LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNISBEGLEITER - TEXT 43 & UNIVERSITÄT KONSTANZ
Eine Muschel aus einem anderen Gebiet lebt jetzt in der Mosel. – Sie verändert den Fluss. – Und sie verändert die Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen.
Die Quagga-Muschel ist nur wenige Zentimeter groß.
Viele Menschen kennen diese Muschel nicht.
Trotzdem gehört sie vielleicht zu den erfolgreichsten Tieren in der Mosel.
Die Quagga-Muschel macht das Wasser klarer.
Sie verändert die Nahrung für viele Tiere.
Sie lebt an Schleusen und technischen Anlagen.
Deshalb beschäftigen sich Forschende in Europa und Nordamerika mit dieser Muschel.
Dieser Text zeigt: Eine kleine Muschel kann große Auswirkungen haben.
Die häufigste Muschel in der Mosel
Viele Menschen denken bei der Mosel an Weinberge.
Oder an Schiffe.
Oder an Fische.
Zum Beispiel an den Europäischen Aal.
An Muscheln denken die meisten Menschen nicht.
Dabei gehört vielleicht gerade eine Muschel zu den erfolgreichsten Lebewesen im Fluss.
Diese Muschel heißt Quagga-Muschel.
Sie ist nur wenige Zentimeter groß.
Sie lebt meistens versteckt unter Wasser.
Ursprünglich kommt sie aus der Schwarzmeer-Region.
Das Schwarze Meer liegt zwischen Europa und Asien.
Heute lebt die Quagga-Muschel in vielen Gewässern in Europa.
Auch in der Mosel hat sie sich stark ausgebreitet.
Die Quagga-Muschel kommt in die Mosel
Die Quagga-Muschel lebt heute an vielen Stellen der Mosel.
Vor einigen Jahren war sie dort noch neu.
Heute gehört sie vielerorts zum Fluss dazu.
Darauf weist auch ein Bericht hin.
Der Bericht ist hier zu finden:
https://www.zeit.de/news/2024-05/04/quagga-muschel-hat-sich-in-mosel-stark-ausgebreitet
Vermutlich kam die Muschel durch Schiffe in die Mosel.
Die Mosel bietet der Muschel gute Lebensbedingungen.
Der Fluss wurde an vielen Stellen verändert.
Zum Beispiel durch Staustufen.
Eine Staustufe hält Wasser zurück.
Dadurch wird der Fluss ruhiger.
Das gefällt der Quagga-Muschel.
Der Fluss verändert sich unter Wasser
Eine Herrscherin, die niemand sieht
Die Quagga-Muschel fällt kaum auf.
Sie baut keine Nester.
Sie springt nicht aus dem Wasser.
Viele Angler kennen sie nicht.
Angler sind Menschen, die Fische fangen.
Trotzdem gibt es sehr viele Quagga-Muscheln.
Ihre gesamte Masse könnte an manchen Orten größer sein als die Masse vieler bekannter Tierarten.
Fachleute sprechen von Biomasse.
Biomasse bedeutet:
Die gesamte Masse aller Lebewesen einer Art.
Die Muscheln leben auf Steinen.
Sie leben an befestigten Ufern.
Sie leben an Schleusen.
Sie leben in Häfen.
Und sie leben auf vielen anderen festen Flächen unter Wasser.
Dort sitzen oft Tausende Muscheln auf einem Quadratmeter.
Ein Quadratmeter ist etwa so groß wie eine Tür.
Dadurch verändert die Quagga-Muschel nicht nur einzelne Orte.
Sie verändert den ganzen Fluss.
Warum das Wasser klarer wird
Die Quagga-Muschel filtert ihre Nahrung aus dem Wasser.
Das bedeutet:
Sie saugt Wasser ein.
Dann holt sie kleine Nahrungsteilchen heraus.
Zum Beispiel:
Algen.
Plankton.
Bakterien.
Und andere kleine Stoffe im Wasser.
Plankton sind sehr kleine Lebewesen.
Viele Tiere im Wasser fressen Plankton.
Jede Muschel filtert ständig Wasser.
Wenn Millionen oder sogar Milliarden Muscheln das tun, entsteht eine sehr große Filterwirkung.
Das Wasser wird dadurch klarer.
Das klingt zunächst gut.
Aber klares Wasser bedeutet nicht automatisch, dass es dem Fluss besser geht.
Denn die Muscheln entfernen auch Plankton aus dem Wasser.
Dieses Plankton ist für viele Tiere wichtig.
Wenn sich die Nahrung verändert
Viele kleine Tiere brauchen Plankton als Nahrung.
Auch Larven von Insekten brauchen Plankton.
Larven sind die jungen Tiere vor dem Erwachsenwerden.
Viele junge Fische brauchen ebenfalls Plankton.
Wenn weniger Plankton vorhanden ist, verändert sich die Nahrung für viele Tiere.
Die Muscheln lagern außerdem Nährstoffe am Boden des Gewässers ab.
Nährstoffe sind Stoffe, die Pflanzen und Tiere zum Leben brauchen.
Dadurch verlagert sich ein Teil des Lebens vom freien Wasser zum Gewässerboden.
Forschende nennen das eine Verschiebung der Produktivität.
Das ist ein schwieriges Wort.
Einfach gesagt bedeutet es:
Immer mehr Leben findet am Boden statt.
Und weniger Leben findet im freien Wasser statt.
In Nordamerika beobachten Forschende diese Entwicklung schon seit vielen Jahren.
Dort beeinflusst die Quagga-Muschel bereits ganze Kreisläufe von Nährstoffen.
Mehr Licht im Wasser
Die Muschel macht das Wasser klarer.
Dadurch kann Sonnenlicht tiefer ins Wasser gelangen.
So können Wasserpflanzen besser wachsen.
Auch Fadenalgen wachsen stärker.
Fadenalgen sind lange, fadenförmige Algen.
Diesen Effekt beobachten Forschende bereits in mehreren Seen in Europa.
Auch in der Mosel könnte sich die Pflanzenwelt unter Wasser verändern.
Viele Menschen freuen sich über klares Wasser.
Fachleute betrachten die Entwicklung genauer.
Denn klares Wasser bedeutet nicht automatisch:
Mehr Arten.
Oder ein gesünderes Gewässer.
Oder ein stabileres Ökosystem.
Ein Ökosystem ist ein Lebensraum.
Dazu gehören Tiere.
Pflanzen.
Pilze.
Und viele andere Lebewesen.
Alle sind miteinander verbunden.
Gewinner und Verlierer
Nicht alle Tiere und Pflanzen reagieren gleich auf die Quagga-Muschel.
Einige Arten profitieren davon.
Andere Arten haben Nachteile.
Die Quagga-Muschel ersetzt nicht einfach eine andere Muschel.
Sie verändert die Lebensbedingungen für viele Lebewesen gleichzeitig.
Deshalb sagen Forschende:
Die Quagga-Muschel kann ein ganzes Ökosystem verändern.
Gewinnen könnten Arten, die am Gewässerboden leben.
Oder Arten, die von den Muscheln profitieren.
Verlieren könnten Arten, die viel Plankton brauchen.
Deshalb betrifft die Veränderung nicht nur einzelne Tiere.
Sie betrifft ganze Lebensgemeinschaften.
Warum die Muschel viel Geld kostet
Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Natur.
Die Quagga-Muschel setzt sich fast überall unter Wasser fest.
Zum Beispiel:
An Schleusen.
An Pumpwerken.
An Wasserleitungen.
An Wasserkraftwerken.
An Hafenanlagen.
Und an Messstationen.
Messstationen sammeln Informationen über das Wasser.
Die Muscheln wachsen auf Gittern.
Auf Rohren.
Und auf anderen Bauwerken.
Dabei entstehen oft dicke Schichten aus Muscheln.
Dadurch steigen die Kosten.
Anlagen müssen häufiger gereinigt werden.
Manche Rohre wachsen teilweise zu.
Wasser kann schlechter fließen.
Technische Anlagen müssen öfter kontrolliert werden.
In Nordamerika kostet die Bekämpfung dieser Muscheln seit vielen Jahren Millionen von Euro.
Wasserwerke und Kraftwerke geben dort viel Geld aus.
Zum Beispiel für:
Reinigungen.
Schutzmaßnahmen.
Und technische Veränderungen.
Auch in Europa beobachten Fachleute dieses Problem.
Je weiter sich die Muschel ausbreitet, desto wichtiger wird die Frage:
Wie können technische Anlagen geschützt werden?
Die Mosel ist dafür ein gutes Beispiel.
Die Mosel ist nicht nur ein Fluss.
Sie ist auch eine Wasserstraße für Schiffe.
Sie liefert Energie.
Und sie besitzt viele technische Bauwerke.
Dazu gehören Schleusen und Staustufen.
Diese Bauwerke bieten der Muschel viele Möglichkeiten zum Festsetzen.
Kann man Quagga-Muscheln essen?
Die Antwort lautet:
Ja.
Grundsätzlich kann man Quagga-Muscheln essen.
Trotzdem gibt es sie nicht auf Speisekarten.
Und auch nicht in Fischgeschäften.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
Die Muscheln sind sehr klein.
Deshalb gibt es nur wenig Fleisch.
Das Sammeln wäre aufwendig.
Außerdem können Muscheln Schadstoffe aufnehmen.
Schadstoffe sind Stoffe, die Menschen und Tieren schaden können.
Für Quagga-Muscheln gibt es außerdem keinen festen Lebensmittelmarkt.
Deshalb werden die Muscheln wirtschaftlich kaum genutzt.
Das ist bemerkenswert.
Denn die Art kommt in großen Mengen vor.
Sie verändert ganze Gewässer.
Sie besiedelt technische Anlagen.
Und trotzdem spielt sie wirtschaftlich kaum eine Rolle.
Forschende schauen in die Zukunft
Seit vielen Jahren untersuchen Forschende die Quagga-Muschel.
Sie möchten verstehen:
Wie stark wird sie Gewässer in Zukunft verändern?
Besonders wichtig sind dabei Erfahrungen aus Nordamerika.
Dort lebt die Muschel schon länger.
Auch große Seen in Europa werden untersucht.
Eine Forschungsgruppe der Universität Konstanz veröffentlichte dazu im Jahr 2023 eine umfangreiche Untersuchung.
Die Ergebnisse zeigen:
Die Quagga-Muschel kann Gewässer langfristig stark verändern.
Deshalb beobachten Forschende auch die Entwicklung in der Mosel sehr genau.
Sie möchten herausfinden:
Wie wird die Mosel in Zukunft aussehen?
Und welche Folgen wird die Quagga-Muschel für Tiere, Pflanzen und Menschen haben?
Vorhersagen für Seen mit Quagga-Muscheln
Forschende haben verschiedene Seen miteinander verglichen.
Dazu gehören der Bodensee.
Der Genfersee.
Und der Bielersee.
Diese Seen wurden mit den Großen Seen in Nordamerika verglichen.
Die Großen Seen sind mehrere sehr große Seen in den USA und in Kanada.
Dabei zeigte sich:
Die Quagga-Muschel breitet sich in Europa und Nordamerika auf ähnliche Weise aus.
Deshalb können Forschende aus den Erfahrungen in Nordamerika lernen.
So können sie besser einschätzen, was in Europa in Zukunft passieren könnte.
Forschende erwarten deutlich mehr Quagga-Muscheln
Die Quagga-Muschel lebt bereits in vielen Gewässern in Europa.
Vor etwa zehn Jahren wurde sie auch im Bodensee gefunden.
Der Bodensee liegt zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im Forschungs-Projekt „SeeWandel“ untersuchten Fachleute die weitere Entwicklung.
An dem Projekt waren mehrere Forschungs-Einrichtungen beteiligt.
Dazu gehören:
Das Wasserforschungs-Institut Eawag in der Schweiz.
Die Universität Genf.
Die Universität Konstanz.
Und weitere Forschungs-Einrichtungen.
Zum ersten Mal erstellten die Forschenden eine Vorhersage.
Sie wollten wissen:
Wie stark wird sich die Quagga-Muschel in Zukunft ausbreiten?
Die Ergebnisse zeigen:
In den nächsten 20 Jahren wird die Menge der Quagga-Muscheln wahrscheinlich sehr stark zunehmen.
Im Bodensee.
Im Genfersee.
Und im Bielersee.
Die gesamte Masse der Muscheln könnte dann 9-mal bis 20-mal größer sein als heute.
Das liegt vor allem daran, dass die Muscheln immer häufiger in tieferen Bereichen der Seen leben.
Millionenschäden durch verstopfte Anlagen
Die Forschenden erwarten in den tiefen Seen Europas eine ähnliche Entwicklung wie in Nordamerika.
Dort lebt die Quagga-Muschel schon mehr als 20 Jahre länger.
In beiden Regionen verursacht die Muschel Probleme.
Zum Beispiel bei der Wasserentnahme.
Oder bei Heizungs- und Kühlanlagen.
Die Muscheln setzen sich in Rohren fest.
Dadurch können Rohre teilweise verstopfen.
Das Wasser fließt dann schlechter.
Anlagen müssen häufiger gereinigt werden.
Oder repariert werden.
Dadurch entstehen Schäden und Kosten in Millionenhöhe.
Außerdem verändert die Quagga-Muschel die Verteilung wichtiger Nährstoffe im Wasser.
Nährstoffe sind Stoffe, die Pflanzen und Tiere zum Leben brauchen.
In den Großen Seen Nordamerikas beeinflusst die Quagga-Muschel heute einen großen Teil dieser Abläufe.
Eine einzige Tierart hat dort großen Einfluss auf das gesamte Gewässer.
Veränderungen im Lebensraum der Tiere und Pflanzen
Der Forscher Dietmar Straile war an der Untersuchung beteiligt.
Er erklärt:
Wenn sich die Quagga-Muschel stark vermehrt, kann sich ein See deutlich verändern.
Früher fand ein großer Teil des Lebens im freien Wasser statt.
Heute verlagert sich immer mehr Leben in die Uferbereiche.
Im freien Wasser gibt es dann weniger Algen.
An den Ufern wachsen dafür mehr Wasserpflanzen.
Auch Fadenalgen nehmen zu.
Fadenalgen sind lange und dünne Algen.
Sie sehen aus wie grüne Fäden.
Diese Veränderungen können auch Auswirkungen auf Fische haben.
Manche Fischarten leben im offenen Wasser.
Dazu gehört zum Beispiel der Felchen.
Wenn dort weniger Nahrung vorhanden ist, haben diese Fische Nachteile.
Andere Fischarten leben näher am Ufer.
Dort könnte das Nahrungsangebot zunehmen.
Besonders dann, wenn die Fische Quagga-Muscheln fressen.
Die Entwicklung lässt sich kaum stoppen
In Seen mit Quagga-Muscheln ist die Ausbreitung oft nicht mehr aufzuhalten.
Die Muscheln vermehren sich sehr schnell.
Sie breiten sich leicht aus.
Deshalb sprechen Fachleute von einer invasiven Art.
Eine invasive Art ist eine Tier- oder Pflanzenart.
Sie kommt ursprünglich nicht aus dem Gebiet.
Sie breitet sich dort stark aus.
Und sie verändert die Natur.
Der Biologe Piet Spaak sieht diese Entwicklung mit Sorge.
Er sagt:
Für viele tiefe Seen ist das eine schlechte Nachricht.
Die Folgen können aber abgeschwächt werden.
Zum Beispiel durch technische Schutzmaßnahmen.
So können Muscheln und ihre Larven schwerer in Anlagen eindringen.
Larven sind die jungen Tiere vor dem Erwachsenwerden.
Piet Spaak warnt außerdem vor einer weiteren Ausbreitung.
Einige Seen sind bisher noch nicht betroffen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Der Zürichsee.
Und der Vierwaldstättersee.
Dort können Schutzmaßnahmen helfen.
Zum Beispiel:
Die Reinigung von Booten.
Oder Informationen für Wassersportler.
Dadurch kann verhindert werden, dass die Muschel in neue Gewässer gelangt.
Ein Blick nach Nordamerika zeigt die Zukunft
In Deutschland wurde die Quagga-Muschel erstmals im Jahr 2004 nachgewiesen.
Im Bodensee wurde sie im Jahr 2016 entdeckt.
In Nordamerika breitet sie sich schon seit dem Ende der 1980er Jahre aus.
Deshalb verglichen Forschende Daten aus Europa mit Daten aus Nordamerika.
Die Untersuchung leitete Benjamin Kraemer von der Universität Konstanz.
Verglichen wurden vier der fünf Großen Seen Nordamerikas:
Der Huronsee.
Der Ontariosee.
Der Michigansee.
Und der Eriesee.
Außerdem wurden der Bodensee.
Der Genfersee.
Und der Bielersee untersucht.
Die Forschenden stellten fest:
Die Ausbreitung verläuft in den Seen sehr ähnlich.
Deshalb erwarten sie auch in Europa eine schnelle Vermehrung der Muscheln.
Dabei werden die Tiere wahrscheinlich größer.
Außerdem werden sie in immer größeren Tiefen leben.
Benjamin Kraemer erklärt:
Die Quagga-Muschel macht das Wasser klarer.
Außerdem speichert sie Nährstoffe und Kohlenstoff in ihren Schalen.
Kohlenstoff ist ein wichtiger Bestandteil aller Lebewesen.
Trotzdem gibt es noch viele offene Fragen.
Niemand weiß genau, wie sich die Muschel in Zukunft verhalten wird.
Auch der Klimawandel spielt dabei eine Rolle.
Der Klimawandel verändert Temperaturen.
Niederschläge.
Und viele Lebensräume.
Deshalb können die Folgen heute noch nicht vollständig vorhergesagt werden.
Mögliche Folgen der Quagga-Muschel
Forschende nennen mehrere mögliche Folgen:
• Es gibt weniger Plankton im Wasser.
• Das Wasser wird klarer.
• Tier- und Pflanzenarten verändern sich.
• Nahrungsketten verändern sich.
• Fischbestände können sich verändern.
• Die Kosten für technische Anlagen steigen.
• An den Ufern liegen mehr Muschelschalen.
• Wasserpflanzen wachsen stärker.
• Fadenalgen nehmen zu.
Regelmäßige Beobachtung der Seen
Forschende beobachten die Entwicklung der Quagga-Muschel sehr genau.
Diese Beobachtung nennt man Monitoring.
Monitoring bedeutet:
Etwas regelmäßig beobachten und messen.
Am Bodensee arbeiten dafür mehrere Forschungs-Einrichtungen zusammen.
Sie nutzen spezielle Forschungsschiffe.
Die Schiffe heißen Kormoran und Lauterborn.
Piet Spaak empfiehlt:
Diese Untersuchungen sollten etwa alle fünf Jahre wiederholt werden.
So können Veränderungen früh erkannt werden.
Außerdem kommen neue Forschungsmethoden zum Einsatz.
Eine Arbeitsgruppe von Laura Epp an der Universität Konstanz nutzt Umwelt-DNA.
DNA enthält Informationen über Lebewesen.
Viele Tiere und Pflanzen hinterlassen kleine Spuren ihrer DNA im Wasser.
Diese Spuren können untersucht werden.
So können Forschende erkennen:
Welche Arten in einem See leben.
Und ob sich neue Arten ausbreiten.
Mit diesen Methoden können neue Quagga-Muschel-Vorkommen früher entdeckt werden.
Außerdem lassen sich Ausbreitung und Entwicklung der Muscheln genauer untersuchen.
Warum sich die Quagga-Muschel so erfolgreich ausbreitet
Die Quagga-Muschel breitet sich seit fast zehn Jahren in vielen Voralpenseen aus.
Voralpenseen sind Seen am Rand der Alpen.
Ursprünglich stammt die Muschel aus der Schwarzmeer-Region.
Heute lebt sie in vielen Teilen Europas.
Und in vielen Teilen Nordamerikas.
Nachdem sie im Bodensee gefunden wurde, tauchte sie auch in weiteren Seen auf.
Zum Beispiel in Deutschland.
Österreich.
Frankreich.
Italien.
Und der Schweiz.
In ihrer ursprünglichen Heimat lebt die Muschel meist in flachen Gewässern.
Dort wird sie häufiger von Fischen und Wasservögeln gefressen.
In den tiefen Voralpenseen passiert das deutlich seltener.
Deshalb kann sich die Muschel dort besonders gut vermehren.
Außerdem breitet sie sich sehr leicht aus.
Sie bekommt viele Nachkommen.
Und sie kann in unterschiedlichen Lebensräumen leben.
Diese Eigenschaften machen die Quagga-Muschel zu einer sehr erfolgreichen Art.
Die Quagga-Muschel im Herbarium der Trierer Umschau
Ein Herbarium ist eine Sammlung von Informationen über Pflanzen, Tiere oder Pilze.
Die Trierer Umschau stellt dort verschiedene Arten vor.
Hier finden Sie unseren Steckbrief zur Quagga-Muschel.
Name: Quagga-Muschel
Wissenschaftlicher Name: Dreissena rostriformis bugensis
Kurze Beschreibung der Tierart
Die Quagga-Muschel lebt im Süßwasser.
Süßwasser ist Wasser in Flüssen und Seen.
Die Muschel gehört zur Familie der Dreikantmuscheln.
Ursprünglich stammt sie aus der Schwarzmeer-Region.
Außerdem kam sie in Flüssen vor, die in das Schwarze Meer und das Kaspische Meer fließen.
Heute lebt die Quagga-Muschel in vielen Teilen Europas.
Auch in Nordamerika hat sie sich stark ausgebreitet.
Die Schale der Muschel ist meist hellbraun oder beige.
Beige ist ein heller Braunton.
Auf der Schale sind oft dunklere Streifen oder Muster zu sehen.
Die Quagga-Muschel ähnelt der Dreikantmuschel.
Ihre Schale ist aber oft etwas runder.
Erwachsene Tiere werden meistens zwischen zwei und vier Zentimeter groß.
Heute gehört die Quagga-Muschel zu den erfolgreichsten invasiven Arten in Europas Flüssen und Seen.
Invasiv bedeutet:
Eine Tier- oder Pflanzenart stammt ursprünglich nicht aus einem Gebiet.
Sie breitet sich dort stark aus.
Und sie verändert die Natur.
Wie leben die Tiere?
Quagga-Muscheln leben meistens nicht allein.
Sie leben in großen Gruppen.
Die Muscheln setzen sich auf vielen festen Flächen fest.
Zum Beispiel auf:
● Steinen
● Muschelschalen
● Holz
● Spundwänden
Spundwände sind große Wände aus Stahl oder Beton am Ufer.
● Brückenpfeilern
● Schleusen
● Schiffen
Mit besonderen Fäden halten sich die Muscheln fest.
Diese Fäden heißen Byssusfäden.
Mit diesen Fäden bleiben die Muscheln dauerhaft am Untergrund befestigt.
Erwachsene Quagga-Muscheln können nicht umherwandern.
Sie bewegen sich nicht wie Fische oder Säugetiere.
Sobald sie einen Platz gefunden haben, bleiben sie meistens ihr ganzes Leben dort.
Die Muscheln halten keinen Winterschlaf.
Sie wandern auch nicht in andere Gebiete.
Neue Gewässer erreichen sie durch ihre Larven.
Larven sind die jungen Tiere vor dem Erwachsenwerden.
Die Larven treiben frei im Wasser.
Außerdem können Schiffe und Boote die Muscheln in neue Gewässer bringen.
Welche Sinne nutzen die Tiere?
Quagga-Muscheln haben keine Augen.
Und sie haben keine Ohren.
Trotzdem können sie ihre Umgebung wahrnehmen.
Dafür besitzen sie besondere Sinneszellen.
Mit diesen Sinneszellen können sie:
● Bewegungen im Wasser spüren
● Veränderungen im Wasser erkennen
● Berührungen wahrnehmen
So merken die Muscheln, wenn sich etwas in ihrer Umgebung verändert.
Bei Gefahr schließen sie ihre Schalen fest.
Wie unterscheiden sich Weibchen und Männchen?
Weibchen und Männchen sehen fast gleich aus.
Sie haben eine ähnliche Größe.
Sie haben eine ähnliche Farbe.
Und sie haben eine ähnliche Schalenform.
Deshalb kann man sie von außen kaum unterscheiden.
Eine sichere Bestimmung ist meistens nur mit wissenschaftlichen Untersuchungen möglich.
Wie pflanzen sich die Tiere fort?
Die Fortpflanzung erfolgt im Wasser.
Weibchen geben Eizellen ins Wasser ab.
Männchen geben Samenzellen ins Wasser ab.
Erst im Wasser treffen beide zusammen.
Dann entstehen befruchtete Eier.
Ein Weibchen kann sehr viele Eier produzieren.
Oft sind es mehrere Hunderttausend Eier.
Manchmal sogar mehr als eine Million Eier.
Aus den Eiern schlüpfen winzige Larven.
Diese Larven treiben frei im Wasser.
Strömungen können sie über große Entfernungen transportieren.
Später setzen sich die Larven auf festen Flächen fest.
Dann entwickeln sie sich zu Muscheln.
Wie alt werden Quagga-Muscheln?
Die Larven entwickeln sich innerhalb weniger Wochen zu jungen Muscheln.
Nach ungefähr einem Jahr können sich die Tiere selbst fortpflanzen.
Dann sind sie geschlechtsreif.
Geschlechtsreif bedeutet:
Ein Tier kann Nachwuchs bekommen.
Viele Quagga-Muscheln werden zwischen drei und fünf Jahre alt.
Unter guten Bedingungen können manche Tiere auch älter werden.
Wie verläuft das Jahr einer Quagga-Muschel?
Im Frühling wachsen die Muscheln stärker.
Auch ihr Stoffwechsel nimmt zu.
Der Stoffwechsel sorgt dafür, dass ein Lebewesen Energie gewinnen kann.
Zwischen Frühling und Sommer beginnt meistens die wichtigste Zeit der Fortpflanzung.
Im Sommer wachsen die Muscheln besonders schnell.
Im Herbst werden viele Lebensvorgänge langsamer.
Im Winter bleiben die Muscheln aktiv.
Ihr Stoffwechsel arbeitet dann jedoch langsamer.
Die Muscheln verbringen das ganze Jahr am gleichen Ort.
Denn sie bleiben fest mit dem Untergrund verbunden.
Was fressen die Tiere?
Die Quagga-Muschel filtert ihre Nahrung aus dem Wasser.
Deshalb nennt man sie einen Filtrierer.
Sie frisst:
● Phytoplankton
Phytoplankton sind winzige Pflanzen und Algen im Wasser.
● Algen
● Bakterien
● organische Schwebstoffe
Das sind sehr kleine Teilchen von Pflanzen oder Tieren.
● andere kleinste Teilchen im Wasser
Durch das ständige Filtern macht die Muschel das Wasser klarer.
Wo leben die Tiere?
Ursprünglich lebte die Quagga-Muschel in der Schwarzmeer-Region.
Heute findet man sie in vielen Ländern Europas.
Außerdem lebt sie in Nordamerika.
In Deutschland kommt sie unter anderem vor in:
● Rhein
● Mosel
● Main
● Neckar
● Bodensee
● vielen Seen
● vielen Kanälen
In Rheinland-Pfalz lebt sie besonders häufig im Rhein-Mosel-Gebiet.
Besitzen die Tiere ein Revier?
Quagga-Muscheln besitzen kein eigenes Revier.
Sie verteidigen kein Gebiet.
Viele Tausend Tiere können dicht nebeneinander leben.
Dabei besiedeln sie oft große Flächen.
Wie schützen sich die Tiere?
Der wichtigste Schutz ist die harte Schale.
Die Schale besteht aus Kalk.
Kalk ist ein natürlicher Stoff.
Bei Gefahr schließen die Muscheln ihre Schalen fest.
Ihre Farbe hilft ihnen zusätzlich.
Auf Steinen fallen sie oft kaum auf.
Dadurch sind sie etwas besser getarnt.
Auch ihre große Anzahl schützt die Art.
Wenn einige Muscheln gefressen werden, bleiben viele andere Tiere übrig.
Welche Gefahren gibt es für die Tiere?
Die Zahl der Quagga-Muscheln nimmt in Europa derzeit weiter zu.
Deshalb gilt die Art nicht als gefährdet.
Zu ihren natürlichen Feinden gehören:
● einige Fischarten
● Wasservögel
● Krebse
Krebse sind Tiere mit einem harten Panzer und Scheren.
In tiefen Gewässern werden jedoch oft nur wenige Muscheln gefressen.
Der Mensch stellt derzeit keine große Gefahr für die Quagga-Muschel dar.
Im Gegenteil:
Die Muschel profitiert häufig von Wasserstraßen und Schifffahrt.
Dadurch kann sie sich leichter ausbreiten.
Welche Bedeutung hat die Quagga-Muschel für die Natur?
Die Quagga-Muschel verändert ganze Gewässer.
Sie beeinflusst:
● die Klarheit des Wassers
● die Verteilung von Nährstoffen
● die Menge des Planktons
● die Lebensräume anderer Arten
Manche Tiere profitieren davon.
Andere Tiere haben Nachteile.
Dadurch verändern sich oft ganze Lebensgemeinschaften.
Eine Lebensgemeinschaft besteht aus vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, die zusammen in einem Gebiet leben.
Wo kann man die Quagga-Muschel an der Mosel finden?
Die Quagga-Muschel lebt unter Wasser.
Besonders häufig findet man sie:
● an Steinschüttungen
Das sind Ufer aus vielen großen Steinen.
● an Ufermauern
● an Anlegern
Dort legen Schiffe oder Boote an.
● an Brückenpfeilern
● an Schleusen
● an Hafenanlagen
Auch entlang der Weinberge kann die Muschel vorkommen.
Vor allem dort, wo die Weinberge direkt an die Mosel grenzen.
Und wo es feste Ufer aus Stein oder Beton gibt.
Am leichtesten entdeckt man leere Muschelschalen.
Zum Beispiel nach Hochwasser.
Oder an flachen Uferstellen.
Gibt es Quagga-Muscheln im Garten?
Normalerweise nicht.
Die Muschel braucht dauerhaft Wasser.
In einem normalen Hausgarten kommt sie nicht vor.
Nur in größeren Gartenteichen oder Wasseranlagen könnte sie theoretisch leben.
Dafür müsste sie allerdings zuerst eingeschleppt werden.
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Quagga-Muschel?
Die Quagga-Muschel wird bisher kaum genutzt.
Sie wird nicht gezielt gesammelt.
Und sie wird nicht als Lebensmittel verkauft.
Wirtschaftlich wichtig ist sie vor allem wegen der Kosten, die sie verursacht.
Dazu gehören:
● Reinigungsarbeiten
● Wartung von Wasserleitungen
Wartung bedeutet:
Anlagen regelmäßig kontrollieren und instand halten.
● Schutzmaßnahmen an technischen Anlagen
● zusätzlicher Aufwand an Schleusen
● zusätzlicher Aufwand an Kraftwerken
Welche Bedeutung hat die Quagga-Muschel für die Umwelt?
Die Quagga-Muschel wird oft als Ökosystem-Ingenieur bezeichnet.
Das ist ein schwieriger Fachbegriff.
Gemeint ist:
Die Muschel verändert ihre Umwelt aktiv.
Zu ihren wichtigsten Wirkungen gehören:
● Sie filtert große Mengen Wasser.
● Sie macht das Wasser klarer.
● Sie verändert die Verteilung von Nährstoffen.
● Sie schafft neue Lebensräume auf Muschelbänken.
Muschelbänke sind Flächen mit vielen Muscheln.
● Sie verändert Nahrungsketten.
Eine Nahrungskette zeigt, welches Tier welches andere Tier oder welche Pflanze frisst.
Dadurch kann die Quagga-Muschel ein ganzes Gewässer dauerhaft verändern.
Gibt es religiöse, spirituelle oder alte Geschichten über die Quagga-Muschel?
Zur Quagga-Muschel selbst sind keine besonderen religiösen oder alten Überlieferungen bekannt.
Über Muscheln allgemein gibt es jedoch viele Bedeutungen.
In verschiedenen Kulturen stehen Muscheln oft für:
● Schutz
● Fruchtbarkeit
Fruchtbarkeit bedeutet:
Leben weitergeben und Nachwuchs bekommen.
● Weiblichkeit
● verborgenes Leben
● die Verbindung zwischen Wasser und Leben
In manchen spirituellen Traditionen gelten Muscheln als Zeichen für innere Schätze.
Oder für verborgenes Wissen.
Diese Bedeutungen beziehen sich jedoch auf Muscheln allgemein.
Sie gelten nicht speziell für die Quagga-Muschel.
Alle Texte zum Thema „Natur·ereignis·begleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie hier:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-06-08-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 8. Juni 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: © Eawag, Linda Haltiner – Logo: © DLR Mosel – Foto 2: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-bb/
