Unser Trierer-Wetter-Foto entstand gestern um 14.15 Uhr von unserem Redaktions-Dachfenster aus in Richtung Petrisberg.
Foto: © Trierer Umschau

WETTER & INTERNATIONALER TAG DER PFLEGENDEN

Internationaler Tag der Pflegenden: Pflegekräftemangel, Eisheilige und Wetter-Tauben in Trier

Zwischen Eisheiligen, Pflegekrise und Trierer Wetter-Tauben: Der 12. Mai verbindet Wetter, Gesellschaft und den Internationalen Tag der Pflegenden. Während die Temperaturen in Trier kaum über 13 Grad steigen, zeigen neue Zahlen, wie stark Deutschlands Pflege inzwischen auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist.

 

Florence Nightingale, Eisheilige und ein besonderer 12. Mai

 

Heute ist ein Tag im Spannungsfeld zwischen Florence Nightingale und den Eisheiligen, die – trotz Kritik am Gregorianischen Kalender – geradezu pünktlich ihrem Namen alle Ehre machen.

Ich entschlüssle mal diesen mit Inhalten vollgespickten Satz:

_ Florence Nightingale (1820 bis 1910) war die Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Florence_Nightingale ). Deren Geburtstag, der 12. Mai 1820, ist seit dem Jahr 1974 der Internationaler Tag der Pflegenden (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_der_Pflegenden ).
_ Die Eisheiligen wiederum beziehen sich auf Bauernregeln und das Phänomen, dass zwischen dem 11. und 15. Mai die letzten Frostnächte anstehen könnten. Allerdings wird hier Kritik laut, denn nach der Kalenderreform im Jahr 1582 müssten die Eisheiligen sogar etwa eine Woche später liegen – und da wird auch die Erderwärmung wohl nicht mitmachen.

 

Wetter in Trier: Sonne, Wolken und die zwei Wetter-Tauben

 

Doch zunächst zu unseren inzwischen vorgestellten zwei Wetter-Tauben (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-05-12-aa/ ) und dem Wetter für Trier.

Wie es aussieht, scheint die Sonne noch mit dem geschlossenen Wolkenhimmel zu kämpfen. Und – so meinen unsere zwei Wetter-Tauben – könnte sich beziehungsweise sollte sich ein Sonnen-Wolken-Mix durchsetzen. Allerdings erreichen die Temperaturen – nach einem Eisheiligen-3-Grad-Start – wohl nur 13 Grad heute. Es bleibt im Normalfall trocken. Nur die Windböen können bis auf 40 km/h zunehmen, sodass die „gefühlte Temperatur“ weitaus niedriger sein könnte.

 

Internationaler Tag der Pflegenden: Deutschland fehlen Pflegekräfte

 

Damit zum Internationaler Tag der Pflegenden und einer Pressemeldung der Bundesagentur für Arbeit. Denn es gibt 1,76 Millionen Pflegekräfte in Deutschland. Und inzwischen haben – bei bestehender Unterversorgung – 20 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen eine ausländische Staatsangehörigkeit!

Und: „Pflege ist 2026 nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit der zweitgrößte Engpassberuf Deutschlands. Über 17.600 Vollzeitstellen in der Altenpflege blieben 2024 unbesetzt, weitere 15.000 in der Krankenpflege. Und das ist nur die offizielle Lücke — die tatsächliche Versorgungslücke liegt höher, weil viele Einrichtungen Stellen erst gar nicht mehr ausschreiben, wenn klar ist, dass sie unbesetzt bleiben.“ (aus: http://www.pflegenot-deutschland.de/ct/personalmangel-pflege/ ).

 

Pflege in Deutschland: Ohne ausländische Fachkräfte wird es schwierig

 

Hoffen wir, dass die ausländischen Fachkräfte, die den Mangel an Pflegepersonal ausgleichen, auch weiterhin in Deutschland arbeiten und leben möchten. Denn ohne die 352.000 Beschäftigten würde es düster werden in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen. Und nur ein Land, in dem man sich wohlfühlt beziehungsweise willkommen ist, wird auch weiter Pflegepersonal motivieren, in unserem Land zu arbeiten. Und ein unüberwindbarer Berg an fehlendem Personal scheint sich in den nächsten Jahren anzubahnen. So notierte das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung vor zwei Jahren: „Laut Pflegekräftevorausberechnung liegt die erwartete Zahl an Pflegekräften im Jahr 2049 zwischen 280 000 und 690 000 unter dem erwarteten Bedarf“.

 

Bundesagentur für Arbeit: Mehr Beschäftigte in der Pflege durch Zuwanderung

 

Es folgt die Pressemeldung der Bundesagentur für Arbeit:

 

Beschäftigungswachstum vor allem durch ausländische Beschäftigte

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen um 22 Prozent auf insgesamt 1,76 Millionen gestiegen. Die Branche ist deutlich stärker gewachsen als im Durchschnitt aller Beschäftigten. Auf Krankenhäuser und Kliniken entfallen rund 734.000 beschäftigte Pflegekräfte und rund 843.000 auf ambulante und stationäre Pflege.

Das Wachstum wird zunehmend von ausländischen Arbeitskräften getragen. Seit dem Jahr 2015 ist ihre Zahl um 256.000 auf aktuell 353.000 Beschäftigte gestiegen. Rund 20 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Zehn Jahre zuvor lag dieser Anteil noch bei rund sieben Prozent. In den Krankenhäusern und Kliniken ist der Anteil auf 17 Prozent gewachsen, in der ambulanten und stationären Pflege sogar auf 24 Prozent.

Aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen einen wachsenden Anteil von Beschäftigten aus Drittstaaten, also Staaten außerhalb der EU. Die drei größten Gruppen stammen aus Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Indien. Während diese Länder die höchsten Beschäftigungszahlen ausländischer Pflegekräfte aufweisen, zeigt sich bei syrischen Staatsangehörigen der prozentual stärkste Zuwachs: Seit 2015 ist ihre Zahl in den Pflegeberufen von 200 auf 9.300 Beschäftigte gestiegen und hat sich damit mehr als vervierzigfacht.

Fachkräftebedarf bleibt hoch

Neue Beschäftigte für die Pflege zu gewinnen, bleibt jedoch herausfordernd. In der Engpassanalyse der BA werden sowohl die examinierten Pflegefachkräfte als auch die Pflegeassistenzkräfte aufgeführt. Deutschlandweit kommen auf je 100 gemeldete Stellen für Pflegefachkräfte lediglich 57 arbeitslose Pflegefachkräfte.

Im vergangenen Jahr förderten die BA und die Jobcenter auch deswegen knapp 30.000 berufliche Weiterbildungen. Auch wenn das inländische Potential besser erschlossen wird, braucht es auch angesichts der demografischen Entwicklung ausländische Arbeitskräfte.

Das gilt auch, weil der Teilzeitanteil in den Pflegeberufen überdurchschnittlich hoch ausfällt: Knapp die Hälfte der Pflegekräfte arbeitet in Teilzeit, gegenüber rund einem Drittel insgesamt. Dies ist nicht allein auf den hohen Frauenanteil von 81 Prozent zurückzuführen. Auch unter den männlichen Pflegekräften arbeitet nahezu jeder Dritte in Teilzeit. Bei allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Männern liegt der Teilzeitanteil bei 14 Prozent.

Pflegeberufe umfassen gebündelt Tätigkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Fachkrankenpflege und der Altenpflege.

Weitere Informationen finden Sie im Bericht Blickpunkt Arbeitsmarkt: Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich Mai 2026

 

Wir wünschen Ihnen Frieden.*

 

 

Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 12. Mai 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Bundesagentur für Arbeit – Pressestelle
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Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
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