LEICHTE SPRACHE - UNIVERSITÄT AUGSBURG
Salpeter: Vielleicht im Keller. – Ganz sicher im Feuerwerk. – Und: So kommen die Farben in den Silvester·himmel.
Die Leser von der „Trierer Umschau“ kennen unsere Meinung.
Wir sagen: Kein Feuerwerk an Silvester.
Aber jetzt gibt es eine neue Nachricht von der Universität Augsburg.
Diese Nachricht finden wir spannend.
Es geht um das Feuerwerk.
Es geht um den Stoff Salpeter.
Sie kennen Salpeter?
Niemand möchte Salpeter in seinem Keller haben.
Bevor wir mehr über Salpeter erfahren,
und bevor wir erklären, wie Feuerwerk funktioniert,
und wie die bunten Farben in den Himmel kommen,
machen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Im Text haben wir ein altes Wort gelesen: „Salpeterer“.
Wir wollten wissen: Was ist ein Salpeterer?
Wenn man darüber liest (zum Beispiel bei Wikipedia),
merkt man: Dieser Beruf war früher sehr radikal.
Ein Salpeterer war ein Beruf in der Frühen Neuzeit.
Das war ungefähr vom Jahr 1500 bis 1800.
Damals war Schieß·pulver sehr wichtig für das Militär.
Salpeter war ein wichtiger Teil von Schieß·pulver.
Man brauchte Salpeter, damit Pistolen, Gewehre und Kanonen schießen konnten.
Salpeter war teuer und schwer aus anderen Ländern zu bekommen.
Darum wollten Fürsten und Städte den Stoff selbst gewinnen.
Sie suchten Salpeter in ihren eigenen Gebieten.
Salpeter kam nicht aus einem Berg·werk.
Salpeter entstand durch einen langen Prozess.
Das heißt: Es dauerte viele Jahre.
Man brauchte dafür:
Tier-Kot, Menschen-Kot und Urin.
In diesen Sachen ist viel Stickstoff.
Bakterien im Boden machten daraus Salpeter.
Das nennt man: Nitrifikation.
In Gebäuden passierte Folgendes:
Der Stoff Salpeter reagierte mit Kalk in den Wänden.
Zum Beispiel mit Mörtel oder Naturstein.
An den Wänden bildeten sich weiße Salpeter-Krümel.
Diese Krümel konnte man abkratzen.
Dann konnte man daraus richtigen Salpeter herstellen.
Die Salpeterer gingen dafür in Häuser, Keller und Ställe.
Sie hatten dafür eine Erlaubnis vom Staat.
Aber sie machten vieles kaputt:
Sie rissen Böden auf.
Sie beschädigten Wände.
Sie zerstörten Keller.
Die Menschen konnten sich nicht wehren.
Denn die Salpeterer hatten die Macht vom Staat.
Der Staat sagte:
Kriegs·führung ist wichtiger als der Schutz von Häusern.
So wurde mit Gewalt Salpeter gesammelt.
Das war ein frühes Beispiel für Macht des Staates im Alltag der Menschen.
Jetzt aber zum schöneren Teil vom Text.
Und zum Teil, der besser zu Silvester passt.
Danke an Prof. Dr. Jens Soentgen.
Er hat viele Infos zum Thema Feuerwerk:
Salpeter – der Stoff im Feuerwerk
Ein Gespräch mit dem Chemiker und Philosophen Prof. Dr. Jens Soentgen.
Er erklärt, wie Feuerwerk und Schieß·pulver zusammenhängen.
Und warum Salpeter ein Stoff für viele Dinge ist.
Früher dachte man:
Feuerwerk vertreibt böse Geister.
Heute finden viele Feuerwerk schön.
Aber: Feuerwerk ist auch umstritten.
Prof. Dr. Jens Soentgen arbeitet am Wissenschafts·zentrum Umwelt.
Er erklärt, woraus Feuerwerk gemacht ist.
Und welche Rolle Salpeter spielt.
Was ist in Feuerwerks·körpern drin?
Feuerwerks·körper haben:
• eine Zünd·schnur
• Papier außen herum
• Schwarz·pulver im Inneren
Schwarz·pulver besteht aus drei Teilen:
• Kohle
• Schwefel
• Salpeter
Salpeter ist der wichtigste Stoff.
Das Wort kommt aus dem Latein: sal petrae.
Das heißt: Stein·salz.
Salpeter wächst an feuchten Wänden oder in Höhlen.
Salpeter ist ein Salz mit Stickstoff.
Es gibt viele Sorten:
Zum Beispiel Natrium·nitrat, Kalium·nitrat und Calcium·nitrat.
In der Natur findet man meist Calcium·nitrat.
Früher hat man daraus Kalium·nitrat gemacht.
Das hat man mit Holz·asche gekocht.
Kalium·nitrat ist besser für Schwarz·pulver,
weil es kein Wasser anzieht.
Warum ist Feuerwerk bunt?
Die Farben kommen durch bestimmte Stoffe:
• Kupfer macht die Farbe grün oder blau
• Calcium macht die Farbe rot
• Aluminium macht helle Blitze
Wie hat man früher Salpeter gemacht?
Bis ins 19. Jahrhundert war das ein eigener Beruf: Salpeterer.
Die Salpeterer gingen zu Bauern.
Sie nahmen Erde aus den Ställen.
Diese Erde hatte viel Salpeter.
Die Erde wurde mit Holz·asche gekocht.
Dann hat man die Flüssigkeit gefiltert.
Am Ende entstanden Salpeter-Kristalle.
Nur reiner Salpeter konnte für Pulver benutzt werden.
Wie funktioniert Salpeter im Feuerwerk?
In Salpeter ist viel Sauerstoff.
Sauerstoff macht Feuer möglich.
Salpeter gibt den anderen Stoffen Sauerstoff.
Dabei entsteht viel Gas.
Das Gas will schnell raus – es gibt eine Explosion.
Warum war Schwarz·pulver früher wichtig?
Der englische Denker Francis Bacon sagte im Jahr 1600:
Schwarz·pulver ist eine der wichtigsten Erfindungen der Welt.
So wichtig wie der Kompass und der Buch·druck.
Schwarz·pulver veränderte Kriege und die Wissenschaft.
Ein Forscher namens John Mayow hat mit Salpeter geforscht.
Dabei hat er den Sauerstoff entdeckt.
Francis Bacon glaubte sogar:
Salpeter macht gesund und lässt lange leben.
Er aß jeden Morgen einen Löffel davon.
Aber: Salpeter ist giftig.
Bacon wurde nicht alt.
Er starb mit 65 Jahren an einer Erkältung.
Wo gibt es Salpeter heute noch?
Salpeter ist manchmal in feuchten Kellern.
Dort sieht er aus wie weiche Watte.
Salpeter wird heute künstlich hergestellt.
Man benutzt ihn zum Düngen.
Und in Kühl·pads.
Über Prof. Dr. Jens Soentgen
Jens Soentgen wurde 1967 geboren.
Er hat Chemie studiert.
Dann hat er in Philosophie promoviert.
Er hat an vielen Universitäten gearbeitet.
Er war auch in Brasilien.
Seit 2002 leitet er das Wissenschafts·zentrum Umwelt in Augsburg.
Seit 2016 ist er Professor in Kanada.
Er hat ein Buch über Salpeter geschrieben.
Darin geht es um das Element Stickstoff.
Er hat das Buch mit dem Chemiker Gerhard Ertl zusammen gemacht.
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-31-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 31. Dezember 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: Illustration: KI-generiert auf der Grundlage eines Fotos der Trierer Umschau – Foto 2: © Universität Augsburg
