Die Wahlunterlagen für die Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz sollten mittlerweile alle bei den Wahlberechtigten angekommen sein. - Foto: © Trierer Umschau

DEMOKRATIE

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz – Ist Deutschland ein Wahlfach oder ein StartUp? – Zum Wahl-O-Mat und der „Wahltour“

Liebe, Zukunft, Wahrheit, Hoffnung – wenn alle Parteien gemeinsam zusammenarbeiten würden und nicht gegeneinander stünden, wäre das der Weg ins Paradies. So zumindest, wenn man die Schlagworte auf den Plakaten zur Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz nebeneinandersetzt.

On the road again …

Mitunter stelle ich mir die Frage, warum entlang der Straßenlaternen vor allem für Autofahrer Plakate in einem Format hängen, das gefühlt A4-Größe hat und mir wirklich Schwierigkeiten macht, irgendwelche Worte zu entdecken. Am Ende weiß ich, dass ich Kopfweh habe vom Plakatespalier, obwohl ich schon mit einem Transporter in einer Art mobilen Hochsitz fahre.

Klima – Krieg – Kasernen, diese dunklen K-Worte scheinen aktuell keine Rolle zu spielen. Samthandschuhe lautet die Devise. Oder kommt der Hammerschlag der Parteien erst kurz vor der Wahl? Ok, wer auf seine Stammwähler baut, hat gewonnen. Die Handelskammern melden leichten Optimismus, und die Regierung streichelt die Regression. Irgendein Plakat sagt mehr oder weniger „Natur“. Das hört sich an, als ob ein Kind einen Blumenstrauß auf einer Wiese für den Muttertag pflückt. Friedlich. Müde. Und mit einem Gähnen wurde ich aufmerksam auf den 22. März 2026, als die Wahlunterlagen in Sachen „Landtagswahl 2026“ in meinem Briefkasten lagen.

Schnell ein Zitat!

„In dem demokratisch-parlamentarisch regierten Staat, in dem dieses System der Demokratie bis in die letzte Gemeinde hinein verwirklicht wird, trägt ein jeder von uns Verantwortung, der eine mehr, der andere weniger; aber jeder hat Verantwortung; wir tragen sie alle; und diese Verantwortung kann uns niemand abnehmen. Wenn wir dieser Verantwortung nicht gerecht werden, dann kommen die Folgen, und diese Folgen können furchtbar sein, für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder.“
(Konrad Adenauer – von 1949 bis 1963 war er der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – aus: https://www.konrad-adenauer.de/ )

Was heißt das für mich als Bürger: Ich gehe wählen. Und ich befrage den Wahl-O-Mat, und ich werde genau schauen, ob das, was für mich politisch wichtig ist, von der einen oder anderen Partei erfüllt wird. Und nein, ich wähle nicht, was ich gerne wählen würde, sondern ich wähle – wie schon zur Bundestagswahl – die Partei, die meine Ansichten teilt. Und wenn es die einzige Stimme in meinem Wahlkreis wäre. Das nenne ich politisches Partizipieren in einer repräsentativen Demokratie. Denn die von mir Gewählten sollten auch meine Meinung vertreten. Zumindest „überwiegend“, wenn das zu 100 Prozent nicht geht.

Damit zum praktischeren Teil: Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB Rheinland-Pfalz) haben eine aktuelle Presseinformation verschickt in Sachen „Wahl-O-Mat“:

 

Wahl-O-Mat in Rheinland-Pfalz [gestartet]

Rheinland-pfälzische Politiker nutzten als erste das interaktive Wahltool mit den Redakteuren des Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz.

[D]er Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz [ist] unter https://www.wahl-o-mat.de/rlp2026/ online. Das speziell auf die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 22. März 2026 zugeschnittene Internetangebot präsentierten die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz heute in Mainz. Die Thesen wurden von einem Redaktionsteam aus Jungwählenden aus Rheinland-Pfalz, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung sowie den Verantwortlichen der bpb und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz entwickelt. Bei der Wahl-O-Mat-Vorstellung spielten Landespolitiker der 2021 in Rheinland-Pfalz in den Landtag gewählten Parteien als Erste den Wahl-O-Mat. Der Wahl-O-Mat wird seit der Bundestagswahl 2002 bei vielen Wahlen erfolgreich eingesetzt und findet zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zum fünften Mal statt – 2021 wurde er hier 604.000 Mal genutzt.

Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale: „Die Zahlen der bisherigen vier Wahl-O-Mat-Versionen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz zeigten regelmäßig das große Politikinteresse der Menschen in Rheinland-Pfalz und ihren Wunsch sich informieren und motivieren zu lassen, ihre Stimme abzugeben. Dabei war der Wahl-O-Mat immer das meistgenutzte Wahltool für die Wählerinnen und Wähler in unserem Bundesland.“

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering stellte in einem Statement fest: „Wählen zu gehen ist eine der wichtigsten und konkretesten Formen, als Bürgerin oder Bürger Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen. Was im Landtag entschieden wird, betrifft uns alle in unserem Alltag, sei es, wenn es um die Kitas und Schulen geht, um Straßen und Nahverkehr oder auch um Wirtschaft und Kultur. Sachlich, interaktiv und überparteilich können sich die Wähler:innen mit dem Wahl-O-Mat über die Wahl, die Parteien und ihre politischen Positionen und Vorhaben informieren. Der Wahl-O-Mat, mit dem Landtag und Landeszentrale mit weiteren Angeboten zur Wahl auch auf Tour in Rheinland-Pfalz gehen, trägt dazu bei, für die Wahl zu werben und die Menschen zur Stimmabgabe zu ermutigen.“

„Der Wahl-O-Mat bietet Jugendlichen und Erwachsenen einen spielerischen und unkomplizierten Zugang zu Programmpunkten der politischen Parteien“, verdeutlichte Dr. Sarah Scholl-Schneider, stellvertretende Direktorin der rheinland-pfälzischen Landeszentrale das Ziel des Internetangebotes. „Der Wahl-O-Mat regt die Menschen dazu an, über Politik, Parteien und ihre Programme nachzudenken, zu diskutieren und informiert zur Wahl zu gehen“, so Cemile Giousouf, Vertreterin des Präsidenten der bpb.

Der Wahl-O-Mat Rheinland-Pfalz

ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung und der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für politische Bildung. Der Wahl-O-Mat ist ein Frage-und-Antwort-Tool, das zeigt, welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht. Die Nutzenden können sich zu 38 Thesen – die auf Grundlage der Wahlprogramme aller Parteien entstanden sind – positionieren. Auf diese Weise können die Nutzenden die eigenen Antworten mit denen der Parteien zu den Thesen abgleichen. Der Wahl-O-Mat errechnet daraufhin den Grad der persönlichen Übereinstimmung mit den ausgewählten Parteien.

Im Wahl-O-Mat gibt es neben den Positionen und Begründungen der Parteien zu den Thesen vielfältige Informationen zu den Parteien und dieser Landtagswahl.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter: https://www.wahl-o-mat.de/rlp2026/

 

Unterstützung erfährt die Landtagswahl 2026 durch eine gemeinsame Aktion der Landeszentrale für politische Bildung und des Landtags Rheinland-Pfalz mit dem Titel „Wahltour“, die in verschiedenen Städten Halt macht und vor allem zum Wahl-O-Mat und dem Funktionieren / der Bedeutung und Wichtigkeit des Landtags informieren will. Start der Aktion ist am 24. Februar 2026.

Hier die Presseerklärung:

 

Landtagswahl 2026:
Gemeinsam für die Demokratie – LpB und Landtag gehen auf Tour!

Anlässlich der Landtagswahl am 22. März 2026 veranstalten die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) und der Landtag Rheinland-Pfalz eine gemeinsame „Wahltour“. Das mobile Format wird in mehreren Städten und Gemeinden im ganzen Land Station machen. Ziel ist es, insbesondere Erstwählerinnen und -wähler und interessierte Bürgerinnen und Bürger zu informieren, zur Stimmabgabe zu motivieren und das Bewusstsein für demokratisches Engagement zu stärken.

Das Angebot besteht aus zwei Komponenten: einem Demokratiestand des rheinland-pfälzischen Landtags und dem „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ zur Landtagswahl 2026. Während das beliebte Online-Tool „Wahl-O-Mat“ ab dem 19. Februar 2026 startet, wird das analoge Tool, der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“, erstmals am 24. Februar im Rahmen der „Wahltour“ vor Ort erlebbar sein. Die Angebote der LpB zum Wahl-O-Mat werden in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung angeboten.

LpB-Direktor Bernhard Kukatzki führt dazu aus: „Der ‚Wahl-O-Mat‘ ist seit Jahren ein bewährtes Informationsangebot, um sich über die verschiedenen Positionen der zur Wahl stehenden Parteien zu informieren und diese mit den eigenen Ansichten abzugleichen. Mit dem ‚Wahl-O-Mat zum Aufkleben‘ bringen wir dieses erfolgreiche Format wieder direkt zu den Menschen vor Ort. Es ist uns ein besonderes Anliegen, mit den Menschen über die 38 Thesen ins Gespräch zu kommen, sie für die Bedeutung ihrer Stimme zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, dass ihre Beteiligung an der Demokratie zählt. Die ‚Wahltour‘ bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich spielerisch und interaktiv mit den politischen Themen auseinanderzusetzen, die unser Bundesland bewegen.“

Am Demokratiestand des Landtags erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Angebot an Informationen, interaktiven Mitmachaktionen und spannenden Einblicken rund um das Landesparlament und die Landtagswahl. Der Stand lädt dazu ein, sich über das Funktionieren und den Wert unserer Demokratie auszutauschen, Fragen zu stellen und mehr über die Arbeit des Landtags, der Abgeordneten und über die Landtagswahl zu erfahren.

Landtagspräsident Hendrik Hering betonte: „Der Landtag ist das Herz unserer parlamentarischen Demokratie: Hier werden Gesetze beschlossen, die Interessen der Menschen vertreten und politische Verantwortung übernommen. Gleichzeitig ist Demokratie mehr als ein politisches System: Sie ist eine Lebensform, die im Alltag beginnt. Wahlen verbinden die Arbeit des Landtags mit der Stimme der Bürgerinnen und Bürger. Mit dem Format schaffen wir deshalb ein offenes Gesprächsangebot und bieten Interessierten einen Raum für den persönlichen Austausch. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern lebt vom Dialog und vom Mitmachen jeder und jedes Einzelnen.“

Die „Wahltour“ macht an folgenden Terminen und Orten Station:
• Neustadt: Di., 24. Februar, 11.00 bis 15.00 Uhr (Marktplatz)
• Koblenz: Do., 26. Februar, 11.00 bis 15.00 Uhr (Landesbibliothekszentrum)
• Trier: Di., 3. März, 11.00 bis 15.00 Uhr (Bildungs- und Medienzentrum)
• Ludwigshafen: Do., 5. März, 11.00 bis 15.00 Uhr (BASF)
• Westerburg: Di., 10. März, 11.00 bis 15.00 Uhr (Marktplatz)
• Germersheim: Do., 12. März, 11.00 bis 15.00 Uhr (Campus der JGU)
• Worms: Di., 17. März, 11.00 bis 15.00 Uhr (VHS Worms)
• Bad Kreuznach: Do., 19. März, 13.00 bis 17.00 Uhr (Stadtbibliothek)
• Mainz: Sa., 21. März (weitere Informationen zum Termin folgen in Kürze)

Unterstützt wird das Format an den jeweiligen Stationen vor Ort durch Mitglieder des Landesbündnisses „Demokratie gewinnt!“ und weiteren Partnerinstitutionen.
Weitere Informationen zur „Wahltour“ sowie alle Termine und Stationen finden Sie unter https://landtag-rlp.de/Wahltour-RLP-2026

An Freitagen und Samstagen befindet sich der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ ab dem 27. Februar 2026 im Erdgeschoss der LpB (Kaiserstraße 22, 55116 Mainz) und kann während der Öffnungszeiten (Freitag 10.00 – 13.00 Uhr, Samstag 10.00 – 14.00 Uhr) genutzt werden.“

 

Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 23. Februar 2026
Quelle (vollständig zitierte Texte): Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz / Peter Malzkorn & Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung und des Landtags Rheinland-
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Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto: © Trierer Umschau

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-02-23-ab/