„Sonne pur“ macht es schwierig, „etwas“ vor dem Blau zu entdecken. Wir hatten gestern um 12.30 Uhr Glück beim Betrachten des Himmels in Richtung Trierer Weißhaus.
Foto: © Trierer Umschau

TRIER-WETTER & WELTTAG DER MONATS-BLUTUNG (MENSTRUATION)

Welttag der Menstruation: Zwischen Tabu, Respekt und nachhaltiger Monatshygiene

„Sonne pur“ über Trier – und ein gesellschaftliches Thema, das oft im Schatten bleibt: Der Welttag der Menstruation lenkt den Blick auf Respekt, Gesundheit, Wissen und nachhaltige Menstruationshygiene. Gleichzeitig geht es um gesellschaftliche Offenheit, medizinische Aufklärung und den Umgang miteinander im Alltag.

 

Sonne pur über Trier und Europa

 

Unsere zwei Wetter-Dach-Tauben ** hätten die letzten Tage Urlaub machen können. Die Prognose war jeden Tag kurz, und nur die Höchsttemperatur hätte eine Fehlerquelle sein können. Also wiederholen wir auch heute: „Sonne pur!“ Und: Wir starten zum Sonnenaufgang bei 1$ Grad. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen auch wieder knapp 30 Grad (laut Prognose werden es 28 Grad ab etwa 16 Uhr). – Unser Wolken-Hunting gestern – siehe unser Titelfoto – war eine fotografisch willkommene Ausnahme am blauen Himmel, die sich möglicherweise heute zwischen 16 und 18 Uhr wiederholen könnte.

Der Blick auf vier Hauptstädte der Europäischen Gemeinschaft führt nach Amsterdam. Zum Sonnenaufgang bei 10 Grad lässt die Sonne das Thermometer auf 23 Grad steigen. – Athen startet bei purer Sonne bei 16 Grad und erreicht um 13 Uhr 30 Grad. – Berlin startet bei 9 Grad und stoppt bei 21 Grad. – Und Bratislava startet mit Sonne pur bei 15 Grad und erreicht 24 Grad.

 

Welttag der Menstruation: Mehr als ein biologisches Thema

 

Damit zu einem viel wichtigeren Thema:

Heute ist der Welttag der Menstruation. Ein Tag, der auf etwas aufmerksam macht, das für viele Frauen einen erheblichen Teil ihres Lebens begleitet – körperlich, psychisch und gesellschaftlich. Und vielleicht ist genau dieser Tag auch ein Anlass, den Blick auf etwas Grundsätzliches zu richten: auf Würde, Respekt, Wissen und Gleichberechtigung im Alltag.

Denn obwohl Menstruation biologisch selbstverständlich ist, wird sie gesellschaftlich bis heute oft zwischen Schweigen, Unsicherheit und Tabu eingeordnet. Viele Frauen kennen Situationen, in denen Beschwerden heruntergespielt, Stimmungsschwankungen belächelt oder Schmerzen nicht ernst genommen werden. Gleichzeitig wächst das öffentliche Bewusstsein: Schulen sprechen offener über den Zyklus, soziale Medien thematisieren Menstruation sichtbarer und medizinische Fragen wie Endometriose (a) oder prämenstruelle Belastungen (b) erhalten mehr Aufmerksamkeit als früher.

 

Zwischen Sichtbarkeit und echtem Verständnis

 

Doch bedeutet mehr Sichtbarkeit automatisch mehr Verständnis? – Vielleicht nicht. – Denn zwischen öffentlicher Kampagne und tatsächlichem Alltag besteht weiterhin eine Lücke. Viele Männer wissen zwar theoretisch, was Menstruation ist – aber nur wenige verstehen wirklich, wie unterschiedlich Frauen diese Zeit erleben können. Manche fühlen sich kaum eingeschränkt, andere leiden unter Schmerzen, Erschöpfung oder emotionalen Belastungen. Und genau hier beginnt ein sensibles Feld: zwischen biologischer Realität, gesellschaftlichen Rollenbildern und gegenseitigem Respekt.

Dabei geht es nicht darum, Frauen auf ihre Hormone zu reduzieren oder stereotype Vorstellungen zu bestätigen. Im Gegenteil. Lange Zeit wurden Frauen gerade wegen zyklusbedingter Veränderungen abgewertet, als „zu emotional“ oder „nicht belastbar“ dargestellt. Umso wichtiger ist heute ein differenzierter Blick.

Vielleicht lautet die eigentliche Frage deshalb: haben wir gelernt, offen und respektvoll über körperliche Unterschiede zu sprechen – ohne Scham, ohne Spott und ohne Herabwürdigung?

Viele Frauen wünschen sich dabei keine Sonderrolle, sondern etwas wesentlich Einfacheres:
verstanden zu werden!

 

Respekt beginnt oft im Kleinen

 

Dazu gehören oft kleine Dinge:
● Beschwerden ernst nehmen.
● Nicht sofort urteilen.
● Zuhören statt erklären.
● Unsicherheiten offen ansprechen können.
● Und akzeptieren, dass nicht jeder Mensch jeden Tag gleich funktioniert.

Der Welttag der Menstruation verweist damit auf ein größeres gesellschaftliches Thema: auf den Umgang miteinander in einer Zeit, in der viel über Gleichberechtigung gesprochen wird – aber Respekt noch keinen Platz im Alltag gefunden hat.

Vielleicht beginnt genau dort ein gesellschaftliches Heute bzw. Morgen: Nicht nur Unterschiede auszuhalten, sondern ihnen mit Wissen, Aufmerksamkeit und Würde zu begegnen.

 

Menstruationshygiene: Zwischen Gesundheit, Umwelt und Kosten

 

Damit zu einer Presseerklärung des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF), die nicht nur das Thema Menstruationshygiene betrifft, sondern auch die mögliche Reduktion der damit verbundenen Verwendung von Einwegartikeln. Ein Thema, das geradezu marginalisiert wird – wohl auch, weil dadurch die Umsätze der Menstruationshygiene-Industrie zurückgehen könnten. – Der Wikipedia-Link zum Thema „Menstruationstasse“ ist hierzu sehr informativ (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Menstruationstasse).

 

BVF: „Tampon, Tasse, Periodenunterwäsche“

 

 

Tampon, Tasse, Periodenunterwäsche: Was Frauenärztinnen und -ärzte empfehlen – BVF zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene

Tampon, Binde, Menstruationstasse, -schwamm oder Periodenunterwäsche – die Auswahl an Menstruationshygieneprodukten ist groß. Für menstruierende Frauen bedeutet das, flexibel und an ihre Bedürfnisse angepasst wählen zu können. Gleichzeitig herrscht teilweise Unsicherheit, wie einzelne Produkte hinsichtlich Gesundheit und Komfort zu bewerten sind. Zum Welttag der Menstruationshygiene am 28. Mai ordnet der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) die wichtigsten Produkte medizinisch ein und klärt hinsichtlich verbreiteter Mythen im Alltag auf.

Grundsätzlich gilt: Jede Frau und jedes Mädchen sollte das Periodenprodukt wählen, mit dem sie sich am wohlsten fühlt. Für eine gute Menstruationshygiene ist es zentral, Binden, Tampons und Co. regelmäßig und mit gewaschenen Händen zu wechseln. Wiederverwendbare Produkte wie Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche sollten zudem gründlich ausgespült und ausgekocht beziehungsweise bei hoher Temperatur gewaschen werden. So lässt sich das Risiko für Infektionen und Reizungen im Intimbereich sowie für das seltene, aber ernst zu nehmende toxische Schocksyndrom (TSS) wirksam verringern, sagt Dr. Stephanie Eder, niedergelassene Frauenärztin in Gräfelfing bei München.

Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist eine extreme seltene und plötzlich auftretende Erkrankung, die entsteht, wenn bestimmte Bakterien (in der Regel Staphylococcus aureus) Giftstoffe, sog. Toxine, bilden, die eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Diese Überreaktion kann Organe schädigen und unbehandelt entsprechend schwerwiegende Folgen haben. (1) Fälschlicherweise wird TSS oft mit Tampons in Verbindung gebracht. Zwar kann es im Zusammenhang mit Tassen, Tampons oder Schwämmchen auftreten, die Bakterien können aber genauso über andere Wege in den Körper gelangen und deshalb können auch Kinder und Männer davon betroffen sein.

Die allermeisten Periodenprodukte sind bei richtiger Anwendung gesundheitlich unbedenklich. Für Frauen und Mädchen stehen neben gesundheitlichen Aspekten vor allem Komfort, Handhabung, Kosten und Umweltaspekte im Vordergrund.

Binden und Tampons: Bewährt – mit kleinen Einschränkungen

Binden sind einfach zu verwenden, bieten guten Schutz und schonen die Schleimhaut. Schwimmen oder Saunieren ist mit Binde allerdings nicht möglich und manche Frauen empfinden das Tragegefühl als störend. Beliebter sind deshalb oft Tampons. Diese sind aus medizinischer Sicht unbedenklich, können aber unter Umständen bei manchen Frauen die Schleimhäute reizen. Berichte über Pestizide und Schwermetalle in Tampons haben in der Vergangenheit für Unsicherheit gesorgt. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist die Belastung jedoch so gering, dass keine gesundheitliche Gefahr von ihr ausgeht. (2) Um Infektionen zu vermeiden, sollte man sowohl Binden als auch Tampons alle vier bis sechs Stunden, mindestens aber alle acht Stunden wechseln. Da es sich um Einmalprodukte handelt, entsteht bei der Nutzung vergleichsweise viel Müll, zudem können auf Dauer hohe Kosten anfallen.

Menstruationstasse und -scheibe: Nachhaltig und kosteneffizient

Die wiederverwendbare Menstruationstasse wird immer häufiger als nachhaltige Alternative zu Tampons genutzt. Sie gilt bei richtiger Anwendung als sicher und kosteneffizient, kann jedoch bei Frauen mit einer Spirale in seltenen Fällen deren Sitz beeinflussen oder sie lösen. (3) Die Tasse fängt das Menstruationsblut im Körper auf, wird, wenn sie voll ist, geleert, gründlich mit Wasser ausgespült und wieder eingesetzt. Spätestens am Ende der Periode sollte sie ausgekocht werden.

Die Menstruationsscheibe ist eine Variante der Tasse, die besonders viel Flüssigkeit auffängt. Sie eignet sich deshalb besonders gut für Frauen mit starker Blutung. (4) Die Scheibe umschließt den Gebärmutterhals, ohne dass ein Unterdruck nötig ist. Zum Entleeren muss sie nicht entfernt werden, ein leichtes Anheben mit den Fingern oder den Beckenbodenmuskeln auf der Toilette genügt. Sowohl Tasse als auch Scheibe sollten spätestens nach acht Stunden einmal ausgespült werden. Die Produkte bestehen meist aus medizinischem Silikon und sind in verschiedenen Größen verfügbar.

Periodenunterwäsche: Auf die Inhaltsstoffe achten

Eine nachhaltige Alternative zur Binde ist Periodenunterwäsche. Dabei handelt es sich um wiederverwendbare mehrlagige Slips, die das Periodenblut aufnehmen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass keine Biozide wie etwa Silberchlorid in der Saugschicht enthalten sind. Diese sollen unangenehmen Gerüche vermeiden. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen sind allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Unterwäsche sollte mindestens alle acht bis zehn Stunden gewechselt und nach dem Auswaschen des Periodenblutes per Hand bei 60 °C in der Maschine gewaschen werden, um alle Bakterien abzutöten. (2)

Menstruationsschwämme meiden und lieber zu Soft-Tampons greifen

Naturschwämme werden aus bestimmten Meeresschwämmen hergestellt und gelegentlich als wiederverwendbares Menstruationsprodukt beworben. Auch wenn sie nachhaltig erscheinen, sind sie aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen. Die Schwämme sind stark porös und lassen sich nicht zuverlässig keimfrei reinigen. Soft-Tampons stellen die künstliche Einmal-Alternative zu Menstruationsschwämmen dar. Sie gelten als hygienischer, können beim Entfernen eine Herausforderung sein. Manche Frauen empfinden Soft-Tampons aber insbesondere bei Regelschmerzen oder Endometriose als angenehme Option.

Im Durchschnitt menstruiert eine Frau rund 500-mal in ihrem Leben – und steht dabei potenziell ebenso oft vor der Frage, welches Menstruationsprodukt für sie das richtige ist. Die Periode ist ein zentraler Teil der reproduktiven Gesundheit und heute zum Glück kein Tabuthema mehr. Gleichzeitig sorgen Social Media und eine Flut teils widersprüchlicher Informationen für Verunsicherung. Umso wichtiger ist die fundierte frauenärztliche Einordnung, um Mythen von wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen zu trennen und Frauen und Mädchen eine informierte, selbstbestimmte Wahl zu ermöglichen, betont Dr. med. Stephanie Eder.

Zum Weltmenstruationstag am 28.5.

Der 28.5. als Weltmenstruationstag wurde 2014 von der deutschen Nichtregierungsorganisation WASH United ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung der Menstruationshygiene und Herausforderungen in diesem Kontext aufmerksam zu machen. Dabei ist das Datum 28.5. kein Zufall: Ein Menstruationszyklus dauert im Durchschnitt 28 und die Menstruation 5 Tage.

 

Quellen und weitere Informationen:
(1) Robert Koch-Institut zum Toxischen Schocksyndrom: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html
(2) In der Regel unbedenklich: Potenzielle Risiken von Periodenprodukten: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/in-der-regel-unbedenklich-potenzielle-risiken-von-periodenprodukten/ (Zugriff: 06.05.2026).
(3) Brown et al. 2024, Menstrual cup use and intrauterine device expulsion in a copper intrauterine device randomized trial, Contraception, https://www.contraceptionjournal.org/article/S0010-7824(24)00068-4/fulltext (Zugriff: 06.05.2026).
(4) DeLoughery E, Colwill AC, Edelman A, Samuelson Bannow B. Red blood cell capacity of modern menstrual products: considerations for assessing heavy menstrual bleeding, BMJ Sexual & Reproductive Health: https://srh.bmj.com/content/50/1/21 (Zugriff: 06.05.2026).
(5) Webseite Internationaler Tag der Menstruationshygiene: https://www.menstrualhygieneday.org/ (Zugriff: 06.05.2026).“

 

Wir addieren noch folgenden, sehr informativen Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Menstruationstasse oder auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Monatshygiene

 

Wir wünschen Ihnen Frieden!*

 

(a) “ Endometriose ist eine gutartige, jedoch chronisch verlaufende Erkrankung. Bei Endometriose wächst Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dieses Gewebe siedelt sich bspw. an den Eierstöcken, im Bauch- und Beckenraum, am Darm oder Bauchfell an. Endometriose-Gewebe verfügt über die Eigenschaft, prinzipiell an jeder Stelle des Körpers wachsen zu können. In einigen Fällen kann es auch außerhalb des Bauchraumes, z. B. in der Lunge, vorkommen.“ (aus: https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose/ )

(b) Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet eine Gruppe körperlicher und psychischer Symptome, die einige Tage vor Beginn einer Menstruationsperiode einsetzen und in der Regel einige Stunden nach dem ersten Tag der Periode enden. (aus: https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/menstruationsst%C3%B6rungen-und-anormale-uterusblutungen/pr%C3%A4menstruelles-syndrom-pms )

 

 

Vortext / Kommentar / Nachtext: Christph Maisenbacher – 28. Mai 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Presseartikel des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF)
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
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Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-28-ab/

* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/

** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/