Auf der größten DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide am Stettiner Haff in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich das Martensche Bruch (Bild). Innerhalb des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz des Bundes wurden zudem im vergangenen Jahr Voraussetzungen zur Wiedervernässung von 23 Kleinstmooren geschaffen.
Foto: © Henning Schneidereit / DBU Naturerbe -- Logo: © DLR Mosel
Die Moselaue im Dreiländereck von Frankreich, Deutschland und Luxemburg ist ein Wasservogel-Refugium von internationalem Rang. Das bunte Mosaik an Teichen ist durch Kiesabbau entstanden. Biogeograph Rolf Klein führt uns durch die renaturierten Flächen. (Sendung "Saar Natur" vom 10.08.2024)
Video / YouTube: © SR deins
Feuchtgebiet bei Überlosheim und Büschfeld
Foto: © Naturpark Saar-Hunsrück
Auf der DBU-Naturerbefläche Gelbensander Forst bei Rostock haben Bagger sechs Meter breite und zwei Meter hohe Rahmen für Stauwehre in Entwässerungsgräben gesetzt. Regulierbare Kippwehre sollen helfen, den Grundwasserstand so anzupassen, dass der torfhaltige Boden weniger Klimagase freisetzt und sich wieder artenreiche Feuchtwiesen entwickeln.
Foto: © Claudia Höhne (Fotograf: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)
Mit Fördermitteln der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und dank tatkräftiger Unterstützung vom Bundesforstbetrieb Lausitz renaturiert das DBU Naturerbe die entwässerten Niedermoore auf der DBU-Naturerbefläche Weißhaus im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg.
Foto: © Gesa Wannick / DBU Naturerbe (Fotograf: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

NATUREREIGNISBEGLEITER

NaturEREIGNISbegleiter – Text 11 – 2. Februar 2026 – 55 Jahre Ramsar-Konvention – Zum „Tag der Feuchtgebiete“

Ereignis „Lebendige Moselweinberge“ – in Kombination mit dem „Tag der Feuchtgebiete“

Ein Ereignis – oder wie man im 16. Jahrhundert sagte, ein „erägunis“ – führt etwas vor die Augen. Vor allem soll mit dem heutigen Text der 2. Februar, der „Welttag der Feuchtgebiete“ genauer betrachtet werden.
Dabei fällt das nicht leicht, denn wenn man anfängt, sich zum Thema Feuchtgebiete zu informieren, merkt man, dass man über viele Worte und Mahnungen (die Moore zu erhalten) sehr wenig Substanzielles serviert bekommt. Mitunter scheint es, dass die Revitalisierung von Mooren an Papierhürden scheitert bzw. in die Länge gezogen wird (vgl. https://www.bfn.de/handlungsbedarf-zum-moorschutz ).

Doch gehen wir kurz zurück 55 Jahre zurück: zum 2. Februar 1975, als im iranischen Ramsart eine der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz, die Ramsart-Konvention unterschrieben wurde. Nach den 21 Gründerstaaten – Deutschland ratifizierte die Konvention 1976 – sind heute 172 Länder dem Vertrag beigetreten.

Das Bundesamt für Naturschutz notierte in einer Pressemitteilung vom 31.01.2025:

„Die internationale Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten verfolgt das Ziel, Feuchtgebiete ganzheitlich zu schützen, nachhaltig zu nutzen sowie Forschung, Bildung und Kommunikation, Weiterbildung und internationale Zusammenarbeit hierzu zu fördern. Die Bundesrepublik Deutschland ist der Ramsar-Konvention im Jahr 1976 beigetreten und beherbergt derzeit 35 Ramsar Gebiete auf einer Fläche von 868.320 Hektar, darunter drei grenzüberschreitende Ramsar Gebiete.
Jährlich wird am 2. Februar mit dem „Weltfeuchtgebietstag“ auf die Bedeutung von Feuchtgebieten und das Bestehen dieses völkerrechtlichen Abkommens hingewiesen. Mittlerweile zählt die Konvention 172 Mitgliedsstaaten. Weltweit konnten bisher 2525 „Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung“ ausgewiesen werden.

Mit einer Ausweisung von Ramsar-Feuchtgebieten verpflichten sich die Mitgliedsländer der Ramsar-Konvention zugleich, dafür zu sorgen, dass auch die übrigen Feuchtgebiete innerhalb ihrer Grenzen nachhaltig genutzt werden. Weiterhin sind die Vertragsstaaten zur internationalen Zusammenarbeit aufgefordert. Alle drei Jahre muss eine ausführliche Berichterstattung erfolgen.“

 

Die Seite „Internationale Klimaschutz Initiative (IKI)“ als Instrument der Bundesregierung zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität ergänzt auf https://www.international-climate-initiative.com/iki-medien/artikel/schutz-der-feuchtgebiete-fuer-eine-gemeinsame-zukunft/:

… [Zu den Ramsar-Gebieten in Deutschland] gehören über 80 Prozent der Watt- und Wasserflächen der Nord- und Ostsee sowie drei staatenübergreifende Ramsar-Gebiete: die Bayerische Wildalm zusammen mit Österreich, der Oberrhein mit Frankreich sowie das Wattenmeer zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.“

„[…] es gibt global über 2500 ausgewiesene Ramsar Gebiete mit einer Gesamtfläche von fast 2,5 Millionen km2. Im Vergleich zur Landesfläche Deutschlands (360.000 km2) ist die ausgewiesene Fläche also schon 7,2-mal so groß.“

 

Der Moor-Schock im Kongo

Warum die Feuchtgebiete und vor allem Moor-Areale mit Nachdruck erhalten und erweitert werden müssen, lässt sich am besten mit dem Text der Umweltstiftung Greenpeace zum „größten Torfmoor der Erde“ skizzieren:

„In der zentralafrikanischen Republik Kongo entdeckten britische und einheimische Forscher 2014 eine Sensation: das wahrscheinlich größte tropische Torfmoor der Erde, verborgen unter Sumpf und dichtem Regenwald. Schätzungsweise 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff hat das Moor von der Größe Englands gespeichert. Umgewandelt in Kohlendioxid wäre das so viel, wie die USA in 20 Jahren ausstoßen. Nicht auszudenken, wenn diese Menge in die Atmosphäre gelangt!“
(aus: https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/waelder/waelder-erde/entdeckung-erde )

 

Doch die Weltlage lässt hier keinen Optimismus aufkommen. Und auch wenn der folgende Artikel vom World Wide Fund For Nature (WWF) inzwischen schon fünf Jahre „alt“ ist, scheinen sich die Zahlen nur minimal zu verändern:

„Die Fläche an Feuchtgebieten ist seit 1900 weltweit um 70 Prozent zurückgegangen..“

„Besonders Moore sind von existentieller Bedeutung für Klimaschutz und Artenvielfalt. Weltweit bedecken sie zwar nur etwa 400 Millionen Hektar, speichern aber rund ein Drittel des weltweit im Boden gespeicherten Kohlenstoffs [und damit soppelt so viel Kohlenstoff die der gesamte Waldbestand der Erde!]. In Deutschland wurden jedoch 99 Prozent aller Moore entwässert, damit gingen wichtige Kohlenstoffspeicher verloren.“

„[Die WWF Süßwasserexpertin Theresa Schiller sagt] „Wir haben jahrzehntelang unsere Natur zerstört und haben hier Einiges wieder gut zu machen. Dazu gehört es auch Moore wiederzuvernässen. Allein in Deutschland könnten wir damit bis zu 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr einsparen. Das zeigt: Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, sollten wir dazu auch die Natur nutzen und intakte Moore erhalten und trockengelegte Moore wiedervernässen.““
(aus: https://www.wwf.de/2021/februar/feuchtgebiete-in-desolatem-zustand )

 

Und um im Sinne des „Naturerlebnisbegleiters“ (das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel bildet dazu aus) einen Blick auf die reduzierte Fauna in Feuchtgebieten zu werfen, zitieren wir aus dem vom WWF veröffentlichten „Living Planet Report 2020 – Kurzfassung“:

Der Living Planet Index für Gewässer und Feuchtgebiete

Die Artenvielfalt in Gewässern und Feuchtgebieten schwindet offenkundig noch schneller als in Wäldern und Ozeanen. Aufgrund der verfügbaren Daten ist bekannt, dass wir seit 1700 weltweit fast 90 % der Feuchtgebiete verloren haben. An Millionen Flusskilometern haben Menschen Hand angelegt. Das zeigt die Auswertung globaler Flusskartierungen. An diesen Eingriffen hat die Artenvielfalt der Gewässer enormen Schaden genommen.

Der Living Planet Index für Gewässer und Feuchtgebiete – mit 3.741 beobachteten Beständen von 944 Arten von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen – ist um durchschnittlich 84 % gesunken, was einem jährlichen Rückgang von 4 % seit 1970 entspricht. Die meisten Rückgänge sind bei Süßwasseramphibien, Reptilien und Fischen zu beobachten – und zwar in allen Regionen der Erde und insbesondere in Lateinamerika und der Karibik.

Die Artenvielfalt wird durch übermäßige Wasserentnahme und -verschmutzung, die Umgestaltung des Flusslaufs, einwandernde, gebietsfremde Arten und das Ausbaggern der Flüsse massiv verringert.“

 

Vor gut einem Jahr notierte die Heinrich-Böll-Stiftung in „Biodiversität – Moore: Wiedervernässung & Renaturierung für das Klima“ (vgl. https://www.boell.de/de/2025/01/08/biodiversitaet-moore-wiedervernaessung-renaturierung-fuer-das-klima ):

„In der Vergangenheit wurden Moore jedoch oft entwässert, um sie zum Beispiel mit Siedlungen zu bebauen oder landwirtschaftlich zu nutzen: Aktuell gelten in Deutschland nur noch 2 Prozent der Moore als naturnah. Sind Moore einmal trockengelegt, funktionieren sie nicht mehr als Kohlenstoffsenke: Enorme Mengen CO₂ werden freigesetzt und gelangen in die Atmosphäre. Jedes Jahr verursachen entwässerte Moore mehr als 7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland.“

Doch auch die Auenlandschaften – diese „Schnittstellen zwischen Wasser und Land“ und „artenreichsten Ökosysteme der Erde“ – sind als Feuchtgebiete gefährdet:

„In Deutschland sind viele Auen vor allem durch Begradigung und Eindeichung von Flüssen großflächig verloren gegangen. Von den verbliebenen Auen gelten nur noch 1 Prozent als naturnah; der Auwald zählt mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen Europas. An den 79 größten Flüssen Deutschlands sind zwei Drittel der Auen bereits vollständig verloren gegangen; im Fall von Hochwasser können nur noch 10 bis 20 Prozent der ehemaligen Flächen geflutet werden. Deswegen sind Hochwasser heute oft heftiger.“

 

So notierte der Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) in Rheinland-Pfalz in https://www.bund-rlp.de/themen/mensch-natur/fluesse-und-gewaesser/kapillarsysteme-unserer-biodiversitaet/:

„Feuchtgebiete sind sehr effektive Wasserspeicher die helfen, Überschwemmungen und Flutkatastrophen zu verhindern. Sie können pro Hektar bis zu 3,8 Millionen Liter Flutwasser aufnehmen.“

Das Stichwort „Wasserspeicher“ nehme ich als Anlass, um den Fokus auf die Mosel zu lenken. Eine Google-Befragung ergab folgende KI-Übersicht, die ich gerne übernehme und mit Verlinkungen zu den jeweiligen Webseiten versehe:

„[…], entlang der Mosel gibt es mehrere Feuchtgebiete und wertvolle Auenlandschaften, die als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten dienen. Besonders im Dreiländereck (Deutschland, Luxemburg, Frankreich) finden sich geschützte Bereiche, wie die Moselaue bei Nennig oder das Naturschutzgebiet „Haff Réimech“ in Luxemburg mit seinen Weihern und Teichen.

Wichtige Feuchtgebiete und Auen an der Mosel:

• Haff Réimech (Luxemburg): Eines der größten Feuchtgebiete, bekannt für Rückzugsmöglichkeiten bedrohter Arten.
vgl. https://www.visitmoselle.lu/de/attraktion/naturreservat-haff-reimech

• Moselaue (Nennig/Saarland): Ein Natura-2000-Gebiet mit hoher Artenvielfalt, das durch ehemaligen Kiesabbau entstand und Flachwasserzonen bietet.
vgl. https://nabu-saar.de/nabu-saarland/projekt-moselaus
und vgl. auch folgendes YouTube-Video, das oben in die Fotoleiste mit aufgenommen wurde:
https://www.youtube.com/watch?v=WhWSOPYWCV8&t=9s

• Nothbachtal (Rheinland-Pfalz): Ein Naturschutzgebiet in der Nähe der Mosel mit feuchten Grünländern. [Der Nothbach mündet bei Lehmen – 19 Kilometer vor Koblenz – in die Mosel]
vgl. https://www.nabu-osteifel.de/schutzgebiete/nsg-nothbachtal-in-r%C3%BCber/
[Übrigens: im Nothbachtal – aber nicht nur dort – retten karpatische Wasserbüffel das Naturschutzgebiet vor einer Überwucherung mit Schilf.]

Diese Gebiete, oft durch Renaturierung nach Kiesabbau entstanden, beherbergen Amphibien, seltene Vögel und bieten Wasserbüffeln als Landschaftspfleger einen Lebensraum.“

 

Bei unseren Recherchen zum Thema Feuchtgebiet sind wir auf eine Mitteilung des Naturparks Saar-Hunsrück gestoßen und auf eine Pressemeldung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die einerseits neugierig machen und andererseits etwas Optimismus in Sachen „Welttag der Feuchtgebiete“ in den Raum stellen.

 

So berichtete der Naturpark Saar-Hunsrück zum Tag der Feuchtgebiete 2024:

„Der Welttag der Feuchtgebiet ist am 2. Februar 1971 in Ramsar im Iran festgelegt worden, mit dem Ziel, Feuchtgebiete nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Sie sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Dieser Tag soll die öffentliche Wahrnehmung für diese ökologisch wertvollen Biotope stärken, damit sie sich auch in Zukunft auf der Basis einer großen Biologische Vielfalt weiterentwickeln können.

Die wertvollen Feuchtgebiete im Naturpark wie z. B. an Seen, Flüssen, Bächen und deren Überschwemmungsflächen, Nasswiesen, ehemalige Täler der Saar, Feucht- und Nasswiesen, Quell- und Hangmoore, auch Hangbrücher genannt [siehe auch: https://www.naturpark.org/natur-und-kultur/waelder/waldarten/hangbruecher], versumpfte Flächen mit Erlen-Birken-Moor- oder Bruchwald etc. sind nachhaltig zu bewahren und können auch in der Freizeit von der Naturpark-Bevölkerung und Gästen auf Wanderwegen oder Naturerkundungspfaden im Naturpark erlebt werden.
[…]

Hintergrund:
Im Naturpark können z. B. im Ortelsbruch bei Morbach, im Singenental am Erbeskopf, am barrierefreien Rundweg am Thranenweier bei Börfink, im Weyrichsbruch bei Kell am See, im Wawerner Bruch, im Panzbruch bei Greimerath, am Losheimer See, Keller See oder Noswendeler See, Bostalsee, Steinbachaue bei Dörsdorf, an der Saarschleife bei Mettlach, an der Moselaue bei Nennig, am Wiltinger Saarbogen, in den Schwemmlinger Wiesen bei Merzig, an der Niedschleife bei Niedaltdorf, in den Nasswiesen der Ill-Aue bei Dirmingen, im Ostertal, bei Hofgut Imsbach, im Oberthaler Bruch, am Gewässersystem Ruwer und Nebenbäche, an der Nahe, Prims und Blies etc. die artenreichen Feuchtgebiete erwandert und erforscht werden.“

Als Foto haben wir das Feuchtgebiet bei Überlosheim und Büschfeld aus der Pressemeldung des Naturparks Saar-Hunsrück übernommen (siehe oben, das Foto nach dem YouTube-Link).

 

Und hier die Pressemeldung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ohne dabei die kleinen und zum Teil auch privat bzw. ehrenamtlich getragenen Aktivitäten zur Renaturierung bzw. Wiedervernässung außer Acht zu lassen. Zum Beispiel engagierten sich 70 Freiwillige aus ganz Deutschland im Roten Moor für die Wiedervernässung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön (vgl. https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ueber-70-freiwillige-im-einsatz ).

 

Mehr Tempo bei der Wiedervernässung
Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar

Für das Erreichen der nationalen Klimaziele liegt ein großes Potenzial im natürlichen Klimaschutz. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe mit Sitz in Osnabrück, will Tempo machen beim Senken des Treibhausgasausstoßes. Die Strategie: Zeitgleich auf eigenen DBU-Naturerbeflächen zahl-reiche Moore und Feuchtgebiete wiedervernässen und dadurch Kohlenstoffdioxid-Emissio-nen vermindern. Das kommt zusätzlich dem lokalen Wasserhaushalt und speziellen von ausreichend Wasser abhängigen Ökosystemen zugute. Am 2. Februar findet der Welttag der Feuchtgebiete statt.

Gesamtfläche zur Wiedervernässung in Ueckermünder Heide entspricht knapp Außenalster

Früher wurden Moore und Feuchtgebiete entwässert, um das Land nutzbar zu machen. „Heute stel-len uns Klima-, Wasser- und Biodiversitätskrise vor neue Herausforderungen, die einen Paradigmen-wechsel erfordern“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Jetzt gilt es, Wasser in der Land-schaft zu halten.“ Das DBU Naturerbe habe gute Ausgangsvoraussetzungen: Es ist dafür verantwort-lich, 66 Flächen in zehn Bundesländern mit insgesamt 70.000 Hektar im naturschutzfachlichen Sinne weiterzuentwickeln. Zugleich hat das DBU Naturerbe-Team starke Verbündete an der Seite. Inner-halb des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung entsteht etwa die Mach-barkeitsstudie NaturErbeKlima, mit der auf 15 ausgewählten DBU-Naturerbeflächen in acht Bundes-ländern Maßnahmen zum natürlichen Klimaschutz in Planung sind. Eine erste Umsetzung erfolgte im vergangenen Jahr bereits auf der DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vor-pommern. „Da ist zum Erhalt von Feuchtgebieten Beeindruckendes passiert“, so Bonde. Bei 23 Kleinstmoore sind 15 verrohrte Durchlässe zurückgebaut worden, 100 Meter Grabenabschnitte wurden verfüllt und 100 Grabenplomben gesetzt. „Damit haben wir allein auf dieser Naturerbefläche die Voraussetzungen geschaffen, insgesamt rund 150 Hektar wiederzuvernässen“, so der DBU-Ge-neralsekretär. Das entspreche fast der Fläche der Außenalster Hamburgs.

Mit starken Verbündeten Klimawandelfolgen kompensieren

Starke Verbündete fand das DBU Naturerbe zudem in Stiftungen. Ein Naturschutzprojekt wurde etwa mit Unterstützung der Joachim Herz Stiftung und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS auf der DBU-Naturerbefläche Peenemünde geplant, mit den zuständigen Ämtern eng abgestimmt und umgesetzt. „In den Peenewiesen helfen 19 regulierbare Kippwehre und sechs Grabenplomben, den Grundwas-serstand auf knapp über 300 Hektar anzupassen“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. Angesichts der klimawandelbedingt höheren Temperaturen und dadurch stärkeren Ver-dunstung sei es höchste Zeit, mit den verfügbaren Wasserressourcen besser umzugehen und mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Laut Umweltbundesamt ist vor allem in Teilen Ost- und Mittel-deutschlands langfristig mit zunehmender Trockenheit und beschränkter Wasserverfügbarkeit zu rechnen. Bonde: „Nasse Moore und Feuchtgebiete helfen einen Teil der Klimawandelfolgen zu kom-pensieren und haben deshalb eine herausragende Bedeutung in der Landschaft und für die Men-schen.“ Zugleich dienen intakte Moore mit natürlichem Wasserhaushalt zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als wichtige Lebensräume.

Gesamtfläche zur Wiedervernässung größer als Königssee oder Templiner See

Weitere Projekte mit Maßnahmen zur Wiedervernässung erfolgten etwa auf den DBU-Naturerbeflä-chen Gelbensander Forst bei Rostock – 100 Hektar, gemeinsam mit der Körber-Stiftung – und Weiß-haus im Landkreis Elbe-Elster – 20 Hektar, zusammen mit der Stiftung Naturschutzfonds Branden-burg. „All diese Beispiele ergeben summiert bereits 5,7 Quadratkilometer Fläche. Das ist mehr als der international bekannte Königssee bei Berchtesgaden oder der Templiner See bei Potsdam umfas-sen“, so Bonde. Doch Wiedervernässungen erfordern oft hohen Planungsaufwand und langwierige Genehmigungsverfahren – selbst in Naturschutzgebieten. Bonde: „Wir machen Tempo und bleiben hartnäckig.“ Das DBU Naturerbe hat auf dem Weg Menschen mit gemeinsamen Überzeugungen ge-funden, die ergebnis- und zukunftsorientiert an einem Strang ziehen – sowohl in Behörden als auch bei Unternehmen. „Wir hoffen, dass unsere zunehmende Expertise dazu führt, dass die eine oder andere Hürde kleiner wird oder auch entfällt“, so der DBU-Generalsekretär. Gemeinsam mit Partnern werden in den kommenden Jahren weitere Wiedervernässungsprojekte geplant und umgesetzt

Hintergrund zum DBU Naturerbe

Das DBU Naturerbe verantwortet als Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Naturschutz auf 66 überwiegend ehemaligen Militärflächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Der Bund verzichtet seit 2005 auf den Verkauf ausgewählter, wertvoller Naturflächen im Bundeseigentum und hat bislang rund 164.000 Hektar stattdessen dem Naturschutz gewidmet und einen Großteil an Stiftungen, Naturschutzverbände oder Bundesländer übertragen. Zum Nationalen Naturerbe zählen ehemals militärisch genutzte Gebiete, Flächen entlang der früheren innerdeutschen Grenze, Treuhandareale und stillgelegte Braunkohletagebaue. Im DBU Naturerbe sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, strukturarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden. Zudem möchte die DBU-Stiftungstochter Menschen für die heimische Natur begeistern.“

Danke an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt für einiges Illustrationsmaterial zu der Pressemeldung! (vgl. die Fotos 1, 3 und 4 in der oberen Bildleiste).

 

Als NaturEREIGNISbegleiter darf ich für mich notieren: Der 2. Februar, den ich als „Tag der Feuchtgebiete“ so gar nicht im Fokus hatte, hat mir die Augen geöffnet, welchen Wert die immer und immer wieder hochgehaltenen Moorlandschaften für jeden (und damit für die ganze Menschheit) haben! – Und um ehrlich zu sein: Ich bin über eine Pressemeldung des Naturschutzbundes Österreich auf die Hintergründe (die Ramsar-Konvention) dieses Tages aufmerksam geworden.

 

Alle Texte zum Thema „NaturEREIGNISbegleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie unter: https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

Text / Kommentare: Christph Maisenbacher – 9. Februar 2026
Quelle (vollständig zitiertete Texte): (1) „Tag der Feuchtgebiete im Naturpark“ – Naturpark Saar-Hunsrück (Meldung vom 24.01.2024) – (2) Pressemeldung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) über das Presseportal vom 29.01.2026.
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto 1: © Henning Schneidereit / DBU Naturerbe Logo: © DLR Mosel – Foto 2: © Naturpark Saar-Hunsrück* – Foto 3: © Claudia Höhne (Fotograf: Deutsche Bundesstiftung Umwelt) – Foto 4: © Gesa Wannick / DBU Naturerbe (Fotograf: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Video / YouTube: © SR deins

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-02-09-cb/

Die Text-Folge „Lebendige Moselweinberge“ ist Dauno gewidmet (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2026-11-03-ba/)