NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 45 & DIENSTLEISTUNGSZENTRUM LÄNDLICHER RAUM (DLR) MOSEL
Steillagenweinbau an der Mosel unter Druck: Warum offene Weinberge für Artenvielfalt, Klima und die Zukunft der Kulturlandschaft entscheidend sind
Die Moselweinberge sind weit mehr als Produktionsflächen für Wein. Sie gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands. Doch Strukturwandel, Verbuschung und die Aufgabe von Rebflächen stellen neue Fragen. Ein Symposium Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel zeigt, warum die Zukunft des Steillagenweinbaus eng mit Biodiversität, Klimaschutz und innovativen Nutzungskonzepten verbunden ist – und weshalb Zippammer, Weinhähnchen und Steppen-Sattelschrecke dabei eine besondere Rolle spielen.
Was kommt, wenn die Weinberge verschwinden?
Wer durch die Moselweinberge wandert, begegnet nicht nur Reben. Zwischen Trockenmauern, Böschungen und alten Weinbergspfaden leben Mauereidechsen, Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Heuschrecken. Die Weinkulturlandschaft der Mosel ist längst mehr als ein Produktionsraum für Wein. Sie gehört zu den artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands.
Im Rahmen unseres Projekts „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ begleitet uns deshalb seit Beginn der Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter eine Frage, die immer wieder gestellt wurde. Sie lautet nicht nur: Wie können wir die biologische Vielfalt fördern? Sondern auch: Was geschieht, wenn die Nutzung der Steillagen eines Tages endet?
Bereits mehrfach haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt. Ein früherer Beitrag widmete sich den zunehmenden Weinbergsbrachen (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-04-17-ba/ ). Auch im Zusammenhang mit unserer Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-01-01c/ ) wurde deutlich, dass die Verbuschung ehemaliger Weinbergsflächen nicht einfach nur ein natürlicher Vorgang ist. Für viele Tier- und Pflanzenarten der Mosel stellt sie eine tiefgreifende Veränderung ihres Lebensraumes dar.
Denn zahlreiche Bewohner der Weinbergslandschaft sind gerade an offene, warme und strukturreiche Standorte angepasst. Trockenmauern, Weinbergsböschungen, Säume, Magerrasen und kleinräumige Übergänge zwischen Offenland und Gehölzen bilden ein Mosaik, das über Jahrhunderte durch menschliche Nutzung entstanden ist.
Verbuschung ist auch rechtlich nicht erwünscht
Dass die Aufgabe von Rebflächen auch aus rechtlicher Sicht von Bedeutung ist, zeigt die Gesetzeslage in Rheinland-Pfalz.
Bereits seit vielen Jahren existieren Regelungen zur Bekämpfung sogenannter „Drieschen“, also verwilderter oder nicht mehr ordnungsgemäß gepflegter Rebflächen. Ziel dieser Vorschriften ist es, benachbarte Weinberge vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen und eine weitere Ausbreitung von Rebkrankheiten zu verhindern.
Die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz weisen regelmäßig auf diese Problematik hin (vgl. https://open.rlp.de/de/suchergebnisse/dataset/drieschen-verordnung ; vgl. https://www.lwk-rlp.de/weinbau/detail/drieschen-wirksam-bekaempfen ).
Damit wird deutlich: Eine großflächige Verbuschung ehemaliger Rebflächen ist weder aus weinbaulicher noch aus pflanzenschutzrechtlicher Sicht erwünscht.
Warum sich die Offenhaltung dennoch nicht immer durchsetzen lässt
Die Wirklichkeit ist jedoch komplizierter.
Gerade in den Steillagen sind Bewirtschaftung und Pflege besonders arbeitsintensiv. Viele ehemalige Winzerfamilien besitzen zwar weiterhin Flächen, verfügen nach Aufgabe ihres Betriebes jedoch oftmals nicht mehr über die finanziellen Möglichkeiten, diese dauerhaft zu pflegen.
Hohe Unterhaltungskosten, schwierige Eigentumsverhältnisse, fehlende Nachfolger, geringe Erträge und die wirtschaftlichen Belastungen des Strukturwandels können dazu führen, dass Weinberge brachfallen.
Wer seinen Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben musste, ist häufig kaum in der Lage, zusätzlich noch erhebliche Summen für die Offenhaltung ehemaliger Rebflächen aufzubringen. Dass deshalb nach alternativen Möglichkeiten gesucht wird, erscheint nachvollziehbar.
Zwischen KI, Biodiversität und Trockenmauern
Gerade deshalb wirkt das Thema bis heute nach.
Im Rahmen unserer Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter und insbesondere während eines Seminars der Sachgebietsleiter Landespflege des DLR Mosel unter Leitung von Carsten Neß wurde immer wieder deutlich, welche Bedeutung Trockenmauern, Böschungen und strukturreiche Bereiche für die biologische Vielfalt besitzen.
Das nun vom DLR Mosel veranstaltete Symposium „Die Zukunft wächst am Hang – Weinbau, Wandel, Biodiversität“ zeigt, wie stark sich verschiedene Entwicklungen gegenseitig beeinflussen.
Einerseits steht der Steillagenweinbau vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Andererseits gehören gerade diese Flächen zu den bedeutendsten Hotspots der Biodiversität in Rheinland-Pfalz.
Gleichzeitig entstehen neue Lösungsansätze. Künstliche Intelligenz, autonome Maschinen, Drohnentechnik und neue Formen der Bewirtschaftung sollen dazu beitragen, die Zukunft des Steillagenweinbaus zu sichern.
Doch dort, wo klassischer Weinbau dauerhaft nicht mehr möglich ist, stellt sich eine weitere Frage:
Welche anderen Nutzungsformen können die Offenhaltung der Landschaft gewährleisten?
Nicht zufällig werden extensive Beweidungskonzepte mit Schafen und Ziegen untersucht. Sie könnten helfen, Verbuschung zu verhindern und gleichzeitig wertvolle Offenlandstrukturen zu erhalten.
Weinberge als Klima- und Naturkapital
Inzwischen richtet sich der Blick der Forschung noch auf einen weiteren Aspekt.
Die Offenhaltung der Weinbergslandschaften besitzt nicht nur einen hohen Wert für die biologische Vielfalt, sondern stellt zugleich eine Form von Naturkapital dar.
Wissenschaftler sprechen hierbei von sogenannten Ökosystemleistungen (vgl. https://publications.zalf.de/publications/4cc12ccb-e97f-4314-8b19-51ae9fa8499e.pdf ).
Dazu gehören unter anderem:
● Schutz vor Bodenerosion.
● Speicherung von Kohlenstoff.
● Regulierung des Wasserhaushalts.
● Kühlung des Landschaftsraumes.
● Erholungsfunktion und Tourismus.
● Erhaltung des charakteristischen Landschaftsbildes.
Besonders interessant erscheint dabei der Klimaschutz.
Im Forschungsprojekt „VitiSoil“ untersuchen Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der Universität Bonn, wie Weinbergsböden zusätzliche Mengen organischen Kohlenstoffs speichern können. Ziel ist es, die Kohlenstoffbindung im Boden zu erhöhen und Weinberge als natürliche Klimaschützer zu nutzen (vgl. https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/feature/weinberge-als-klimaschuetzer ).
Damit erhalten offene Steillagen möglicherweise noch eine weitere Bedeutung. Vielleicht werden zukünftige Generationen sie nicht allein nach ihrem Ertrag an Trauben beurteilen, sondern auch nach ihrem Beitrag für Klima, Wasserhaushalt, Bodenschutz und biologische Vielfalt.
Die große Aufgabe der kommenden Jahrzehnte
Vielleicht wird die eigentliche Herausforderung der Zukunft deshalb nicht allein darin bestehen, Weinberge zu erhalten.
Es könnte vielmehr darum gehen, neue Antworten auf die Frage zu finden, wie wirtschaftliche Tragfähigkeit, Klimaschutz und Artenvielfalt gemeinsam gedacht werden können.
Dass ehemalige Winzerbetriebe die Last dieser Aufgabe nicht allein tragen können, liegt auf der Hand.
Umso wichtiger erscheint die Suche nach neuen Modellen der Offenhaltung – sei es durch innovative Bewirtschaftung, naturschutzfachliche Pflege, extensive Beweidung oder zukünftige klimawirtschaftliche Ansätze.
Neugierig geworden auf die Bewohner der Moselweinberge
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Pressemitteilung des DLR Mosel besondere Bedeutung.
Sie macht deutlich, wie eng Strukturwandel, Klimawandel, Weinbau und Biodiversität miteinander verbunden sind.
Und sie hat uns neugierig gemacht.
Nachdem wir uns bereits ausführlich mit der Mauereidechse beschäftigt haben (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-06-02-ba/ ), möchten wir im Rahmen unseres Herbariums „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ nun auch einige weitere typische Bewohner der Mosel näher kennenlernen.
Besonders gespannt sind wir auf die Zippammer sowie auf drei Heuschreckenarten, die Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz im Rahmen des Symposiums ausdrücklich hervorhob:
die Gemeine Sichelschrecke,
das Weinhähnchen
und die Steppen-Sattelschrecke, die er sogar als „Ikone“ der Heuschreckenfauna in Rheinland-Pfalz bezeichnete.
Vielleicht wird gerade an diesen kleinen Bewohnern der Weinbergslandschaft sichtbar, weshalb die Zukunft des Steillagenweinbaus weit mehr ist als eine Frage der Weinproduktion.
Es geht letztlich um die Zukunft einer Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte gewachsen ist – und um die Frage, wie wir sie an kommende Generationen weitergeben wollen.
„Weinbau und Natur in der Steillage sichern
Was kommt, wenn der Steillagenweinbau verschwindet?
Zum Auftakt der Woche der Artenvielfalt im Weinanbaugebiet Mosel veranstaltete das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel traditionell ein Symposium zur Biodiversität im Steillagenweinbau. Am 21. Mai 2026 referierten im Bürgerhaus in Kanzem Fachleute vor rund 85 Interessierten zum Thema „Die Zukunft wächst am Hang – Weinbau, Wandel, Biodiversität“. Die abschließende Exkursion führte zu exemplarischen Hotspots des Steillagenweinbaus an der Saar.
In seiner Begrüßung hob Torben Alles, Leiter der Abteilung Landentwicklung im DLR Mosel, hervor, dass der Tagungsort nicht zufällig in Kanzem gewählt wurde. Hier lasse sich exemplarisch die enge Verbindung von biologischer Vielfalt und weinbaulicher Nutzung besonders anschaulich verdeutlichen. Er erinnerte daran, dass bei der Auszeichnung des unweit entfernten Leuchtpunkts der Artenvielfalt am Wawerner Jesuitenberg das Vorkommen der Gottesanbeterin noch als Besonderheit gefeiert wurde. Heute sei die Art im gesamten Moselgebiet anzutreffen. Ursache dafür sei auch der Klimawandel – und dieser verändere zunehmend den Weinbau. Der nächste Strukturwandel zeichne sich bereits ab.
Ihre enge Verbundenheit mit der Weinkulturlandschaft unterstrich auch Bürgermeisterin Katherina Frey-Treseler. Als Mutter, Naturerlebnisbegleiterin und Winzerin im Jesuitenberg sei es ihr ein besonderes Anliegen, die natürlichen Ressourcen der Region nachhaltig zu schützen.
Doch die historisch gewachsenen Steillagen im Moselgebiet sind zunehmend durch die Aufgabe von Rebflächen bedroht. Während des Strukturwandels um die Jahrtausendwende fielen rund 3.500 Hektar der ehemals etwa 12.500 Hektar großen Rebfläche aus der Nutzung – und das innerhalb von nur gut zehn Jahren. Dr. Matthias Porten, Abteilungsleiter Weinbau im DLR Mosel, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Gefahr groß sei, dass sich dieses Szenario erneut wiederholen könnte. Noch deutlicher werde die Entwicklung beim Blick auf die Zahl der Betriebe. So sei zu erwarten, dass im Jahr 2035 nur noch rund zehn Prozent der Weinbaubetriebe bestehen werden, verglichen mit dem Jahr 1980.
„Die Zukunft des Steillagenweinbaus steht auf dem Spiel“, warnte Porten. Dem ersten Strukturwandel habe man noch mit der Einführung von Raupen-Mechanisierungssystemen entgegenwirken können. Heute setzt die Branche zunehmend auf technische Innovationen wie KI-gestützten Rebschnitt, Spritzdrohnen oder autonom arbeitende Roboterfahrzeuge im Weinberg. Einen besonders zukunftsfähigen Lösungsansatz sieht Porten jedoch in der Umwandlung von Falllinienbewirtschaftung in Querterrassen. Diese könnten Ökonomie, Ökologie und die Gesundheit der Bewirtschafter in besonderer Weise miteinander verbinden.
Die Bedeutung der Steillagenweinbauflächen für die Biodiversität beleuchtete Dr. Christoph Hoffmann vom Julius Kühn-Institut in Siebeldingen. „Weinberg ist nicht gleich Weinberg“, stellte er fest. Die biologische Vielfalt unterscheide sich deutlich zwischen Flachlagen, Steillagen und Steilstlagen. Entscheidend seien vor allem Strukturvielfalt und Bewirtschaftungsweise. Durch die inzwischen auch in Steillagen etablierte Rebzeilenbegrünung habe die Artenvielfalt deutlich gewonnen.
Weniger problematisch sei hingegen die im Weinbau notwendige Ausbringung von Fungiziden gegen Pilzkrankheiten. Diese habe nachweislich kaum Auswirkungen auf die Anzahl der Insektenarten oder deren Biomasse. Der Einsatz von Insektiziden hingegen könne drastische Folgen haben. Deshalb müssten eingewanderte Schädlinge wie die Amerikanische Rebzikade oder der Japankäfer frühzeitig und konsequent bekämpft werden.
Dr. Katja Seis vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück hob ebenfalls die Bedeutung von Sonderstrukturen wie Trockenmauern für die biologische Vielfalt hervor. Sie skizzierte die Entwicklungsstadien der Vegetation nach Aufgabe der weinbaulichen Nutzung: Nach einer kurzen Phase von Vergrasung und Verkrautung dominierten zunächst Brombeeren und Wildrosen. Langfristig entwickelten sich daraus Strauchgesellschaften, Vorwald- und schließlich Waldstrukturen.
Die größte biologische Vielfalt entstehe in einer mosaikartigen Verzahnung von Rebflächen, Offenland und Gehölzstrukturen . Vor diesem Hintergrund könnten auch zukünftige Nutzungskonzepte zur Förderung der biologischen Vielfalt neu gedacht werden.
In mehreren Kurzvorträgen wurden die Auswirkungen der Sukzession nach Aufgabe der weinbaulichen Nutzung auf verschiedene Tiergruppen beleuchtet. Niklas Böhm von der FÖA Landschaftsplanung GmbH in Trier gab einen Überblick über die Gefährdungssituation der Vögel. Nach der neuen Roten Liste sei nur noch etwa ein Drittel der Vogelarten in Rheinland-Pfalz ungefährdet. Für die Weinberge müssten insbesondere die charakteristischen Vogelarten in den Fokus rücken. Diese benötigten keine verbuschten Flächen, sondern offene, strukturreiche Lebensräume. Deutlich werde dies am Beispiel der Zippammer. Rund 80 Prozent des deutschen Bestands dieser stark gefährdeten Art leben in Rheinland-Pfalz – vor allem im Moselgebiet.
Für die Heuschrecken, insbesondere wärmeliebende Arten, falle die Bilanz hingegen vergleichsweise positiv aus, erklärte Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz. Der Klimawandel führe hier teilweise zu deutlichen Bestandszunahmen und einer weiteren Ausbreitung von Arten wie der Gemeinen Sichelschrecke, dem Weinhähnchen oder der Steppen-Sattelschrecke, die als „Ikone“ dieser Tiergruppe in Rheinland-Pfalz gelte. Gleichzeitig gebe es jedoch auch Verlierer des Klimawandels – insbesondere Arten nährstoffarmer Offenlandstandorte.
Lea Böhm, Landespflegerin im DLR Mosel, verdeutlichte die hohe Bedeutung der Steillagenweinberge für Schmetterlinge. Im Moseltal seien 60 Arten von Tagfaltern nachgewiesen – rund ein Drittel aller bundesweit vorkommenden Arten. Die komplexen Entwicklungszyklen der Schmetterlinge erforderten vielfältige Landschaftsstrukturen und ein ausreichendes Angebot blütenreicher Vegetation.
Ein großes Problem sei die zunehmende Verbuschung von Weinbergsbrachen. Umso wichtiger sei der Erhalt des Steillagenweinbaus. In einem langjährigen Forschungsprojekt habe sich gezeigt, dass insbesondere Weinbergsquerterrassen mit ihren dauerhaft begrünten Böschungen besonders wertvolle Lebensräume für Schmetterlinge darstellen. Hier entstehe ein Gewinn für Weinbau und Artenvielfalt.
Sascha Schleich vom Büro für Freilanderfassung und Artenschutz in Waldböckelheim stellte die für Weinberge besonders charakteristische Tiergruppe der Reptilien vor. Am Beispiel der in der Moselregion noch häufig vorkommenden Mauereidechse verdeutlichte er die Bedeutung konsequenter Schutzmaßnahmen. Ohne ausreichende Vernetzung könnten Populationen isoliert werden und langfristig gefährdet sein.
Trockenmauern seien dabei weit mehr als nur Lebensraum für Eidechsen. Sie dienten zahlreichen Tiergruppen als geschützte und frostfreie Überwinterungsräume und unterstrichen damit den herausragenden ökologischen Wert dieser Strukturen im Weinberg.
Die abschließende Exkursion wurde von Dr. Cord-Henrich Treseler vom Weingut Dr. Frey begleitet und bot den Teilnehmenden praktische Einblicke in die Herausforderungen und Chancen des Steillagenweinbaus an der Saar.
Eine zentrale Station der Exkursion war der Wawerner Jesuitenberg, der bereits 2017 als „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“ ausgezeichnet wurde. Dort thematisierten die Fachleute die Entwicklung der biologischen Vielfalt. Besonders im Fokus standen Veränderungen wärmeliebender Insektenarten sowie die hohe Bedeutung kleinteiliger Steillagenstrukturen für den Erhalt der Biodiversität.
Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie sich Nutzungsaufgabe, Verbuschung und natürliche Sukzession unmittelbar auf die Lebensräume typischer Tier- und Pflanzenarten auswirken. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, welche Maßnahmen das Weingut Dr. Frey bereits seit vielen Jahren zur Förderung der Biodiversität umsetzt. Dazu zählen unter anderem der Erhalt von Trockenmauern und strukturreichen Bereichen, gezielte Begrünungskonzepte, die Einbindung von Rand- und Saumbiotopen sowie Kooperationen im Rahmen von Naturschutzprojekten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen zur Offenhaltung von Steillagen beitragen kann. Dabei wurden sowohl ökologische Effekte als auch praktische Herausforderungen der Umsetzung diskutiert.
Die Exkursion verdeutlichte eindrucksvoll, dass sich Biodiversität, Nutzung und wirtschaftliche Tragfähigkeit im Steillagenweinbau nur gemeinsam denken lassen. Wissenschaftliche Erkenntnisse wurden dadurch unmittelbar im Landschaftsraum erlebbar gemacht.
Zum Abschluss des Symposiums fasste Torben Alles vom DLR Mosel die große Bedeutung der Offenhaltung der Weinkulturlandschaft für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten zusammen – insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Strukturwandels. Der Erhalt eines zukunftsfähigen Steillagenweinbaus sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Dort, wo eine weinbauliche Nutzung dauerhaft nicht mehr möglich sei, müsse zumindest die Offenhaltung der Flächen gesichert werden. Weitere großflächige Verbuschungen würden das charakteristische Landschaftsbild der Moselregion und ihre biologische Vielfalt nachhaltig verändern.“
NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Herbarium
Die Zippammer – Der charakteristische Vogel der offenen Weinbergslandschaften
Name
● Name: Zippammer
● Lateinischer Name: Emberiza cia
Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart
Die Zippammer gehört zur Familie der Ammern und zählt zu den charakteristischen Vogelarten trockener, felsiger und strukturreicher Landschaften. Sie ist etwas kleiner als ein Star und erreicht eine Körperlänge von etwa 15 bis 17 Zentimetern.
Besonders auffällig ist ihr grauer Kopf mit den dunklen Streifen. Der Gesang ist weich und melodisch und besteht aus kurzen, klaren Strophen.
In Deutschland besitzt die Moselregion eine herausragende Bedeutung für diese Art. Ein großer Teil des deutschen Bestandes lebt in Rheinland-Pfalz, insbesondere in den Steillagen von Mosel, Saar und Ruwer.
Wie leben die Tiere?
Zippammern leben außerhalb der Brutzeit häufig paarweise oder in kleinen Gruppen. Während der Brutzeit verteidigen sie jedoch eigene Reviere.
Sie bauen keine Höhlen und halten keinen Winterschlaf.
Die Art ist überwiegend ein Standvogel. Viele Tiere bleiben das ganze Jahr über in ihrem Revier. Manche Individuen unternehmen im Winter kleinere Wanderungen in günstigere Gebiete.
Zippammern bewegen sich häufig hüpfend auf dem Boden und sitzen gern auf Trockenmauern, Felsen oder freistehenden Sträuchern. Sie wechseln regelmäßig zwischen niedriger Vegetation und erhöhten Ansitzwarten.
Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?
Die Zippammer besitzt ein ausgezeichnetes Sehvermögen.
● Die Augen helfen bei der Nahrungssuche und beim Erkennen von Feinden.
● Das Gehör dient der Kommunikation zwischen den Partnern und dem Erkennen anderer Revierbesitzer.
● Der Tastsinn spielt vor allem beim Nestbau und bei der Fütterung der Jungvögel eine Rolle.
Der Geruchssinn ist dagegen nur schwach ausgeprägt.
Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?
Die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen sind eher gering.
Das Männchen besitzt meist eine etwas stärkere Zeichnung und wirkt kontrastreicher.
Das Weibchen ist oft etwas unauffälliger gefärbt.
Beide Geschlechter haben den typischen grauen Kopf mit den dunklen Streifen und den rostbraunen Rücken.
Die Körpergröße ist nahezu gleich.
Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?
Im Frühjahr beginnt die Balz.
Die Männchen singen von erhöhten Plätzen aus und markieren damit ihr Revier.
Das Nest wird meist in Bodennähe zwischen Steinen, Trockenmauern, Böschungen oder niedrigen Sträuchern angelegt.
● Das Weibchen legt gewöhnlich drei bis fünf Eier.
● Die Brutdauer beträgt etwa zwölf bis vierzehn Tage.
● Beide Eltern kümmern sich um die Jungvögel.
● Häufig werden zwei Bruten im Jahr aufgezogen.
Geburt – Geschlechtsreife – Höchstalter
● Die Jungvögel verlassen nach ungefähr zwei Wochen das Nest.
● Nach etwa einem Jahr werden sie geschlechtsreif.
● In freier Natur erreichen viele Tiere ein Alter von drei bis sechs Jahren.
● Einzelne Zippammern können deutlich älter werden.
● Das höchste bekannte Alter eines beringten Vogels lag bei mehr als zehn Jahren.
Wie sieht der Jahresablauf aus?
Frühjahr
Die Revierbildung und Balz beginnen.
Frühsommer
Die Brutzeit und Aufzucht der Jungvögel stehen im Mittelpunkt.
Hochsommer
Häufig erfolgt eine zweite Brut.
Herbst
Kleine Gruppen bilden sich und die Nahrungssuche gewinnt an Bedeutung.
Winter
Viele Tiere bleiben in der Region und suchen geschützte Bereiche auf.
Welche Nahrung haben die Tiere?
Die Nahrung verändert sich im Jahresverlauf.
● Samen verschiedener Gräser und Kräuter bilden einen wichtigen Bestandteil.
● Während der Brutzeit spielen Insekten und deren Larven eine große Rolle.
● Auch kleine Spinnen werden gefressen.
● Im Herbst und Winter überwiegt pflanzliche Nahrung.
Welche Regionen besiedeln die Tiere?
Die Zippammer lebt in Süd- und Mitteleuropa sowie in Teilen Nordafrikas und Asiens.
In Deutschland liegt der Schwerpunkt ihres Vorkommens in Rheinland-Pfalz.
Besonders bedeutend sind:
● Mosel
● Saar
● Ruwer
● Mittelrhein
● Nahe
● Teile der Pfalz
Rund vier Fünftel des deutschen Bestandes leben in Rheinland-Pfalz.
Welche Reviere beanspruchen die Tiere?
Ein Brutrevier umfasst meist mehrere tausend Quadratmeter.
Wichtig sind:
● Trockenmauern
● offene Böschungen
● einzelne Sträucher
● Magerrasen
● kleine Gehölze
● felsige Bereiche
Eine vollständige Verbuschung wird dagegen gemieden.
Haben die Tiere eine besondere Art, sich zu tarnen oder zu wehren?
Die braunen und grauen Farben dienen als gute Tarnung.
Die Nester liegen oft verborgen zwischen Steinen und Pflanzen.
Bei Gefahr fliegen die Tiere rasch in Deckung oder verharren bewegungslos.
Eine aktive Verteidigung gegenüber größeren Feinden findet kaum statt.
Welche Gefahren bestehen für die Tiere?
Die Zippammer gehört in Deutschland zu den gefährdeten Vogelarten.
Zu den wichtigsten Gefahren zählen:
● Aufgabe von Weinbergsflächen
● Verbuschung ehemaliger Steillagen
● Verlust von Trockenmauern
● zunehmende Isolation einzelner Populationen
● intensive Nutzung und Strukturverlust
● Störungen während der Brutzeit
Zu den natürlichen Feinden gehören:
● Greifvögel
● Marder
● Füchse
● Katzen
Nach der Roten Liste gilt die Zippammer in Deutschland als stark gefährdet.
Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?
Die Zippammer ist ein wichtiger Bestandteil der Weinbergslandschaft.
Sie hilft bei der Regulierung von Insektenbeständen und dient selbst anderen Tieren als Nahrung.
Vor allem gilt sie als sogenannte Zeigerart.
Wo Zippammern leben, finden sich häufig viele weitere seltene Tier- und Pflanzenarten.
Wo an oder um die Weinberge an der Mosel kann ich die Tierart am besten finden?
Besonders gute Beobachtungsgebiete sind:
● strukturreiche Steillagen der Mittelmosel
● Saar und Ruwer
● Weinbergsbrachen mit offenen Bereichen
● Trockenmauern
● felsige Hänge
● Magerrasen
Bekannte Vorkommensgebiete liegen unter anderem bei:
● Kanzem
● Wawern
● Wiltingen
● Trittenheim
● Neumagen-Dhron
● Piesport
● Bremm
● Winningen
Frühe Morgenstunden im Frühjahr bieten die besten Beobachtungsmöglichkeiten.
Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?
In normalen Siedlungsgebieten erscheinen Zippammern nur selten.
Große naturnahe Gärten am Rand von Weinbergen oder Trockenhängen können gelegentlich besucht werden.
Typische Gartenvögel sind sie jedoch nicht.
Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?
Direkte wirtschaftliche Bedeutung besitzen Zippammern kaum.
Indirekt tragen sie jedoch zum Naturtourismus bei.
Die artenreiche Weinbergslandschaft der Mosel ist ein wichtiger Anziehungspunkt für:
● Wanderer
● Naturfreunde
● Fotografen
● Vogelbeobachter
Sie sind damit Teil des natürlichen Kapitals der Region.
Welche ökologische Funktion haben die Tiere?
Die Zippammer ist eine wichtige Leit- und Zeigerart für offene Weinbergslandschaften.
Sie zeigt an, dass eine Landschaft noch ausreichend Strukturreichtum besitzt.
Ihre Anwesenheit weist häufig auf:
● hohe Biodiversität
● intakte Trockenmauern
● blütenreiche Säume
● vielfältige Lebensräume
hin.
Damit ist sie gewissermaßen ein Botschafter der traditionellen Weinkulturlandschaft.
Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen der Tierart?
Spezielle religiöse oder mythologische Überlieferungen zur Zippammer sind kaum bekannt.
Wie viele Singvögel wird sie jedoch häufig mit Freiheit, Lebenskraft und dem Frühling verbunden.
In der symbolischen Deutung stehen Singvögel oft für:
● Hoffnung
● Erneuerung
● Leichtigkeit
● Harmonie zwischen Mensch und Natur
Im übertragenen Sinn kann die Zippammer heute als ein Symbol für die offene und artenreiche Kulturlandschaft der Mosel angesehen werden.
Gerade deshalb überrascht es nicht, dass Fachleute sie als eine der wichtigsten Charakterarten der Steillagenweinberge betrachten. Wo die Zippammer singt, lebt meist noch ein Stück jener jahrhundertealten Weinbergslandschaft, die Mosel, Saar und Ruwer bis heute prägt.
NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Herbarium
Die Gemeine Sichelschrecke – Die grüne Langfühlerschrecke der warmen Weinbergslandschaften
Name
● Name: Gemeine Sichelschrecke
● Lateinischer Name: Phaneroptera falcata
Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart
Die Gemeine Sichelschrecke gehört zu den Langfühlerschrecken (Tettigoniidae). Sie ist eine schlanke, meist hellgrüne Heuschrecke mit sehr langen Fühlern. Charakteristisch sind die sichelförmig gebogenen Flügelspitzen, die der Art ihren deutschen Namen gegeben haben.
Mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 18 Millimetern beim Männchen und 15 bis 21 Millimetern beim Weibchen zählt sie zu den kleineren europäischen Laubheuschrecken.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art in Deutschland deutlich ausgebreitet und gilt heute als einer der Gewinner des Klimawandels.
Wie leben die Insekten?
Die Gemeine Sichelschrecke lebt überwiegend einzeln. Größere Gruppen entstehen nur dort, wo besonders günstige Lebensbedingungen herrschen.
Sie lebt bevorzugt in:
● Hochstaudenfluren
● Weinbergsbrachen
● Säumen
● Hecken
● Trockenrasen
● Magerrasen
● verbuschten Böschungen
Die Tiere halten keinen Winterschlaf. Nur die Eier überwintern.
Die erwachsenen Tiere erscheinen im Sommer und sterben im Herbst.
Die Gemeine Sichelschrecke breitet sich seit vielen Jahren nach Norden aus und besiedelt neue Gebiete.
Sie bewegt sich überwiegend kletternd und springend. Im Gegensatz zu Feldheuschrecken fliegt sie nur selten über größere Entfernungen.
Welche Sinnesorgane nutzen die Insekten?
Die Art verfügt über mehrere hoch entwickelte Sinnesorgane.
● Facettenaugen ermöglichen ein gutes Sehen.
● Die langen Fühler dienen dem Tasten und Wahrnehmen von Luftbewegungen.
● Tympanalorgane an den Vorderbeinen ermöglichen das Hören.
● Sinneshaare registrieren Erschütterungen und Berührungen.
Besonders wichtig sind das Gehör und die Fühler für die Kommunikation zwischen den Geschlechtern.
Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?
Beide Geschlechter sind überwiegend grün gefärbt.
Das Weibchen ist meist etwas größer und kräftiger gebaut.
Charakteristisch ist der lange, deutlich sichelförmig nach oben gebogene Legebohrer.
Das Männchen besitzt keinen Legebohrer und ist meist etwas schlanker.
Die Färbung unterscheidet sich kaum.
Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?
Die Paarungszeit liegt hauptsächlich zwischen Juli und September.
Die Männchen locken die Weibchen durch ihren Gesang an.
Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne Eier in Pflanzengewebe oder zwischen Blätter.
● Die Eier überwintern.
● Im folgenden Frühjahr oder Frühsommer schlüpfen die Jungtiere.
● Die Entwicklung erfolgt über mehrere Häutungen.
Geburt – Geschlechtsreife – Höchstalter
● Die Jungtiere schlüpfen meist zwischen Mai und Juni.
● Nach fünf bis sieben Häutungen erreichen sie im Sommer die Geschlechtsreife.
● Erwachsene Tiere leben gewöhnlich bis Oktober.
● Die gesamte Generation lebt etwa ein Jahr.
● Einzelne Tiere erreichen nur wenige Monate als ausgewachsene Heuschrecken.
Wie sieht der Jahresablauf aus?
Winter
Die Eier überwintern.
Frühjahr
Aus den Eiern schlüpfen die Jungtiere.
Frühsommer
Die Larven entwickeln sich über mehrere Häutungen.
Hochsommer
Die erwachsenen Tiere erscheinen.
Sommer und Herbst
Paarung und Eiablage finden statt.
Spätherbst
Die erwachsenen Tiere sterben.
Welche Nahrung haben die Insekten?
Die Gemeine Sichelschrecke ernährt sich überwiegend pflanzlich.
Zu ihrer Nahrung gehören:
● Blätter
● Gräser
● Kräuter
● Blüten
● Samen
Gelegentlich frisst sie auch:
● Blattläuse
● kleine Raupen
● andere kleine Insekten
Sie gilt daher als Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher Nahrung.
Welche Regionen besiedeln die Insekten?
Die Art kommt in weiten Teilen Europas bis nach Westasien vor.
In Deutschland liegt ein Schwerpunkt im Südwesten.
In Rheinland-Pfalz findet man sie besonders häufig:
● an der Mosel
● an Saar und Ruwer
● im Mittelrheintal
● in Rheinhessen
● an der Nahe
● in der Pfalz
Infolge der Klimaerwärmung breitet sich die Art weiter aus.
Welche Reviere beanspruchen die Insekten?
Die Gemeine Sichelschrecke verteidigt keine eigentlichen Reviere.
Die Tiere halten sich bevorzugt in dichter Vegetation auf.
Sie nutzen kleine Aktionsräume und wechseln regelmäßig zwischen verschiedenen Pflanzen.
Haben die Insekten eine besondere Art, sich zu tarnen oder sich zu wehren?
Die grüne Färbung sorgt für eine ausgezeichnete Tarnung.
Bei Gefahr:
● verharren die Tiere regungslos
● verstecken sie sich zwischen Blättern
● springen sie plötzlich davon
● können sie kurze Strecken fliegen
Eine aktive Verteidigung besitzen sie nicht.
Welche Gefahren bestehen für die Insekten?
Die Gemeine Sichelschrecke gilt derzeit nicht als gefährdet.
Im Gegenteil: Viele Bestände nehmen zu.
Dennoch bestehen Gefahren durch:
● intensive Mahd
● Verlust strukturreicher Säume
● Pestizideinsatz
● Flächenversiegelung
● sehr frühe Mahdtermine
Zu den natürlichen Feinden gehören:
● Spinnen
● Vögel
● Eidechsen
● Fledermäuse
● räuberische Insekten
Die Art zählt zu den Gewinnern der Klimaerwärmung.
Welche Bedeutung haben die Insekten für die Natur und andere Tiere?
Die Gemeine Sichelschrecke ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsketten.
Sie dient vielen Tierarten als Nahrung.
Außerdem trägt sie zur Vielfalt der Insektenwelt bei.
Ihr Vorkommen zeigt häufig warme und strukturreiche Lebensräume an.
Wo an oder um die Weinberge an der Mosel kann ich die Insektenart am besten finden?
Besonders gute Beobachtungsorte sind:
● Weinbergsbrachen
● Trockenmauern mit Hochstauden
● Böschungen
● Hecken
● Magerrasen
● Säume entlang von Weinbergen
Häufige Vorkommensgebiete liegen unter anderem bei:
● Kanzem
● Wawern
● Wiltingen
● Trittenheim
● Piesport
● Neumagen-Dhron
● Bremm
● Winningen
Die Tiere sind vor allem an warmen Sommerabenden durch ihren Gesang bemerkbar.
Gibt es diese Insekten auch in meinem Garten?
Ja.
Naturnahe Gärten mit:
● Wildblumen
● hohen Gräsern
● Hecken
● Stauden
● wenig Pestiziden
werden häufig besiedelt.
Die Art breitet sich zunehmend auch in Siedlungsgebieten aus.
Welche ökonomische Funktion haben die Insekten?
Eine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung besitzen sie kaum.
Indirekt tragen sie jedoch zur Attraktivität artenreicher Kulturlandschaften bei.
Sie sind Teil des Naturerbes der Moselregion und damit auch von Bedeutung für Naturtourismus und Umweltbildung.
Welche ökologische Funktion haben die Insekten?
Die Gemeine Sichelschrecke ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsketten.
Sie trägt zur Stabilität von Ökosystemen bei.
Außerdem dient sie als Zeigerart für:
● warme Lebensräume
● strukturreiche Offenlandschaften
● hohe Biodiversität
Ihr Vorkommen weist häufig auf naturschutzfachlich wertvolle Bereiche hin.
Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen der Tierart?
Spezielle religiöse oder mythologische Überlieferungen zur Gemeinen Sichelschrecke sind nicht bekannt.
Heuschrecken werden in verschiedenen Kulturen jedoch unterschiedlich gedeutet.
● In Teilen Asiens gelten sie als Glücks- und Sommerboten.
● In der chinesischen Tradition stehen singende Heuschrecken für Harmonie und Lebensfreude.
● In Europa werden Heuschrecken häufig mit Wärme, Sommer und Naturnähe verbunden.
Im übertragenen Sinn kann die Gemeine Sichelschrecke heute als Symbol für die wärmer werdenden Landschaften und für die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit vieler Arten angesehen werden.
Im Gegensatz zur Zippammer gehört sie zu den Arten, die bislang vom Klimawandel eher profitieren. Gerade deshalb wurde sie beim Symposium des DLR Mosel gemeinsam mit dem Weinhähnchen und der Steppen-Sattelschrecke als Beispiel für die Veränderungen der Tierwelt in den Moselweinbergen hervorgehoben.
NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Herbarium
Das Weinhähnchen – Die singende Langfühlerschrecke der warmen Sommernächte
Name
● Name: Weinhähnchen
● Lateinischer Name: Oecanthus pellucens
Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart
Das Weinhähnchen gehört zur Familie der Langfühlerschrecken (Tettigoniidae). Es ist eine zierliche, hellgrüne bis strohfarbene Heuschrecke mit sehr langen Fühlern und durchscheinenden Flügeln.
Mit einer Körperlänge von etwa 13 bis 18 Millimetern wirkt es deutlich schlanker und feiner gebaut als viele andere Laubheuschrecken.
Besonders bekannt ist das Weinhähnchen durch seinen gleichmäßigen, hellen Gesang, der an warmen Sommerabenden und in mediterranen Landschaften weithin hörbar ist. Viele Menschen hören das Weinhähnchen häufiger, als sie es sehen.
Wie leben die Insekten?
Das Weinhähnchen lebt überwiegend einzeln.
Es bevorzugt:
● Weinbergsbrachen
● Hochstaudenfluren
● Gebüschsäume
● Hecken
● Magerrasen
● Trockenhänge
● sonnige Böschungen
Die Art hält keinen Winterschlaf. Nur die Eier überwintern.
Die erwachsenen Tiere erscheinen im Hochsommer und sterben im Herbst.
Das Weinhähnchen breitet sich seit Jahrzehnten nach Norden aus und besiedelt zunehmend neue Gebiete.
Es bewegt sich überwiegend kletternd und springend. Kurze Flüge sind möglich.
Welche Sinnesorgane nutzen die Insekten?
Das Weinhähnchen verfügt über hoch entwickelte Sinnesorgane.
● Facettenaugen ermöglichen ein gutes Sehen.
● Die langen Fühler dienen als Tast- und Wahrnehmungsorgane.
● Tympanalorgane an den Vorderbeinen ermöglichen das Hören.
● Sinneshaare registrieren Berührungen und Luftbewegungen.
Vor allem Gehör und Fühler spielen bei der Partnersuche eine wichtige Rolle.
Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?
Die Geschlechter ähneln sich stark.
Das Weibchen ist meist etwas größer und kräftiger.
Charakteristisch ist der lange, gerade Legebohrer.
Das Männchen besitzt keinen Legebohrer.
Beide Geschlechter sind hellgrün bis gelblich gefärbt und besitzen lange, durchscheinende Flügel.
Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?
Die Paarungszeit liegt hauptsächlich zwischen Juli und September.
Die Männchen locken die Weibchen durch ihren Gesang an.
Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne Eier in Pflanzenstängel oder weiches Pflanzengewebe.
● Die Eier überwintern.
● Im folgenden Frühjahr schlüpfen die Jungtiere.
● Die Entwicklung erfolgt über mehrere Häutungen.
Geburt – Geschlechtsreife – Höchstalter
● Die Jungtiere schlüpfen meist im Mai oder Juni.
● Nach mehreren Häutungen erreichen sie im Juli oder August die Geschlechtsreife.
● Erwachsene Tiere leben gewöhnlich bis Oktober.
● Die gesamte Generation umfasst etwa ein Jahr.
● Die erwachsenen Tiere erreichen meist nur wenige Monate Lebensdauer.
Wie sieht der Jahresablauf aus?
Winter
Die Eier überwintern.
Frühjahr
Die Jungtiere schlüpfen.
Frühsommer
Die Larven wachsen und häuten sich mehrfach.
Hochsommer
Die erwachsenen Tiere erscheinen.
Sommer und Frühherbst
Paarung und Eiablage finden statt.
Spätherbst
Die erwachsenen Tiere sterben.
Welche Nahrung haben die Insekten?
Das Weinhähnchen ernährt sich überwiegend pflanzlich.
Zu seiner Nahrung gehören:
● Blüten
● Blätter
● Kräuter
● Gräser
● Pollen
Gelegentlich werden auch kleine Insekten oder Blattläuse gefressen.
Welche Regionen besiedeln die Insekten?
Das Weinhähnchen ist in Südeuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Teilen Westasiens verbreitet.
In Deutschland liegt ein Schwerpunkt im Südwesten.
In Rheinland-Pfalz findet man die Art besonders häufig:
● an der Mosel
● an Saar und Ruwer
● in Rheinhessen
● an der Nahe
● in der Pfalz
● im Mittelrheintal
Durch die Klimaerwärmung hat sich das Verbreitungsgebiet deutlich vergrößert.
Welche Reviere beanspruchen die Insekten?
Das Weinhähnchen verteidigt keine eigentlichen Reviere.
Die Tiere halten sich bevorzugt in dichter Vegetation auf und wechseln regelmäßig ihre Aufenthaltsorte.
Die Männchen singen jedoch von bevorzugten Plätzen aus und halten dabei einen gewissen Abstand zu anderen Männchen.
Haben die Insekten eine besondere Art, sich zu tarnen oder sich zu wehren?
Die helle Färbung bietet eine hervorragende Tarnung zwischen Gräsern und Blättern.
Bei Gefahr:
● verharren die Tiere regungslos
● verstecken sie sich in der Vegetation
● springen sie plötzlich davon
● können sie kurze Strecken fliegen
Eine aktive Verteidigung besitzen sie nicht.
Welche Gefahren bestehen für die Insekten?
Das Weinhähnchen gilt derzeit nicht als gefährdet.
Die Art profitiert sogar von wärmeren Sommern.
Gefährdungen entstehen vor allem durch:
● Verlust strukturreicher Säume
● intensive Mahd
● Pestizideinsatz
● Flächenversiegelung
● Beseitigung von Hecken und Brachen
Zu den natürlichen Feinden gehören:
● Vögel
● Spinnen
● Eidechsen
● Fledermäuse
● räuberische Insekten
Insgesamt nehmen die Bestände vielerorts zu.
Welche Bedeutung haben die Insekten für die Natur und andere Tiere?
Das Weinhähnchen ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsketten.
Es dient zahlreichen Tierarten als Nahrung und trägt zur Vielfalt der Insektenwelt bei.
Sein Vorkommen weist auf warme und strukturreiche Lebensräume hin.
Wo an oder um die Weinberge an der Mosel kann ich die Insektenart am besten finden?
Besonders gute Beobachtungsorte sind:
● Weinbergsbrachen
● Trockenmauern
● Hecken
● Hochstaudenfluren
● Magerrasen
● sonnige Böschungen
Häufige Vorkommensgebiete liegen unter anderem bei:
● Kanzem
● Wawern
● Wiltingen
● Trittenheim
● Piesport
● Neumagen-Dhron
● Bremm
● Winningen
Am leichtesten lässt sich das Weinhähnchen an warmen August- und Septemberabenden durch seinen Gesang entdecken.
Gibt es diese Insekten auch in meinem Garten?
Ja.
Naturnahe Gärten mit:
● Wildblumen
● hohen Gräsern
● Stauden
● Hecken
● wenig Pestiziden
werden häufig besiedelt.
Die Art breitet sich zunehmend auch in Siedlungsräumen aus.
Welche ökonomische Funktion haben die Insekten?
Eine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung besitzt das Weinhähnchen kaum.
Indirekt trägt es zur Attraktivität artenreicher Kulturlandschaften und damit auch zum Naturtourismus und zur Umweltbildung bei.
Welche ökologische Funktion haben die Insekten?
Das Weinhähnchen ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsketten.
Es trägt zur Stabilität von Ökosystemen bei.
Außerdem gilt es als Zeigerart für:
● warme Lebensräume
● strukturreiche Offenlandschaften
● hohe Biodiversität
Sein Vorkommen weist häufig auf naturschutzfachlich wertvolle Bereiche hin.
Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen der Tierart?
Spezielle religiöse oder mythologische Überlieferungen zum Weinhähnchen sind nicht bekannt.
Wie viele singende Heuschrecken wird es in verschiedenen Kulturen mit Sommer, Wärme und Lebensfreude verbunden.
● In Teilen Asiens gelten singende Heuschrecken als Glücksbringer.
● In der chinesischen Tradition stehen sie für Harmonie und langes Leben.
● In Europa werden sie häufig als Stimmen warmer Sommernächte wahrgenommen.
Im übertragenen Sinn kann das Weinhähnchen heute als Symbol der mediterranen Einflüsse und der sich wandelnden Klimabedingungen in den Moselweinbergen verstanden werden.
Mit seinem feinen Gesang gehört es zu den charakteristischen Stimmen warmer Sommerabende an Mosel, Saar und Ruwer und wurde deshalb beim Symposium des DLR Mosel gemeinsam mit der Gemeinen Sichelschrecke und der Steppen-Sattelschrecke als eine der bemerkenswerten Gewinnerarten des Klimawandels hervorgehoben.
NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge
Die Steppen-Sattelschrecke – Die Ikone der wärmeliebenden Heuschrecken in Rheinland-Pfalz
Name
● Name: Steppen-Sattelschrecke
● Lateinischer Name: Ephippiger diurnus
Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart
Die Steppen-Sattelschrecke gehört zu den Laubheuschrecken (Tettigoniidae) und zählt zu den auffälligsten Heuschrecken Europas. Sie besitzt einen kräftigen Körperbau und unterscheidet sich deutlich von den schlankeren Langfühlerschrecken wie dem Weinhähnchen oder der Gemeinen Sichelschrecke.
Ihren deutschen Namen verdankt sie dem sattelförmig gewölbten Halsschild. Die Flügel sind stark verkürzt, sodass die Tiere praktisch nicht fliegen können.
Mit einer Körperlänge von etwa 20 bis 30 Millimetern gehört sie zu den größeren Heuschreckenarten der Moselregion.
In Rheinland-Pfalz gilt sie als eine der charakteristischen Arten wärmebegünstigter Weinbergslandschaften und wurde von Fachleuten sogar als „Ikone“ der Heuschreckenfauna bezeichnet.
Wie leben die Insekten?
Die Steppen-Sattelschrecke lebt überwiegend einzeln.
Sie bevorzugt:
● Trockenrasen
● Weinbergsbrachen
● Magerrasen
● Gebüschsäume
● Böschungen
● sonnige Hänge
● strukturreiche Offenlandbereiche
Die Tiere halten keinen Winterschlaf. Nur die Eier überwintern.
Da die Art praktisch flugunfähig ist, breitet sie sich nur langsam aus und besiedelt neue Gebiete wesentlich langsamer als die Gemeine Sichelschrecke oder das Weinhähnchen.
Sie bewegt sich überwiegend laufend und springend.
Welche Sinnesorgane nutzen die Insekten?
Die Art verfügt über mehrere hoch entwickelte Sinnesorgane.
● Facettenaugen ermöglichen ein gutes Sehen.
● Lange Fühler dienen als Tastorgane.
● Tympanalorgane an den Vorderbeinen ermöglichen das Hören.
● Sinneshaare registrieren Luftbewegungen und Berührungen.
Vor allem Gehör und Fühler spielen bei der Partnersuche eine wichtige Rolle.
Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?
Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich.
Das Weibchen ist größer und kräftiger.
Charakteristisch ist der lange, nahezu gerade Legebohrer.
Das Männchen ist kleiner und schlanker.
Beide Geschlechter besitzen:
● einen kräftigen Körperbau
● einen sattelförmigen Halsschild
● verkürzte Flügel
● eine braune bis olivgrüne Grundfärbung
Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?
Die Paarungszeit liegt überwiegend zwischen Juli und September.
Die Männchen erzeugen einen auffälligen Gesang.
Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in lockeren Boden oder zwischen Pflanzenreste.
● Die Eier überwintern.
● Die Jungtiere schlüpfen im Frühjahr.
● Die Entwicklung erfolgt über mehrere Häutungen.
Geburt – Geschlechtsreife – Höchstalter
● Die Jungtiere schlüpfen meist im Mai.
● Nach mehreren Häutungen erreichen sie im Sommer die Geschlechtsreife.
● Erwachsene Tiere leben bis in den Herbst hinein.
● Die gesamte Generation umfasst etwa ein Jahr.
● Die ausgewachsenen Tiere leben nur wenige Monate.
Wie sieht der Jahresablauf aus?
Winter
Die Eier überwintern.
Frühjahr
Die Jungtiere schlüpfen.
Frühsommer
Die Larven wachsen und häuten sich mehrfach.
Hochsommer
Die erwachsenen Tiere erscheinen.
Sommer und Herbst
Paarung und Eiablage finden statt.
Spätherbst
Die erwachsenen Tiere sterben.
Welche Nahrung haben die Insekten?
Die Steppen-Sattelschrecke ernährt sich überwiegend pflanzlich.
Zu ihrer Nahrung gehören:
● Blätter
● Kräuter
● Blüten
● Gräser
● Samen
Gelegentlich werden auch kleinere Insekten gefressen.
Welche Regionen besiedeln die Insekten?
Die Art kommt in Süd- und Mitteleuropa vor.
In Deutschland liegt ihr Schwerpunkt im Südwesten.
In Rheinland-Pfalz findet man sie vor allem:
● an der Mosel
● an Saar und Ruwer
● an der Nahe
● in Rheinhessen
● in Teilen der Pfalz
Die Moselregion zählt zu den wichtigsten Verbreitungsgebieten Deutschlands.
Welche Reviere beanspruchen die Insekten?
Die Tiere verteidigen keine festen Reviere.
Sie halten sich bevorzugt in einem kleinen Aktionsraum auf und wechseln nur selten größere Entfernungen.
Aufgrund ihrer Flugunfähigkeit bleiben viele Tiere lebenslang in derselben Umgebung.
Haben die Insekten eine besondere Art, sich zu tarnen oder sich zu wehren?
Die braungrüne Färbung bietet eine hervorragende Tarnung.
Bei Gefahr:
● verharren die Tiere regungslos
● verstecken sie sich zwischen Pflanzen
● springen sie davon
● können sie bei Bedrohung kräftig zubeißen
Da sie kaum fliegen können, sind Tarnung und Deckung besonders wichtig.
Welche Gefahren bestehen für die Insekten?
Die Steppen-Sattelschrecke gilt in Deutschland als gefährdet.
Zu den wichtigsten Gefahren gehören:
● Verbuschung von Offenland
● Aufgabe von Weinbergsflächen
● Verlust von Trockenrasen
● intensive Mahd
● Pestizideinsatz
● Zerschneidung von Lebensräumen
Zu den natürlichen Feinden gehören:
● Vögel
● Eidechsen
● Spinnen
● Fledermäuse
● kleine Säugetiere
Da die Art neue Gebiete nur langsam besiedeln kann, reagiert sie empfindlich auf den Verlust geeigneter Lebensräume.
Welche Bedeutung haben die Insekten für die Natur und andere Tiere?
Die Steppen-Sattelschrecke ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsketten.
Sie dient vielen Tierarten als Nahrung.
Darüber hinaus gilt sie als Zeigerart für:
● trockenwarme Lebensräume
● strukturreiche Offenlandschaften
● hohe Biodiversität
Ihr Vorkommen weist häufig auf besonders wertvolle Lebensräume hin.
Wo an oder um die Weinberge an der Mosel kann ich die Insektenart am besten finden?
Besonders gute Beobachtungsorte sind:
● Trockenrasen
● Weinbergsbrachen
● Magerrasen
● Böschungen
● Gebüschsäume
● Trockenmauern mit angrenzenden Offenflächen
Bekannte Vorkommensgebiete liegen unter anderem bei:
● Kanzem
● Wawern
● Wiltingen
● Trittenheim
● Piesport
● Bremm
● Winningen
An warmen Sommerabenden ist ihr Gesang oft schon aus größerer Entfernung zu hören.
Gibt es diese Insekten auch in meinem Garten?
Nur selten.
Große naturnahe Gärten in der Nähe von Trockenhängen oder Weinbergslandschaften können gelegentlich besiedelt werden.
Typische Gartentiere sind Steppen-Sattelschrecken jedoch nicht.
Welche ökonomische Funktion haben die Insekten?
Eine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung besitzen sie kaum.
Indirekt tragen sie zur Attraktivität artenreicher Kulturlandschaften bei und sind Bestandteil von Naturtourismus und Umweltbildung.
Welche ökologische Funktion haben die Insekten?
Die Steppen-Sattelschrecke ist eine wichtige Zeigerart für hochwertige Offenlandlebensräume.
Sie zeigt an:
● strukturreiche Trockenstandorte
● naturnahe Weinbergslandschaften
● hohe Artenvielfalt
Sie gehört zu den charakteristischen Bewohnern traditioneller Steillagenlandschaften.
Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen der Tierart?
Spezielle religiöse oder mythologische Überlieferungen zur Steppen-Sattelschrecke sind nicht bekannt.
Wie andere Heuschrecken wurde sie in verschiedenen Kulturen mit Sommer und Wärme verbunden.
Im übertragenen Sinn kann die Steppen-Sattelschrecke heute als Symbol der alten Weinbergslandschaften angesehen werden.
Gerade weil sie auf offene, strukturreiche und wärmebegünstigte Lebensräume angewiesen ist, verkörpert sie wie kaum eine andere Heuschreckenart die besondere Verbindung zwischen Weinbau und Biodiversität an Mosel, Saar und Ruwer.
Nicht ohne Grund bezeichnete Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz sie beim Symposium des DLR Mosel als die „Ikone“ der Heuschreckenfauna in Rheinland-Pfalz.
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Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher (KI-supported) – 10. Juni 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel – Pressemitteilung von Sabine Schneider und Torben Alles (DLR Mosel))
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Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
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Die Text-Folge „Lebendige Moselweinberge“ ist Dauno gewidmet:
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