Bärlauch (Blätter) - Foto: © Alex Mrkvicka / Naturschutzbund Österreich – Logo: © DLR Mosel
Bärlauch – Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Maiglöckchen (Blätter). - Foto: © Alex Mrkvicka / Naturschutzbund Österreich
Maiglöckchen - Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Herbstzeitlose (Blätter)Foto: © Alex Mrkvicka / Naturschutzbund Österreich
Herbstzeitlose: Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

NATUREREIGNISBEGLEITER

NaturEREIGNISbegleiter – Text 26 – Bärlauch – Maiglöckchen – Herbstzeitlose – einmal essbar und zweimal giftig

Die Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter – ich selbst nenne es „NaturEREIGNISbegleiter“ – hat mich in Sachen Natur sensibilisiert. Da mag ich Biologie in der Schule noch so geschätzt haben, übrig blieb eine Erinnerung daran, wie sich die X- und die Y-Chromosomen verschmelzen können. Und ein auf dem Land zwar Aufgewachsener kann sehr schnell zum Städter werden, wenn er keinen „Entführungsmoment“ in die Natur hat.

Dies erfolgte erst über die Hunde, die mein Leben mitgestaltet haben und mitgestalten. Denn mit dem Hund kommt man in unsere unterschiedlichen Kulturlandschaften. Inzwischen weiß ich, dass selbst unsere Wälder einen vom Menschen kultivierten Raum darstellen und nur die Naturschutzgebiete ein Versuch sind, einen „Urwald der Zukunft“ zu ermöglichen.

Doch zurück zum die Natur entdeckenden Greenhorn. Als Journalist erhalte ich Presseinformationen zu den unterschiedlichsten Themen und muss sagen, dass der Naturschutzbund Österreich „die Natur“ mit seinen Presseinformationen quasi entdecken lässt. Oder wie wäre ich auf das Thema „wilder Knoblauch“ (den Bärlauch) und seine zum Verwechseln ähnlichen, aber giftigen „Blattverwandten“ namens Maiglöckchen und Herbstzeitlose gekommen? Alle drei tummeln sich auf dem Waldboden oder an den Rändern von Weinbergen – wenn die Voraussetzungen stimmen. Doch nur der Bärlauch eignet sich als Zutat in der Küche!

Eine kleine Korrektur ist notwendig: Im Online-Vortrag von Dr. Thomas Becker vom 14. April 2026 mit dem Titel „Flora und Vegetation der Rebkulturlandschaften im Moseltal“ im Zusammenhang mit der Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter sind wir auf „giftige Pflanzen“ im Moseltal gestoßen. Was wiederum ein Thema für folgende Teile der Serie „NaturEREIGNISbegleiter“ darstellen wird.

BITTE BEACHTEN SIE, DASS WIR HIER NUR EINEN VERSUCH DER UNTERSCHEIDUNG DER DREI KRÄUTERARTEN VORNEHMEN. Bei Unsicherheiten bitten wir Sie, eine erfahrene Kräuterexpertin oder einen erfahrenen Kräuterexperten zu befragen. Danke.

Am Ende der folgenden Pressemeldung werden wir unseren „NaturERLEBNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“-Fragebogen zu den drei „krautigen Pflanzen“ vorstellen. Wobei Bärlauch auch als „Wildkraut“, „Wildgemüse“ oder „Waldknoblauch“ bezeichnet wird.

NOCHMALS ACHTUNG:
_ Maiglöckchen sind in allen Teilen hochgradig giftig. Zwei Blätter können bei einem Erwachsenen tödliche Folgen haben (Atemlähmung, Kreislaufversagen). Ansonsten führt es zu Reizungen der Mundschleimhaut (bei geringem Verzehr) oder zu Schwellungen der Mundschleimhaut, Erbrechen und Durchfall.
_ Herbstzeitlose entsprechend. Die Samen und Blätter der Herbstzeitlosen enthalten das Gift Colchicin. Das bedeutet, dass etwa 5 Gramm der Samen für einen Erwachsenen tödlich sein können. Bei den Blättern muss es deutlich mehr sein: etwa 50 Gramm.

 

Bärlauch sicher von giftigen „Verwandten“ unterscheiden

Mit dem Frühling erwacht die Natur zum Leben, und in feuchten, schattigen Laub- und Auwäldern beginnt der Bärlauch zu sprießen. Das aromatische Wildkraut ist nicht nur in der Küche sehr geschätzt, sondern punktet auch mit seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Allerdings kommt es jedes Jahr zu gefährlichen Verwechslungen mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Der Naturschutzbund gibt Tipps, wie man Bärlauch sicher von anderen Pflanzen unterscheiden kann.

Aktuell beginnt der Bärlauch vielerorts zu sprießen – die Saison hat begonnen. Das aromatische Wildkraut ist nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch gesund: Bärlauch wirkt antibakteriell, unterstützt das Herz-Kreislauf-System und liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Auch in der Küche ist er vielseitig einsetzbar – ob frisch im Salat, als würziges Pesto, in Suppen oder als feine Zutat in Aufstrichen.

Für viele Menschen ist es eine liebgewonnene Tradition, im Frühjahr zum Sammeln des schmackhaften Wildkrauts aufzubrechen. Doch Vorsicht! Gerade die frühe Phase der Bärlauchsaison birgt Gefahren: Denn seine giftigen Verwechslungspartner wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose sind oft noch sehr klein, was es besonders schwer macht, sie eindeutig zu erkennen. Genau das erhöht die Verwechslungsgefahr von Bärlauch mit seinen giftigen „Verwandten“ – insbesondere zu Beginn der Saison.

„Gerade bei jungen Pflanzen heißt es, besonders vorsichtig zu sein. Erst mit zunehmendem Wachstum und vor allem während der Blütezeit lässt sich der Bärlauch leichter von seinen giftigen Verwechslungspartnern, Maiglöckchen und Herbstzeitlose, unterscheiden. Wer früh sammelt, sollte daher besonders genau hinschauen – oder im Zweifel lieber auf die Ernte verzichten“, so Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich.

WICHTIG: Bärlauch duftet nach Knoblauch

Das eindeutigste Kennzeichen des Bärlauchs ist sein intensiver Knoblauchduft. Ein leicht zwischen den Fingern zerriebenes Blatt verströmt sofort den typischen Geruch. Bleibt dieser aus, sollte man die Pflanze keinesfalls verwenden.

Aber Achtung: Der Duft kann an den Händen haften bleiben, sodass man auch bei Maiglöckchen & Co fälschlicherweise meinen könnte, einen typischen Knoblauchgeruch wahrzunehmen. Daher empfiehlt es sich, die Hände zwischendurch zu reinigen.

Auch die Blätter der drei Pflanzen sind bei genauer Betrachtung gut zu unterscheiden:

● Bärlauch-Blätter sind lindgrün, weich und elliptisch geformt. Sie wachsen einzeln gestielt aus dem Boden.

● Herbstzeitlosen-Blätter sind lanzenförmig und fast ungestielt. Im unteren Bereich der – bereits im Frühjahr austreibenden Blätter – sitzt versteckt die Frucht, eine dreiteilige Kapsel.

● Maiglöckchen-Blätter sind dunkelgrün und viel fester als Bärlauch. Sie sind lang gestielt und wachsen paarweise aus demselben Stängel. Sie umfassen den Stängel deutlich und sind an der Basis oft violett-rötlich oder grün.

Sobald die Pflanzen blühen, ist eine Verwechslung auch für Laien kaum mehr möglich. In der frühen Wachstumsphase ist jedoch besondere Aufmerksamkeit gefragt, um die Pflanzen richtig voneinander zu unterscheiden.

Bärlauch sicher von giftigen „Verwandten“ unterscheiden: Eine Gegenüberstellung der wichtigsten Merkmale von Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose finden Sie hier. https://naturschutzbund.at/baerlauch-maigloeckchen-oder-doch-herbstzeitlose.html

 

 

UNSERE KURZVORSTELLUNGEN:

 

 

Bärlauch

Name und botanische Einordnung

Der Bärlauch (Allium ursinum) gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eng verwandt mit Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch. Sein charakteristischer Geruch verrät diese Verwandtschaft sofort.

Erscheinungsbild und Nutzbarkeit

Bärlauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die im zeitigen Frühjahr dichte, sattgrüne Teppiche bildet. Die länglichen, weichen Blätter treiben meist ab März aus und verströmen beim Zerreiben einen intensiven Knoblauchduft.

Zwischen April und Mai erscheinen die weißen, sternförmigen Blüten, die in lockeren Dolden angeordnet sind. Später entwickeln sich daraus kleine Kapselfrüchte mit dunklen Samen.

Verwendet werden vor allem die frischen Blätter, die vor der Blüte ihr intensivstes Aroma besitzen. Auch die Blüten sind essbar, jedoch milder im Geschmack. Die Erntezeit erstreckt sich im Wesentlichen von März bis Mai.

Vorsicht beim Sammeln

Beim Sammeln ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da Bärlauch leicht mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Aronstab verwechselt werden kann. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der typische Knoblauchgeruch, der beim Zerreiben der Blätter entsteht.

Es empfiehlt sich, nur einzelne Blätter zu pflücken und die Pflanze nicht vollständig zu entnehmen, um den Bestand zu schonen. Frisch verarbeitet entfaltet Bärlauch sein volles Aroma, während es beim Trocknen weitgehend verloren geht.

Geschichte und Herkunft

Bärlauch ist in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch und gilt als alte Wildpflanze der gemäßigten Klimazonen. In Deutschland ist er seit der letzten Eiszeit verbreitet und gehört zu den typischen Frühjahrsboten der Laubwälder.

Auch entlang der Mosel ist er seit jeher in feuchten, schattigen Waldlagen anzutreffen. Der Name „Bärlauch“ geht vermutlich auf die Beobachtung zurück, dass Bären nach dem Winterschlaf diese Pflanze zur Stärkung gefressen haben sollen.

Standort und Ansprüche

Bärlauch bevorzugt humusreiche, lockere und nährstoffreiche Böden. Er gedeiht besonders gut in halbschattigen bis schattigen Lagen, etwa in Auwäldern oder an feuchten Waldrändern.

Die Pflanze liebt gleichmäßig feuchte Bedingungen, ist jedoch empfindlich gegenüber Staunässe. Frost übersteht sie problemlos, da sie als Frühblüher an kühle Temperaturen angepasst ist.

Besondere Eigenschaften

Charakteristisch für Bärlauch ist sein früher Vegetationsbeginn und sein ebenso rasches Verschwinden: Bereits im Frühsommer zieht sich die Pflanze vollständig in den Boden zurück.

Seine ausgeprägte Wuchskraft führt dazu, dass er in geeigneten Lagen große Flächen bedecken kann. Dabei bildet er dichte, fast geschlossene Bestände.

Heil- und Wirkstoffe

Bärlauch gilt als gesundheitsfördernde Wildpflanze. Er enthält Vitamin C, ätherische Öle sowie schwefelhaltige Verbindungen, die antibakteriell wirken.

Traditionell wird ihm eine blutreinigende, verdauungsfördernde und allgemein stärkende Wirkung zugeschrieben. In der Küche dient er als milde Alternative zum Knoblauch.

Vorkommen an den Moselweinbergen

An der Mosel findet man Bärlauch vor allem in den schattigen Randbereichen von Weinbergen, insbesondere dort, wo diese in naturnahe Waldstücke übergehen.

Feuchte Senken, kleine Bachläufe oder wenig bewirtschaftete Hanglagen bieten ideale Bedingungen für sein Wachstum.

Anbau im eigenen Garten

Bärlauch lässt sich auch im Garten kultivieren, sofern ein geeigneter Standort vorhanden ist. Besonders gut gedeiht er unter Sträuchern oder Bäumen, wo ähnliche Bedingungen wie im Wald herrschen.

Einmal angesiedelt, breitet sich die Pflanze durch Samen und Zwiebeln von selbst aus. Sie gilt daher als pflegeleicht und wird nur selten als störendes „Unkraut“ empfunden.

Bedeutung für Tiere

Als Frühblüher ist Bärlauch eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Seine Blüten liefern Nektar und Pollen für Bienen und andere Bestäuber.

Darüber hinaus bieten seine dichten Bestände Schutz und Lebensraum für kleinere Tiere des Waldbodens.

Wirtschaftliche Bedeutung

Bärlauch hat sich zu einem beliebten Wildkraut in der regionalen Küche entwickelt. Er wird frisch gesammelt oder auf Märkten angeboten und findet Verwendung in Pesto, Suppen oder Kräuterzubereitungen.

In der Gastronomie der Moselregion ist er ein geschätztes saisonales Produkt.

Ökologische Funktion

Ökologisch trägt Bärlauch zur Stabilisierung des Bodens bei und unterstützt die Artenvielfalt in schattigen Waldökosystemen. Als früher Vegetationsträger spielt er eine wichtige Rolle im jahreszeitlichen Kreislauf des Waldes.

Mythologie und kulturelle Bedeutung

In der Volksüberlieferung gilt Bärlauch als Pflanze der Reinigung und Erneuerung. Er wurde traditionell im Frühjahr zur Stärkung nach den Wintermonaten genutzt.

Die Verbindung zum Bären steht symbolisch für Kraft, Vitalität und den Neubeginn des Lebens im Frühling.

 

 

Maiglöckchen

Name und botanische Einordnung

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehört zur Familie der Spargelgewächse und ist eine bekannte, jedoch hochgiftige Wildpflanze. Trotz ihrer zarten Erscheinung ist sie botanisch eng mit anderen robusten Waldbewohnern verwandt.

Erscheinungsbild und Nutzbarkeit

Das Maiglöckchen ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit zwei bis drei breiten, elliptischen Blättern, die direkt aus dem Boden wachsen. Zwischen April und Mai erscheinen die charakteristischen, weißen, glockenförmigen Blüten, die in einer einseitigen Traube angeordnet sind und einen intensiven, süßlichen Duft verströmen.

Im Sommer entwickeln sich daraus leuchtend rote Beeren, die besonders auffällig, jedoch ebenfalls giftig sind.

Wichtig:
Das Maiglöckchen ist in allen Pflanzenteilen giftig und nicht essbar. Eine Nutzung als Wildkraut ist daher ausgeschlossen.

Vorsicht beim Sammeln

Das Maiglöckchen stellt eine der häufigsten Verwechslungsgefahren beim Sammeln von Bärlauch dar. Besonders die Blätter ähneln sich stark.

Unterscheidungsmerkmale sind:

Maiglöckchenblätter wachsen meist paarweise an einem Stiel
Kein Knoblauchgeruch beim Zerreiben
Blätter sind fester und glänzender

Bereits kleine Mengen können zu Vergiftungserscheinungen führen. Daher sollte im Zweifel grundsätzlich auf das Sammeln verzichtet werden.

Geschichte und Herkunft

Das Maiglöckchen ist in Europa und Teilen Asiens heimisch und seit Jahrhunderten bekannt. In Deutschland gehört es zu den traditionellen Frühlingspflanzen und wurde bereits im Mittelalter geschätzt – sowohl als Zierpflanze als auch in der Heilkunde, allerdings stets mit Vorsicht.

Auch in der Moselregion ist es seit langem in naturnahen Wäldern verbreitet.

Standort und Ansprüche

Maiglöckchen bevorzugen humusreiche, lockere und leicht feuchte Böden. Sie wachsen vor allem in halbschattigen bis schattigen Lagen und sind typisch für Laubwälder und Waldränder.

Die Pflanze ist frosthart und an gemäßigte Klimazonen gut angepasst. Sie breitet sich über unterirdische Rhizome aus und kann größere Flächen besiedeln.

Besondere Eigenschaften

Das Maiglöckchen ist eine langlebige, ausdauernde Pflanze, die sich stark vegetativ ausbreitet. Es bildet oft dichte Bestände, die über Jahre hinweg stabil bleiben.

Sein intensiver Duft macht es zu einer der bekanntesten Frühlingspflanzen Europas.

Heil- und Wirkstoffe

Obwohl das Maiglöckchen giftig ist, enthält es herzwirksame Glykoside, die in der Medizin – in stark kontrollierter Dosierung – verwendet wurden.

Eine eigenständige Nutzung ist jedoch gefährlich und wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Vorkommen an den Moselweinbergen

An der Mosel findet man Maiglöckchen vor allem in schattigen Bereichen nahe von Weinbergen, insbesondere an Waldrändern, in Gebüschen oder in weniger intensiv bewirtschafteten Hanglagen.

Sie bevorzugen ähnliche Standorte wie Bärlauch, treten jedoch meist etwas trockener auf.

Anbau im eigenen Garten

Maiglöckchen lassen sich gut im Garten kultivieren, insbesondere in schattigen Bereichen unter Bäumen oder Sträuchern.

Einmal gepflanzt, breiten sie sich durch ihre Rhizome selbstständig aus und können größere Flächen einnehmen. Sie gelten als pflegeleicht, werden aber wegen ihrer Ausbreitungsfreude gelegentlich als wuchernd empfunden.

Bedeutung für Tiere

Für viele Tiere ist das Maiglöckchen aufgrund seiner Giftigkeit ungeeignet als Nahrung.

Dennoch bieten die Pflanzen Lebensraum und Schutz für kleine Bodenorganismen. Bestäubende Insekten nutzen die Blüten eingeschränkt als Nahrungsquelle.

Wirtschaftliche Bedeutung

Das Maiglöckchen spielt vor allem als Zierpflanze eine wirtschaftliche Rolle. Es ist ein klassisches Motiv in Gärten, Parks und Floristik.

Zudem wird sein Duft in der Parfümherstellung nachempfunden, da die Pflanze selbst kaum ätherisches Öl liefert.

Ökologische Funktion

Als Bestandteil des Waldunterwuchses trägt das Maiglöckchen zur Stabilisierung des Bodens und zur Strukturvielfalt im Ökosystem bei.

Es ist Teil der natürlichen Frühjahrsvegetation und unterstützt das Gleichgewicht schattiger Lebensräume.

Mythologie und kulturelle Bedeutung

Das Maiglöckchen gilt seit jeher als Symbol für Reinheit, Glück und Neubeginn. In vielen Kulturen wird es mit dem Frühling und der Wiederkehr des Lebens verbunden.

Gleichzeitig trägt es eine doppelte Bedeutung in sich: Schönheit und Gefahr liegen bei dieser Pflanze eng beieinander – ein stiller Hinweis auf die Ambivalenz der Natur.

 

 

Herbstzeitlose

Name und botanische Einordnung

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört zur Familie der Zeitlosengewächse und ist eine der bekanntesten giftigen Pflanzen Mitteleuropas. Ihr ungewöhnlicher Lebenszyklus macht sie botanisch besonders bemerkenswert.

Erscheinungsbild und Nutzbarkeit

Die Herbstzeitlose zeigt ein auffälliges, zweigeteiltes Erscheinungsbild im Jahresverlauf.

Im Frühjahr erscheinen zunächst die breiten, lanzettlichen Blätter, die stark an Bärlauch erinnern. Zwischen ihnen wächst eine unscheinbare Fruchtkapsel heran.

Im Herbst hingegen treiben – ohne Blätter – die zart violett-rosafarbenen, krokusähnlichen Blüten direkt aus dem Boden.

Wichtig:
Die gesamte Pflanze ist hochgiftig und nicht essbar. Bereits geringe Mengen können lebensgefährlich sein.

Vorsicht beim Sammeln

Die Herbstzeitlose stellt eine erhebliche Verwechslungsgefahr dar, insbesondere im Frühjahr mit Bärlauch.

Unterscheidungsmerkmale:

Kein Knoblauchgeruch beim Zerreiben
Blätter sind fester und wachsen meist büschelig
Die Fruchtkapsel sitzt zwischen den Blättern

Das enthaltene Gift Colchicin ist stark wirksam und kann bereits in kleinen Dosen schwere Vergiftungen verursachen. Beim Sammeln von Wildkräutern ist daher größte Vorsicht geboten.

Geschichte und Herkunft

Die Herbstzeitlose ist in weiten Teilen Europas verbreitet und gehört seit Jahrhunderten zur heimischen Flora.

In Deutschland ist sie seit langem bekannt und wurde bereits in der Antike erwähnt. Auch in der Volksmedizin spielte sie eine Rolle – allerdings wegen ihrer Giftigkeit stets mit großer Vorsicht.

An der Mosel ist sie vor allem in offenen, feuchten Landschaften verbreitet.

Standort und Ansprüche

Die Herbstzeitlose bevorzugt nährstoffreiche, feuchte Böden und wächst vor allem auf Wiesen, in Auen und an lichten Waldrändern.

Sie gedeiht gut in sonnigen bis halbschattigen Lagen und ist an gemäßigte Klimabedingungen angepasst. Staunässe wird vertragen, solange der Boden nicht dauerhaft überflutet ist.

Besondere Eigenschaften

Ihr auffälligstes Merkmal ist die zeitliche Trennung von Blatt- und Blütenentwicklung. Während die Blätter im Frühjahr erscheinen, folgt die Blüte erst im Herbst – daher der Name „Zeitlose“.

Diese ungewöhnliche Strategie hebt sie deutlich von den meisten anderen Pflanzen ab.

Heil- und Wirkstoffe

Die Herbstzeitlose enthält das Alkaloid Colchicin, das in der Medizin in stark kontrollierter Dosierung eingesetzt wird, etwa zur Behandlung von Gicht.

Eine eigenständige Nutzung ist jedoch gefährlich und kann tödlich enden.

Vorkommen an den Moselweinbergen

An der Mosel findet man die Herbstzeitlose vor allem in feuchten Wiesenbereichen, in Tallagen oder an weniger intensiv genutzten Flächen in der Nähe von Weinbergen.

Sie tritt seltener direkt in den steilen Weinbergen auf, sondern eher in angrenzenden offenen Landschaftsräumen.

Anbau im eigenen Garten

Die Herbstzeitlose kann im Garten kultiviert werden, wird jedoch aufgrund ihrer Giftigkeit mit Vorsicht behandelt.

Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden und breitet sich über Tochterknollen aus. In naturnahen Gärten kann sie sich selbst ansiedeln und vermehren.

Bedeutung für Tiere

Aufgrund ihrer Giftigkeit wird die Herbstzeitlose von den meisten Tieren gemieden.

Sie trägt dennoch zur Strukturvielfalt von Wiesenlandschaften bei und bietet Lebensraum für kleinere Organismen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung liegt vor allem in der pharmazeutischen Nutzung des Wirkstoffs Colchicin.

Darüber hinaus hat die Pflanze als Zierpflanze in naturnahen Gärten eine gewisse Rolle.

Ökologische Funktion

Die Herbstzeitlose ist Teil artenreicher Wiesenökosysteme und trägt zur biologischen Vielfalt bei.

Sie zeigt oft extensiv genutzte oder wenig gedüngte Standorte an und kann somit als Hinweis auf naturnahe Flächen dienen.

Mythologie und kulturelle Bedeutung

Die Herbstzeitlose galt seit jeher als geheimnisvolle Pflanze, die mit Vergänglichkeit und Täuschung in Verbindung gebracht wird.

Ihre scheinbar „zeitversetzte“ Blüte wurde als Symbol für das Durchbrechen natürlicher Ordnung gedeutet. Schönheit und Gefahr liegen auch hier eng beieinander – ein leiser Hinweis auf die doppelte Natur vieler Pflanzen.

 

Alle Texte zum Thema „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie unter: https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

Vortext / Kommentar / Nachtext: Christph Maisenbacher (KI supported) – 18. April 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Naturschutzbund Österreich (Ines Hickmann)
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Foto 1: © Alex Mrkvicka / Naturschutzbund Österreich – Logo: © DLR Mosel – Foto 3 und 5: © Alex Mrkvicka / Naturschutzbund Österreich – Foto 2, 4 und 5: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-04-18-bb/

Die Text-Folge „Lebendige Moselweinberge“ ist Dauno gewidmet:
vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-ba/