LEICHTE SPRACHE - UNSERE WELT IM FREIEN FALL
Wir müssen den freien Fall unserer Welt stoppen. – Es geht um Wasser. – Ist Wasser ein Natur-Schatz? – Mit Wasser kann man Geld verdienen. – Oder ist Wasser ein Menschen-Recht? – Jeder Mensch braucht Wasser zum Leben. – Mit Gedanken von Ricardo Petrella.
Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch.
Ich sehe das Glas halb voll.
Nicht halb leer.
Trotzdem sehe ich unsere Welt in einem freien Fall.
Wir wissen sehr viel.
Dieses Wissen könnte uns den richtigen Weg zeigen.
Aber die Politik setzt andere Prioritäten.
Sie geht in die falsche Richtung.
Statt Geld für unsere Zukunft zu nutzen,
geben Regierungen viel Geld für Waffen aus.
Die Politik in Deutschland und in vielen anderen Ländern
kauft damit das Ende unserer Erde.
Als Redaktion der Trierer Umschau sagen wir immer wieder:
Kein Land kann die globale Krise mit Waffen lösen.
Die Krise wird immer größer.
Sie ist wie ein hoher Berg.
Dieser Berg besteht aus drei großen Problemen:
Klima-Wandel.
Verlust von Tier- und Pflanzen-Arten.
Verschmutzung der Umwelt.
Jeder Cent zählt.
Jeder Cent, der nicht für die Lösung dieser drei Probleme ausgegeben wird,
macht den freien Fall schneller.
Die Doomsday-Uhr steht bei 84 Sekunden vor Mitternacht.
Mitternacht bedeutet: große Gefahr für die Menschheit.
Wir haben darüber geschrieben: https://www.trierer-umschau.de/2026-02-09-aa/
Hat das die Menschen wachgerüttelt?
Hat jemand auf der Sicherheits-Konferenz in München gesagt:
Wir brauchen keine Waffen.
Wir brauchen keine neuen Abwehr-Systeme.
Wir brauchen keine Schutz-Schilde.
Wir brauchen Menschen,
die das Wir stärken.
Die die Welt wie eine Genossenschaft organisieren.
Was ist eine Genossenschaft?
Eine Genossenschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen oder Unternehmen.
Sie haben gemeinsame Ziele.
Diese Ziele können wirtschaftlich, sozial oder kulturell sein.
Die Mitglieder helfen sich selbst.
Sie tragen gemeinsam Verantwortung.
Sie verwalten sich selbst.
Die Mitglieder sind zugleich Eigentümer und Kunden.
Wenn ein weltweites Wir die Welt verwaltet,
dann hätten Krieg, Waffen und Gewalt keinen Platz mehr.
Dann würde niemand mehr Leben oder Dinge zerstören.
So könnten auch die zehn Vorschläge von Ricardo Petrella umgesetzt werden.
Vielleicht sollten wir uns etwas Wichtiges bewusst machen.
Am 28. Juli 2022 haben 161 von 193 Ländern der Vereinten Nationen beschlossen:
Jeder Mensch hat das Recht auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt.
Das ist ein Menschen-Recht.
Doch wir sind noch weit davon entfernt.
Das zeigt auch die weltweite Wasser-Krise.
Ricardo Petrella erklärt das an diesem Beispiel.
Im Folgenden übernehmen wir den vollständigen Text,
den die Presse-Agentur Pressenza vorgestellt hat.
Der weltweite Zusammenbruch des Wasser-Haushalts.
Wasser-Haushalt bedeutet:
Wie sich Wasser auf der Erde bewegt.
Zum Beispiel Regen, Flüsse, Seen und Grundwasser.
Die UN sprechen nicht über alles.
UN ist die Abkürzung für Vereinte Nationen.
Das ist ein Zusammenschluss von fast allen Ländern der Welt.
Text von Ricardo Petrella.
Er bezieht sich auf einen neuen Bericht der Universität der Vereinten Nationen.
Das ist eine Forschungs-Einrichtung der UN.
Dort untersuchen Fachleute weltweite Probleme.
Der Bericht ist vom 20. Januar 2026.
Der Titel lautet sinngemäß:
Die Welt lebt über ihre Wasser-Verhältnisse.
Im Bericht stellen sich wichtige Fragen.
1. Ein Bericht für eine neue weltweite Wasser-Agenda?
Agenda bedeutet:
Ein Plan mit Zielen und Aufgaben.
Der Bericht hat 72 Seiten.
Im Bericht steht mehrmals:
Begriffe wie Wasser-Stress oder Wasser-Krise reichen nicht mehr aus.
Viele Flüsse, Seen, Grundwasser-Speicher, Feucht-Gebiete und Gletscher
haben einen Punkt erreicht,
an dem es kein Zurück mehr gibt.
Das nennt man „Point of No Return“.
Das bedeutet:
Man kann nicht mehr zum früheren Zustand zurück.
Der Bericht sagt auch:
Die Vorstellung von einer vorübergehenden Krise passt nicht mehr.
Der weltweite Wasser-Kreislauf hat eine sichere planetare Grenze überschritten.
Planetare Grenzen sind wichtige Belastungs-Grenzen der Erde.
Wenn wir sie überschreiten,
gerät das System der Erde in Gefahr.
So ist es auch beim Klima.
Und bei der Biodiversität.
Biodiversität bedeutet Arten-Vielfalt.
Also die Vielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebewesen.
Der Bericht stützt sich auf Forschungen einer internationalen Gruppe.
Diese Gruppe untersuchte neun planetare Grenzen.
Sieben dieser Grenzen sind bereits überschritten.
Auch die Grenze beim Wasser.
Der Bericht kommt zu dem Schluss:
Die Welt lebt über ihre Wasser-Verhältnisse.
Das heißt:
Wir verbrauchen mehr Wasser,
als die Natur erneuern kann.
Wir müssen von einer Strategie der Krisen-Verwaltung
zu einer Strategie der System-Veränderung kommen.
Das bedeutet:
Nicht nur einzelne Probleme lösen.
Sondern das gesamte menschliche und natürliche Wasser-System neu denken.
Diese Aussagen werden im Bericht mit vielen Daten belegt.
Es gibt viele Zahlen und Grafiken.
2. Neue Normal-Zustände und neue Prioritäten.
Der Bericht spricht von neuen Normalitäten.
Das bedeutet:
Wir müssen akzeptieren,
dass es weniger Wasser gibt.
Und dass manche Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Das nennt man irreversibel.
Irreversibel bedeutet:
Es ist nicht umkehrbar.
Aus diesen neuen Realitäten ergeben sich neue Prioritäten.
Der Bericht sagt:
Wenn wir den weltweiten Wasser-Mangel anerkennen,
können wir internationale Ziele besser umsetzen.
Zum Beispiel die Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Diese Ziele heißen SDG.
SDG ist eine Abkürzung.
Sie steht für Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Nachhaltig bedeutet:
So handeln,
dass auch kommende Generationen gut leben können.
Unter diesen Bedingungen kann Wasser eine Brücke sein.
Eine Brücke zu Frieden.
Zu Klima-Schutz.
Zum Schutz der Arten.
Zur Ernährungs-Sicherheit.
Ricardo Petrella sagt:
Viele Leserinnen und Leser finden den Bericht interessant.
Auch er war zuerst begeistert.
Doch dann kam Enttäuschung.
Warum?
Weil ein großes Schweigen den Bericht begleitet.
Es fehlt eine klare Analyse der Ursachen.
Es fehlt die Frage nach Verantwortung.
Es fehlt die Benennung der Verantwortlichen.
Dieses Schweigen macht die Aussagen schwächer.
Es mindert die Glaubwürdigkeit.
3. Das große Schweigen.
Das Schweigen betrifft wichtige Grundlagen.
Ohne die Ursachen zu benennen,
kann man Wasser-Mangel nicht wirklich verstehen.
Ohne Verantwortung gibt es Straffreiheit.
Dann scheint niemand schuld zu sein.
In den letzten 70 Jahren gab es große Umwälzungen.
In Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Technik.
Diese Veränderungen haben die Welt stark verändert.
Sie führten zu einer gespaltenen Welt.
Zu einer gewaltsamen Welt.
Zu einer sehr ungleichen Welt.
Es geht nicht darum, Schuldige an den Pranger zu stellen.
Es geht darum, die Veränderungen klar zu sehen.
Und Lösungen im Interesse aller Menschen zu finden.
Schweigen Nummer 1.
Die Ungleichheit beim Wasser-Mangel.
Der Bericht sagt nicht deutlich:
Wasser-Mangel ist ungleich verteilt.
Ein Teil der Welt leidet kaum darunter.
Dieser Teil hat wirtschaftliche und politische Macht.
Dieser Teil verbraucht viele Ressourcen.
Und verschmutzt viele Ressourcen.
Die Folgen tragen oft arme und verletzliche Menschen.
Es gibt einen sogenannten Öko-Fußabdruck.
Das ist eine Mess-Zahl.
Sie zeigt, wie viele natürliche Ressourcen ein Land verbraucht.
Ein wichtiger Index ist der Overshoot Day.
Das ist Englisch.
Es bedeutet Erd-Überlastungs-Tag.
Das ist der Tag im Jahr,
an dem ein Land alle Ressourcen verbraucht hat,
die ihm für dieses Jahr zustehen.
Ab diesem Tag lebt das Land auf Kosten der Zukunft.
Schweigen Nummer 2.
Eigentum und Aneignung.
Ungleichheit entsteht nicht nur durch Natur.
Sondern durch wirtschaftliche und politische Regeln.
Zum Beispiel durch Eigentums-Rechte.
In den letzten Jahrzehnten gab es viel Privatisierung.
Privatisierung bedeutet:
Öffentliche Güter werden privaten Firmen übergeben.
Auch Wasser wurde privatisiert.
Je stärker Wasser einer Markt-Logik folgt,
desto stärker zählt Gewinn.
Das kann zu Raub führen.
Raub bedeutet hier:
Zerstörung oder Diebstahl von Natur und Leben.
Zum Beispiel:
Viele Menschen haben keine Kranken-Versicherung.
Viele sterben früh.
Abholzung führt zu Dürren.
Wasser wird knapp.
Arten verschwinden.
Große Rechen-Zentren verbrauchen sehr viel Wasser.
Sie brauchen Wasser zur Kühlung.
Rechen-Zentren sind große Computer-Anlagen.
Sie verarbeiten viele Daten.
Zum Beispiel für künstliche Intelligenz.
Künstliche Intelligenz ist Computer-Technik.
Computer lösen damit Aufgaben,
für die sonst Menschen denken müssen.
Manche Regionen verlieren durch Rechen-Zentren viel Grundwasser.
Viele Gemeinden wehren sich dagegen.
Auch chemische Verschmutzung von Flüssen und Meeren ist Raub.
Schweigen Nummer 3.
Wasser wird zu Natur-Kapital.
Natur-Kapital bedeutet:
Natur wird wie ein Geld-Wert betrachtet.
Seit dem Jahr 2000 gibt es Investment-Fonds für Wasser.
Ein Investment-Fonds ist ein Geld-Topf.
Viele Menschen legen Geld hinein.
Sie wollen Rendite.
Rendite bedeutet Gewinn.
Je knapper Wasser wird,
desto höher kann der finanzielle Wert sein.
Das nennt man Finanzialisierung.
Finanzialisierung bedeutet:
Natur wird zu einem Finanz-Produkt.
Man kann damit handeln.
Im Jahr 2022 fand die COP15 statt.
COP ist eine UN-Konferenz zur Umwelt.
Die Zahl 15 bedeutet:
Es war die 15. Konferenz dieser Art.
Dort wurde beschlossen,
dass große Teile der Natur
als finanzielle Vermögens-Werte gelten.
30 Prozent der Natur sollen besonders verwaltet werden.
Ricardo Petrella fragt:
Welches Spiel wird hier gespielt?
Denn kurz danach sagte die UN:
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030
werden nicht erreicht.
Fazit.
Im heutigen System sind diese Ziele nicht vorrangig:
Das Menschen-Recht auf Wasser.
Die Beseitigung von Armut.
Der Schutz lebenswichtiger öffentlicher Güter.
Statt echter Veränderung spricht man nur von Anpassung.
Ricardo Petrella sagt:
Das ist ein Fehler.
Die Zukunft ist offen.
Er schlägt neun Ziele für eine neue weltweite Wasser-Politik vor.
1. Die Lebens-Grundlagen der Erde wiederherstellen.
Zum Beispiel: Null Treibhaus-Gase.
Treibhaus-Gase sind Gase,
die das Klima erwärmen.
2. Keine chemische Vergiftung von Wasser, Boden und Luft mehr.
3. Keine Patente auf lebende Organismen für private Gewinne.
Ein Patent ist ein Schutz-Recht.
Nur der Eigentümer darf eine Erfindung nutzen.
Wissen soll ein öffentliches Gut sein.
4. Eine weltweite Charta für öffentliche Güter.
Eine Charta ist ein Grundsatz-Papier mit Regeln.
5. Eine neue weltweite Finanz-Architektur.
Architektur bedeutet hier:
Der Aufbau eines Systems.
Dazu gehört ein planetarer Fonds.
6. Ein weltweites Wasser-Parlament gründen.
7. Keine großen Staudämme mehr,
die Flüsse und Seen ersticken.
8. Keine Öl-Verschmutzung von Gewässern.
Keine Ausbeutung von Mineral-Wasser durch große Firmen.
9. Armut und Ausgrenzung sollen verboten sein.
Die im ursprünglichen Text genannten Quellen
waren nicht auffindbar.
Deshalb wurden sie entfernt.
Ricardo Petrella ist Doktor der Politik und der Sozial-Wissenschaften.
Politik-Wissenschaft bedeutet:
Er beschäftigt sich mit Staat und Regierung.
Sozial-Wissenschaft bedeutet:
Er beschäftigt sich mit dem Zusammenleben von Menschen.
Er hat auch acht Ehren-Doktor-Titel.
Ein Ehren-Doktor ist eine besondere Auszeichnung von einer Universität.
Diese Universitäten sind in Schweden.
In Dänemark.
In Belgien.
In Kanada.
In Frankreich.
Und in Argentinien.
Er ist emeritierter Professor.
Das bedeutet:
Er war Professor an einer Universität.
Jetzt ist er im Ruhestand.
Er arbeitete an der Katholischen Universität Löwen in Belgien.
Er ist Präsident des Europäischen Instituts für Wasser-Politik-Forschung.
Das Institut heißt kurz IERPE.
Es hat seinen Sitz in Brüssel.
Er ist auch Präsident der Universität des Gemeinwohls.
Diese Universität heißt kurz UBC.
Das ist eine gemeinnützige Vereinigung.
Gemeinnützig bedeutet:
Sie arbeitet für das Wohl der Allgemeinheit.
Nicht für Gewinn.
Die Vereinigung hat ihren Sitz in Antwerpen in Belgien.
Und in Sezano in Italien.
Von 1978 bis 1994 leitete er eine Abteilung bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel.
Die Abteilung hieß FAST.
FAST ist eine Abkürzung.
Sie bedeutet sinngemäß:
Vorausschau und Bewertung in Wissenschaft und Technik.
Dort ging es darum,
wissenschaftliche und technische Entwicklungen zu beobachten
und ihre Folgen einzuschätzen.
Von 2005 bis 2006 war er Präsident des Aquädukts der Region Apulien in Italien.
Ein Aquädukt ist ein großes Wasser-Leitungs-System.
Es versorgt viele Menschen mit Trink-Wasser.
Ricardo Petrella hat viele Bücher geschrieben.
Seine Themen sind Wirtschaft und Gemein-Güter.
Gemein-Güter sind Dinge,
die allen Menschen gehören sollen.
Zum Beispiel Wasser oder Luft.
Weitere Informationen stehen auch auf der Internet-Seite Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Riccardo_Petrella
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-02-19-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 19. Februar 2026
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto: Pathleem – Pixabayy
