ENERGIE & ZUKUNFT
Im Rhein schwimmt bzw. taucht die Strom-Zukunft, die auch in der Mosel eingesetzt werden könnte: der „Energyfish“
Die fossile Zukunft – wie sehr sie auch von der aktuellen Bundesregierung in Schutz genommen wird – hat keine Zukunft. Zumindest wissen das die Bürger, die nicht das gleiche Lied anstimmen wie die sich im Konservieren übenden Regierungsvertreter.
In einer aktuell von der Deutschen Umwelthilfe in Auftrag gegebenen Umfrage wird das sehr deutlich:
“ Angesichts zunehmender internationaler Konflikte besteht in der deutschen Bevölkerung großes Misstrauen gegenüber fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Opinium hervor, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlicht. 72 Prozent der Befragten sind nach jüngsten Entwicklungen demnach überzeugt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energielieferungen das Risiko internationaler Konflikte erhöht, 57 Prozent sehen dadurch die nationale Sicherheit geschwächt. Dementsprechend wünschen sich 58 Prozent der Menschen in Deutschland eine Priorisierung der Energiewende. Die Befragung wurde im Februar 2026 nach der US-Intervention in Venezuela und Trumps Drohungen zur Annexion Grönlands durchgeführt – noch vor Kriegsbeginn in Iran, der dieses Stimmungsbild absehbar noch verstärkt haben dürfte. […]
Bei den Wählerinnen und Wählern der Regierungsparteien ist das Stimmungsbild zum Teil noch deutlicher: 67 Prozent (CDU/CSU) beziehungsweise 61 Prozent (SPD) sind der Meinung, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die nationale Sicherheit schwächt. 72 Prozent der Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU wollen der Energiewende Vorrang einräumen, bei der SPD sind es sogar 81 Prozent“
Umso mehr freut es uns, dass es Unternehmen gibt, die nach Alternativen zu fossilen Energieträgern forschen. Ein Ergebnis schwimmt bzw. taucht aktuell im Rhein und sollte bzw. könnte eine Einladung sein, in mehreren Flüssen Einsatz zu finden. Denn der „Energyfish“ liefert Strom 24 Stunden lang, braucht keine Sonne, sondern nur ein fließendes Gewässer, das die etwa 3 Meter langen und etwa 2,5 Meter breiten Energiefische aufnehmen kann.
Hier die vollständige Pressemeldung der Autoren-Union Mobilität (aum):
„Strom aus dem Strom
Die Idee ist neu, aber nicht ganz: Schon immer ließ sich der Mensch von Wasserkraft unterstützen. Der Müller ließ seine Mühle am rauschenden Back klappern und sogar die Strömungsenergie von Vater Rhein wurde bereits im Mittelalter von sogenannten Flussmühlen genutzt, die über Stege an Land vertäut waren und Mühlräder vom fließenden Wasser antreiben ließen. Ähnlich wie ein Raddampfer, nur mit umgekehrtem Ergebnis.
Das bayrische Unternehmen Energyminer hat diese Idee aufgegriffen und in effiziente Turbinenkraftwerke umgewandelt. Die ersten drei davon schwimmen nun seit vergangenem Wochenende bei Rheinkilometer 560 in Höhe von St. Goar und in Sichtweite des Loreleyfelsens am Grund des Flusses verankert im Wasser. Vom Strom lassen sie ihre doppelten Propeller antreiben, um aus dieser Drehbewegung mit Hilfe eines Generators elektrischen Strom zu erzeugen. „Energyfish“ nennen die beiden Erfinder und Akademiker Georg Walder und Richard Eckl die stählernen, rund 80 Kilogramm schweren Turbinengebilde, deren Zahl sich an dieser Stelle noch in diesem Jahr auf insgesamt 124 steigern soll. Damit entsteht das erste Schwarmkraftwerk der Welt. Rund 1,5 Megawattstunden erzeugt einer der schwimmenden Generatoren im Jahr, mit einem Schwarm von 100 könnten so etwa 470 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden. Das Mittelrheintal ist der ideale Standort dafür, hier wird die höchste Fließgeschwindigkeit des Stroms gemessen, sie liegt zwischen 6 und 10 km/h. Die 2,8 Meter langen und 2,4 Meter breiten Energiefische haben eine Maximalleistung von 6 kW, der Durchschnitt liegt bei 1,8 kW. Die Spannung innerhalb des Kraftwerks hat lediglich 60 Volt, um bei einer Beschädigung negative Auswirkungen auf Flora und Fauna und vor allem Menschen zu vermeiden. Gleichwohl beteuern die Konstrukteure, dass größten Wert auf den Schutz vor Treibgut, auch bei Hochwasser, gelegt worden sei. Der Fischbestand wird ebenfalls nicht belastet, die Kraftwerke laufen nahezu lautlos und eventuell auftretende Schwingungen haben keinen Einfluss auf das Wohlbefinden der Kiemenatmer. Das haben aufwändige Untersuchungen der Universität München beim Testbetrieb einer Pilotanlage im Auer Mühlbach mitten in München ergeben. Im Rhein werden sie weit außerhalb der freigegebenen und von Bojen gekennzeichneten Schifffahrtsroute verankert, teilweise sind sie sichtbar, teilweise völlig vom Wasser überspült. Egal bei welchem Wasserstand, weder für die Umwelt noch für die Schifffahrt bestehe bei keinem Betriebszustand Gefahr, so das Erfinder-Duo. Der Energyfish sei zudem anders als Strom- oder Windkraft grundlastfähig, weil rund um die Uhr und mit konstanter Leistung in Betrieb.“
Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 19. März 2026
Quelle (auszugsweise zitierter Test): Deutsche Umwelthilfe (DUH) – Pressemitteilung vom 11.03.2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Auto-Medienportal / Autoren-Union-Mobilität (aum) – (aum/mk)
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Fotos: © Energyminer / Natalie Rojko via Autoren-Unio- Mobilität
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-03-19-ab/
