Klare Worte:
Ein Mann tötet eine Frau, weil sie eine Frau ist.
Das nennt man Femizid.
Es ist kein „Beziehungsdrama“.
Es ist Mord.
Sticker: © Schwarzesocke (*) – Foto: Trierer Umschau / Trier (März 2025)
Männer dürfen nicht länger mehr Macht haben als Frauen.
Das muss sich ändern.
Video / Youtube: © Barbara Blaha und MOMENT Magazin -

LEICHTE SPRACHE - GEWALT VON MÄNNERN GEGEN FRAUEN

Schon in der Kindheit lernen viele: Männer sind wichtiger als Frauen. – Es gibt viele Vorurteile. – Auch bei Geschenken zu Weihnachten. – All das zeigt: Unsere Gesellschaft ist noch immer auf dem Weg, wo Männer mehr Macht haben und Frauen oft Gewalt erleben.

Hatten Sie Zeit?
Hatten Sie Mut?
Hatten Sie Kraft?

Haben Sie die Gedichte gelesen?
Die Gedichte haben nur 11 Wörter.
Sie gehören zur Kunst-Aktion „Auf den Punkt gebracht“.
Die Aktion kommt von der Schule St. Helena in Trier.
Sie war Teil der „Orange Days“.
Die Gedichte waren an einer Mauer.
Genau gesagt: an der Außenmauer vom Josefstift in Trier.
Wir haben darüber geschrieben:
Hier geht es zum Text: https://www.trierer-umschau.de/2025-12-02-bb/

Hatten Sie am 10. Dezember 2025 Zeit zum Nachdenken?
An diesem Tag war der Tag der Menschenrechte.
Haben Sie darüber nachgedacht, wie ungleich Männer und Frauen leben?

Ein Beispiel:
Frauen arbeiten jedes Jahr fast 6 Wochen ohne Bezahlung.
Auch darüber haben wir geschrieben.
Hier geht es zum Text: https://www.trierer-umschau.de/2025-11-19-ab/

Haben Sie sich gefragt, wie viele Vorurteile es noch gibt?
Unsere Gesellschaft hat viele alte Ideen über Frauen und Männer.
Diese Ideen sind falsch.
Aber viele Menschen glauben noch daran.

Sie denken, wir übertreiben?
Dann schauen Sie mal auf die Weihnachts-Geschenke.

Jungen bekommen oft Technik-Spielzeug.
Zum Beispiel Bagger, Autos oder Werkzeug.
Das passiert, bevor sie überhaupt sprechen können.

Mädchen bekommen anderes Spielzeug.
Zum Beispiel Puppen, Schmuck zum Basteln oder Spielküchen.
Also Spielzeug zum Thema Schönheit und Pflege.

Auch beim Vorlesen sieht man einen Unterschied:
Eltern lesen Jungen öfter Bücher über Natur und Technik vor.
Sie erklären Jungen auch mehr.
Obwohl Mädchen genauso oft Fragen stellen.

Jetzt kommen wir zu einem Text von Barbara Blaha.
Der Text wurde von Pressenza in Wien verteilt.
Barbara Blaha schreibt für die Seite „moment.at“.

Vorher wollen wir noch einen Unterschied zeigen:
In Österreich und Deutschland gibt es verschiedene Zahlen.

In Deutschland gab es im Jahr 2023:
938 Frauen und Mädchen, die Opfer von Tötungs-Versuchen waren.
Oder sie wurden wirklich getötet.

360 Frauen und Mädchen wurden getötet.
Das heißt: Fast jeden Tag wurde in Deutschland eine Frau getötet.

Jetzt spricht Barbara Blaha.

 

Wo beginnt Gewalt von Männern gegen Frauen?

In Österreich passiert fast jede Woche ein Mordversuch an einer Frau.
Aber das ist nur ein Teil der Gewalt von Männern gegen Frauen.
Barbara Blaha von moment at erklärt, wo diese Gewalt beginnt.

Weltweit werden viele Frauen getötet

Alle zehn Minuten wird auf der Welt eine Frau von einem Mann getötet.
Meistens ist es ein Mann, den die Frau kannte.
In Europa werden Frauen doppelt so oft wie Männer vom Partner oder Ex-Partner getötet.
In Österreich ist das Problem besonders groß.
Dort werden viele Frauen Opfer solcher Gewalt.

Diese Zahlen sind schlimm.
Aber für Forscherinnen und Forscher ist das nicht überraschend.

Gewalt hat viele Formen

Seit den 1980er-Jahren sagen Fachleute:
Gewalt gegen Frauen ist nicht ein einzelner schlimmer Vorfall.
Gewalt ist ein System.
Es hängt alles miteinander zusammen.

Ein sexistischer Witz, ein dummer Spruch – das ist nicht harmlos.
Es gibt eine Verbindung zwischen solchen Dingen und einem Mord.
Denn Gewalt passiert auf vielen Ebenen.
Zum Beispiel durch Sprache, durch Regeln oder durch Institutionen wie Gerichte oder Polizei.
Jede Stufe der Gewalt unterstützt die nächste.

Ganz unten beginnt es mit symbolischer Gewalt.
Das ist die Grundlage.
Sie zeigt sich in der Kultur.
Sie erlaubt Männern, mehr Macht zu haben als Frauen.

Gefahr im Alltag

Die Autorin Kate Manne nennt das:
Die tägliche Kontrolle über Frauen.

Zum Beispiel:
Sexistische Witze.
Frauen werden nicht ernst genommen.
Werbung zeigt Frauen als sexy Objekte.
Männer sagen „Komplimente“, die Frauen belästigen.
Auf der Straße werden Frauen angesprochen oder begrapscht.
Frauen sollen immer nett, ruhig und hilfsbereit sein.

Viele Frauen haben Angst auf dem Heimweg.
Sie machen viele Dinge, um sich zu schützen:
– Schlüssel zwischen die Finger nehmen
– Jemandem Bescheid sagen, wo sie sind
– Nicht spät joggen
– Kein Blickkontakt
– Keine Musik hören

Männer müssen das alles nicht.
Sie fühlen sich sicher.

Manche finden das harmlos.
Aber das ist es nicht.

In Ländern, in denen solche Dinge normal sind,
gibt es auch mehr Gewalt gegen Frauen.
Es hat nichts mit Religion, Geld oder Bildung zu tun.
Es liegt an der Kultur.

Symbolische Gewalt ist der Anfang

Sie sorgt dafür, dass viele Menschen glauben:
Frauen sind weniger wert.
Frauen haben weniger Rechte.
Weniger Platz.
Weniger Sicherheit.
Weniger Geld.
Weniger Respekt.

So entsteht das Bild:
Männer dürfen bestimmen.
Das ist „normal“.

Gewalt zeigt sich auch in Geldfragen

Gewalt ist nicht nur Schlagen oder Töten.
Gewalt zeigt sich auch in der Wirtschaft.
Zum Beispiel:

– Frauen verdienen weniger Geld für die gleiche Arbeit.
– Berufe mit vielen Frauen werden schlecht bezahlt.
– Frauen bekommen seltener gute Stellen.
– Frauen machen viel unbezahlte Arbeit zu Hause.
– Darum haben sie weniger Zeit für bezahlte Arbeit.
– Sie haben weniger Einkommen.
– Und später eine kleine Rente.
– Sie haben weniger Macht.

Das macht sie unsicher.
Denn Studien zeigen:
Frauen, die kein eigenes Geld haben,
haben ein höheres Risiko, Gewalt zu erleben.
Und sie können oft nicht weggehen.
Denn das kostet Geld.

Gewalt durch Institutionen

Auch die Polizei, Gerichte und Medien können Gewalt verstärken.
Zum Beispiel:

– Wenn Polizisten Anzeigen nicht ernst nehmen.
– Wenn Staatsanwälte nichts unternehmen.
– Wenn Richter Täter nicht hart bestrafen.
– Wenn Medien Täter entschuldigen.

Dann hilft das dem Täter.
Und es schadet der Frau.

Zahlen aus Europa

– Eine von drei Frauen erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt.
– Jede zweite Frau wird sexuell belästigt.
– Die meisten Täter sind Männer, die die Frauen kennen.
– Nur wenige Frauen zeigen die Täter an.
Warum?
Weil sie kein Vertrauen in Polizei oder Gerichte haben.
Weil sie sich schämen.
Oder denken, sie seien selbst schuld.

Kaum Strafen für Vergewaltigung

In Europa werden weniger als 10 % der Täter bei Vergewaltigung verurteilt.
Auch in Österreich.
Wenn Täter keine Strafe erwarten,
passiert die Gewalt immer wieder.
Die Täter werden schlimmer.
Die Gewalt nimmt zu.

Auch das gehört zum System.
Es ist nicht einfach ein Fehler.
Es ist Teil der Gewalt gegen Frauen.

Sichtbare Gewalt ist das Ende

Am Schluss steht die Gewalt, die man leicht erkennt:
– Kontrolle
– Stalking
– Drohungen
– Psychische Gewalt
– Sexuelle Gewalt
– Körperliche Angriffe
– Und am Ende: der Femizid (Mord an Frauen, weil sie Frauen sind)

Aber Gewalt beginnt nicht mit dem Mord.
Sie beginnt viel früher.
Schwere Gewalt entsteht langsam.

Erst kommt Kontrolle.
Dann Abwertung.
Dann Geld-Abhängigkeit.
Dann Drohungen.
Dann Schläge.
Und dann Tötung.

Jeder Mord an einer Frau hat eine lange Vorgeschichte.

Es fängt früher an

Fachleute sagen:
Die Täter fangen früh an.
Sie überschreiten Grenzen.
Aber viele sehen weg oder finden es nicht schlimm.

Ein Mord an einer Frau ist kein Zufall.
Er ist Teil eines Systems.
Ein System, das Frauen benachteiligt.
Dieses System erlaubt Gewalt.

Nicht „nur einzelne Männer“

Oft sagen Leute:
„Aber nicht alle Männer!“
Das stimmt.
Aber es geht nicht um einzelne Männer.
Es geht um das System.

In einem patriarchalen System haben Männer mehr Macht.
Gewalt ist für Männer eine Möglichkeit.
Weil sie nicht ernsthaft bestraft wird.

Frauen müssen ständig aufpassen.
Männer profitieren vom System.
Auch wenn sie selbst keine Gewalt anwenden.

Alle Männer haben Vorteile davon

Die Forscherin Raewyn Connell nennt das:
Die patriarchale Dividende.

Das heißt:
Alle Männer haben Vorteile von der Ungleichheit.
Auch die netten Männer.
Zum Beispiel:

– Sie verdienen mehr.
– Man traut ihnen mehr zu.
– Man hört ihnen eher zu.
– Sie müssen weniger Hausarbeit machen.
– Sie werden selten sexuell belästigt oder bedroht.

Deshalb bleibt das System so stark.
Nicht nur einzelne Täter halten es aufrecht.
Sondern auch Regeln, Kultur und Institutionen.

Was hilft gegen Gewalt?

Wenn wir Gewalt gegen Frauen verstehen wollen,
müssen wir auch die erste Stufe ernst nehmen.
Und wir müssen das System ändern.

Das bedeutet:

– Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
– Berufe mit vielen Frauen besser bezahlen.
– Täter konsequent bestrafen.
– Sozialstaat stärken.
– Väter sollen auch Elternzeit nehmen.
– Männer sollen nicht immer bestimmen.

All das ist Gewalt-Prävention.
So kann Gewalt verhindert werden.

 

(*) Manche Menschen kleben Aufkleber im öffentlichen Raum.
Sie wollen damit ihre Meinung zeigen.
Wir finden:
Diese Meinung ist wichtig.
Manchmal steht auf einem Aufkleber, wer ihn gemacht hat.
Dann fragen wir die Person:
Dürfen wir den Aufkleber zeigen?
Und wir schreiben den Namen auf.
Es gibt aber auch Aufkleber, bei denen man das nicht weiß.
Dann hoffen wir:
Die Person meldet sich.
Dann können wir den Namen aufschreiben.
Aber wir müssen auch sagen:
Aufkleber auf fremden Flächen können verboten sein.
Das steht im Straf-Gesetz-Buch.
Im Paragraph 303.
Man kann dafür eine Strafe bekommen.
Aufkleber: © Schwarzesocke – Foto: Trierer Umschau / Trier (März 2025)

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-18-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 18. Dezember 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Sticker: © Schwarzesocke (*) – Foto: Trierer Umschau / Trier (März 2025) – https://www.schwarzesocke.org/ – Danke an Sebastian Schwarz Video / Youtube: © Barbara Blaha und MOMENT Magazin –