Die Wolken waren gestern stärker als die Sonne. Unser Foto zeigt den Wolken-Blick in Richtung Petrisberg um 15.30 Uhr.
Foto: © Trierer Umschau

TRIER-WETTER & INTERNATIONALER HUMMUS-TAG

Internationaler Hummus-Tag 2026: Zwischen Wetter, Krieg und Frieden – Warum Hummus mehr verbindet als trennt

Grauer Himmel über Trier, Regen im Anmarsch und ein ungewöhnlicher Gedanke zum Internationalen Hummus-Tag: Warum ausgerechnet eine Kichererbsen-Spezialität Brücken zwischen Israel, Palästina, Syrien und dem Libanon schlagen kann – und weshalb ein aktueller UNICEF-Bericht zugleich erschütternde Fragen zu Krieg, Kindern und Menschlichkeit aufwirft.

 

Wetter-Dach-Tauben zwischen Regen, Gewitter und „Internationalen Tagen“

 

Nach unserer Vorstellung der zwei Wetter-Dach-Tauben** können die morgendlichen Wetter-Betrachtungen nun etwas eindeutiger fortgesetzt werden. Und – wie es sich manchmal ergibt – werfen wir dabei auch einen Blick auf mögliche und unmögliche „Internationale Tage“, wie den heutigen Hummus-Tag (mit doppeltem M und nicht mit einem. Wenngleich der Humus – mit nur einem M – ebenfalls Nahrung darstellt, allerdings für Pflanzen).

Unser Tauben-Blick auf das Wetter startet heute bei 9 Grad und erreicht bei grauem Himmel wohl kaum mehr als 12 Grad am frühen Nachmittag. Ab Mittag könnte es bis etwa 16 Uhr regnen – begleitet von eher ungemütlichen Böen um die 25 km/h. Am späten Nachmittag wird dann nahezu alles serviert: Sonne und Wolken, Regen und Gewitter sowie fallende Temperaturen bis auf etwa 7 Grad.

Ob der Bauernkalender für heute Recht behält, lassen wir einfach einmal im Raum stehen: „Nach Servaz kommt kein Frost mehr her, der dem Rebstock gefährlich wär.“

 

Der Internationale Hummus-Tag und die Frage nach dem Verbindenden

 

Vielversprechender erscheint allerdings der heutige „Internationale Hummus-Tag“. Wikipedia erklärt dazu sehr passend: „Hummus ([…] deutsch ‚Kichererbse‘) ist eine vorderasiatische Spezialität, die aus pürierten Kichererbsen oder Ackerbohnen, Sesammus (Tahina), Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Gewürzen wie Knoblauch und Kreuzkümmel hergestellt wird.
(vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hummus)

Und – um geradezu eine zeitgemäße Bedeutung in den Raum zu stellen: „Es zählt vor allem im Libanon, Palästina, Israel und Syrien zu den Nationalspeisen …“

Ein Schweigen wäre passend. Ein politisches, ein militärisches, ein humanistisches. Ein gemeinsamer Tisch wäre passend. Denn am Ende sind wir Menschen, die leben wollen, essen wollen und die Freude des Menschseins teilen möchten.

 

Hass, Minenfelder und die Sehnsucht nach Frieden

 

Der ewige Hass frisst uns auf. Hass schlägt auf den Magen, auf das Gemüt, macht blind. Und je mehr reale wie symbolische Minen verlegt werden, desto größer wird das Risiko, dass ich selbst auf die von mir gelegten Minen trete.

Warum wir das ausgerechnet zum Internationalen Hummus-Tag schreiben
(vgl. auch https://www.kuriose-feiertage.de/internationaler-hummus-tag/#Wer_hat_den_International_Hummus_Day_ins_Leben_gerufen )?

Weil die Hummus-Spezialität die Absurdität von Grenzen, Mauern, Zäunen und Anfeindungen mit einem kulinarischen Lächeln ad absurdum führt. Zumindest in meinen Augen. Denn Hummus verbindet Israel, Palästina, den Libanon und Syrien beziehungsweise den gesamten arabischen Raum.

 

„Make Hummus Not War“ und Erinnerungen an Friedensbemühungen

 

Gerne verweise ich auf die Film-Sequenzen auf YouTube unter „Make Hummus Not War“
(vgl. https://www.youtube.com/@MakeHummusNotWar/videos ).

Gerne verweise ich auch auf unseren Bericht zum israelisch-palästinensischen Friedensgipfel, der ebenfalls 2016 stattfand
(vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-05-08-aa/ ).

Wohl wissend, dass es nach dem 7. Oktober 2023 sehr, sehr schwer geworden ist, menschlich, friedlich und freundlich zu bleiben.
(siehe auch: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/terrorismus/id_101251450/israel-bericht-legt-massive-sexualisierte-gewalt-bei-hamas-angriff-offen.htm ).

Doch ich halte mein Bild vom realen wie symbolischen Minenfeld aufrecht: Je mehr Minen ich verteile, desto eher trete ich irgendwann auf meine eigenen Minen.

 

UNICEF-Bericht: Kinder zwischen Gewalt, Angst und zerstörten Schulen

 

Es darf auch nicht sein, dass das Völkerrecht ignoriert wird – wie der gestern publizierte UNICEF-Bericht deutlich macht. Und den wir hier bewusst als Gegenstück zu dem oben verlinkten T-Online-Bericht in den Raum stellen möchten.

Wie gesagt: Die Menschheit ist aufgerufen, Brücken zu bauen. Nicht mit Waffen, sondern mit Worten, Gesten und dem Bewusstsein, dass es Verbindendes gibt. Wie die Hummus-Spezialität.

 

UNICEF-Deutschland: „Die Zerstörung von Wohnhäusern, Schulen und Kindheit“

 

Hier zur UNICEF-Deutschland-Pressemeldung:

Westjordanland: Die Zerstörung von Wohnhäusern, Schulen und Kindheit

Zusammenfassung des Statements von UNICEF-Sprecher James Elder bei der Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf am 12. Mai 2026

“Kinder und Jugendliche zahlen einen untragbaren Preis für die Eskalation militarisierter Einsätze und die zunehmenden Angriffe durch Siedler im besetzten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem.
Seit Januar 2025 wurde im Durchschnitt mindestens ein Minderjährige/r pro Woche getötet. Insgesamt kamen in diesem Zeitraum 70 palästinensische Kinder und Jugendliche ums Leben, 93 Prozent von ihnen durch israelische Streitkräfte. Weitere 850 Kinder wurden verletzt. Die meisten der getöteten oder verletzten Minderjährigen wurden von scharfer Munition getroffen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer historisch hohen Zahl von Angriffen durch Siedler. Das UN-Nothilfebüro OCHA erklärte im vergangenen Monat, dass im März 2026 so viele Palästinenser*innen durch Angriffe von Siedlern verletzt wurden wie in keinem anderen Monat der vergangenen 20 Jahre. Gleichzeitig beobachten wir, dass diese Angriffe zunehmend koordiniert erfolgen. Zu den dokumentierten Vorfällen zählen Fälle, in denen Kinder und Jugendliche angeschossen, niedergestochen, geschlagen oder mit Pfefferspray angegriffen wurden.

Dies sind keine Einzelfälle. Vielmehr verdeutlichen sie ein anhaltendes Muster schwerster Verletzungen der Kinderrechte sowie Angriffe auf das Zuhause von Kindern, auf ihre Schulen und auf die Wasserversorgung, auf die sie angewiesen sind. Was sich derzeit abzeichnet, ist nicht nur eine Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder, sondern auch eine schrittweise Zerstörung der Lebensgrundlagen, auf die Kinder für ihr Überleben und Aufwachsen angewiesen sind.
Wohnhäuser werden zerstört. Schulen werden angegriffen. Wassersysteme werden zerstört. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung wird erschwert. Die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. In den vergangenen 30 Monaten wurden im gesamten Westjordanland mehr als 900 zusätzliche Barrieren und Restriktionen errichtet. Infolgedessen sind Minderjährige im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, immer häufiger von Schulen, Krankenhäusern und anderen lebenswichtigen Diensten abgeschnitten, weil ihre Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt oder ihnen vollständig verweigert wird.

Wohnhäuser sind zu einem zentralen Ort der Angriffe auf Kinder und Jugendliche geworden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden mehr als 2.500 Palästinenser*innen vertrieben, darunter 1.100 Minderjährige – und damit mehr als im gesamten Jahr 2025. Ein Beispiel von meiner jüngsten Reise ins Westjordanland: Der achtjährige Ezzaldin schlief, als Siedler sein Dorf angriffen. Das Haus seiner Familie war zwei Monate zuvor zerstört worden, deshalb schlief Ezzaldin im Freien. Er wurde mit einem Holzstück geschlagen und mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Mutter erlitt Brüche an beiden Armen, als sie versuchte, ihr vier Monate altes Baby zu schützen, indem sie ihre Arme zwischen ihr Kind und den Knüppel des Angreifers hielt.

Auch Bildung ist anhaltenden Angriffen ausgesetzt. Für Tausende Kinder und Jugendliche im gesamten Westjordanland ist der tägliche Schulweg zu einem Weg der Angst geworden. Allein in diesem Jahr wurden 99 bildungsbezogene Vorfälle dokumentiert, darunter die Tötung, Verletzung und Inhaftierung von Schüler*innen, die Zerstörung von Schulen, die militärische Nutzung von Schulgebäuden sowie die Verweigerung des Zugangs. In etwas mehr als zwei Jahren bis Ende 2025 wurden mehr als 550 solcher Vorfälle dokumentiert. Schulen, die Orte der Sicherheit und Stabilität sein sollten, werden zunehmend zu Orten der Angst. Angriffe auf Schulen und die Verweigerung des Zugangs von Kindern zu Bildung sind schwere Verletzungen ihrer Rechte und haben langfristige Folgen für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft.

Es war erschütternd, mit einem zwölfjährigen Mädchen namens Roa’a durch ihre von Siedlern und israelischen Streitkräften zerstörte Schule zu gehen – einen Ort, an dem sie in wenigen Monaten eigentlich ihren Abschluss der 6. Klasse hätte feiern sollen, statt die Zerstörung der Schule zu betrauern. Wieder einmal wurde eine Schule zu Trümmern.

Sie zeigte mir jeden Teil ihrer Schulzeit an diesem Ort: vom Klassenraum der 1. Klasse über Unterlagen aus ihrem letzten Schuljahr bis zu einem inzwischen zerstörten Heizgerät, das die Lehrkraft nutzte, wenn den Kindern kalt war. Inmitten der Trümmer stellte Roa’a eine Frage, die wir uns alle stellen, und die nicht nur Verurteilung, sondern konkretes Handeln erfordern sollte: ‚Als ich meine zerstörte Schule sah, überkam mich ein schweres Gefühl, und ich fragte mich: Warum wurde unsere Schule zerstört?‘

Laut OCHA wurden in diesem Jahr mehr als 60 Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt oder mutwillig zerstört, darunter Leitungen, Bewässerungssysteme und Wassertanks. Dadurch wird der ohnehin fragile Zugang zu sauberem Wasser weiter eingeschränkt. Dies hat schwerwiegende Folgen für die palästinensische Wirtschaft ebenso wie für die Gesundheit, Hygiene und Würde von Kindern. Zudem werden Lebensgrundlagen durch den Diebstahl von Nutztieren weiter untergraben.

All dies geschieht vor dem Hintergrund eines deutlichen Anstiegs von Festnahmen und Inhaftierungen von Kindern. Die jüngsten verfügbaren Daten zeigen, dass sich 347 palästinensische Minderjährige aus dem Westjordanland wegen mutmaßlicher sicherheitsbezogener Delikte in israelischer Militärhaft befinden – die höchste Zahl seit acht Jahren. Besonders alarmierend ist, dass mehr als die Hälfte dieser Kinder und Jugendlichen, insgesamt 180, in Administrativhaft festgehalten wird, ohne die erforderlichen rechtsstaatlichen Garantien, darunter regelmäßiger Zugang zu Rechtsbeistand und das Recht, ihre Inhaftierung anzufechten.

Zusammengenommen veranschaulichen diese Entwicklungen eine übergreifende Realität: Kinder sind sowohl direkter Gewalt ausgesetzt als auch den Folgen der Zerstörung grundlegender Systeme und Dienstleistungen. Ihr Leid darf nicht zur Normalität werden.

UNICEF unterstützt Kinder und ihre Familien im Westjordanland beim Zugang zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Gesundheitsdiensten und stellt darüber hinaus Bargeldhilfen, Lernmaterialien und psychosoziale Unterstützung bereit.

UNICEF fordert die israelischen Behörden – die in allen Gebieten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle, einschließlich der besetzten Gebiete, rechtlich verpflichtet sind, die Rechte von Kindern zu wahren – auf, unverzüglich entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Tötungen und Verletzungen palästinensischer Kinder zu verhindern und ihre Wohnhäuser, Schulen sowie ihren Zugang zu Wasser im Einklang mit dem Völkerrecht zu schützen. UNICEF fordert zudem die UN-Mitgliedstaaten auf, ihren Einfluss zu nutzen, um sicherzustellen, dass das Völkerrecht beachtet wird.“

 

Wir wünschen Ihnen Frieden!*

 

 

Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 13. Mai 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): UNICEF Deutschland, Christine Kahmann (Pressesprecherin)
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
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Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-13-ab/

* warum wir Ihnen Frieden wünschen:
https://www.trierer-umschau.de/2025-07-29-aa/

** unsere zwei für das Wetter zuständigen Dach-Tauben haben wir vorgestellt in:
https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/