Illustration: Vor einer Staustufe versammeln sich sechs Wanderarten des Moselsystems. Von links nach rechts: Atlantischer Lachs, Europäischer Aal, Maifisch, Europäischer Stör (im Hintergrund), Flussneunauge (li unten) und Meerneunauge (re unten. Die Abbildung zeigt symbolisch auf Wanderhindernisse, mit denen viele Fischarten auf ihrem Weg zwischen Mosel, Rhein, Nordsee und Atlantik konfrontiert sind.
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Europäischer Aal (Anguilla anguilla)
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Atlantischer Lachs (Salmo salar)
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Maifisch (Alosa alosa)
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Europäischer Stör (Acipenser sturio)
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Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
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Meerneunauge (Petromyzon marinus)
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NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 44

Wanderfische der Mosel: Wie Aal, Lachs, Maifisch, Neunaugen und Stör einst Mosel, Rhein und Atlantik verbanden

Die Mosel ist weit mehr als ein Fluss zwischen Weinbergen. Über Jahrtausende verband sie Wanderfische mit Rhein, Nordsee, Atlantik und sogar der Sargassosee. Dieser ausführliche NaturEREIGNISbegleiter folgt den verlorenen und teilweise zurückkehrenden Wanderwegen von Aal, Lachs, Maifisch, Stör sowie Fluss- und Meerneunauge – ergänzt durch sechs umfangreiche Herbarium-Porträts der faszinierenden Reisenden unserer Gewässer.

 

Die Mosel als Teil eines europäischen Lebensraumes

 

Wer heute an einem Sommerabend an der Mosel steht, sieht einen ruhigen Fluss. Schiffe ziehen vorbei. Die Weinberge spiegeln sich im Wasser. Enten, Schwäne und Möwen gehören für viele Menschen selbstverständlich zum Bild der Landschaft.

Was man nicht sieht, ist eine der erstaunlichsten Naturgeschichten Europas.

Denn die Mosel ist weit mehr als ein Fluss zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Sie ist Teil eines gewaltigen Lebensraumes, der die Weinberge bei Trier mit der Nordsee, dem Atlantik und sogar mit einem Meeresgebiet nahe der Karibik verbindet.

Über Jahrtausende waren die Gewässer Europas durch Wanderwege miteinander verbunden. Fische legten Strecken zurück, die aus heutiger Sicht kaum vorstellbar erscheinen. Manche wurden in kleinen Bächen geboren und verbrachten ihr Erwachsenenleben im Atlantik. Andere begannen ihre Reise im offenen Ozean und fanden Jahre später den Weg bis in die Mosel.

Die Geschichte dieser Wanderfische ist zugleich die Geschichte des Flusses selbst.

 

Die freie Mosel vor dem Ausbau zur Wasserstraße

 

Bevor die Mosel zur modernen Wasserstraße ausgebaut wurde, war sie ein anderer Fluss.

Sie mäanderte stärker durch die Landschaft. Kiesbänke entstanden und verschwanden wieder. Hochwasser formten neue Uferbereiche. Seitenarme, Flachwasserzonen und Auen schufen eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume.

Vor allem aber war die Mosel durchgängig.

Ein Fisch, der vom Meer kam, konnte ohne technische Barrieren weit flussaufwärts schwimmen. Die Mosel war kein isoliertes Gewässer, sondern Teil eines europäischen Netzes aus Flüssen, Bächen und Nebenarmen.

Über Rhein und Nordsee bestand eine direkte Verbindung zum Atlantik.

Für Wanderfische war dies von entscheidender Bedeutung.

 

Warum Wanderfische zwischen Meer und Fluss pendeln

 

Auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, dass ein Fisch tausende Kilometer zurücklegt, obwohl er doch sein gesamtes Leben im Wasser verbringt.

Die Evolution hat jedoch unterschiedliche Lebensräume für verschiedene Lebensphasen hervorgebracht.

Viele Arten finden im Meer besonders gute Nahrungsbedingungen. Dort wachsen sie schneller und erreichen größere Körpergrößen.

Für Eier und Jungfische sind dagegen Flüsse oft besser geeignet. Hier gibt es weniger Meeresräuber und zahlreiche geschützte Bereiche.

Deshalb entwickelte sich über Millionen Jahre eine Strategie, die Wissenschaftler als Wanderfisch-Lebensweise bezeichnen.

Geboren werden im Fluss.

Aufwachsen im Meer.

Zur Fortpflanzung zurückkehren.

Solange die Wege offen waren, funktionierte dieses System erstaunlich erfolgreich.

 

Der Europäische Aal: Von der Sargassosee bis an die Mosel

 

Unter allen Wanderfischen Europas besitzt der Europäische Aal die wohl erstaunlichste Lebensgeschichte.

Seine Reise beginnt nicht in der Mosel.

Nicht im Rhein.

Nicht einmal in Europa.

Der Aal schlüpft in der Sargassosee im westlichen Atlantik. Dieses Meeresgebiet liegt tausende Kilometer von Trier entfernt und wird von großen Meeresströmungen umgeben.

Die winzigen Larven treiben mit den Strömungen Richtung Europa. Nach Jahren erreichen sie die Küsten, wandeln sich zu sogenannten Glasaalen und beginnen den Aufstieg in die Flüsse.

Ein Teil dieser Tiere gelangt in den Rhein.

Von dort wandern sie weiter in die Mosel.

Manche verbringen anschließend viele Jahre in den Gewässern unserer Region.

Erst als erwachsene Tiere kehren sie wieder zurück.

Dann beginnt die lange Reise über Mosel, Rhein, Nordsee und Atlantik zurück zur Sargassosee.

Ein Aal in der Mosel verbindet damit die Weinberge an der Mittelmosel mit einem Gebiet nahe der Karibik.

 

Der Atlantische Lachs: Der Heimkehrer in sein Geburtsgewässer

 

Während der Aal aus dem Meer in die Mosel kommt, beginnt die Geschichte des Lachses im Süßwasser.

Junge Lachse wachsen in Flüssen und Bächen auf. Anschließend ziehen sie in den Atlantik.

Dort verbringen sie mehrere Jahre.

Dann geschieht etwas Erstaunliches.

Die Tiere finden zurück.

Nicht in irgendeinen Fluss.

Sondern häufig genau in jenes Gewässer, in dem sie geboren wurden.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lachse sich den charakteristischen Geruch ihres Heimatgewässers einprägen.

Jahre später erkennen sie diese chemische Signatur wieder.

Der Lachs wurde dadurch zu einem Symbol für die Durchgängigkeit von Flüssen.

Denn ein Lachs kann nur zurückkehren, wenn der Weg noch existiert.

 

Der Maifisch: Ein Rückkehrer nach langer Abwesenheit

 

Heute kennen viele Menschen den Maifisch kaum noch.

Dabei gehörte er einst zu den bedeutendsten Wanderfischen Europas.

Im Frühjahr stiegen riesige Schwärme aus dem Meer in die Flüsse auf. Dort laichten die Tiere. Die Jungfische wanderten später wieder Richtung Nordsee und Atlantik.

Mit der zunehmenden Regulierung der Flüsse verschwanden viele dieser Wanderwege.

Der Maifisch verschwand nahezu vollständig aus dem Rheinsystem.

Erst moderne Wiederansiedlungsprogramme haben dazu geführt, dass die Art heute wieder in Teilen des Rheingebiets nachgewiesen wird.

Der Maifisch steht deshalb für eine bemerkenswerte Erkenntnis:

Nicht jede verlorene Art bleibt für immer verloren.

 

Fluss- und Meerneunauge: Zeugen einer uralten Erdgeschichte

 

Zu den ungewöhnlichsten Bewohnern europäischer Gewässer gehören die Neunaugen.

Obwohl sie oft zu den Fischen gezählt werden, unterscheiden sie sich deutlich von den meisten bekannten Arten.

Sie besitzen keinen Kiefer wie moderne Fische und repräsentieren eine sehr alte Entwicklungslinie der Wirbeltiere.

Flussneunauge und Meerneunauge gehören ebenfalls zu den Wanderern zwischen Meer und Fluss.

Ihre Anwesenheit erinnert daran, wie alt die Verbindung zwischen europäischen Flüssen und dem Atlantik tatsächlich ist.

Lange bevor Menschen Brücken bauten, Weinberge anlegten oder Städte gründeten, existierten diese Wanderwege bereits.

 

Staustufen, Wehre und verlorene Wanderwege

 

Mit der Industrialisierung veränderten sich die Flüsse Europas grundlegend.

Die Schifffahrt gewann an Bedeutung.

Wasserstände sollten kontrollierbar werden.

Flüsse wurden begradigt.

Staustufen entstanden.

Auch die Mosel wurde zur modernen Wasserstraße ausgebaut.

Für die wirtschaftliche Entwicklung brachte dies zahlreiche Vorteile.

Für die Wanderfische begann jedoch eine schwierige Zeit.

Ihre Wege wurden unterbrochen.

 

Warum viele Wanderfische verschwanden

 

An dieser Stelle lohnt sich eine Frage, die oft übersehen wird.

Was machten die Fische eigentlich, als sie ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen konnten?

Viele Menschen vermuten, die Tiere seien einfach in andere Gewässer ausgewichen.

Doch genau das ist bei vielen Wanderfischen kaum möglich.

Ein Lachs sucht nicht irgendeinen Bach.

Er sucht bestimmte Laichplätze.

Ein Maifisch benötigt bestimmte Strömungsverhältnisse.

Neunaugen benötigen geeignete Kiesbereiche.

Störe brauchen lange, frei durchwanderbare Flusssysteme.

Wer sein Ziel nicht erreicht, kann seinen Lebenszyklus nicht vollenden.

 

Generation für Generation: Das langsame Verschwinden

 

Das eigentliche Drama bestand darin, dass die Wanderfische oft nicht unmittelbar verschwanden.

Die Mosel blieb voller Leben.

Barben, Döbel, Hechte und viele andere Arten kamen weiterhin vor.

Später profitierten sogar einige Arten von den veränderten Bedingungen.

Der Fluss wirkte lebendig.

Doch die Wanderfische verloren etwas Entscheidendes.

Sie verloren den Weg zur nächsten Generation.

Ein Lachs konnte viele tausend Kilometer schwimmen.

Stand er jedoch vor einer unüberwindbaren Barriere, erreichte er sein Ziel nicht.

Ein Maifisch konnte den Fluss hinaufziehen.

Erreichte er die geeigneten Laichplätze nicht, blieb der Fortpflanzungserfolg aus.

Der Bestand schrumpfte nicht über Nacht.

Er schrumpfte Generation für Generation.

Jahr für Jahr.

Jahrzehnt für Jahrzehnt.

 

Der Aal als Sonderfall unter den Wanderfischen

 

Der Aal unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von vielen anderen Wanderfischen.

Er konnte die Mosel lange Zeit weiterhin besiedeln.

Junge Aale sind erstaunlich anpassungsfähig und können selbst schwierige Hindernisse überwinden.

Das eigentliche Problem entstand später.

Die erwachsenen Tiere müssen den umgekehrten Weg antreten.

Auf ihrer Wanderung Richtung Atlantik treffen sie auf Turbinen, Wehre und andere technische Anlagen.

Viele erreichen ihr Ziel nicht mehr.

Der Aal zeigt damit, dass selbst Arten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten auf funktionierende Wanderwege angewiesen bleiben.

 

Fischpässe und neue Hoffnung für die Flüsse

 

In den vergangenen Jahrzehnten hat ein Umdenken eingesetzt.

Flüsse werden zunehmend nicht mehr nur als Wasserstraßen betrachtet.

Sie werden wieder als Lebensräume verstanden.

Fischpässe und Aufstiegshilfen sollen Wanderhindernisse überwinden helfen.

Internationale Programme arbeiten daran, die Durchgängigkeit großer Flusssysteme wiederherzustellen.

Die Rückkehr des Maifisches zeigt, dass solche Maßnahmen Wirkung entfalten können.

Auch Lachse und andere Wanderfische werden wieder nachgewiesen.

Die Wiederherstellung alter Wanderwege ist jedoch eine Aufgabe von Jahrzehnten.

 

Der Stör: Der große fehlende Wanderfisch

 

Wer heute über die Wanderfische der Mosel spricht, kommt an einer Art nicht vorbei.

Dem Stör.

Der Europäische Stör gehört zu den ältesten Fischlinien Europas. Seine Vorfahren existierten lange vor der Entstehung des Menschen.

Über Jahrtausende verbanden Störe Meer und Flüsse.

Sie wanderten zwischen Küstengewässern und den großen Flusssystemen Europas.

Auch das Rheinsystem gehörte zu ihrem Lebensraum.

Die Mosel war Teil dieses Netzes.

Heute erscheint die Vorstellung fast unwirklich.

Ein mehrere Meter langer Wanderfisch in der Mosel.

Ein Tier, das Jahrzehnte alt werden kann.

Ein Fisch, dessen Geschichte bis tief in die Erdgeschichte zurückreicht.

Und doch gehörte genau dies einst zur natürlichen Welt Europas.

 

Was uns der verschwundene Stör erzählt

 

Der Stör ist mehr als nur eine Fischart.

Er ist ein Symbol.

Während Aal, Lachs und Maifisch zeigen, was noch existiert oder langsam zurückkehrt, erinnert der Stör an die Grenzen dessen, was bisher erreicht wurde.

Seine Abwesenheit macht sichtbar, wie tiefgreifend die Veränderungen unserer Flüsse waren.

Manche Verluste lassen sich innerhalb weniger Jahre ausgleichen.

Andere benötigen Generationen.

Und manche werfen die Frage auf, ob eine Rückkehr überhaupt noch möglich ist.

 

Welche Wanderfische könnten eines Tages zurückkehren?

 

Wer heute an der Mosel steht, blickt auf einen Fluss, dessen Geschichte weit über die Region hinausreicht.

Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich ein Netzwerk von Verbindungen zwischen Mosel, Rhein, Nordsee und Atlantik.

Die Wanderfische erzählen von diesen Verbindungen.

Sie erzählen von verlorenen Wegen.

Von technischen Eingriffen.

Von ökologischen Folgen.

Aber auch von Hoffnung.

Denn einige der alten Wanderwege beginnen sich langsam wieder zu öffnen.

Vielleicht lautet die wichtigste Frage der kommenden Jahrzehnte deshalb nicht:

Welche Fische leben heute in der Mosel?

Sondern:

Welche Fische könnten eines Tages zurückkehren?

Und vielleicht wird genau diese Frage entscheiden, wie lebendig die Mosel künftig wieder sein kann.

 

Sechs außergewöhnliche Reisende im Herbarium der Mosel

 

In den kommenden Herbarium-Frage-Beiträgen begleiten wir sechs außergewöhnliche Reisende.

Einen Fisch, der zwischen Trier und der Sargassosee pendelt.

Einen Heimkehrer, der nach Jahren im Atlantik seinen Geburtsbach wiederfindet.

Einen fast verlorenen Wanderer, der langsam zurückkehrt.

Einen Urzeitfisch, der heute in der Mosel fehlt.

Und zwei geheimnisvolle Bewohner unserer Flüsse, deren Vorfahren bereits durch Europa zogen, lange bevor Menschen Weinberge anlegten.

Ihre Geschichten führen von den Moselweinbergen bis an die Küsten des Atlantiks – und erzählen zugleich die Geschichte eines Flusses, dessen alte Verbindungen langsam wieder sichtbar werden.

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Herbarium

 

Der Europäische Aal – Der geheimnisvolle Wanderer zwischen Mosel und Sargassosee

 

Name: Europäischer Aal

Lateinischer Name: Anguilla anguilla

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Der Europäische Aal gehört zu den bekanntesten und zugleich geheimnisvollsten Fischen Europas. Sein langgestreckter, schlangenähnlicher Körper ermöglicht ihm Bewegungen, die sich deutlich von denen anderer Fischarten unterscheiden. Die Haut wirkt glatt, tatsächlich besitzt der Aal jedoch sehr kleine Schuppen, die tief in der Haut liegen.

Aale können je nach Lebensraum zwischen 40 Zentimetern und über einem Meter Länge erreichen. Besonders große Weibchen werden gelegentlich deutlich länger. Der Europäische Aal gehört zu den faszinierendsten Wanderfischen der Erde, da sein Lebenszyklus Europa mit einem Meeresgebiet im westlichen Atlantik verbindet.

Wie leben die Tiere?

Aale leben überwiegend einzelgängerisch.

Tagsüber verstecken sie sich häufig:

• unter Wurzeln

• zwischen Steinen

• in Uferbefestigungen

• in Schlamm- und Kiesbereichen

• in Höhlen oder Spalten

Erst in der Dämmerung und nachts werden sie aktiv.

Der Europäische Aal hält keinen Winterschlaf. Bei kalten Temperaturen reduziert er jedoch seine Aktivität erheblich und zieht sich oft in geschützte Bereiche zurück.

Junge Aale wandern nach ihrer Ankunft in Europa häufig in neue Gewässer und können dabei erstaunliche Strecken zurücklegen. Selbst feuchte Wiesen, Gräben oder überflutete Flächen können zeitweise überwunden werden.

Die eigentliche Besonderheit ist jedoch die große Wanderung: Erwachsene Aale verlassen nach vielen Jahren ihre Heimatgewässer und ziehen über Mosel, Rhein und Atlantik zur Sargassosee.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Der Aal besitzt hervorragend entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Geruchssinn

• Geschmackssinn

• Tastsinn

• Wahrnehmung von Wasserbewegungen über das Seitenlinienorgan

Der Geruchssinn gilt als außergewöhnlich leistungsfähig. Aale können selbst geringste Stoffkonzentrationen im Wasser wahrnehmen.

Die Augen spielen vor allem während der Wanderung ins Meer eine größere Rolle. Während der Lebensphase im Süßwasser sind Geruch und Tastsinn oft wichtiger.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Die Unterschiede sind von außen nicht immer leicht zu erkennen.

Weibchen:

• meist deutlich größer

• können über einen Meter Länge erreichen

• wachsen langsamer, leben oft länger

Männchen:

• bleiben meist kleiner

• erreichen häufig nur 40 bis 60 Zentimeter

• werden früher geschlechtsreif

Die Färbung unterscheidet sich normalerweise kaum.

Während der Wanderung ins Meer entwickeln beide Geschlechter jedoch größere Augen und eine silbrig glänzende Färbung. Diese Tiere werden als „Blankaale“ bezeichnet.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung des Europäischen Aals gehört zu den großen Rätseln der Natur.

Heute gilt als gesichert, dass die Tiere in der Sargassosee laichen. Dieses Meeresgebiet liegt im westlichen Atlantik.

Die erwachsenen Aale verlassen Europa und wandern tausende Kilometer dorthin.

Dort erfolgt die Fortpflanzung.

Anschließend sterben die erwachsenen Tiere.

Die Eier entwickeln sich zu Larven, die mit Meeresströmungen Richtung Europa treiben.

Die eigentliche Paarung wurde von Wissenschaftlern in freier Natur bislang nicht direkt beobachtet.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Die Entwicklung verläuft langsam.

• Ei und Larvenstadium: einige Monate bis Jahre im Atlantik

• Ankunft in Europa als Glasaal: meist nach 1 bis 3 Jahren

• Wachstum im Süßwasser: häufig 8 bis 20 Jahre

• Geschlechtsreife: meist zwischen 8 und 20 Jahren

• mögliches Höchstalter: über 50 Jahre

Einzelne Tiere können vermutlich deutlich älter werden.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Frühjahr

Junge Aale steigen aus den Küstengewässern in Flüsse auf.

Die Aktivität erwachsener Tiere nimmt zu.

Sommer

Hauptphase der Nahrungssuche.

Aale sind besonders in warmen Nächten aktiv.

Herbst

Viele geschlechtsreife Tiere beginnen ihre Wanderung Richtung Meer.

Die sogenannte Blankaalwanderung setzt ein.

Winter

Die Aktivität nimmt deutlich ab.

Viele Tiere verbringen den Winter in geschützten Bereichen des Gewässers.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Der Aal ist ein räuberischer Allesfresser.

Zu seiner Nahrung gehören:

• Würmer

• Insektenlarven

• Krebstiere

• Schnecken

• Muscheln

• kleine Fische

• Fischlaich

• tote Tiere (Aas)

Die Nahrung hängt stark von Größe und Lebensraum des jeweiligen Aals ab.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Der Europäische Aal kommt in weiten Teilen Europas vor.

In Rheinland-Pfalz findet man ihn unter anderem:

• in der Mosel

• im Rhein

• in der Saar

• in der Sauer

• in zahlreichen Nebengewässern

• in Seen und Altwassern

Historisch war der Aal in nahezu allen geeigneten Gewässern der Region vertreten.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Aale verteidigen keine großen Reviere wie manche Säugetiere.

Sie nutzen jedoch bevorzugte Verstecke und Aufenthaltsorte.

Tagsüber halten sie sich häufig über längere Zeit im gleichen Bereich auf.

Nachts können sie auf Nahrungssuche größere Strecken zurücklegen.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Der dunkle Rücken und die hellere Unterseite sorgen für eine gute Tarnung im Wasser.

Zusätzlich verstecken sich Aale:

• im Schlamm

• zwischen Wasserpflanzen

• unter Steinen

• in Uferhöhlungen

Bei Gefahr ziehen sie sich blitzschnell zurück.

Durch ihren schlanken Körper können sie selbst sehr enge Spalten nutzen.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Der Europäische Aal gilt heute als stark gefährdet.

Die Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zurückgegangen.

Zu den Gefahren gehören:

• Wasserkraftwerke und Turbinen

• Wanderhindernisse

• Gewässerverschmutzung

• Parasiten

• Klimaveränderungen

• illegale Fischerei

• Verlust geeigneter Lebensräume

Natürliche Feinde sind unter anderem:

• Kormorane

• Reiher

• Fischotter

• größere Raubfische

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Bestände europaweit deutlich abgenommen haben.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Aale sind wichtige Bestandteile aquatischer Nahrungsketten.

Sie regulieren Bestände kleinerer Tiere und dienen selbst als Nahrung für zahlreiche Räuber.

Durch ihre Wanderungen verbinden sie unterschiedliche Ökosysteme:

• Flüsse

• Seen

• Küstengewässer

• Atlantik

Der Aal ist damit ein Beispiel für die Vernetzung verschiedener Lebensräume.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Direkte Beobachtungen sind schwierig, da Aale überwiegend nachtaktiv sind.

Geeignete Bereiche sind:

• ruhige Uferzonen

• Hafenbereiche

• Altarme

• Mündungsbereiche kleiner Bäche

• strukturreiche Ufer mit Steinen und Wurzeln

In den Weinbergen selbst kommt der Aal natürlich nicht vor, wohl aber in den angrenzenden Gewässern der Mosel und ihrer Nebenbäche.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

In normalen Gärten nicht.

Besitzt ein Garten jedoch einen größeren naturnahen Teich mit Verbindung zu natürlichen Gewässern, können Aale theoretisch auftreten.

In der Praxis ist dies jedoch selten.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Der Aal besitzt seit Jahrhunderten eine wirtschaftliche Bedeutung.

Dazu gehören:

• Fischerei

• traditionelle regionale Küche

• Angeltourismus

Aufgrund der Gefährdung gelten heute zahlreiche Schutz- und Fangbestimmungen.

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Der Aal ist ein wichtiger Räuber in Gewässerökosystemen.

Er beeinflusst:

• Bestände kleiner Fische

• Krebstiere

• Insektenlarven

• andere Wirbellose

Gleichzeitig dient er zahlreichen Räubern als Beutetier.

Seine Wanderungen verbinden Ökosysteme über Kontinente hinweg.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Der Aal taucht in zahlreichen europäischen Sagen und Volksglauben auf.

Durch seine schlangenähnliche Gestalt wurde er oft mit geheimnisvollen Kräften verbunden.

In manchen Regionen galt er als Symbol:

• der Wandlung

• der Ausdauer

• der Reise zwischen verschiedenen Welten

Seine lange unbekannte Fortpflanzung führte über Jahrhunderte zu zahlreichen Legenden.

Erst im 20. Jahrhundert konnten Wissenschaftler die Wanderung zur Sargassosee weitgehend nachvollziehen.

Bis heute gilt der Europäische Aal als einer der geheimnisvollsten Fische der Erde und als Symbol dafür, wie eng selbst die Mosel mit den Ozeanen unseres Planeten verbunden ist.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Harbarium

 

Der Atlantische Lachs – Der Heimkehrer aus dem Ozean

 

Name: Atlantischer Lachs

Lateinischer Name: Salmo salar

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Der Atlantische Lachs gehört zu den bekanntesten Wanderfischen der Erde. Er besitzt einen langgestreckten, kräftigen Körper mit silbrig glänzenden Flanken und einem dunkleren Rücken. Erwachsene Tiere erreichen meist Längen zwischen 60 und 100 Zentimetern, besonders große Exemplare können deutlich größer werden.

Der Lachs ist ein Symbol für naturnahe Flüsse und funktionierende Wanderwege. Seine Lebensgeschichte verbindet kleine Bäche in Rheinland-Pfalz mit der Nordsee und dem Nordatlantik.

Über Jahrtausende gehörte der Lachs zu den typischen Wanderfischen des Rheinsystems. Auch zahlreiche Nebenflüsse von Rhein und Mosel waren einst wichtige Laichgebiete.

Wie leben die Tiere?

Der Atlantische Lachs lebt im Laufe seines Lebens in sehr unterschiedlichen Lebensräumen.

Die Jungfische wachsen zunächst in sauerstoffreichen Fließgewässern auf. Dort halten sie sich meist einzeln oder locker verteilt auf.

Nach einigen Jahren wandern sie flussabwärts ins Meer.

Im Nordatlantik leben sie überwiegend als Einzelgänger und legen enorme Strecken zurück.

Zur Fortpflanzung kehren die erwachsenen Tiere wieder in ihre Heimatgewässer zurück. Während dieser Wanderung werden sie häufig in Gruppen oder zeitgleich mit anderen Lachsen beobachtet.

Winterschlaf halten Lachse nicht.

Ihre Lebensweise wird vielmehr durch Wanderungen, Wachstum und Fortpflanzung bestimmt.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Der Lachs verfügt über hervorragend entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Geruchssinn

• Sehvermögen

• Seitenlinienorgan zur Wahrnehmung von Wasserbewegungen

• Gehör und Schwingungswahrnehmung

Berühmt ist vor allem sein Geruchssinn.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich junge Lachse die chemische Zusammensetzung ihres Heimatgewässers einprägen. Jahre später finden sie dadurch den Weg zurück in denselben Fluss oder sogar denselben Bach.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Außerhalb der Laichzeit sehen sich Weibchen und Männchen sehr ähnlich.

Während der Fortpflanzungszeit entstehen deutlichere Unterschiede.

Männchen:

• entwickeln häufig einen hakenförmigen Unterkiefer („Laichhaken“)

• wirken kräftiger

• zeigen oft stärkere Farbveränderungen

Weibchen:

• besitzen meist einen runderen Körper

• entwickeln einen deutlich sichtbaren Laichbauch

• bleiben im Kopfbereich weniger stark verändert

Die silberne Meeresfärbung weicht während der Laichwanderung oft dunkleren Farbtönen.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung findet im Süßwasser statt.

Die Weibchen schlagen mit der Schwanzflosse Laichgruben in kiesigen Flussbetten aus.

Dort werden die Eier abgelegt.

Anschließend befruchten die Männchen die Eier.

Die Eier entwickeln sich im Kiesbett über den Winter hinweg.

Im Frühjahr schlüpfen die Jungfische.

Im Gegensatz zum Europäischen Aal sterben die erwachsenen Lachse nach dem Laichen nicht zwangsläufig. Ein Teil der Tiere kann ins Meer zurückkehren und später erneut laichen.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Die Entwicklung erfolgt vergleichsweise langsam.

• Ei: mehrere Monate im Kiesbett

• Jungfisch im Fluss: meist 1 bis 3 Jahre

• Wachstum im Meer: häufig 1 bis 4 Jahre

• Geschlechtsreife: meist nach 3 bis 7 Jahren

• mögliches Höchstalter: etwa 10 bis 15 Jahre

Die genaue Dauer hängt von Lebensraum und Wanderverlauf ab.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Winter

Die Eier entwickeln sich geschützt im Kiesbett.

Frühjahr

Jungfische schlüpfen und beginnen ihr Leben im Bach oder Fluss.

Sommer

Wachstum und Nahrungssuche stehen im Mittelpunkt.

Herbst

Viele erwachsene Lachse beginnen ihre Wanderung flussaufwärts.

In dieser Zeit finden Paarung und Eiablage statt.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Die Nahrung verändert sich im Laufe des Lebens.

Jungfische im Süßwasser

• Insektenlarven

• kleine Krebstiere

• Wasserinsekten

Erwachsene Tiere im Meer

• Heringe

• Sprotten

• kleine Fische

• Krebstiere

Während der eigentlichen Laichwanderung nehmen Lachse oft nur wenig oder gar keine Nahrung auf.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Der Atlantische Lachs kommt im Nordatlantikraum vor.

Historisch besiedelte er zahlreiche Flüsse Europas.

In Rheinland-Pfalz war er früher unter anderem im Rheinsystem vertreten.

Dazu gehörten:

• Rhein

• Sieg

• Ahr

• Nahe

• Lahn

• zahlreiche weitere Nebenflüsse

Auch Moselzuflüsse gehörten zum historischen Wandergebiet.

Heute versuchen Wiederansiedlungsprogramme, diese Verbindung teilweise wiederherzustellen.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Junge Lachse besetzen häufig feste Bereiche in Fließgewässern.

Sie verteidigen günstige Standorte mit guter Nahrung und Strömung.

Erwachsene Lachse im Meer zeigen dagegen keine klassischen Reviere.

Ihre Lebensweise ist durch großräumige Wanderungen geprägt.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Die silbernen Flanken tarnen die Tiere im offenen Wasser.

Der dunkle Rücken macht sie von oben schwerer erkennbar.

Jungfische besitzen oft charakteristische Querstreifen, die eine zusätzliche Tarnung zwischen Steinen und Wasserpflanzen ermöglichen.

Vor Feinden schützt sie vor allem ihre Schnelligkeit und Ausdauer.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Der Atlantische Lachs gilt in vielen Regionen als bedroht.

Historisch führten mehrere Faktoren zu starken Bestandsrückgängen:

• Staustufen

• Wehre

• Gewässerverschmutzung

• Verlust von Laichgebieten

• Flussausbau

Heute kommen hinzu:

• Klimawandel

• Erwärmung der Gewässer

• Veränderungen im Meer

• Krankheiten und Parasiten

Natürliche Feinde sind:

• Kormorane

• Reiher

• Fischotter

• größere Raubfische

• Robben im Küstenbereich

Trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen gelten viele Bestände weiterhin als gefährdet.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Lachse transportieren Nährstoffe zwischen Meer und Flüssen.

Dadurch verbinden sie unterschiedliche Ökosysteme.

Sie dienen zahlreichen Räubern als Nahrung und beeinflussen die Nahrungsketten ihrer Lebensräume.

Zugleich gelten sie als wichtige Zeigerart.

Wo Lachse erfolgreich leben können, ist die ökologische Qualität eines Gewässers meist hoch.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Der Atlantische Lachs gehört heute nicht zu den regelmäßig beobachtbaren Fischarten der Mosel.

Einzelne Tiere können jedoch im Rahmen ihrer Wanderungen das Moselsystem erreichen.

Besonders interessant sind:

• Moselmündung bei Koblenz

• Fischaufstiegsanlagen

• größere Nebenflüsse des Rheinsystems

Die Chancen auf direkte Beobachtungen sind allerdings gering.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

Nein.

Der Atlantische Lachs benötigt große Fließgewässer und den Zugang zum Meer.

Ein Gartenteich erfüllt diese Voraussetzungen nicht.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Der Lachs besitzt weltweit eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.

Dazu gehören:

• Fischerei

• Aquakultur

• Angeltourismus

• Naturtourismus

Historisch spielte er auch für die Ernährung vieler Menschen im Rheingebiet eine wichtige Rolle.

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Der Lachs verbindet Meer und Fluss.

Er transportiert Nährstoffe zwischen unterschiedlichen Ökosystemen.

Seine Jungfische sind Teil der Nahrungsketten kleiner Fließgewässer.

Erwachsene Tiere dienen zahlreichen Räubern als Nahrung.

Zugleich zeigt sein Vorkommen, ob Wanderwege und Laichgebiete noch funktionieren.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Ja.

Der Lachs besitzt in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung.

In der keltischen Mythologie gilt der „Lachs der Weisheit“ als Symbol von Wissen, Erkenntnis und Lebenserfahrung.

Auch in zahlreichen nordischen Erzählungen erscheint der Lachs als Sinnbild:

• der Ausdauer

• der Heimkehr

• der Überwindung von Hindernissen

• der Verbindung zwischen verschiedenen Welten

Bis heute steht der Atlantische Lachs für die Fähigkeit, nach langen Reisen den Weg nach Hause wiederzufinden.

Für die Mosel und ihre Nebengewässer symbolisiert er darüber hinaus die Hoffnung, dass verlorene Wanderwege eines Tages wieder offenstehen könnten.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Herbarium

 

Der Maifisch – Der große Rückkehrer der europäischen Flüsse

 

Name: Maifisch

Lateinischer Name: Alosa alosa

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Der Maifisch gehört zur Familie der Heringe und zählt zu den bedeutendsten Wanderfischen Europas. Sein Körper ist seitlich abgeflacht, silbrig glänzend und stromlinienförmig gebaut. Erwachsene Tiere erreichen meist eine Länge von 30 bis 70 Zentimetern.

Heute kennen viele Menschen den Maifisch kaum noch. Das war nicht immer so. Über Jahrhunderte gehörte er zu den häufigsten Wanderfischen im Rheinsystem. Im Frühjahr zogen riesige Schwärme aus dem Meer in die Flüsse Europas auf, um dort zu laichen.

Nach dem Ausbau vieler Flüsse verschwand die Art in weiten Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes nahezu vollständig. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Maifisch jedoch zum Symbol erfolgreicher Wiederansiedlungsprojekte und gilt heute als einer der bemerkenswertesten Rückkehrer europäischer Flüsse.

Wie leben die Tiere?

Der Maifisch lebt während seines Erwachsenenlebens überwiegend im Meer.

Anders als viele Flussfische bildet er häufig Schwärme und bewegt sich gemeinsam mit Artgenossen durch die Küstengewässer.

Im Frühjahr beginnt die Wanderung in die Flüsse. Dann verlassen die Tiere die Nordsee und die Atlantikküsten und schwimmen flussaufwärts zu ihren Laichgebieten.

Nach dem Laichen kehren die meisten erwachsenen Tiere wieder ins Meer zurück.

Der Maifisch hält keinen Winterschlaf.

Sein Lebensrhythmus wird vielmehr durch Wanderungen zwischen Meer und Fluss bestimmt.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Wie viele Schwarmfische verfügt der Maifisch über gut entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Sehvermögen

• Seitenlinienorgan zur Wahrnehmung von Wasserbewegungen

• Geruchssinn

• Gehör

Der Geruchssinn hilft bei der Orientierung während der Wanderung.

Das Seitenlinienorgan ermöglicht die Wahrnehmung kleinster Wasserbewegungen und unterstützt das Schwarmverhalten.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Die Unterschiede sind vergleichsweise gering.

Weibchen:

• meist etwas größer

• kräftiger gebaut

• während der Laichzeit deutlich fülliger

Männchen:

• oft etwas schlanker

• bleiben meist geringfügig kleiner

Die silberne Grundfärbung ist bei beiden Geschlechtern ähnlich.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung findet im Süßwasser statt.

Im Frühjahr ziehen die Tiere in die Flüsse auf.

Dort suchen sie strömungsreiche Bereiche mit geeigneten Bedingungen auf.

Die Weibchen geben ihre Eier ins Wasser ab.

Die Männchen befruchten diese gleichzeitig.

Anders als Lachse graben Maifische keine Laichgruben.

Die Eier treiben zunächst frei im Wasser und entwickeln sich anschließend weiter.

Die Jungfische wachsen einige Zeit im Fluss auf, bevor sie wieder Richtung Meer wandern.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Die Entwicklung verläuft vergleichsweise schnell.

• Ei: wenige Tage Entwicklungszeit

• Jungfisch im Fluss: einige Monate

• Wachstum im Meer: mehrere Jahre

• Geschlechtsreife: meist nach 3 bis 6 Jahren

• mögliches Höchstalter: etwa 10 Jahre

Die meisten Tiere werden deutlich jünger.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Winter

Die erwachsenen Tiere leben im Meer.

Frühjahr

Beginn der Laichwanderung.

Der Aufstieg in Rhein, Mosel und andere Flüsse erfolgt meist zwischen April und Juni.

Sommer

Jungfische wachsen in den Flüssen heran.

Herbst

Die Jungfische wandern Richtung Meer.

Die erwachsenen Tiere leben wieder überwiegend in Küstengewässern.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Der Maifisch ernährt sich überwiegend von:

• Plankton

• kleinen Krebstieren

• Fischlarven

• anderen Kleinstlebewesen

Er jagt normalerweise keine größeren Beutefische wie viele Raubfische.

Die Nahrung wird meist im freien Wasser aufgenommen.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Der Maifisch kommt an den Atlantikküsten Europas vor.

Historisch besiedelte er zahlreiche Flusssysteme:

• Rhein

• Elbe

• Loire

• Garonne

• Gironde

• weitere große europäische Flüsse

In Rheinland-Pfalz war der Rhein das wichtigste Wandergewässer.

Von dort konnten die Tiere auch Nebenflüsse wie die Mosel erreichen.

Heute wird die Rückkehr der Art im Rheinsystem wissenschaftlich begleitet.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Der Maifisch bildet keine festen Reviere.

Als Schwarmfisch nutzt er größere Gewässerbereiche gemeinsam mit anderen Tieren.

Während der Laichwanderung konzentrieren sich viele Individuen auf dieselben Flussabschnitte.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Die silberne Färbung dient als Tarnung im freien Wasser.

Schwärme bieten zusätzlichen Schutz.

Ein einzelner Fisch wird dadurch für Räuber schwerer zu verfolgen.

Außerdem können Maifische sehr schnell schwimmen und weite Strecken zurücklegen.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Der Maifisch gilt in vielen Regionen weiterhin als gefährdet.

Zu den wichtigsten Gefahren gehören:

• Staustufen

• Wehre

• Verlust von Laichgebieten

• Gewässerverschmutzung

• Klimawandel

• Veränderungen der Meeresökosysteme

Natürliche Feinde sind:

• größere Raubfische

• Kormorane

• Reiher

• Robben in Küstengewässern

Besonders problematisch waren die Unterbrechungen der Wanderwege, die über Jahrzehnte zum Zusammenbruch vieler Bestände führten.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Der Maifisch verbindet Meer und Fluss.

Durch seine Wanderungen transportiert er Energie und Nährstoffe zwischen verschiedenen Lebensräumen.

Jungfische und erwachsene Tiere dienen zahlreichen Räubern als Nahrung.

Gleichzeitig ist der Maifisch eine wichtige Zeigerart für die ökologische Durchgängigkeit von Flüssen.

Seine Rückkehr zeigt, dass Wanderwege wieder funktionieren können.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Direkte Beobachtungen sind selten.

Am ehesten lassen sich Maifische während ihrer Wanderung in größeren Flüssen nachweisen.

Interessante Bereiche sind:

• Moselmündung bei Koblenz

• Fischaufstiegsanlagen

• größere strömungsreiche Abschnitte des Rheinsystems

Die Tiere halten sich nicht dauerhaft in den Weinbergen auf, können aber auf ihrem Weg durch das Moselsystem die Region passieren.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

Nein.

Der Maifisch benötigt große Flusssysteme und die Verbindung zum Meer.

Ein Gartenteich bietet dafür keine geeigneten Bedingungen.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Historisch war der Maifisch ein bedeutender Speisefisch.

In vielen Regionen Europas spielte er eine wichtige Rolle für die Fischerei.

Heute besitzt die Art vor allem Bedeutung für:

• Naturschutzprojekte

• wissenschaftliche Forschung

• Naturtourismus

• Umweltbildung

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Der Maifisch ist ein Bindeglied zwischen Meer und Fluss.

Er trägt zur Vernetzung verschiedener Ökosysteme bei.

Seine Wanderungen zeigen, ob Flüsse durchgängig und ökologisch funktionsfähig sind.

Die Art gilt deshalb als wichtiger Indikator für den Zustand großer Flusssysteme.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Der Maifisch besitzt keine so ausgeprägte mythologische Bedeutung wie Lachs oder Aal.

In vielen Regionen Europas wurde er jedoch als Frühlingsbote angesehen.

Sein Erscheinen fiel häufig mit dem Beginn wärmerer Jahreszeiten zusammen.

Dadurch entwickelte er eine symbolische Bedeutung als Zeichen:

• der Erneuerung

• des Neubeginns

• der Rückkehr des Lebens nach dem Winter

Heute steht der Maifisch vor allem für eine andere Hoffnung:

Dass verloren geglaubte Arten zurückkehren können, wenn Flüsse wieder als zusammenhängende Lebensräume verstanden werden.

Für die Mosel ist er deshalb nicht nur ein Fisch, sondern ein Symbol dafür, dass alte Wanderwege langsam wieder sichtbar werden.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Harbarium

 

Der Europäische Stör – Der verlorene Urzeitfisch der Mosel

 

Name: Europäischer Stör

Lateinischer Name: Acipenser sturio

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Der Europäische Stör gehört zu den ältesten heute noch lebenden Fischarten Europas. Seine Vorfahren schwammen bereits durch die Gewässer der Erde, lange bevor die ersten Menschen erschienen. Die Entwicklungslinie der Störe reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück und entstand bereits zur Zeit der Dinosaurier.

Der Europäische Stör besitzt einen langgestreckten Körper mit einer spitzen Schnauze. Statt Schuppen trägt er fünf Reihen knöcherner Schilder entlang seines Körpers. Sein Maul befindet sich an der Unterseite des Kopfes und kann vorgestreckt werden, um Nahrung vom Gewässergrund aufzunehmen.

Früher gehörte der Stör zu den größten Wanderfischen Europas. Große Weibchen konnten Längen von mehr als drei Metern und Gewichte von über 200 Kilogramm erreichen.

Heute zählt der Europäische Stör zu den seltensten Fischarten der Erde.

Wie leben die Tiere?

Der Europäische Stör ist ein Wanderfisch.

Den größten Teil seines Lebens verbringt er in Küstengewässern des Atlantiks. Zur Fortpflanzung steigt er in große Flüsse auf.

Die Tiere leben überwiegend einzeln oder in lockeren Gruppen.

Störe halten keinen Winterschlaf. Sie können jedoch jahreszeitlich unterschiedliche Aufenthaltsgebiete nutzen und weite Wanderungen unternehmen.

Während ihrer Wanderungen legen sie oft hunderte Kilometer zurück.

Anders als viele kleinere Flussfische benötigen Störe sehr große, zusammenhängende Lebensräume.

Genau dies machte sie besonders empfindlich gegenüber der Zerschneidung von Flusssystemen.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Der Europäische Stör besitzt hervorragend entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Geruchssinn

• Geschmackssinn

• Tastsinn

• Seitenlinienorgan

Vor dem Maul befinden sich vier Barteln.

Diese Tastorgane helfen dem Fisch, Nahrung auf dem Gewässergrund aufzuspüren.

Da Störe häufig in trübem Wasser leben, spielen Geruchs- und Tastsinn oft eine größere Rolle als das Sehvermögen.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Äußerlich sind die Unterschiede oft schwer zu erkennen.

Weibchen:

• wachsen deutlich größer

• erreichen höhere Gewichte

• werden später geschlechtsreif

Männchen:

• bleiben meist kleiner

• werden früher geschlechtsreif

Die Färbung unterscheidet sich normalerweise kaum.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung erfolgt in großen Flüssen.

Die Weibchen steigen gemeinsam mit den Männchen flussaufwärts zu geeigneten Laichplätzen.

Diese befinden sich meist in strömungsreichen Bereichen mit Kies- oder Steinboden.

Die Weibchen legen mehrere Hunderttausend bis mehrere Millionen Eier ab.

Die Männchen befruchten diese anschließend im Wasser.

Nach dem Laichen wandern die erwachsenen Tiere wieder Richtung Meer.

Der Europäische Stör laicht nicht jedes Jahr.

Viele Weibchen pflanzen sich nur alle zwei bis fünf Jahre fort.

Dies macht die Art besonders anfällig für Bestandsverluste.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Der Europäische Stör gehört zu den langsamsten Fischarten Europas.

• Ei: wenige Tage bis Wochen

• Jungfisch im Fluss: mehrere Monate bis Jahre

• Wachstum im Meer: viele Jahre

• Geschlechtsreife Männchen: meist nach 8 bis 15 Jahren

• Geschlechtsreife Weibchen: meist nach 12 bis 20 Jahren

• mögliches Höchstalter: über 60 Jahre

Einzelne Tiere können vermutlich noch älter werden.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Frühjahr

Beginn vieler Wanderungen zu den Laichgebieten.

Sommer

Laichzeit und Aufenthalt in den Flüssen.

Herbst

Rückwanderung in Küstengewässer.

Winter

Aufenthalt im Meer.

Dort verbringen die Tiere den größten Teil ihres Lebens.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Der Europäische Stör ernährt sich überwiegend vom Gewässergrund.

Zu seiner Nahrung gehören:

• Würmer

• Krebstiere

• Muscheln

• Schnecken

• Insektenlarven

• kleine Fische

Mit seinem vorstülpbaren Maul saugt er die Nahrung vom Boden auf.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Historisch kam der Europäische Stör entlang der Atlantikküsten Europas vor.

Er nutzte große Flusssysteme wie:

• Rhein

• Elbe

• Loire

• Gironde

• Garonne

• weitere große Flüsse Westeuropas

Auch das Rheinsystem gehörte zu seinem natürlichen Wandergebiet.

Da die Mosel Teil des Rheinsystems ist, dürfte sie zumindest gelegentlich von wandernden Stören erreicht worden sein.

Heute existiert nur noch ein sehr kleiner natürlicher Restbestand im französischen Gironde-System.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Störe verteidigen keine klassischen Reviere.

Sie nutzen großräumige Lebensräume und legen weite Strecken zurück.

Während ihrer Wanderungen können sie hunderte Kilometer durch Flüsse und Küstengewässer schwimmen.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Die dunkle Rückenfärbung und die hellere Bauchseite sorgen für eine gute Tarnung im Wasser.

Die knöchernen Schilder entlang des Körpers bieten zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden.

Aufgrund ihrer Größe besitzen erwachsene Tiere nur wenige natürliche Feinde.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Der Europäische Stör gehört zu den am stärksten bedrohten Fischarten Europas.

Die wichtigsten Ursachen sind:

• Flussverbauungen

• Staustufen

• Wehre

• Verlust von Laichplätzen

• Gewässerverschmutzung

• historische Überfischung

Besonders problematisch ist die späte Geschlechtsreife.

Geht eine Generation verloren, dauert es viele Jahre, bis neue fortpflanzungsfähige Tiere nachwachsen.

Natürliche Feinde haben vor allem Eier und Jungfische.

Erwachsene Tiere besitzen aufgrund ihrer Größe nur wenige natürliche Gegner.

Der Mensch stellt die größte Gefährdung dar.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Der Stör gehört zu den sogenannten Schlüsselarten großer Flusssysteme.

Er beeinflusst Nahrungsketten am Gewässergrund und verbindet Meer und Fluss durch seine Wanderungen.

Seine Anwesenheit zeigt, dass ein Flusssystem großräumig funktioniert und ausreichend durchgängig ist.

Der Europäische Stör gilt daher als Symbol intakter Wanderwege.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Heute praktisch nirgends.

Der Europäische Stör gilt in der Mosel als verschwunden.

Historisch könnten einzelne Tiere das Moselsystem erreicht haben.

Aktuell existieren dort jedoch keine natürlichen Bestände.

Gerade deshalb besitzt der Stör für die Mosel eine besondere Bedeutung.

Er erinnert an einen Teil der Naturgeschichte, der verloren gegangen ist.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

Nein.

Der Europäische Stör benötigt riesige Flusssysteme und den Zugang zum Meer.

Ein Gartenteich oder kleiner Weiher kann seinen Lebensraum nicht ersetzen.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Historisch war der Stör wirtschaftlich äußerst bedeutend.

Genutzt wurden:

• Fleisch

• Fischhaut

• Hausenblase

• Kaviar

Die starke Nachfrage trug wesentlich zum Rückgang der Bestände bei.

Heute steht nicht mehr die Nutzung, sondern der Schutz der Art im Mittelpunkt.

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Der Stör verbindet unterschiedliche Lebensräume:

• Flüsse

• Mündungsgebiete

• Küstengewässer

Er trägt zur Stabilität von Nahrungsketten bei und gilt als Indikator für die ökologische Gesundheit großer Flusssysteme.

Seine Rückkehr würde zeigen, dass Wanderwege über viele hundert Kilometer wieder funktionieren.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Der Stör spielte in vielen Kulturen Europas eine besondere Rolle.

Aufgrund seiner Größe und seines hohen Alters wurde er oft als Symbol angesehen für:

• Weisheit

• Beständigkeit

• Stärke

• Langlebigkeit

In manchen Regionen galt er als „König der Flüsse“.

Heute besitzt der Europäische Stör eine zusätzliche symbolische Bedeutung.

Er steht für die Frage, wie weit die Wiederherstellung unserer Flüsse eines Tages reichen kann.

Während Aal, Lachs und Maifisch bereits wieder Teile ihrer alten Wanderwege nutzen, erinnert der Stör an jene Verbindungen, die noch nicht zurückgekehrt sind.

Für die Mosel ist er deshalb mehr als ein Fisch.

Er ist ein Symbol der verlorenen Naturgeschichte des Flusses – und vielleicht zugleich ein Symbol der Hoffnung, dass selbst sehr alte Wanderwege eines Tages wieder offenstehen könnten.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Harbarium

 

Das Flussneunauge – Ein lebendes Fossil zwischen Meer und Fluss

 

 

Name: Flussneunauge

Lateinischer Name: Lampetra fluviatilis

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Das Flussneunauge gehört zu den ungewöhnlichsten Bewohnern europäischer Gewässer. Obwohl es häufig als Fisch bezeichnet wird, gehört es nicht zu den Knochenfischen wie Aal, Lachs oder Maifisch. Seine Entwicklungslinie trennte sich bereits vor hunderten Millionen Jahren von den Vorfahren der heutigen Fische.

Das Flussneunauge besitzt einen langgestreckten, aalähnlichen Körper. Statt eines Kiefers besitzt es ein rundes Saugmaul mit hornartigen Zähnen. Mit diesem kann es sich an anderen Fischen festhalten.

Der Name „Neunauge“ stammt nicht von tatsächlichen Augen. Die seitlichen Kiemenöffnungen wirken zusammen mit dem Auge und der Nasenöffnung wie eine Reihe von neun Augen.

Mit einer Länge von meist 25 bis 40 Zentimetern ist das Flussneunauge deutlich kleiner als sein Verwandter, das Meerneunauge.

Das Flussneunauge gilt als eines der ältesten heute noch lebenden Wirbeltiere Europas.

Wie leben die Tiere?

Das Leben des Flussneunauges besteht aus mehreren völlig unterschiedlichen Lebensabschnitten.

Die erwachsenen Tiere leben überwiegend in Küstengewässern, Ästuaren und Flussmündungen.

Zur Fortpflanzung wandern sie flussaufwärts in geeignete Fließgewässer.

Nach dem Laichen sterben die erwachsenen Tiere.

Die Larven verbringen dagegen mehrere Jahre im Süßwasser. Dort leben sie eingegraben im Sand oder feinen Sedimenten von Bächen und Flüssen.

Winterschlaf halten Flussneunaugen nicht.

Ihre Lebensweise wird durch Wanderungen und die Entwicklung zwischen Larven- und Erwachsenenstadium bestimmt.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Das Flussneunauge besitzt mehrere gut entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Geruchssinn

• Sehvermögen

• Wahrnehmung von Wasserströmungen

• Tastsinn

Der Geruchssinn spielt eine wichtige Rolle bei der Orientierung während der Wanderung zu den Laichgebieten.

Auch chemische Signale anderer Neunaugen helfen bei der Auffindung geeigneter Fortpflanzungsgewässer.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind die Unterschiede gering.

Während der Laichzeit lassen sich Unterschiede erkennen:

Weibchen:

• entwickeln einen deutlicher ausgeprägten Laichbauch

• wirken insgesamt kräftiger

Männchen:

• bleiben oft etwas schlanker

• zeigen während der Fortpflanzungszeit stärkere Veränderungen im Bereich der Rückenflosse

Die Färbung ist bei beiden Geschlechtern ähnlich.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung erfolgt in Fließgewässern.

Die Tiere wandern aus Küstengewässern in Flüsse auf.

Männchen und Weibchen bauen gemeinsam Laichgruben zwischen Kies und Steinen.

Dort werden die Eier abgelegt und befruchtet.

Nach dem Laichen sterben die erwachsenen Tiere.

Die schlüpfenden Larven werden als Querder bezeichnet.

Sie unterscheiden sich stark von den erwachsenen Tieren und leben mehrere Jahre eingegraben im Gewässerboden.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Die Entwicklung dauert mehrere Jahre.

• Ei: wenige Wochen

• Larvenstadium (Querder): meist 3 bis 6 Jahre

• Umwandlung zum erwachsenen Tier: mehrere Monate

• Geschlechtsreife: nach etwa 4 bis 7 Jahren

• Lebensdauer: meist 5 bis 8 Jahre

Da die Tiere nach der Fortpflanzung sterben, erreichen sie kein sehr hohes Alter.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Herbst

Beginn der Wanderung flussaufwärts.

Winter

Aufenthalt in den Flüssen und Vorbereitung auf die Fortpflanzung.

Frühjahr

Laichzeit.

Sommer

Entwicklung der Eier und Larven.

Die Larven verbringen anschließend mehrere Jahre im Gewässerboden.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Die Nahrung hängt vom Lebensabschnitt ab.

Larven

Die Querder ernähren sich von:

• Algen

• Mikroorganismen

• organischen Schwebstoffen

• abgestorbenem Pflanzenmaterial

Erwachsene Tiere

Die erwachsenen Flussneunaugen leben parasitisch.

Sie heften sich mit ihrem Saugmaul an andere Fische und ernähren sich von:

• Körperflüssigkeiten

• Blut

• Gewebe

Die meisten befallenen Fische überleben diese Angriffe.

Vor der Fortpflanzung stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme weitgehend ein.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Das Flussneunauge kommt in weiten Teilen Europas vor.

Es besiedelt:

• Nordseezuflüsse

• Ostseezuflüsse

• Atlantikzuflüsse

Historisch gehörte auch das Rheinsystem zu seinem Wandergebiet.

In Rheinland-Pfalz kann es vor allem in größeren Flusssystemen und deren Nebengewässern auftreten.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Flussneunaugen bilden keine festen Reviere.

Sie nutzen während ihres Lebens verschiedene Lebensräume.

Die Larven bleiben oft über Jahre im gleichen Sedimentbereich.

Erwachsene Tiere unternehmen dagegen größere Wanderungen.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Die Körperfärbung bietet eine gute Tarnung am Gewässergrund.

Larven verbringen viele Jahre nahezu vollständig verborgen im Sediment.

Erwachsene Tiere nutzen ihre Beweglichkeit und ihre unauffällige Färbung als Schutz.

Das Saugmaul dient nicht der Verteidigung, sondern vor allem der Nahrungsaufnahme und dem Festhalten an Untergründen.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Das Flussneunauge gilt in vielen Regionen als gefährdet.

Zu den wichtigsten Gefahren zählen:

• Staustufen

• Wehre

• Gewässerausbau

• Verlust von Kieslaichplätzen

• Verschlammung von Gewässern

• Gewässerverschmutzung

Natürliche Feinde sind:

• größere Raubfische

• Fischotter

• Reiher

• Kormorane

Da die Art auf durchgängige Wanderwege angewiesen ist, wirken sich Wanderhindernisse besonders stark aus.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Das Flussneunauge erfüllt mehrere ökologische Funktionen.

Die Larven filtern organisches Material aus dem Sediment und tragen zur Stoffumsetzung im Gewässer bei.

Erwachsene Tiere sind Teil komplexer Nahrungsketten.

Zugleich gilt das Flussneunauge als wichtige Zeigerart für naturnahe Fließgewässer.

Sein Vorkommen deutet häufig auf funktionierende Lebensräume hin.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Direkte Beobachtungen sind selten.

Am ehesten lassen sich Flussneunaugen in größeren Flusssystemen während ihrer Wanderungen nachweisen.

Interessante Bereiche sind:

• Moselmündung

• Fischaufstiegsanlagen

• naturnahe Nebenflüsse

• kiesreiche Fließgewässer

Die Larven bleiben meist verborgen und werden von Spaziergängern kaum bemerkt.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

Nein.

Das Flussneunauge benötigt Fließgewässer mit geeigneten Wanderwegen und Laichplätzen.

Ein Gartenteich bietet diese Bedingungen nicht.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Historisch wurden Neunaugen in einigen Regionen Europas als Speisetiere genutzt.

Heute spielt ihre wirtschaftliche Nutzung kaum noch eine Rolle.

Bedeutender sind:

• Naturschutz

• Forschung

• Umweltbildung

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Das Flussneunauge verbindet Meer und Fluss.

Es trägt zur biologischen Vielfalt der Gewässer bei.

Die Larven beeinflussen die Stoffkreisläufe im Sediment.

Die Art zeigt außerdem an, ob Wanderwege und Fortpflanzungsgebiete noch funktionieren.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Das ungewöhnliche Aussehen der Neunaugen führte seit Jahrhunderten zu zahlreichen Geschichten und Missverständnissen.

In manchen Regionen galten sie als geheimnisvolle Wesen zwischen Fisch und Schlange.

Aufgrund ihres urtümlichen Erscheinungsbildes werden sie heute häufig als Symbol betrachtet für:

• die Erdgeschichte

• Anpassungsfähigkeit

• das Überdauern großer Veränderungen

Für Naturforscher besitzen Neunaugen eine besondere Bedeutung.

Sie erinnern daran, wie alt die Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere tatsächlich ist.

Für die Mosel und ihre Nebenflüsse steht das Flussneunauge deshalb nicht nur für einen Wanderfisch, sondern für eine Zeitreise in die frühe Geschichte des Lebens auf der Erde.

 

 

 

NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge – Harbarium

 

Das Meerneunauge – Der urzeitliche Wanderer aus dem Atlantik

 

 

Name: Meerneunauge

Lateinischer Name: Petromyzon marinus

Kurze allgemeine Beschreibung der Tierart

Das Meerneunauge gehört zu den ältesten heute noch lebenden Wirbeltieren der Erde. Seine Vorfahren existierten bereits lange bevor die ersten Dinosaurier die Erde bevölkerten. Damit gehört das Meerneunauge zu einer Entwicklungslinie, die weit älter ist als die meisten heute bekannten Fischgruppen.

Auf den ersten Blick erinnert das Tier an einen Aal. Tatsächlich ist es jedoch weder mit dem Aal noch mit den Knochenfischen eng verwandt. Statt eines Kiefers besitzt das Meerneunauge ein rundes Saugmaul mit zahlreichen hornartigen Zähnen.

Mit einer Länge von meist 60 bis 100 Zentimetern ist es deutlich größer als das Flussneunauge. Besonders große Tiere können sogar über einen Meter lang werden.

Das Meerneunauge zählt zu den beeindruckendsten Wanderarten Europas und verbindet die Flüsse des Kontinents mit den Küstengewässern des Atlantiks.

Wie leben die Tiere?

Das Leben des Meerneunauges besteht aus mehreren völlig unterschiedlichen Lebensabschnitten.

Die erwachsenen Tiere leben überwiegend im Meer.

Dort halten sie sich meist einzeln auf und legen große Strecken entlang der Küsten zurück.

Zur Fortpflanzung wandern sie in Flüsse auf.

Dazu gehören große Flusssysteme wie Rhein, Loire, Gironde oder andere Atlantikzuflüsse.

Nach dem Laichen sterben die erwachsenen Tiere.

Die Larven verbringen dagegen mehrere Jahre im Süßwasser. Sie leben verborgen im Gewässerboden und unterscheiden sich stark von den erwachsenen Tieren.

Winterschlaf halten Meerneunaugen nicht.

Ihre Lebensweise wird durch Wanderungen und Entwicklungsphasen bestimmt.

Welche Sinnesorgane nutzen die Tiere?

Das Meerneunauge verfügt über gut entwickelte Sinnesorgane.

Besonders wichtig sind:

• Geruchssinn

• Sehvermögen

• Wahrnehmung von Wasserströmungen

• Tastsinn

Der Geruchssinn spielt bei der Orientierung während der Laichwanderung eine wichtige Rolle.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass chemische Signale von Artgenossen und Larven den erwachsenen Tieren helfen, geeignete Laichgewässer zu finden.

Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?

Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind die Unterschiede gering.

Während der Laichzeit zeigen sich einige Merkmale:

Weibchen:

• entwickeln einen deutlich sichtbaren Laichbauch

• wirken insgesamt kräftiger

Männchen:

• bleiben oft etwas schlanker

• beteiligen sich intensiv am Bau der Laichgruben

Die Färbung unterscheidet sich kaum.

Welche Informationen gibt es zur Paarung und Fortpflanzung?

Die Fortpflanzung findet im Süßwasser statt.

Nach der Wanderung flussaufwärts bauen Männchen und Weibchen gemeinsam Laichgruben auf kiesigem Untergrund.

Dort werden die Eier abgelegt und befruchtet.

Die Entwicklung der Eier dauert mehrere Wochen.

Nach dem Laichen sterben die erwachsenen Tiere.

Die schlüpfenden Larven werden als Querder bezeichnet.

Sie verbringen mehrere Jahre im Sediment von Fließgewässern, bevor sie sich zu erwachsenen Meerneunaugen umwandeln.

Zeitspanne zwischen Geburt, Geschlechtsreife und Höchstalter

Die Entwicklung dauert viele Jahre.

• Ei: einige Wochen

• Larvenstadium (Querder): meist 5 bis 8 Jahre

• Umwandlung zum erwachsenen Tier: mehrere Monate

• Leben im Meer: etwa 1 bis 3 Jahre

• Geschlechtsreife: meist nach 6 bis 10 Jahren

• Lebensdauer: häufig 7 bis 11 Jahre

Da die Tiere nach dem Laichen sterben, erreichen sie kein sehr hohes Alter.

Wie sieht der Jahresablauf aus?

Herbst und Winter

Beginn der Wanderungen in Richtung Flüsse.

Frühjahr

Aufstieg zu den Laichplätzen.

Frühsommer

Laichzeit.

Sommer

Schlüpfen der Larven.

Anschließend beginnt die mehrjährige Entwicklung im Gewässerboden.

Welche Nahrung haben die Tiere?

Die Nahrung unterscheidet sich stark zwischen Larven und Erwachsenen.

Larven

Die Querder ernähren sich von:

• Algen

• Mikroorganismen

• organischen Schwebstoffen

• abgestorbenem Pflanzenmaterial

Erwachsene Tiere

Die erwachsenen Meerneunaugen leben parasitisch.

Mit ihrem Saugmaul heften sie sich an:

• Fische

• gelegentlich größere Meeresbewohner

Sie ernähren sich von:

• Blut

• Körperflüssigkeiten

• Gewebe

Die meisten Wirtsfische überleben die Angriffe, tragen jedoch oft charakteristische Narben.

Vor der Fortpflanzung stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein.

Welche Regionen besiedeln die Tiere?

Das Meerneunauge kommt an den Atlantikküsten Europas und Nordamerikas vor.

In Europa besiedelt es unter anderem:

• Nordseezuflüsse

• Atlantikzuflüsse

• große Flusssysteme Westeuropas

Historisch gehörte auch das Rheinsystem zu seinem Wandergebiet.

Damit konnten Meerneunaugen grundsätzlich auch die Moselmündung und Teile des Moselsystems erreichen.

Heute werden sie im Rheingebiet wieder vereinzelt nachgewiesen.

Welche Reviere beanspruchen die Tiere?

Das Meerneunauge verteidigt keine festen Reviere.

Im Meer wandern die Tiere über große Entfernungen.

Während der Fortpflanzungszeit konzentrieren sie sich auf geeignete Flussabschnitte.

Die Larven verbleiben oft jahrelang im gleichen Sedimentbereich.

Haben die Tiere besondere Tarn- oder Abwehrstrategien?

Ja.

Die dunkle Rückenfärbung und die hellere Unterseite sorgen für eine gute Tarnung.

Die Larven verbringen einen Großteil ihres Lebens verborgen im Gewässerboden.

Erwachsene Tiere nutzen ihre Beweglichkeit und ihr Saugmaul, um sich an Untergründen oder Wirtsfischen festzuhalten.

Welche Gefahren bestehen für die Tiere?

Das Meerneunauge gilt in vielen Regionen als gefährdet.

Zu den wichtigsten Gefahren gehören:

• Staustufen

• Wehre

• Verlust von Laichplätzen

• Gewässerausbau

• Verschlammung von Kiesbereichen

• Gewässerverschmutzung

Natürliche Feinde sind:

• größere Raubfische

• Fischotter

• Reiher

• Kormorane

Besonders kritisch sind Wanderhindernisse, da die Tiere für ihre Fortpflanzung auf freie Flusswege angewiesen sind.

Welche Bedeutung haben die Tiere für die Natur und andere Tiere?

Das Meerneunauge verbindet Meer und Fluss.

Es ist Teil komplexer Nahrungsketten und trägt zur biologischen Vielfalt großer Flusssysteme bei.

Die Larven beeinflussen Stoffkreisläufe im Sediment.

Die Art gilt zudem als wichtiger Indikator für funktionierende Wanderwege.

Wo Meerneunaugen vorkommen, bestehen meist noch Verbindungen zwischen Meer und Fluss.

Wo an oder um die Weinberge der Mosel kann ich die Tierart finden?

Direkte Beobachtungen sind äußerst selten.

Interessant sind vor allem:

• Moselmündung bei Koblenz

• Fischaufstiegsanlagen

• größere Nebenflüsse des Rheinsystems

Die Tiere verbringen den größten Teil ihres Lebens verborgen oder weit entfernt im Meer.

Deshalb werden sie von den meisten Menschen niemals bewusst beobachtet.

Gibt es diese Tiere auch in meinem Garten?

Nein.

Das Meerneunauge benötigt große Flusssysteme mit Verbindung zum Meer.

Ein Gartenteich oder kleiner Weiher ist als Lebensraum ungeeignet.

Welche ökonomische Funktion haben die Tiere?

Historisch wurden Meerneunaugen in einigen Regionen Europas als Speisetiere geschätzt.

Heute spielt ihre wirtschaftliche Nutzung nur noch eine geringe Rolle.

Wichtiger sind:

• Naturschutz

• wissenschaftliche Forschung

• Umweltbildung

• Gewässerökologie

Welche ökologische Funktion haben die Tiere?

Das Meerneunauge ist ein wichtiger Bestandteil der biologischen Vielfalt europäischer Flüsse.

Es verbindet unterschiedliche Lebensräume über große Entfernungen hinweg.

Die Art zeigt an, ob Wanderwege zwischen Meer und Fluss noch funktionieren.

Sie gilt deshalb als bedeutende Zeigerart für die ökologische Qualität großer Flusssysteme.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Aufgrund seines ungewöhnlichen Aussehens wurde das Meerneunauge in früheren Jahrhunderten häufig mit Schlangen oder Drachen verglichen.

In manchen Regionen galt es als geheimnisvolles Wesen der Gewässer.

Sein kreisförmiges Saugmaul und seine urtümliche Erscheinung führten zu zahlreichen Legenden.

Heute wird das Meerneunauge häufig als Symbol betrachtet für:

• die Erdgeschichte

• Ausdauer

• Anpassungsfähigkeit

• die Verbindung von Meer und Fluss

Für die Mosel besitzt das Meerneunauge eine besondere Bedeutung.

Es erinnert daran, dass die Geschichte des Flusses nicht an den Weinbergen endet, sondern über Rhein, Nordsee und Atlantik mit einer Naturgeschichte verbunden ist, die viele Millionen Jahre zurückreicht.

Als letzter Vertreter unserer Wanderfisch-Reihe steht das Meerneunauge damit für den vielleicht ältesten Reisenden von allen – einen Zeugen aus einer Zeit, als weder Moselweinberge noch Menschen existierten, die großen Wanderwege der Gewässer aber bereits begonnen hatten.

 

 

Alle Texte zum Thema „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie unter:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

 

Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI-supported) – 8. Juni 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): *
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
SEO & Social-Media-Support: ChatGPT
Foto 1: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau – Logo: © DLR Mosel – Foto 2 ff: Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-06-08-cb/

Die Text-Folge „Lebendige Moselweinberge“ ist Dauno gewidmet:
vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-ba/