WELTUNTERGANG
4 Sekunden näher am Ende der Menschheit – in 85 Sekunden ist alles aus. Die Doomsday-Uhr.
In Washington D.C. ticken die Trump-Uhren anders
In Washington, der Hauptstadt der Vereinigten Staaten und des Weißen Hauses, des Amts- und Regierungssitzes von Donald Trump, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, ticken die Uhren anders: Denn im Trump-Land wird aktuell Politik in einem Mix aus Willkür und Machtdemonstration gemacht. Internationale Gesetze werden ignoriert oder aufgekündigt. Im Reich des America-First-Königs, der – in Ermangelung des Friedens-Nobelpreises – seinen Triumphbogen bereits in Planung hat (vgl. https://www.monopol-magazin.de/trump-plant-riesen-triumphbogen-washington) gelten eigene Gesetze. Da werden Staatsoberhäupter entführt (Venezuela), werden mit Waffengewalt – ok, man möchte dann doch noch Chancen auf den Friedensnobelpreis wahren – Länder bedroht, die man vorher (2025, mit der Operation Midnight Hammer) bereits bombardiert hat. Und – Trump ist da ein Mensch von Welt und Weitsicht – wird der START-Vertrag zur Eindämmung der Atomwaffen nicht verlängert – trotz des Angebots vom russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Vertrag um 1 Jahr zu verlängern. Denn Trump will auch China mit im Boot des atomaren Risikomanagements haben.
In Washington D.C. tickt aber auch die Doomsday-Uhr
In Washington tickt ebenso eine andere Uhr: die „Doomsday Clock“, Weltuntergangsuhr – auch Atomkriegsuhr genannt – oder, um die ebenso bekannte wie religiösere Bezeichnung zu wählen: die Uhr des Jüngsten Gerichts („doomsday“ bedeutet tatsächlich in der Übersetzung „Jüngstes Gericht“ oder „Weltgericht“).
Eine sehr umfangreiche Darstellung der „Weltuntergangsuhr“ findet sich auf Wikipedia (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Weltuntergangsuhr), vor allem, wie sich seit 1947 der Zeiger bewegt. Wir waren 1991 – mit der Unterzeichnung der START-Verträge, der Strategic Arms Reduction Treaty (dem Vertrag zur Verringerung strategischer Waffen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland) – schon bei 17 Minuten (!) vor Mitternacht. Also 1.020 Sekunden vor Mitternacht …
Allerdings sind es heute nur noch 85 Sekunden vor Mitternacht. Denn nicht nur das Risiko eines Atomkrieges, der akuten Klimakatastrophe und der Missbrauch von Künstlicher Intelligenz wie auch der Biotechnologie lassen den Zeiger in Richtung Mitternacht (bzw. Apokalypse) bewegen.
Vor der Pressemeldung des „Bulletin of the Atomic Scientists“ noch ein passendes Bibelzitat:
„Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden nicht mehr zu finden sein.“
(vgl. 2. Brief des Apostels Petrus 3,10 – https://www.bibleserver.com/LUT/2.Petrus3 )
Das braucht keine Worte mehr … – Damit zur Pressemeldung des „Berichtsblatts der Atomwissenschaftler“, das seit 1947 (als Folge der Atomwaffenangriffe auf Japan) erscheint (vgl. ** und https://de.wikipedia.org/wiki/Bulletin_of_the_Atomic_Scientists ). Die Trierer Umschau publiziert dies in einer Zeitdistanz von fast 2 Wochen. Denn wir sind dabei, einen zweiten Artikel zum Thema „Atomwaffen“ vorzubereiten. Doch zunächst nach Washington:
„85 SEKUNDEN VOR MITTERNACHT: DIE DOOMSDAY-UHR RÜCKT UM 4 SEKUNDEN NÄHER –
SO NAH AN DER AUSLÖSCHUNG DER MENSCHHEIT WIE NIE ZUVOR
„Versagen der Führung“: Die Doomsday-Uhr rückt näher an Mitternacht, während sich globale existenzielle Bedrohungen verschärfen.
Expert:innen nennen unter anderem das Auslaufen von New START, rekordbrechende Klimatrends, KI sowie verschiedene biosicherheitsrelevante Risiken als Faktoren.
Die Doomsday-Uhr wurde [am 27. Januar 2026 in Washington D.C.] auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt – so nah war die Uhr in ihrer Geschichte noch nie an Mitternacht. Das Science and Security Board (SASB) des Bulletin of the Atomic Scientists, das die Uhr stellt, rief zu dringendem Handeln auf, um nukleare Arsenale zu begrenzen, internationale Leitlinien für den Einsatz von KI zu schaffen und multilaterale Abkommen zur Bewältigung globaler biologischer Bedrohungen zu schließen.
Alexandra Bell, Präsidentin und CEO des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„Die Botschaft der Doomsday-Uhr könnte nicht klarer sein. Katastrophale Risiken nehmen zu, die Zusammenarbeit nimmt ab, und uns läuft die Zeit davon. Veränderung ist sowohl notwendig als auch möglich – aber die globale Gemeinschaft muss von ihren Führungspersonen schnelles Handeln einfordern.“
Die Zeit der Doomsday-Uhr wird jährlich vom Science and Security Board (SASB) des Bulletin of the Atomic Scientists in Beratung mit seinem Board of Sponsors festgelegt, dem acht Nobelpreisträger:innen angehören. Zu den maßgeblichen Faktoren im Jahr 2026 zählten wachsende Bedrohungen durch Atomwaffen, disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), mehrere biosicherheitsrelevante Risiken sowie die anhaltende Klimakrise. Zuletzt wurde die Zeit der Uhr im Januar 2025 geändert, als die Doomsday-Uhr auf 89 Sekunden vor Mitternacht gestellt wurde.
Daniel Holz, PhD, Professor an der University of Chicago in den Departments für Physik, Astronomie & Astrophysik, am Enrico Fermi Institute und am Kavli Institute for Cosmological Physics sowie Vorsitzender des SASB des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„Die gefährlichen Trends bei nuklearen Risiken, beim Klimawandel, bei disruptiven Technologien wie KI und in der Biosicherheit werden von einer weiteren beunruhigenden Entwicklung begleitet: dem Aufstieg nationalistischer Autokratien in Ländern auf der ganzen Welt. Unsere größten Herausforderungen erfordern internationales Vertrauen und Zusammenarbeit, und eine Welt, die in ein ‚Wir gegen sie‘ zerfällt, macht die gesamte Menschheit verwundbarer.“
Maria Ressa, Mitgründerin und CEO von Rappler, Professorin für Praxis an der School of International and Public Affairs (SIPA) der Columbia University und Friedensnobelpreisträgerin 2021, sagte:
„Ohne Fakten gibt es keine Wahrheit. Ohne Wahrheit gibt es kein Vertrauen. Und ohne beides ist die radikale Zusammenarbeit, die dieser Moment verlangt, unmöglich. Wir erleben ein Informations-Armageddon – die Krise unter allen Krisen –, angetrieben von extraktiver und räuberischer Technologie, die Lügen schneller verbreitet als Fakten und von unserer Spaltung profitiert. Wir können Probleme nicht lösen, deren Existenz wir uns nicht einmal einig sind. Wir können nicht über Grenzen hinweg kooperieren, wenn wir uns nicht einmal auf dieselben Fakten einigen können. Nukleare Bedrohungen, Klimakollaps, KI-Risiken: Keines davon lässt sich angehen, ohne zuvor unsere gemeinsame Wirklichkeit wiederherzustellen. Die Uhr tickt.“
Die Erklärung zur Doomsday-Uhr 2026 lautet:
Vor einem Jahr warnten wir, dass die Welt gefährlich nahe an einer globalen Katastrophe steht und dass jede Verzögerung beim Kurswechsel die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe erhöht. Statt diese Warnung zu beherzigen, sind Russland, China, die Vereinigten Staaten und andere große Länder zunehmend aggressiv, konfrontativ und nationalistisch geworden. Mühselig errungene globale Verständigungen brechen zusammen, beschleunigen einen „Winner-takes-all“-Wettbewerb der Großmächte und untergraben die internationale Zusammenarbeit, die entscheidend ist, um die Risiken eines Atomkriegs, des Klimawandels, des Missbrauchs der Biotechnologie, der potenziellen Bedrohung durch künstliche Intelligenz und anderer apokalyptischer Gefahren zu verringern. Viel zu viele Führungspersonen sind selbstzufrieden und gleichgültig geworden und übernehmen in vielen Fällen Rhetorik und Politiken, die diese existenziellen Risiken beschleunigen statt mindern. Aufgrund dieses Führungsversagens stellt das Science and Security Board des Bulletin of the Atomic Scientists die Doomsday-Uhr heute auf 85 Sekunden vor Mitternacht – so nah an der Katastrophe wie nie zuvor. …
Auch wenn sich die Zeiger der Doomsday-Uhr weiter auf Mitternacht zubewegen, gibt es viele Maßnahmen, die die Menschheit vom Abgrund zurückziehen könnten:
● Die Vereinigten Staaten und Russland können den Dialog über die Begrenzung ihrer nuklearen Arsenale wieder aufnehmen. Alle Atomwaffenstaaten können destabilisierende Investitionen in Raketenabwehr vermeiden und das bestehende Moratorium für explosive Nuklearversuche einhalten.
● Durch multilaterale Abkommen ebenso wie durch nationale Regulierungen kann die internationale Gemeinschaft alle praktikablen Schritte unternehmen, um die Erschaffung von Spiegel-Leben zu verhindern, und bei substanziellen Maßnahmen kooperieren, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass KI zur Erzeugung biologischer Bedrohungen eingesetzt wird.
● Der Kongress der Vereinigten Staaten kann Präsident Trumps Krieg gegen erneuerbare Energien zurückweisen und stattdessen Anreize und Investitionen bereitstellen, die eine rasche Verringerung der Nutzung fossiler Brennstoffe ermöglichen.
● Die Vereinigten Staaten, Russland und China können in bilaterale und multilaterale Dialoge über sinnvolle Leitlinien zur Einbindung künstlicher Intelligenz in ihre Streitkräfte eintreten, insbesondere in nukleare Führungs- und Kontrollsysteme.
Atomwaffen: Weiteres Abrutschen auf einer rutschigen nuklearen Abwärtsspirale
Jon B. Wolfsthal, Direktor für globale Risiken bei der Federation of American Scientists (FAS) und SASB-Mitglied des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„2025 war es nahezu unmöglich, ein nukleares Thema zu benennen, das sich verbessert hätte. Mehr Staaten verlassen sich zunehmend intensiver auf Atomwaffen, mehrere Staaten sprechen offen darüber, Atomwaffen nicht nur zur Abschreckung, sondern auch zur Nötigung einzusetzen. Hunderte Milliarden werden weltweit ausgegeben, um nukleare Arsenale zu modernisieren und auszubauen, und immer mehr Nicht-Atomwaffenstaaten erwägen, ob sie selbst Atomwaffen erwerben sollten oder sichern sich nuklear ab. Anstatt die Feuer des nuklearen Rüstungswettlaufs weiter zu schüren, verringern die Atomwaffenstaaten ihre eigene Sicherheit und setzen den gesamten Planeten aufs Spiel. Die Führungspersonen aller Staaten müssen die Lehren des Kalten Krieges neu lernen – niemand gewinnt ein nukleares Wettrüsten, und der einzige Weg, nukleare Gefahren zu verringern, besteht in verbindlichen Abkommen zur Begrenzung von Umfang und Struktur ihrer nuklearen Arsenale. Atomwaffenstaaten und ihre Partner müssen jetzt in bewährte Instrumente der Krisenkommunikation und Risikominderung investieren, sich erneut der Verhinderung der Weiterverbreitung von Atomwaffen verpflichten, auf nukleare Drohungen verzichten und ein vorhersehbareres und stabileres globales Sicherheitssystem anstreben.“
Disruptive Technologien: Wettbewerb verdrängt Kooperation
Steve Fetter, PhD, Professor für Public Policy und ehemaliger Dekan an der University of Maryland, Fellow der American Physical Society (APS), Mitglied des Committee on International Security and Arms Control (CISAC) der National Academy of Sciences (NAS) sowie SASB-Mitglied des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„Mit der Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten von KI und wachsenden Sorgen über potenzielle Risiken hat Trump Bidens Initiative zur KI-Sicherheit aufgehoben und den Bundesstaaten untersagt, eigene KI-Regulierungen zu erarbeiten – ein Ansatz nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ in der KI-Entwicklung. Die Betonung des technologischen Wettbewerbs macht es zunehmend schwierig, die Zusammenarbeit zu fördern, die notwendig sein wird, um Risiken zu erkennen und zu mindern, und Angriffe auf Universitäten sowie Kürzungen bei Bundesmitteln untergraben unsere Fähigkeit, wirksame Lösungen zu entwickeln.“
Klimawandel: Ein beunruhigender Ausblick
Inez Fung, ScD, Emerita-Professorin für Atmosphärenwissenschaften am Department of Earth and Planetary Science sowie am Department of Environmental Science, Policy and Management der University of California, Berkeley, und SASB-Mitglied des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„Die Verringerung der Gefahr einer Klimakatastrophe erfordert Maßnahmen sowohl zur Bekämpfung der Ursachen als auch zum Umgang mit den Schäden des Klimawandels. An erster Stelle stehen Reduktionen der Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Energieerzeugung. Viele Technologien für erneuerbare Energien sind inzwischen ausgereift und kosteneffektiv, und Regierungen sollten den breiten Einsatz dieser sauberen Energietechnologien beschleunigen, indem sie Anreize für deren großskalige Produktion schaffen und Märkte für sie entwickeln. Ebenso wichtig im Kampf gegen den Klimawandel ist die erneuerte Orientierung an der Wissenschaft, die Emissionsminderungs- und Anpassungsbemühungen verfolgt und anleitet. Diese Rückkehr zu einer wissenschaftsbasierten Klimapolitik umfasst die Erhebung, Validierung und Weitergabe von Klima- und Treibhausgasinformationen weltweit sowie die Verbesserung von Modellprojektionen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das Wohlergehen aller Bewohner:innen des Planeten.“
Biologische Bedrohungen: Geschwächte Kapazitäten und erhebliche Sorgen
Asha M. George, DrPH, Geschäftsführende Direktorin der Bipartisan Commission on Biodefense beim Atlantic Council und SASB-Mitglied des Bulletin of the Atomic Scientists, sagte:
„Dieses Jahr war geprägt von einer geschwächten Fähigkeit, auf biologische Ereignisse zu reagieren, der weiteren Entwicklung und Verfolgung biologischer Waffen, unzureichend eingehegten Aktivitäten der synthetischen Biologie, einer zunehmenden Konvergenz von KI und Biologie sowie dem Gespenst lebensbeendender Spiegelbiologie. Partnerschaften – zwischen Ländern, zwischen Industrie und Regierung sowie zwischen den Gemeinschaften der öffentlichen Gesundheit und der nationalen Sicherheit – werden entscheidend sein, um diese Risiken zu bewältigen. Mit den richtigen Werkzeugen und der nötigen Entschlossenheit müssen wir den Krankheiten, die uns bedrohen, nicht zum Opfer fallen.“
[**] Das Bulletin of the Atomic Scientists wurde 1945 von Albert Einstein, J. Robert Oppenheimer und Wissenschaftler:innen der University of Chicago gegründet, die im Manhattan-Projekt an der Entwicklung der ersten Atomwaffen beteiligt waren. Zwei Jahre später schuf das Bulletin die Doomsday-Uhr, um vom Menschen verursachte Bedrohungen für die Existenz der Menschheit und des Planeten zu verdeutlichen. Die Uhr ist eine Mahnung an die Verwundbarkeit der Welt gegenüber Katastrophen und ein Symbol dafür, dass noch Zeit zum Handeln bleibt.“
(*) zu den Namen vgl. https://thebulletin.org/about-us/science-and-security-board/
Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 9. Februar 2026
Quelle (vollständig zitierter Text): PRESS RELEASE: It is 85 seconds to midnight – Bulletin of the Atomic Scientists – by Sarah Starkey | January 27, 2026 – Übersetzung: ChatGPt 5.2
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto: © 2026 Images By Christiani Inc. / Bulletin of the Atomic Scientists
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2026-02-09-ab/
