TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN & FORSTAMT TRIER
Den Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2026 die Veranstaltungen des Forstamts Trier wahrnehmen – denn es sieht nicht gut aus für die Wald-Zukunft
Feiern hat immer zwei Seiten. Und wenn es um den Wald geht, so geht es um unseren Respekt gegenüber dem, was schon lange keinen „Urwald“ mehr darstellt, sondern ein von uns Menschen organisiertes Ökosystem, das glücklicherweise auch seine Entdeckungen und ungezähmten Freiheiten präsentiert. Vielleicht erleben wir deshalb den Wald als solchen immer noch mit Freude. Wir können etwas entdecken. Und dieses Entdecken kann ganz groß oder mikroskopisch klein sein. Und es können sich sogar – für den Fotojäger – Tiere vor der Linse präsentieren, die von uns lieber ungestört bleiben möchten. Dazu zählt im Übrigen auch der Wolf, der wahrscheinlich seinen schlechten Ruf dem Märchen vom Rotkäppchen zu verdanken hat.
Doch bleiben wir beim Wald, beim Internationalen Tag des Waldes, der am 21. März 2021 vom Forstamt Trier mit Veranstaltungen gefeiert wird – und auch das gehört zum Wald: Tatsachen, die uns umso mehr zum Schutz unserer Natur bewegen sollten. Denn es geht ihm nicht gut, dem Wald.
Aus diesem Grund möchte die Trierer Umschau vor dem Veranstaltungshinweis des Forstamtes Trier eine Pressemitteilung der Technischen Universität München (TUM) vorstellen:
„Schäden im Wald könnten sich verdoppeln: Wie Brände, Stürme und Borkenkäfer Europas Wälder bis 2100 formen
Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer haben großen Einfluss auf Wälder und die Leistung, die diese für Klima, Mensch und Umwelt erbringen. Ein großes internationales Team um Forschende der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals berechnet, wie diese drei Faktoren Europas Wälder bis 2100 verändern könnten. Bereits im bestmöglichen Szenario sehen die Forschenden einen deutlichen Anstieg der geschädigten Fläche – im pessimistischsten Fall sogar eine Verdoppelung der Waldschäden.
Das Absterben von Bäumen im Wald ist nicht neu und Teil der natürlichen Entwicklung von Wäldern – wo alte Bäume sterben, wachsen in der Regel junge Bäume nach. Neu ist jedoch das Ausmaß, in dem Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer – angetrieben vom Klimawandel – die Wälder verändern. Dies hat sich bereits in den dramatischen Waldschäden in Mitteleuropa in den letzten Jahren gezeigt, doch Zahlen darüber, wie viel Waldfläche in Zukunft geschädigt werden könnte, lagen bisher nicht vor. Dabei beeinflussen diese Störungen auch, wie viel Kohlenstoff Wälder zukünftig speichern können, wie viel Nutzholz sie liefern und welche Arten in ihnen leben – und sind somit für Politik und Gesellschaft hochrelevant.
Das Team um Rupert Seidl, Professor für Ökosystemdynamik und Waldmanagement an der TUM, hat diese Lücke nun geschlossen. Die Forschenden gehen davon aus, dass sich bei einer Erderwärmung von etwas mehr als 4 Grad Celsius das Ausmaß der von Bränden, Stürmen und Borkenkäfern geschädigten Fläche bis 2100 mehr als verdoppeln könnte. Als Vergleich legten die Forschenden Daten aus den Jahren 1986 bis 2020 zugrunde, also einer Periode, in der bereits ungewöhnlich viele Waldschäden auftraten. Selbst im besten Fall einer Erwärmung von nur etwa 2 Grad Celsius erwarten die Forschenden in Zukunft mehr Schäden im Wald als in diesem Vergleichszeitraum.
Regionale Unterschiede
Die Forschenden arbeiteten mit einem KI-gestützten Simulationsmodell. Dieses trainierten sie mit 135 Millionen Datenpunkten aus Waldsimulationen für 13.000 Orte in Europa und kombinierten die Ergebnisse mit Satellitendaten zu Waldstörungen. So konnten sie die zukünftige Waldentwicklung sowie das Auftreten und die Folgen von Störungen bis auf einen Hektar genau berechnen und dadurch sehr präzise Aussagen zu den unterschiedlichen regionalen Entwicklungen treffen.
Die Wälder Süd- und Westeuropas werden laut der Studie in Zukunft besonders stark von Waldschäden betroffen sein und sich entsprechend stark verändern. Nordeuropa trifft dieser Wandel im Verhältnis weniger stark, wobei auch hier Hotspots zukünftiger Waldschäden zu erwarten sind. „Störungen werden zunehmend überregional zum Problem, bringen die Holzmärkte in ganz Europa durcheinander und gefährden die Gemeinwohlleistungen des Waldes“, sagt Rupert Seidl.
Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen daher dringenden Bedarf, weiter steigende Waldschäden bereits jetzt in der Waldbewirtschaftung zu berücksichtigen: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir auch in den nächsten Jahren große Schäden im Wald haben werden. Das heißt einerseits, dass wir größere Schwankungen in den Leistungen des Waldes abpuffern werden müssen. Andererseits bieten Störungen auch die Chance, einen neuen, Klima-angepassten Wald zu begründen – sie wirken als Katalysatoren der Veränderung. Diesen Risiken und Chancen durch steigende Störungen muss sich die Forstpraxis – unterstützt durch neue Methoden und Erkenntnisse der Wissenschaft – stellen“, so Seidl.
Originalpublikation: Grünig, M.; Rammer, W.; Senf, C. et al: Climate change will increase forest disturbances in Europe throughout the 21st century, Science 2026, DOI: https://doi.org.10.1126/science.adx6329 “
Nach diesem Text wird man den Internationalen Tag des Waldes im Forstamt Trier wohl mit einer ganz anderen Einstellung und anderen Augen begehen. Folgende Presseinformation wurde uns zugestellt:
„Veranstaltungshinweise: Internationaler Tag des Waldes im Forstamt Trier rund um den 21. März
Erstmals zeigt Förster und Naturfotograf Konrad Funk in beeindruckenden Bildern die Schönheit und Vielfalt unserer heimischen Wälder und Funktionen des Waldes als Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen in der Region.
Zu den beliebten Waldführungen laden die Försterinnen und Förster des Forstamtes Trier alle Interessierten herzlich in die Reviere Trier-Quint, Weißhauswald-Pfalzel und Mehring ein. Sie geben Antworten auf die Frage, warum der Mensch den Wald braucht und erzählen von ihrer erfüllenden Arbeit und den Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, sind offen für Fragen und freuen sich über Austausch.
Ein besonderes Highlight stellen zwei Fotovorträge des Naturfotografen und Försters Konrad Funk dar. Der mehrfach ausgezeichnete Fotograf präsentiert am Internationalen Tag des Waldes erstmals einen speziell für Kinder und Familien konzipierten Vortrag über Tiere und Pflanzen des Waldes und eröffnet damit einen altersgerechten und zugleich faszinierenden Zugang zur heimischen Natur. Am Abend folgt ein Vortrag für Erwachsene, der die heimische Natur fachlich tiefgründig beleuchtet.
• Samstag, 21. März, 15:00 bis 16:30 Uhr, Fotoerlebnis mit Naturfotograf Konrad Funk für Kinder und Familien, Meulenwaldhaus des Forstamtes Trier
• Samstag, 21. März, 19:00 bis 20:30 Uhr, Fotovortrag mit Naturfotograf Konrad Funk Erwachsene, Meulenwaldhaus des Forstamtes Trier
„Den Wald mit all seinen Funktionen und Leistungen zu schützen und zu erhalten ist eines unserer Hauptziele. Denn gerade in Zeiten der Klimakrise werden die Leistungen des Waldes für uns Menschen immer bedeutsamer. Gleichzeitig hat aber auch der Wald Probleme mit den Folgen der Klimakrise zurechtzukommen. Vor allem die länger andauernden Dürrephasen machen den Pflanzen und Tieren im Wald zu schaffen“, beschreibt Förster Julian Thiebes den Sinn und die Herausforderungen seiner Arbeit.
Die Försterinnen und Förster unterstützen den Wald bei der Anpassung an die neuen Bedingungen. Wer darüber mehr erfahren möchte, was für weitere Funktionen der Wald erfüllt und was für Besonderheiten es im Wald vor der Haustüre von Trier gibt, ist herzlich eingeladen dies am 21. Und 22. März am Forstamt Trier, dem Weißhauswald sowie den Revieren Trier-Quint und Mehring zu tun. „Wir freuen uns schon darauf mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch zu kommen“, so Förster Julian Thiebes abschließend.
Aktionen des Forstamtes Trier zum Internationalen Tag des Waldes
• Samstag, 21. März, 10:00 bis 13:00 Uhr, Försterführung in Mehring mit Revierleiter Philipp Schreiber, Treffpunkt: Parkplatz Finnenbahn Mehring
• Sonntag, 22. März, 11:00 bis 13:00 Uhr, Försterführung im Meulenwald mit Revierleiter Julian Thiebes, Treffpunkt: Forstamt Trier
• Sonntag, 22. März, 13:00 bis 17:00 Uhr, Försterführung im Weißhauswald für hörbehinderte Personen mit Förster Benjamin Laupichler, Treffpunkt: Haus des Waldes am Weißhauswald (Anmeldungen hier bitte an: Benjamin.Laupichler@wald-rlp.de)
Alle Veranstaltungen sind kostenlos, um Anmeldung per Mail (Umweltbildung.Trie@wald-rlp.de ) wird gebeten. Die jeweiligen Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen sind auf der Internetseite des Forstamtes Trier https://www.wald.rlp.de/forstamt-trier zu finden.“
Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 17. März 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): Technische Universität München – Anja Lapac – Corporate Communications Center & Forstamt Trier / Landesforsten Rheinland-Pfalz – Alexandra Köny – Danke an Hieronymus Pauli für die Übermittlung des Fuchwelpen-Fotos von Jonathan Fieber
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto 1: Sgrunden – Pixabay – Foto 2: © Landesforsten RLP / Jonathan Fieber
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-03-17-ab/
