Der Lorbeer - Foto: Alexandra Koch - Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich) – Logo: © DLR Mosel
Der Lorbeer (Laurus nobilis) – Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Der Ehrenpreis Foto: Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich)
Der Echte Ehrenpreis (Veronica Officinalis) – Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau
Die Eiche - Foto: beauty_of_nature – Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich)
Die Traubeneiche (Quercus patraea) – Foto: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau

NATUREREIGNISBEGLEITER

NaturEREIGNISBEGLEITER – Text 23 – Der „Ehrentag der Pflanze“ war am 13. April 2026 – das lädt geradezu ein, die Lorbeerpflanze und die daraus geflochtenen Lorbeerkränze der Römer unter die Lupe zu nehmen.

Der „Ehrentag der Pflanze“ war am 13. April 2026 – das lädt geradezu ein, die Lorbeerpflanze und die daraus geflochtenen Lorbeerkränze der Römer unter die Lupe zu nehmen.

Der NaturEREIGNISbegleiter wird nur dann in Sachen Pressemeldung der Moselregion untreu, wenn sich über eine solche die „Lebendigen Moselweinberge“ mit einbeziehen lassen. Und die zum 13. April 2025 veröffentlichte Meldung des Naturschutzbundes Österreich hat uns ohne Zweifel dazu eingeladen.

Der „Ehrentag der Pflanze“ führt zur im Text als erstes vorangestellten Lorbeer-Pflanze. Denn kaum eine andere Pflanze trägt eine so dichte Verbindung aus Natur, Geschichte und Symbolkraft in sich. Schon in der Antike war der Lorbeer mehr als ein Gewächs: Aus seinen immergrünen, glänzenden Blättern flochten die Römer den Lorbeerkranz, ein Zeichen des Sieges, der Würde und der geistigen Größe. Wer ihn trug, war ausgezeichnet – nicht nur im äußeren Erfolg, sondern auch im inneren Anspruch.

Dass die Römer den Echten Lorbeer (Laurus nobilis) bis an die Mosel und nach Trier brachten, erscheint vor diesem Hintergrund nur folgerichtig. Sie pflanzten ihn in ihren Gärten, in geschützten Innenhöfen und an sonnenwarmen Mauern – als lebendiges Symbol ihrer Kultur, ihrer Rituale und ihres Selbstverständnisses. Der Lorbeer war Gewürz, Heilpflanze und Zeichen göttlicher Nähe zugleich; ein Stück mediterraner Welt in der nördlichen Provinz.

So erzählt jede Lorbeerpflanze, die heute an einem warmen Winkel der Mosel gedeiht, leise weiter von dieser Geschichte. Sie ist kein wildes Gewächs dieser Landschaft – und doch ein stiller Zeuge jener Zeit, in der die Römer ihre Vorstellungen von Schönheit, Ordnung und Bedeutung bis hierher getragen haben. Sie ist – einfach formuliert – eher eine Kübelpflanze, da sie frostempfindlich ist. Der Echte Lorbeer lässt sich somit eher in Gartencentern und privaten Wintergärten als im Wildwuchs entlang der Mosel entdecken.

Ganz im Gegensatz zu den ebenfalls in der Pressemeldung notierten Wegerich-Pflanzen und der Eiche.

Wobei wir hier einen Unterschied zwischen Österreich und der Mosel machen müssen. Denn der im Text notierte Echte Ehrenpreis (Veronica officinalis) wächst nicht direkt an den Weinbergen, sondern eher in lichten Wäldern. Denn die Weinberge sind ihm zu trocken und zu heiß und zumeist basenreich (Schiefer, Kalk, Löss). Der Echte Ehrenpreis braucht feuchtere Bedingungen und leicht sauren, humusreichen Boden. Er markiert also Eichen- oder Mischwälder oder Waldränder entlang der Höhenzüge über der Mosel oder in bewaldeten Seitentälern.

Und die Eichen-Bäume? – Die Stieleiche (Quercus robur) findet man eher in feuchteren Tallagen. Doch geradezu passend für trockene und warme bzw. nährstoffarme Hänge – meist über den Weinbergen – ist die Traubeneiche (Quercus petraea).

Unsere „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“-Fragebögen (siehe unten) beziehen sich deshalb auf folgende Pflanzen:
_ den Lorbeer (Laurus nobilis)
_ den Echten Ehrenpreis (Veronica officinalis)
_ und die Traubeneiche (Quercus petraea).

Zuvor allerdings die Pressemeldung des Naturschutzbundes Österreich. Den Moselbezug haben wir bereits oben ausgearbeitet. Und der Sprung in die österreichische Natur lässt weitere Pflanzen entdecken:

 

Sehr geehrte Pflanze, …

Der Titel mag verwundern, doch am 13. April [war] der „Ehrentag der Pflanze“, und aus diesem Anlass weist der Naturschutzbund Österreich auf den Wert unserer heimischen Pflanzen hin und beleuchtet exemplarisch einige „ehrenhafte“ Gewächse aus biologischer, historischer und mythologischer Perspektive.

Ehre, wem Ehre gebührt: Der Lorbeerkranz
Die wohl bekannteste Pflanze, die mit Ehre in Verbindung gebracht wird, ist der Lorbeer (Laurus nobilis) – eine mediterrane Pflanze, die hauptsächlich im Mittelmeerraum vorkommt und bereits im antiken Griechenland und dann auch im Römischen Reich für Ruhm, Sieg und Ehre stand. Die zu einem Kranz gebundene Pflanze wurde – als höchste Auszeichnung außergewöhnlicher Taten – sowohl im Kriegerischen als auch im Politischen oder Sportlichen vergeben und krönte den Kopf der geehrten Person. Doch auch geistige Leistungen wurden mit Lorbeeren bedacht. So entstand der Begriff „Laureat“, der einen Preisträger aus den Sparten Wissenschaft, Kunst oder Literatur bezeichnete.

Weshalb der Lorbeer für Ruhm und Ehre steht, liegt in der Mythologie begründet: Der Gott Apollo, vom Pfeil des Liebesgottes Eros – als Rache für eine frühere Verspottung – getroffen, hatte sich in die Nymphe Daphne verliebt. Diese wurde von ihrem Vater, dem Flussgott Peneios, in einen Lorbeerbaum verwandelt, um Apollo entkommen zu können. Der verzweifelte Apollo erklärte daraufhin den Lorbeer zu einem heiligen Baum und trägt fortan einen Kranz aus dessen Blättern, um seine Geliebte für immer bei sich zu tragen.

Ehre um jeden Preis: Der Ehrenpreis
Der Ehrenpreis (Veronica) ist eine Gattung, die zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. Während vor allem die kleinen, krautigen Pflanzen bekannt sind, gehören auch die strauch- und baumförmigen Arten – die früher der Gattung Hebe zugeordnet wurden – zu den Ehrenpreisen. Zu den typischen Vertretern in Österreich zählen der Echte Ehrenpreis (Veronica officinalis), der Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) und der Persische Ehrenpreis (Veronica persica). Sie alle zeichnen sich durch ihre vierzähligen, meist blauen oder violetten Blüten aus. Man findet sie häufig auf Wiesen, in Gärten oder an Wegrändern, wo sie eine essenzielle Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Bestäubern darstellen. Besonders formschön ist zudem der Österreichische Ehrenpreis (Veronica austriaca).

Der Name Ehrenpreis entstand im Mittelalter als Ausdruck höchster Anerkennung für die universelle Heilkraft der Pflanze, die man mit „Lob und Preis“ ehrte. Ebenso ist die Herkunft des Namens mit der angeblichen Kraft gegen Hexen, Unwetter und Krankheiten verbunden. Auch der lateinische Name Veronica (die Siegbringerin) ist an diese angebliche Macht angelehnt. Im Volksglauben galt die Pflanze zudem als Schutzmittel gegen Unwetter, weshalb sie auch den Beinamen „Gewitterblümchen“ trägt.

Die Eiche: Biologie – Mythologie – Geschichte
Eichen (Quercus) sind sommer- oder immergrüne Bäume und Sträucher, die zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) gehören. Als prägende Baumart der Eichenmischwälder sind sie nach den Buchen die zweithäufigste Laubbaumgattung in Mitteleuropa. Eine besonders typische Artvertreterin ist die imposante Stieleiche (Quercus robur). Als die am weitesten verbreitete Eichenart Österreichs mit ihren namensgebenden, lang gestielten Eicheln, kann sie mehr als 1.000 Jahre alt werden. Eichen sind ausnahmslos langlebig, tief wurzelnd und ökologisch unter den wertvollsten Arten im Laub- und Mischwald: Dies liegt vor allem daran, dass ihre großen Kronen und breiten Stämme reichlich tierischen Bewohnern einerseits Lebensraum, andererseits ihre Früchte Nahrung bieten – allen voran Eichelhähern und Eichhörnchen, die nach der Eiche bzw. ihrer Frucht benannt sind.

Auch mythologisch und geschichtlich ist die Eiche tief verwurzelt. Ihren Status als „Königin der Bäume“ verdankt sie der Verflechtung biologischer Stärke mit antiker Verehrung. Da ihre wasserführenden Pfahlwurzeln Blitzeinschläge oft ableiten, war sie den Wettergöttern Zeus und Thor geweiht und wurde zum Symbol für göttliche Gunst und Unbeugsamkeit. Diese Bedeutung manifestierte sich historisch im Eichenlaub als Auszeichnung, wie etwa in der römischen Corona Civica für Lebensretter. Bis heute bleibt das Eichenlaub auf Münzen und Abzeichen ein Sinnbild für Beständigkeit und Heldenmut. Die harte, witterungsbeständige Beschaffenheit ihres Holzes prägte zudem den Begriff der „unerschütterlichen Eiche“, die Vögeln und hunderten Insektenarten als langlebiges „Appartementhaus“ dient.“

UNSERE KURZVORSTELLUNGEN

 

LORBEER

Lateinischer Name: Laurus nobilis

Kurze allgemeine Beschreibung

Der Echte Lorbeer ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit dunkelgrünen, ledrigen und stark aromatischen Blättern. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Exemplare; nur weibliche Pflanzen bilden Früchte. Die Blüten erscheinen im Frühjahr, meist zwischen April und Mai, und sind klein sowie gelblich-grün. Daraus entwickeln sich kleine, dunkelviolette bis schwarze Steinfrüchte.

Verwendet werden vor allem die Blätter, die frisch oder getrocknet als Gewürz dienen. Sie können ganzjährig geerntet werden. Besonders geeignet sind sie für Suppen, Eintöpfe und Saucen, wobei sie meist mitgekocht und vor dem Essen wieder entfernt werden.

Was ist zu beachten?

Wichtig ist die Verwechslungsgefahr mit dem Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), der giftig ist und nicht als Gewürz verwendet werden darf. Echte Lorbeerblätter erkennt man am würzig-aromatischen Geruch beim Zerreiben. Zudem sollten die Blätter nicht mitgegessen werden, da sie zäh bleiben.

Kurze Geschichte der Pflanzenart

Der Lorbeer stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Bereits in der Antike hatte er eine große Bedeutung als Gewürz-, Heil- und Symbolpflanze. In der griechisch-römischen Kultur stand er für Sieg, Ruhm und Würde; daraus entwickelte sich der Lorbeerkranz.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Lorbeer durch die Römer auch nach Trier und an die Mosel gebracht wurde, wo er in Gärten kultiviert wurde. Eine dauerhafte Verwilderung fand jedoch nicht statt.

Welche Anforderungen an die Böden / die Umgebung bestehen?

Lorbeer bevorzugt sonnige bis halbschattige, warme und windgeschützte Standorte. Der Boden sollte gut durchlässig sein, Staunässe wird schlecht vertragen. Die Pflanze ist nur bedingt frosthart und reagiert empfindlich auf längere Kälteperioden.

Welche Besonderheiten wären zu nennen?

Der Lorbeer ist immergrün und damit das ganze Jahr über sichtbar. Er ist schnittverträglich und lässt sich gut in Form bringen. Gleichzeitig ist er in Mitteleuropa klimatisch empfindlich und benötigt geschützte Standorte.

Welche positiven Eigenschaften hat die Pflanzenart?

Lorbeer verbindet Nutzen und Ästhetik: Er ist Gewürz- und Zierpflanze zugleich, langlebig, aromatisch und vielseitig einsetzbar. Seine Blätter lassen sich gut trocknen und lagern.

Wo an Weinbergen kann ich die Pflanzenart am besten finden?

An der Mosel findet man Lorbeer nicht als typische Wildpflanze in den Weinbergen. Am ehesten tritt er in geschützten Lagen auf, etwa an südexponierten Hauswänden, in Innenhöfen oder in Gärten nahe der Weinberge.

Kann ich diese auch im privaten Garten kultivieren?

Ja, Lorbeer lässt sich gut im Garten oder im Kübel kultivieren. In milden Lagen kann er ausgepflanzt werden, häufig wird er jedoch im Topf gehalten, um ihn im Winter zu schützen. Er breitet sich nicht von selbst aus und gilt nicht als Unkraut.

Welche Bedeutung hat die Pflanzenart für Insekten oder andere Tiere?

Die Blüten bieten Nahrung für Insekten, insbesondere für Bienen. Die Früchte können von Vögeln aufgenommen werden. Insgesamt ist seine ökologische Bedeutung an der Mosel jedoch eher gering.

Welche ökonomische Funktion hat die Pflanzenart?

Lorbeer ist vor allem als Gewürzpflanze wirtschaftlich bedeutsam. Darüber hinaus wird er als Zierpflanze gehandelt und seine Inhaltsstoffe finden Verwendung in Duftstoffen und traditionellen Anwendungen.

Welche ökologische Funktion hat die Pflanzenart?

Als immergrünes Gehölz bietet er ganzjährig Deckung und Nahrung in geringem Umfang. In der Moselregion spielt er jedoch keine große Rolle im natürlichen Ökosystem.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Ja, der Lorbeer hat eine lange symbolische Tradition. In der Antike war er dem Gott Apollon geweiht und galt als Zeichen für Sieg, Ruhm und Inspiration. Der Lorbeerkranz wurde Dichtern, Gelehrten und Feldherren verliehen und steht bis heute symbolisch für Auszeichnung und Erfolg.

 

 

ECHTER EHRENPREIS

Lateinischer Name: Veronica officinalis

Kurze allgemeine Beschreibung

Der Echte Ehrenpreis ist eine niedrig wachsende, ausdauernde krautige Pflanze mit kriechenden Trieben und weichen, behaarten Blättern. Die kleinen, zart blau-violetten Blüten stehen in lockeren Trauben und erscheinen meist zwischen Mai und Juli.

Die Pflanze wurde früher als Heilpflanze geschätzt; genutzt wurden vor allem die oberirdischen Teile. Heute spielt sie in der Küche kaum noch eine Rolle, kann aber traditionell als Tee oder mildes Wildkraut verwendet werden. Die Ernte erfolgt während der Blütezeit.

Was ist zu beachten?

Eine Verwechslung ist mit anderen Ehrenpreis-Arten möglich, die ebenfalls blau blühen. Der Echte Ehrenpreis unterscheidet sich durch seinen eher kriechenden Wuchs, die behaarten Blätter und die lockeren Blütenstände. Giftige Doppelgänger gibt es in dieser Gattung nicht, dennoch sollte man Pflanzen sicher bestimmen, bevor man sie verwendet. Beim Sammeln ist darauf zu achten, nur saubere Standorte fern von Straßen oder belasteten Flächen zu wählen.

Kurze Geschichte der Pflanzenart

Der Echte Ehrenpreis ist eine heimische Pflanze Europas und seit langer Zeit Bestandteil der natürlichen Vegetation. Im Mittelalter wurde er als Heilpflanze hoch geschätzt und galt als „Allheilmittel“. Sein Name verweist auf diese frühere Bedeutung.

An der Mosel ist er nicht eingeführt, sondern gehört zur ursprünglichen Flora, tritt jedoch eher in bestimmten Lebensräumen auf und nicht flächendeckend.

Welche Anforderungen an die Böden / die Umgebung bestehen?

Der Echte Ehrenpreis bevorzugt lockere, humusreiche und eher saure Böden. Er wächst am besten in halbschattigen bis lichten Bereichen, etwa in Wäldern oder an Waldrändern. Zu trockene, heiße und vollsonnige Standorte – wie sie in Weinbergen häufig vorkommen – meidet er.

Welche Besonderheiten wären zu nennen?

Die Pflanze wächst oft teppichartig am Boden und breitet sich über kriechende Triebe aus. Sie ist eher unscheinbar, aber bei genauerem Hinsehen zart und filigran. Als typische Wald- und Saumpflanze zeigt sie Übergangsbereiche zwischen Offenland und Gehölz an.

Welche positiven Eigenschaften hat die Pflanzenart?

Der Echte Ehrenpreis wurde traditionell als Heilpflanze genutzt, insbesondere für Tees. Er gilt als mild und vielseitig verwendbar. Darüber hinaus trägt er mit seinen feinen Blüten zur biologischen Vielfalt bei und bereichert naturnahe Flächen.

Wo an Weinbergen kann ich die Pflanzenart am besten finden?

Direkt im Weinberg ist der Echte Ehrenpreis selten. Am ehesten findet man ihn an den Rändern der Weinberge, in angrenzenden Wäldern, auf Böschungen mit etwas Schatten oder in Seitentälern der Mosel.

Er gehört also eher zur Begleitvegetation der Landschaft als zur eigentlichen Weinbergsflora.

Kann ich diese auch im privaten Garten kultivieren?

Ja, der Echte Ehrenpreis kann im Garten wachsen, besonders in naturnahen, halbschattigen Bereichen. Er gilt nicht als Unkraut, breitet sich aber unter passenden Bedingungen aus. Oft siedelt er sich von selbst an, wenn geeignete Standorte vorhanden sind. Eine gezielte Aussaat ist ebenfalls möglich.

Welche Bedeutung hat die Pflanzenart für Insekten oder andere Tiere?

Die Blüten bieten Nahrung für kleinere Insekten, insbesondere für Wildbienen und andere Bestäuber. Als bodendeckende Pflanze schafft er zudem kleine Lebensräume für Insekten und trägt zur Strukturvielfalt bei.

Welche ökonomische Funktion hat die Pflanzenart?

Heute hat der Echte Ehrenpreis kaum noch wirtschaftliche Bedeutung. Früher wurde er in der Volksmedizin genutzt und gehandelt. Seine Bedeutung liegt heute eher im naturkundlichen und ökologischen Bereich.

Welche ökologische Funktion hat die Pflanzenart?

Er trägt zur Bodenbedeckung und Stabilisierung bei und ist Teil naturnaher Pflanzengesellschaften in Wäldern und Säumen. Durch seine Blüten unterstützt er die Nahrungskette für Insekten und damit indirekt auch für andere Tiere.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Der Name „Ehrenpreis“ verweist auf die hohe Wertschätzung, die die Pflanze früher als Heilmittel genoss. Sie galt als heilkräftig und schützend und wurde symbolisch mit Gesundheit und Erneuerung verbunden. Eine ausgeprägte mythologische Rolle wie beim Lorbeer besitzt sie jedoch nicht.

 

 

TRAUBENEICHE

Lateinischer Name: Quercus petraea

Kurze allgemeine Beschreibung

Die Traubeneiche ist ein großer, langlebiger Laubbaum mit kräftigem Stamm und oft etwas schlanker, unregelmäßiger Krone als die Stieleiche. Ihre Blätter sind tief gelappt und sitzen an etwas längeren Blattstielen. Die Blüte erfolgt im Frühjahr, meist zwischen April und Mai, mit unscheinbaren männlichen Kätzchen und weiblichen Blüten.

Die Früchte sind Eicheln, die – im Gegensatz zur Stieleiche – fast ohne Stiel direkt am Zweig sitzen. Sie reifen im Herbst und dienen zahlreichen Tieren als Nahrung. Für den Menschen sind sie roh wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts nicht geeignet, können aber nach entsprechender Behandlung verarbeitet werden.

Was ist zu beachten?

Die Traubeneiche kann mit der Stieleiche (Quercus robur) verwechselt werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist:

• Traubeneiche → Eicheln ohne oder mit sehr kurzem Stiel
• Stieleiche → Eicheln an langen Stielen

Auch die Blätter unterscheiden sich leicht in Form und Ansatz. Beim Sammeln von Eicheln gilt wie bei allen Eichen: Sie enthalten Bitterstoffe und sollten nicht roh verzehrt werden.

Kurze Geschichte der Baumart

Die Traubeneiche ist eine heimische Baumart Europas und seit der letzten Eiszeit Bestandteil der natürlichen Vegetation. Sie gehört zu den prägenden Baumarten trockener Wälder.

An der Mosel ist sie besonders typisch und seit Jahrtausenden verbreitet. Sie hat sich hervorragend an die warmen, trockenen Hanglagen angepasst und ist ein charakteristischer Baum der Region.

Welche Anforderungen an die Böden / die Umgebung bestehen?

Die Traubeneiche bevorzugt trockene bis mäßig frische, eher nährstoffarme und gut durchlässige Böden. Sie wächst besonders gut an sonnigen, warmen Hängen und ist deutlich trockentoleranter als die Stieleiche. Staunässe verträgt sie schlecht.

Welche Besonderheiten wären zu nennen?

Die Traubeneiche ist sehr anpassungsfähig an trockene und warme Standorte und kommt auch mit kargen Böden gut zurecht. Sie kann ein hohes Alter erreichen und bildet oft markante, knorrige Wuchsformen an exponierten Standorten.

Welche positiven Eigenschaften hat die Baumart?

Sie ist robust, trockenheitsresistent und langlebig. Ihr Holz ist hochwertig und vielseitig verwendbar. Die Traubeneiche prägt das Landschaftsbild und ist ökologisch äußerst wertvoll.

Wo an Weinbergen kann ich die Baumart am besten finden?

An der Mosel findet man die Traubeneiche besonders häufig an den trockenen, sonnigen Hängen oberhalb der Weinberge. Sie ist dort oft Teil von lichten Wäldern oder Waldrändern und damit eng mit der Weinbergslandschaft verbunden.

Kann ich diese auch im privaten Garten kultivieren?

Ja, grundsätzlich ist das möglich, allerdings benötigt die Traubeneiche viel Platz und eignet sich daher eher für größere Gärten. Sie kann sich durch Eicheln selbst aussäen, gilt aber nicht als Unkraut. Die Anzucht erfolgt meist über Samen.

Welche Bedeutung hat die Baumart für Insekten oder andere Tiere?

Die Traubeneiche gehört zu den artenreichsten Lebensräumen unter den heimischen Bäumen. Sie bietet Nahrung und Lebensraum für eine große Vielzahl von Insekten, Vögeln und Säugetieren. Die Eicheln sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tierarten.

Welche ökonomische Funktion hat die Baumart?

Ihr Holz ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung und wird unter anderem für Möbel, Bauholz und Weinfässer verwendet. Damit besteht eine direkte Verbindung zur Weinkultur der Mosel.

Welche ökologische Funktion hat die Baumart?

Die Traubeneiche trägt wesentlich zur Stabilität und Vielfalt von Ökosystemen bei. Sie bietet langfristige Lebensräume, fördert die Biodiversität und ist besonders in trockenen Waldgesellschaften von großer Bedeutung.

Gibt es esoterische, religiöse oder mythologische Bedeutungen?

Wie die Eiche allgemein gilt auch die Traubeneiche als Symbol für Kraft, Beständigkeit und Dauer. In vielen Kulturen wurde sie verehrt und mit Naturkräften oder göttlichen Mächten in Verbindung gebracht.

 

 

Alle Texte zum Thema „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie unter: https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

Vortext / Kommentar / Nachtext: Christph Maisenbacher (Nachtext: KI supported) – 15. April 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Naturschutzbund Österreich (Ines Hickmann)
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Foto 1: Alexandra Koch – Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich) – Logo: © DLR Mosel – Foto 2: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau – Foto 3: Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich) – Foto 4: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau – Foto 5: beauty_of_nature – Pixabay (Vorlage vom Naturschutzbund Österreich) – Foto 6: Illustration: KI-generiert / Trierer Umschau –

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter:
https://www.trierer-umschau.de/2026-04-15-cb/

Die Text-Folge „Lebendige Moselweinberge“ ist Dauno gewidmet:
vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-ba/