Unser Trierer-Umschau-Blick in den Himmel über Trier in Richtung Weißhaus – aufgenommen gestern um 14:45 Uhr.
Foto: © Trierer Umschau

TRIER-WETTER & ALPENKLIMA IM WINTER 2025/26

Alpenklima 2025/26: Einer der schneeärmsten Winter seit Jahrzehnten – welche Folgen das bis an die Mosel haben kann

Während an der Mosel ein freundlicher Juni-Tag beginnt, lohnt sich ein Blick in die Alpen. Dort war der Winter 2025/26 einer der trockensten und schneeärmsten seit Jahrzehnten. Fachleute sehen darin nicht nur ein Problem für Wintersportgebiete. Der Schneemangel beeinflusst den Wasserhaushalt Europas – mit möglichen Folgen bis nach Rheinland-Pfalz. Ein Blick auf aktuelle Klimadaten, Wetterbeobachtungen und die Frage, wie Landschaften künftig Wasser speichern können.

 

Goethe, Wetter und der Start in den Juni

 

Der Liebesmonat Mai ist vorbei – in der Hoffnung, dass das, was im Mai zusammenfand, auch im Juni Bestand hat. Ganz im Sinne des Wetters und als Begleiter für den Start in unseren heutigen Tag möchten wir dazu ein Goethe-Zitat stellen:

„Das ist eben der Liebe Zaubermacht, dass sie veredelt, was ihr Hauch berührt. Der Sonne ähnlich, deren Strahl Gewitterwolken selbst in Gold verwandeln.“
(aus: https://www.spruechetante.de/sprueche-sammlung/ )

 

Unsere Dachtauben blicken auf einen freundlichen Sonntag

 

Unsere zwei Wetter-Dachtauben ** können dem mit Blick auf den aktuellen Himmel nur zustimmen: Was sich derzeit noch grau präsentiert, lockert sich langsam auf. Der anschließende Sonne-Wolken-Mix wird den Tag prägen und sich ab etwa 19 Uhr sogar zu einem Himmel mit „Sonne pur“ entwickeln. Die Temperaturen steigen dabei von aktuell 15 auf angenehme 21 Grad.

 

Von Luxemburg bis Nuuk: Europas Wetter im Vergleich

 

Unser Blick auf vier Hauptstädte der Europäischen Union streift an Sonntagen traditionell zunächst Luxemburg. Dort entwickelt sich der Himmel von „Sonne pur“ über graue Abschnitte zurück zu einem Sonne-Wolken-Mix bei Höchstwerten um 19 Grad. Madrid zeigt den ganzen Tag, was „Sonne pur“ bedeuten kann: Die Temperaturen steigen dort von 21 auf sommerliche 33 Grad. Nikosia, die Hauptstadt Zyperns, schließt sich diesem Bild weitgehend an.

Und dann wäre da noch Nuuk – eigentlich zu Dänemark gehörend, in unseren Wetterbetrachtungen jedoch aus Respekt vor den aktuellen politischen Diskussionen um Grönland und zugleich aufgrund seiner außergewöhnlichen Wetterlage ein regelmäßiger Gast. Dort werden derzeit 1 Grad gemessen. Bei einem trockenen Wolken-Sonne-Mix steigt das Thermometer tagsüber auf 6 Grad, ehe es am Abend wieder auf 1 Grad zurückfällt.

 

Von Grönland zu den Alpen

 

Dieses Wetter in Nuuk lässt sich erstaunlich gut mit dem heutigen Thema verbinden: dem Alpenklima im Winterhalbjahr 2025/26. Denn während die Zugspitze für die kommenden Tage bei Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad heute sowie zwischen minus 6 und minus 4 Grad am Donnerstag sogar wieder Schneefall meldet, zeigt der Blick zurück auf den vergangenen Winter ein deutlich anderes Bild.

Was auf den ersten Blick nach ausreichend Schnee aussieht, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Teil einer Entwicklung, die Fachleute zunehmend beschäftigt – und deren Folgen nicht auf die Alpen beschränkt bleiben. Denn der außergewöhnlich schneearme und trockene Winter 2025/26 wirkt sich nicht nur auf die Bergregionen aus, sondern kann langfristig auch Auswirkungen auf den Wasserhaushalt weit entfernter Regionen haben – bis hinein in das Moseltal:

 

Alpenwinter mit Warnsignal: Was der Schneemangel in den Bergen auch für Regionen wie die Mosel bedeuten kann

 

Die Alpen liegen weit von Trier entfernt. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuelle Klimabilanz des vergangenen Winters. Denn die Alpen sind weit mehr als ein beliebtes Reiseziel oder Wintersportgebiet. Sie gelten als einer der wichtigsten natürlichen Wasserspeicher Europas.

 

Einer der trockensten Alpenwinter seit Jahrzehnten

 

Wer nur die aktuelle Pressemitteilung von Deutschem Wetterdienst (DWD), MeteoSchweiz und GeoSphere Austria liest, erfährt von einem schneearmen und trockenen Winterhalbjahr 2025/26. Ein Blick in das zugehörige Alpenklima-Bulletin zeigt jedoch, wie außergewöhnlich die Situation tatsächlich war.

Während der zentralen Wintermonate von Dezember bis Anfang Februar lagen die Niederschlagsmengen in vielen Alpenregionen zeitweise rund 70 Prozent unter den üblichen Werten. In den Nordalpen wurde das Winterhalbjahr zum zweittrockensten seit Beginn der Vergleichsreihe 1991, in den Südalpen sogar zum trockensten. Die Schneehöhen gehörten insgesamt zu den niedrigsten der vergangenen Jahrzehnte. Im Dezember erreichten sie vielerorts nur noch 40 bis 50 Prozent der durchschnittlichen Werte.

Für viele Menschen mag dies zunächst wie ein Problem der Wintersportregionen erscheinen. Tatsächlich reicht die Bedeutung weit darüber hinaus. Schnee speichert Wasser für Frühjahr und Sommer. Fehlt dieser natürliche Wasserspeicher über längere Zeiträume, verändert sich der Wasserhaushalt ganzer Landschaften. Deshalb beobachten Klimaforscher die Entwicklung im Alpenraum besonders aufmerksam. Sie gilt als ein Frühwarnsignal für Veränderungen, die später auch in anderen Regionen Europas spürbar werden können.

 

Warum die Entwicklung auch die Mosel betrifft

 

Auch an Mosel, Saar und Ruwer wirken sich großräumige Wetterlagen aus. Die gleichen langanhaltenden Hochdruckgebiete, die in den Alpen häufig für Trockenheit, Sonnenschein und Schneemangel sorgen, können auch in Rheinland-Pfalz längere Trockenphasen begünstigen. Für Landwirtschaft, Weinbau, Wälder und Gewässer wird deshalb zunehmend wichtig, wie gut Landschaften Wasser speichern können.

Gerade deshalb gewinnen Projekte zur Wiederherstellung von Auen und natürlichen Überschwemmungsflächen an Bedeutung. Sie können Wasser länger in der Landschaft halten und helfen sowohl bei Trockenheit als auch bei Starkregenereignissen. Was in den Alpen als Schneespeicher fehlt, muss vielerorts zumindest teilweise durch eine bessere Wasserspeicherung in der Landschaft ausgeglichen werden. (vgl. auch unseren „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige-Moselweinberge“-Text dazu in: https://www.trierer-umschau.de/2026-06-06-da/ )

Vor diesem Hintergrund lohnt sich der Blick auf die aktuelle Auswertung der Wetterdienste Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

 

 

Alpenklima
Inversionswetterlagen und Niederschlagsarmut sorgen für markanten Schneemangel im Winterhalbjahr 2025/26

Das Winterhalbjahr 2025/26 zeigte im Alpenraum klimatisch große Ähnlichkeiten mit dem gleichen Zeitraum im Winter 2024/25: Es war in den Zentral- und Ostalpen ausgesprochen niederschlags- und schneearm. Insgesamt gab es viel Sonnenschein, vor allem in den Bergen, und überdurchschnittlich hohe Temperaturen. Dies berichten der Deutsche Wetterdienst (DWD), GeoSphere Austria und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz in der neuen Ausgabe ihrer gemeinsamen Publikationsreihe „Alpenklima – Klimazustand in den Zentral- und Ostalpen“.

Oben blau, unten grau

Ebenso wie im vorangegangenen Winterhalbjahr gab es häufig Inversionswetterlagen, also Sonne und milde Temperaturen in den Bergen bei gleichzeitig frostigen Temperaturen unter dem Nebel oder Hochnebel in niedrigeren Lagen. Bedingt durch diese zahlreichen Inversionswetterlagen war die Temperaturabweichung in den Hochlagen im Vergleich zum vieljährigen Mittel (1991–2020) größer als in den außeralpinen Tieflagen. Besonders ausgeprägt war dies im Dezember mit einer positiven Abweichung von 3,4 Grad Celsius (°C) in Lagen oberhalb von 1 500 Metern im Vergleich zu einer Abweichung von +2 °C in den tiefen Lagen.

Schneearmut: viel zu mild oder nur zu trocken?

Eine Folge dieser anhaltend hochdruck- und hochnebelbestimmten Witterung war der markante Schneemangel. Die mittleren Schneehöhen im DACH-Alpenraum im Winterhalbjahr 2025/26 gehören zu den fünf niedrigsten seit 1991. Das Winterhalbjahr war zwar überdurchschnittlich warm, doch der Schneemangel in den Hochlagen resultierte vor allem aus fehlendem Niederschlag. In den Nordalpen der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) war es der zweittrockenste Winter seit 1991, in den Südalpen sogar der trockenste. Einzig im Februar fiel mehr Niederschlag als im Klimamittel 1991–2020. Anders als beim Naturschnee war die von Hochdruck und Inversionen geprägte Witterung jedoch günstig für die technische Beschneiung und die Konservierung des „Kunstschnees“. Wie bereits im Vorjahr konnten sich entsprechend ausgestattete Wintersportregionen nur dadurch eine gute Saison sichern.

Über die Publikationsreihe „Alpenklima“

Der Alpenraum ist von den Folgen des menschengemachten Treibhauseffekts stärker betroffen als andere Regionen oder Naturräume. In dieser hochsensiblen Region sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich sichtbar. Umso wichtiger sind Informationen und Analysen zum Klima in diesem einzigartigen Ökosystem. Mit der gemeinsamen Publikationsreihe „Alpenklima – Klimazustand in den Zentral- und Ostalpen“ bieten der DWD, die GeoSphere Austria und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz grenzübergreifende Informationen zum Klimazustand der Alpen. Die Klimaentwicklung in den einzelnen Ländern wird so in einen größeren Kontext gestellt und genau beobachtet, um diesen wertvollen Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum vor den Auswirkungen des Klimawandels besser zu schützen.“

 

Das Bulletin „Alpenklima“ ist online verfügbar unter https://www.dwd.de/DE/leistungen/alpenklima/alpenklima_bulletin.html

oder HIER als pdf-Datei abrufbar: alpenklima_winterbulletin_2025_26

 

 

Wir wünschen Ihnen Frieden!*

 

 

Vortext / Kommentar: Christoph Maisenbacher (KI supported) – 7. Juni 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): *
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
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Foto: © Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-06-07-ab/

* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/

** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/