.

Welche Reviere haben die Tiere?

Das Weinhähnchen verteidigt kein eigenes Revier.

Ein Revier ist ein Gebiet, das von einem Tier gegen andere Tiere verteidigt wird.

Die Tiere halten sich gern in dichter Vegetation auf.

Vegetation bedeutet:

Alle Pflanzen, die an einem Ort wachsen.

Die Tiere wechseln regelmäßig ihre Aufenthaltsorte.

Die Männchen haben jedoch Lieblingsplätze.

Von dort aus singen sie.

Dabei halten sie Abstand zu anderen Männchen.

So stören sie sich nicht gegenseitig.

Wie schützt sich das Weinhähnchen?

Die helle Farbe des Weinhähnchens hilft bei der Tarnung.

Dadurch ist das Tier zwischen Gräsern und Blättern nur schwer zu erkennen.

Bei Gefahr zeigt das Weinhähnchen verschiedene Verhaltensweisen.

● Das Tier bleibt manchmal ganz ruhig sitzen.

Fachleute sagen dazu:

Es verharrt regungslos.

Regungslos bedeutet:

Das Tier bewegt sich nicht.

● Es versteckt sich zwischen Pflanzen.

Diese Pflanzen werden auch Vegetation genannt.

Vegetation bedeutet:

Alle Pflanzen, die an einem Ort wachsen.

● Es springt plötzlich davon.

● Es kann kurze Strecken fliegen.

Eine aktive Verteidigung besitzt das Weinhähnchen nicht.

Es verlässt sich vor allem auf seine gute Tarnung.

Welche Gefahren gibt es für das Weinhähnchen?

Zurzeit gilt das Weinhähnchen nicht als gefährdet.

Im Gegenteil.

Die Art profitiert von warmen Sommern.

Das bedeutet:

In vielen Regionen gibt es heute mehr Weinhähnchen als früher.

Trotzdem gibt es Gefahren.

Dazu gehören:

● Der Verlust von strukturreichen Säumen.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Säume sind Übergänge zwischen unterschiedlichen Lebensräumen.

● Eine häufige Mahd.

Mahd bedeutet:

Wiesen oder andere Flächen werden gemäht.

● Der Einsatz von Pestiziden.

Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge oder unerwünschte Pflanzen.

Sie können auch andere Tiere schädigen.

● Die Versiegelung von Flächen.

Versiegelung bedeutet:

Natürliche Flächen werden mit Straßen, Häusern oder Parkplätzen überbaut.

● Die Beseitigung von Hecken.

● Die Beseitigung brachliegender Flächen.

Brachliegende Flächen werden nicht mehr bewirtschaftet.

Sie bieten vielen Tieren einen Lebensraum.

Auch natürliche Feinde gibt es.

Dazu gehören:

● Vögel.

● Spinnen.

● Eidechsen.

● Fledermäuse.

Fledermäuse sind fliegende Säugetiere.

Sie sind vor allem nachts aktiv.

● Räuberische Insekten.

Das sind Insekten, die andere Insekten fressen.

Insgesamt nehmen die Bestände des Weinhähnchens in vielen Regionen zu.

Ein Bestand ist die Zahl der Tiere einer Art.

Welche Bedeutung hat das Weinhähnchen für die Natur?

Das Weinhähnchen ist ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Eine Nahrungskette beschreibt:

Welches Tier von einem anderen Tier gefressen wird.

Viele Tiere nutzen das Weinhähnchen als Nahrung.

Dadurch trägt es zum Gleichgewicht in der Natur bei.

Außerdem gehört das Weinhähnchen zur Vielfalt der Insektenwelt.

Sein Vorkommen zeigt oft warme und strukturreiche Lebensräume an.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Hecken.

Oder Böschungen.

Oder Trockenmauern.

Dadurch ist das Weinhähnchen auch für Fachleute interessant.

Wo kann ich das Weinhähnchen an der Mosel beobachten?

Besonders gute Lebensräume sind:

● Ehemalige Weinberge.

Diese Flächen heißen Weinbergsbrachen.

● Trockenmauern.

● Hecken.

● Hochstaudenfluren.

Dort wachsen hohe Pflanzen mit weichen Stängeln.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft besondere Pflanzen.

● Sonnige Böschungen.

Das Weinhähnchen kommt häufig in diesen Orten vor:

● Kanzem.

● Wawern.

● Wiltingen.

● Trittenheim.

● Piesport.

● Neumagen-Dhron.

● Bremm.

● Winningen.

Am einfachsten kann man das Weinhähnchen an warmen Abenden im August und September entdecken.

Meist hört man zuerst seinen Gesang.

Viele Menschen hören das Weinhähnchen häufiger, als sie es sehen.

Gibt es das Weinhähnchen auch im Garten?

Ja.

Das Weinhähnchen kann auch in Gärten leben.

Besonders gern lebt es in naturnahen Gärten.

Naturnah bedeutet:

Der Garten bietet vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum.

Besonders günstig sind Gärten mit:

● Wildblumen.

Wildblumen sind heimische Blumenarten.

Sie wachsen ohne besondere Pflege.

● Hohen Gräsern.

● Stauden.

Stauden sind Pflanzen, die mehrere Jahre leben.

● Hecken.

Hecken bestehen aus Sträuchern.

Sie bieten vielen Tieren Schutz.

● Wenig Pestiziden.

Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge oder unerwünschte Pflanzen.

Das Weinhähnchen breitet sich immer weiter aus.

Deshalb lebt es heute auch häufiger in Wohngebieten.

Fachleute sprechen von Siedlungsräumen.

Siedlungsräume sind Orte, an denen Menschen wohnen.

Welche Bedeutung hat das Weinhähnchen für die Wirtschaft?

Eine direkte wirtschaftliche Bedeutung hat das Weinhähnchen kaum.

Mit ihm wird kein Geld verdient.

Indirekt ist die Art aber wichtig.

Sie gehört zu den vielen Tierarten der Moselregion.

Dadurch trägt sie zur Schönheit und Vielfalt der Landschaft bei.

Viele Menschen besuchen die Region wegen ihrer Natur.

Dadurch profitieren auch Hotels.

Oder Gaststätten.

Oder andere Betriebe.

Fachleute sprechen von Naturtourismus.

Naturtourismus bedeutet:

Menschen reisen in eine Region, um Tiere, Pflanzen und Landschaften zu erleben.

Auch die Umweltbildung profitiert davon.

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen etwas über die Natur und den Umweltschutz.

Das Weinhähnchen gehört deshalb zum Naturerbe der Moselregion.

Naturerbe bedeutet:

Besonders wertvolle Bestandteile der Natur sollen erhalten werden.

Welche Bedeutung hat das Weinhähnchen für die Natur?

Das Weinhähnchen ist ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Viele Tiere nutzen es als Nahrung.

Dadurch hilft es, das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten.

Außerdem trägt es zur Stabilität von Ökosystemen bei.

Ein Ökosystem besteht aus Tieren.

Und aus Pflanzen.

Und aus ihrer Umwelt.

Das Weinhähnchen gilt auch als Zeigerart.

Eine Zeigerart zeigt an, wie ein Lebensraum beschaffen ist.

Das Weinhähnchen weist oft auf bestimmte Lebensräume hin.

Dazu gehören:

● Warme Lebensräume.

● Strukturreiche offene Landschaften.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder Hecken.

● Eine hohe Biodiversität.

Biodiversität bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben dort.

Das Vorkommen des Weinhähnchens zeigt deshalb oft besonders wertvolle Bereiche an.

Diese Bereiche sind für den Naturschutz wichtig.

Naturschutz bedeutet:

Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume sollen erhalten werden.

Gibt es religiöse oder symbolische Bedeutungen?

Besondere religiöse Geschichten über das Weinhähnchen sind nicht bekannt.

Auch aus der Mythologie gibt es kaum Überlieferungen.

Mythologie bedeutet:

Alte Geschichten und Erzählungen.

In verschiedenen Ländern werden singende Heuschrecken unterschiedlich gedeutet.

● In Teilen Asiens gelten sie als Glücksbringer.

● In der chinesischen Tradition stehen sie für Harmonie und ein langes Leben.

Harmonie bedeutet:

Menschen und Natur leben im Einklang miteinander.

● In Europa verbinden viele Menschen singende Heuschrecken mit warmen Sommernächten.

Heute kann das Weinhähnchen als Symbol für die wärmer werdenden Landschaften angesehen werden.

Es zeigt auch, dass sich das Klima verändert.

Außerdem zeigt das Weinhähnchen, dass manche Tierarten sich gut an neue Bedingungen anpassen können.

Mit seinem feinen Gesang gehört das Weinhähnchen zu den typischen Stimmen warmer Sommerabende an Mosel, Saar und Ruwer.

Deshalb wurde die Art beim Symposium des DLR Mosel besonders hervorgehoben.

Gemeinsam mit der Gemeinen Sichelschrecke und der Steppen-Sattelschrecke wurde das Weinhähnchen als Beispiel für die Veränderungen der Tierwelt genannt.

Diese Arten gehören zu den Gewinnern des Klimawandels.

Das bedeutet:

Sie profitieren bisher von den höheren Temperaturen.

Das Weinhähnchen zeigt deshalb, dass sich die Natur verändert.

Und dass manche Arten neue Lebensräume erobern.

Während andere Arten seltener werden.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge

Herbarium

 

Die Steppen-Sattelschrecke
Eine besondere Heuschrecke der warmen Weinberge

 

Name

● Name: Steppen-Sattelschrecke.

● Wissenschaftlicher Name: Ephippiger diurnus.

Der wissenschaftliche Name ist ein lateinischer Name.

Fachleute in vielen Ländern benutzen diesen Namen.

Kurze Beschreibung der Tierart

Die Steppen-Sattelschrecke gehört zu den Laubheuschrecken.

Laubheuschrecken sind eine Gruppe von Heuschrecken.

Sie besitzen lange Fühler.

Die Steppen-Sattelschrecke gehört zu den auffälligsten Heuschrecken in Europa.

Ihr Körper ist kräftig gebaut.

Sie sieht deutlich anders aus als das Weinhähnchen.

Oder die Gemeine Sichelschrecke.

Diese Arten sind schlanker.

Die Steppen-Sattelschrecke hat ihren Namen wegen ihres Halsschildes.

Der Halsschild ist ein fester Teil des Körpers.

Er ist gewölbt.

Seine Form erinnert an einen Sattel.

Deshalb heißt die Art Steppen-Sattelschrecke.

Die Flügel sind sehr kurz.

Fachleute sprechen von verkürzten Flügeln.

Die Tiere können deshalb kaum fliegen.

Die Steppen-Sattelschrecke wird ungefähr 20 bis 30 Millimeter lang.

Damit gehört sie zu den größeren Heuschreckenarten der Moselregion.

In Rheinland-Pfalz ist sie eine typische Art warmer Weinbergslandschaften.

Fachleute bezeichnen sie sogar als eine Ikone.

Das Wort Ikone ist schwer.

Es bedeutet:

Etwas ist besonders bekannt und von großer Bedeutung.

Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz bezeichnete die Steppen-Sattelschrecke als die Ikone der Heuschrecken in Rheinland-Pfalz.

Wie leben die Tiere?

Die Steppen-Sattelschrecke lebt meistens allein.

Sie bevorzugt bestimmte Lebensräume.

Dazu gehören:

● Trockenrasen.

Trockenrasen sind trockene Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft besondere Pflanzen.

● Ehemalige Weinberge.

Diese Flächen heißen Weinbergsbrachen.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit besonders wenigen Nährstoffen.

● Gebüschsäume.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

● Böschungen.

● Sonnige Hänge.

● Strukturreiche Offenlandbereiche.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel einzelne Sträucher.

Oder Wiesen.

Oder Trockenmauern.

Offenland bedeutet:

Es gibt dort nur wenige Bäume.

Die Tiere halten keinen Winterschlaf.

Nur die Eier überstehen den Winter.

Die Steppen-Sattelschrecke kann kaum fliegen.

Darum breitet sie sich nur langsam aus.

Neue Lebensräume werden langsamer besiedelt als beim Weinhähnchen oder bei der Gemeinen Sichelschrecke.

Die Tiere bewegen sich vor allem laufend.

Und sie springen.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Die Steppen-Sattelschrecke besitzt mehrere gut entwickelte Sinnesorgane.

● Die Facettenaugen helfen beim Sehen.

Facettenaugen bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen.

● Die langen Fühler dienen als Tastorgane.

Sie helfen bei der Wahrnehmung der Umgebung.

● An den Vorderbeinen befinden sich Hörorgane.

Diese heißen Tympanalorgane.

Mit ihnen können die Tiere hören.

● Kleine Sinneshaare nehmen Berührungen und Luftbewegungen wahr.

Vor allem das Gehör und die langen Fühler sind wichtig.

Sie helfen bei der Partnersuche.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Weibchen und Männchen unterscheiden sich deutlich.

Das Weibchen ist größer.

Und es besitzt einen kräftigeren Körper.

Besonders auffällig ist der lange Legebohrer.

Der Legebohrer dient zur Ablage der Eier.

Er ist fast gerade.

Das Männchen ist kleiner.

Und es ist schlanker gebaut.

Beide Geschlechter besitzen:

● Einen kräftigen Körper.

● Einen Halsschild in Form eines Sattels.

● Kurze Flügel.

● Eine Grundfarbe von Braun bis Olivgrün.

Olivgrün ist ein dunkles Grün.

Es erinnert an die Farbe von Oliven.

Paarung und Fortpflanzung

Die Paarungszeit dauert meistens von Juli bis September.

Die Männchen erzeugen einen auffälligen Gesang.

Dadurch werden die Weibchen angelockt.

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier ab.

Die Eier werden in lockeren Boden gelegt.

Oder zwischen Pflanzenreste.

● Die Eier überstehen den Winter.

● Im Frühjahr schlüpfen die Jungtiere.

● Die Jungtiere wachsen schrittweise.

Sie häuten sich mehrmals.

Häutung bedeutet:

Die alte Haut wird abgestreift.

Danach kann das Tier weiter wachsen.

Geburt, Geschlechtsreife und Alter

● Die Jungtiere schlüpfen meistens im Mai.

Schlüpfen bedeutet:

Die jungen Tiere kommen aus den Eiern.

● Nach mehreren Häutungen werden die Tiere erwachsen.

Häutung bedeutet:

Die alte Haut wird abgestreift.

Danach kann das Tier weiter wachsen.

● Im Sommer werden die Tiere geschlechtsreif.

Geschlechtsreif bedeutet:

Die Tiere können nun selbst für Nachwuchs sorgen.

● Erwachsene Tiere leben bis in den Herbst.

● Eine Generation lebt ungefähr ein Jahr.

Eine Generation umfasst den gesamten Lebenszyklus.

Also von den Eiern bis zum Tod der erwachsenen Tiere.

● Die erwachsenen Tiere leben meistens nur wenige Monate.

Der Jahresablauf der Steppen-Sattelschrecke

Winter

Die Eier überstehen den Winter.

Die erwachsenen Tiere sind bereits gestorben.

Frühjahr

Aus den Eiern schlüpfen die Jungtiere.

Frühsommer

Die jungen Tiere wachsen.

Dabei häuten sie sich mehrmals.

Hochsommer

Die erwachsenen Tiere erscheinen.

Nun beginnt die Fortpflanzungszeit.

Fortpflanzung bedeutet:

Die Tiere sorgen für Nachwuchs.

Sommer und Herbst

Die Paarung findet statt.

Die Weibchen legen ihre Eier ab.

Spätherbst

Die erwachsenen Tiere sterben.

Nur die Eier überdauern den Winter.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Die Steppen-Sattelschrecke ernährt sich überwiegend von Pflanzen.

Zu ihrer Nahrung gehören:

● Blätter.

● Kräuter.

Kräuter sind kleine Pflanzen.

Viele Kräuter bilden Blüten.

● Blüten.

● Gräser.

● Samen.

Samen sind Pflanzenteile.

Aus ihnen können neue Pflanzen wachsen.

Manchmal frisst die Steppen-Sattelschrecke auch kleine Tiere.

Dazu gehören kleinere Insekten.

Fachleute bezeichnen die Art als Allesfresser.

Das bedeutet:

Sie frisst verschiedene Arten von Nahrung.

Der größte Teil der Nahrung besteht aber aus Pflanzen.

Wo lebt die Steppen-Sattelschrecke?

Die Art lebt in Süd-Europa.

Und in Mittel-Europa.

In Deutschland liegt ein Schwerpunkt im Südwesten.

In Rheinland-Pfalz findet man die Steppen-Sattelschrecke besonders häufig:

● An der Mosel.

● An der Saar.

● An der Ruwer.

● An der Nahe.

● In Rheinhessen.

● In Teilen der Pfalz.

Die Moselregion gehört zu den wichtigsten Lebensräumen dieser Art in Deutschland.

Welche Reviere haben die Tiere?

Die Steppen-Sattelschrecke verteidigt kein eigenes Revier.

Ein Revier ist ein Gebiet, das von einem Tier gegen andere Tiere verteidigt wird.

Die Tiere leben meistens in kleinen Bereichen.

Fachleute sprechen von Aktionsräumen.

Ein Aktionsraum ist der Bereich, in dem sich ein Tier normalerweise bewegt.

Die Steppen-Sattelschrecke legt nur selten größere Strecken zurück.

Weil sie kaum fliegen kann, bleibt sie oft ihr ganzes Leben in derselben Umgebung.

Dadurch können neue Lebensräume nur langsam besiedelt werden.

Wie schützt sich die Steppen-Sattelschrecke?

Die braungrüne Farbe hilft der Steppen-Sattelschrecke bei der Tarnung.

Dadurch fällt sie zwischen Gräsern und Pflanzen kaum auf.

Bei Gefahr zeigt die Art verschiedene Verhaltensweisen.

● Die Tiere bleiben manchmal ganz ruhig sitzen.

Fachleute sagen:

Sie verharren regungslos.

Regungslos bedeutet:

Sie bewegen sich nicht.

Dadurch werden sie oft nicht entdeckt.

● Die Tiere verstecken sich zwischen Pflanzen.

● Sie springen plötzlich davon.

● Wenn sie sich stark bedroht fühlen, können sie kräftig zubeißen.

Da die Tiere kaum fliegen können, sind gute Verstecke besonders wichtig.

Auch die Tarnung spielt eine große Rolle.

Welche Gefahren gibt es für die Tiere?

Die Steppen-Sattelschrecke gehört in Deutschland zu den gefährdeten Arten.

Das bedeutet:

Sie braucht besonderen Schutz.

Zu den wichtigsten Gefahren gehören:

● Die Verbuschung offener Flächen.

Verbuschung bedeutet:

Immer mehr Sträucher und Bäume wachsen auf einer Fläche.

Dadurch verschwinden offene Lebensräume.

● Die Aufgabe von Weinbergsflächen.

● Der Verlust von Trockenrasen.

Trockenrasen sind trockene Wiesen mit wenigen Nährstoffen.

Dort wachsen oft besondere Pflanzen.

● Eine häufige Mahd.

Mahd bedeutet:

Wiesen oder andere Flächen werden gemäht.

● Der Einsatz von Pestiziden.

Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge oder unerwünschte Pflanzen.

Sie können auch andere Tiere schädigen.

● Die Zerschneidung von Lebensräumen.

Das Wort ist schwer.

Darum erklären wir es.

Zerschneidung bedeutet:

Straßen oder andere Hindernisse trennen Lebensräume voneinander.

Dadurch können Tiere neue Gebiete schlechter erreichen.

Auch natürliche Feinde gibt es.

Dazu gehören:

● Vögel.

● Eidechsen.

● Spinnen.

● Fledermäuse.

Fledermäuse sind fliegende Säugetiere.

Sie sind vor allem nachts aktiv.

● Kleine Säugetiere.

Säugetiere sind Tiere, die ihre Jungen mit Milch versorgen.

Die Steppen-Sattelschrecke kann neue Lebensräume nur langsam erreichen.

Darum reagiert sie besonders empfindlich auf Veränderungen.

Wenn geeignete Lebensräume verschwinden, kann sich die Art nur schwer ausbreiten.

Welche Bedeutung hat die Steppen-Sattelschrecke für die Natur?

Die Steppen-Sattelschrecke ist ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Viele Tiere nutzen sie als Nahrung.

Dadurch trägt sie zum Gleichgewicht in der Natur bei.

Außerdem gilt sie als Zeigerart.

Eine Zeigerart zeigt an, wie ein Lebensraum beschaffen ist.

Die Steppen-Sattelschrecke weist häufig auf bestimmte Lebensräume hin.

Dazu gehören:

● Trockenwarme Lebensräume.

Das sind warme und trockene Bereiche.

● Strukturreiche offene Landschaften.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder einzelne Sträucher.

● Eine hohe Biodiversität.

Biodiversität bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben dort.

Wo die Steppen-Sattelschrecke vorkommt, befinden sich oft besonders wertvolle Lebensräume.

Wo kann ich die Steppen-Sattelschrecke an der Mosel beobachten?

Besonders gute Beobachtungsorte sind:

● Trockenrasen.

● Ehemalige Weinberge.

Diese Flächen heißen Weinbergsbrachen.

● Magerrasen.

Magerrasen sind Wiesen mit besonders wenigen Nährstoffen.

● Böschungen.

● Gebüschsäume.

Säume sind Übergänge zwischen verschiedenen Lebensräumen.

● Trockenmauern mit angrenzenden offenen Flächen.

Bekannte Vorkommensgebiete liegen zum Beispiel bei:

● Kanzem.

● Wawern.

● Wiltingen.

● Trittenheim.

● Piesport.

● Bremm.

● Winningen.

An warmen Sommerabenden kann man den Gesang der Steppen-Sattelschrecke oft schon aus größerer Entfernung hören.

Gibt es die Steppen-Sattelschrecke auch im Garten?

Die Steppen-Sattelschrecke kommt nur selten in Gärten vor.

Große naturnahe Gärten können aber geeignet sein.

Das gilt besonders für Gärten in der Nähe von Weinbergen.

Oder in der Nähe von trockenen Hängen.

Naturnah bedeutet:

Der Garten bietet vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum.

Typische Gartentiere sind Steppen-Sattelschrecken jedoch nicht.

Sie kommen deutlich seltener vor als viele andere Insekten.

Welche Bedeutung hat die Steppen-Sattelschrecke für die Wirtschaft?

Die Steppen-Sattelschrecke hat keine große direkte wirtschaftliche Bedeutung.

Mit ihr wird kein Geld verdient.

Indirekt ist die Art aber wichtig.

Sie gehört zu den vielen Tierarten der Moselregion.

Dadurch trägt sie zur Schönheit und Vielfalt der Landschaft bei.

Viele Menschen besuchen die Region wegen ihrer Natur.

Dadurch profitieren auch Hotels.

Oder Gaststätten.

Oder andere Betriebe.

Fachleute sprechen von Naturtourismus.

Naturtourismus bedeutet:

Menschen reisen in eine Region, um Tiere, Pflanzen und Landschaften zu erleben.

Auch die Umweltbildung profitiert davon.

Umweltbildung bedeutet:

Menschen lernen etwas über die Natur und den Umweltschutz.

Die Steppen-Sattelschrecke gehört deshalb zum Naturerbe der Moselregion.

Naturerbe bedeutet:

Besonders wertvolle Bestandteile der Natur sollen erhalten werden.

Welche Bedeutung hat die Steppen-Sattelschrecke für die Natur?

Die Steppen-Sattelschrecke ist eine wichtige Zeigerart.

Eine Zeigerart zeigt an, wie ein Lebensraum beschaffen ist.

Sie ist außerdem ein wichtiger Teil der Nahrungsketten.

Viele Tiere nutzen sie als Nahrung.

Die Steppen-Sattelschrecke zeigt häufig bestimmte Merkmale einer Landschaft an.

Dazu gehören:

● Strukturreiche Trockenstandorte.

Trockenstandorte sind warme und trockene Lebensräume.

Strukturreich bedeutet:

Es gibt viele verschiedene Bereiche.

Zum Beispiel Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder einzelne Sträucher.

● Naturnahe Weinbergslandschaften.

Naturnah bedeutet:

Die Landschaft bietet vielen Tieren und Pflanzen gute Lebensbedingungen.

● Eine hohe Artenvielfalt.

Artenvielfalt bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben dort.

Fachleute sprechen auch von Biodiversität.

Wo die Steppen-Sattelschrecke vorkommt, befinden sich oft besonders wertvolle Lebensräume.

Sie gehört zu den typischen Bewohnern traditioneller Steillagenlandschaften.

Traditionell bedeutet:

Diese Landschaften sind über viele Jahrhunderte entstanden.

Und sie wurden durch die Arbeit der Menschen geprägt.

Gibt es religiöse oder symbolische Bedeutungen?

Besondere religiöse Geschichten über die Steppen-Sattelschrecke sind nicht bekannt.

Auch aus der Mythologie gibt es kaum Überlieferungen.

Mythologie bedeutet:

Alte Geschichten und Erzählungen.

Wie andere Heuschrecken wird auch die Steppen-Sattelschrecke in vielen Ländern mit dem Sommer und mit Wärme verbunden.

Heute kann die Steppen-Sattelschrecke als Symbol für die alten Weinbergslandschaften angesehen werden.

Sie braucht offene Flächen.

Und sie braucht warme Lebensräume.

Außerdem benötigt sie viele verschiedene Strukturen.

Zum Beispiel Trockenmauern.

Oder Böschungen.

Oder einzelne Sträucher.

Darum zeigt die Steppen-Sattelschrecke besonders deutlich die enge Verbindung zwischen Weinbau und Artenvielfalt.

Artenvielfalt bedeutet:

Viele verschiedene Tiere und Pflanzen leben in einer Landschaft.

Fachleute sprechen auch von Biodiversität.

Kaum eine andere Heuschreckenart steht so stark für die besonderen Weinbergslandschaften an Mosel, Saar und Ruwer.

Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz bezeichnete die Steppen-Sattelschrecke deshalb beim Symposium des DLR Mosel als die „Ikone“ der Heuschrecken in Rheinland-Pfalz.

Das Wort Ikone ist schwer.

Es bedeutet:

Etwas ist besonders bekannt.

Und etwas besitzt eine große Bedeutung.

Die Steppen-Sattelschrecke gilt deshalb als eine der wichtigsten Charakterarten der warmen Steillagenweinberge.

Das Wort Charakterart ist schwer.

Es bedeutet:

Diese Tierart ist besonders typisch für einen bestimmten Lebensraum.

Wo die Steppen-Sattelschrecke lebt, gibt es häufig noch einen Teil der traditionellen Weinbergslandschaft.

Diese Landschaft ist über viele Jahrhunderte entstanden.

Sie prägt die Regionen an Mosel, Saar und Ruwer bis heute.

Darum ist die Steppen-Sattelschrecke viel mehr als nur eine Heuschrecke.

Sie ist auch ein Zeichen für die besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Und sie steht für die einzigartige Kulturlandschaft der Mosel.

Das Wort Kulturlandschaft ist schwer.

Eine Kulturlandschaft ist eine Landschaft, die durch die Arbeit der Menschen entstanden ist.

Und die gleichzeitig vielen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet.

 

 

 

Alle Texte zum Thema „Natur·ereignis·begleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie hier:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-06-10-ca/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 10. Juni 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: © Trierer Umschau – Logo: © DLR Mosel – Foto 2: © Jule Volk / DLR Mosel – Foto 3: © Martina Engelmann-Hermen / DLR Mosel – Foto 4: © Martina Engelmann-Hermen / DLR Mosel – Foto 5-8: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-bb/