Heute sehen wir oft sehr gut ausgerüstete Soldaten.
Zum Beispiel im Krieg in der Ukraine.
Aber so stelle ich mir Frieden nicht vor.
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LEICHTE SPRACHE - AUFRÜSTUNG UND KRIEGSPROPAGANDA

Warum wird so viel aufgerüstet? – Und wer verdient daran? Ein Text von Urs P. Gasche.

Das ZDF hat eine Umfrage gemacht.
Diese Umfrage heißt: Politbarometer.
Wir haben darüber geschrieben:
https://www.trierer-umschau.de/2025-12-14-bb/

Die Ergebnisse zeigen:
Wir hören und lesen immer wieder die gleichen Dinge.

Zum Beispiel:
Es gibt Krieg.
Es gibt bald Krieg.
Es gibt große Bedrohung.
Wir müssen Angst haben.
Wir brauchen Waffen für den Frieden.
Wir müssen mehr aufrüsten.
Wir brauchen mehr Militär.
Menschen sollen wieder zum Militär gehen.
Es droht sogar ein Atomkrieg.

Viele Menschen sagen so etwas.
Das nennt man: Propaganda.
Propaganda heißt: Die Menschen hören immer das Gleiche.
Dann glauben sie, dass es stimmt.

Ein wichtiger Mann in der NATO hat etwas gesagt.
Er heißt Marc Rutte.
Er sagte in einem Interview:
„Wenn China Taiwan angreift, ruft China zuerst Russland an.
Dann soll Russland Europa angreifen.
So haben die Länder in Europa keine Zeit, Taiwan zu helfen.“

Das klingt sehr beängstigend.
Viele Menschen denken dann:
Wir müssen unbedingt aufrüsten.
Denn sonst sind wir nicht sicher.

Die Bundeswehr sagt auch, warum sie wichtig ist.
Sie nennt 70 Gründe.
Zum Beispiel:
„Weil Frieden nicht selbstverständlich ist.“
„Weil wir die stärkste Friedensbewegung in Deutschland sind.“
„Weil Krieg nicht höflich anklopft.“
„Weil wir trainieren, um die Welt zu schützen.“

Diese Sätze sollen zeigen:
Die Bundeswehr ist wichtig.
Die Bundeswehr ist gut.
Aber: Diese Sätze machen auch Angst.

Zum Glück gibt es auch andere Stimmen.
Zum Beispiel die Zeitung Pressenza.
Oder den Journalisten Urs Paul Gasche.
Er ist Jahrgang 1945.
Er schreibt für eine Schweizer Online-Zeitung.
Die heißt: INFOsperber.

Urs Paul Gasche erinnert an einen alten Präsidenten.
Der Präsident hieß Dwight D. Eisenhower.
Er war Präsident von Amerika.
Im Jahr 1961 hat er eine wichtige Rede im Fernsehen gehalten.
Kurz bevor er sein Amt abgab.

Er sagte:
„Waffen sind sehr teuer.
Sie kosten nicht nur Geld.
Sie kosten auch viel Arbeit.
Sie kosten auch gute Ideen.
Und sie kosten die Hoffnung unserer Kinder.“

Er sagte auch:
„Ein einziger moderner Kampfjet kostet so viel wie:
Eine neue Schule für mehr als 30 Städte.
Oder zwei große Kraftwerke für 60.000 Menschen.“

Das sind klare Worte.
Und genau darum geht es im Text von Urs Paul Gasche.

 

Die Angstmache durch Waffen-Industrie und Politik

Von Urs P. Gasche für die Online-Zeitung INFOsperber

Mit Waffen lässt sich sehr viel Geld verdienen.
Nicht nur Waffenfirmen machen dabei Gewinn.
Auch viele Menschen, die Geld investieren, profitieren davon.

Viele sagen:
Putin will andere Länder angreifen.
Darum muss Europa mehr Waffen kaufen.
Das sagen Politiker, NATO und bestimmte Denkfabriken.

Die Zeitung INFOsperber sieht das anders.
Sie fragt:
Wie stark beeinflusst die Waffen-Industrie unsere Politik und die Medien?

Seit dem Krieg gegen die Ukraine sind viele reicher geworden.
Zum Beispiel Menschen mit Aktien von Waffenfirmen.
Eine Aktie der Firma Rheinmetall kostete 2022 noch 101 Euro.
Im Oktober 2025 war sie 1697 Euro wert.
Das ist fast 17-mal so viel.

Auch andere Waffen-Firmen sind im Wert stark gestiegen.
Zum Beispiel BAE System, Rolls-Royce und GE Aerospace.
Ihre Aktien sind 50 bis 100 Prozent mehr wert.

In London fand im September 2025 eine große Waffenmesse statt.
Dort waren über 1700 Firmen aus mehr als 70 Ländern.
109 Firmen kamen aus Deutschland.
14 Firmen kamen aus der Schweiz.
Die Nachrichtenagentur Reuters schrieb:
„Angst vor Krieg ist gut fürs Geschäft.“

Waffenfirmen verdienen an Kriegen.
Deshalb unterstützen sie Denkfabriken mit harmlosen Namen.
Diese erzählen, wie gefährlich andere Länder sind.
Sie machen Angst.
Und sie übertreiben, wie stark die Gegner wirklich sind.

Diese Denkfabriken geben ihre Infos an die Medien weiter.
So kommt die Angst in die Nachrichten.
Und viele glauben: Wir brauchen mehr Waffen.

Schon 1961 warnte der US-Präsident Dwight D. Eisenhower:
Die Waffen-Industrie hat zu viel Einfluss auf die Politik.
Das ist gefährlich.

Er sagte:

Die Regierung muss aufpassen,
dass die Waffen-Industrie nicht zu viel Macht bekommt.
Diese Macht kann gefährlich werden.
Und sie wird nicht einfach verschwinden.

 

In den USA arbeiten 27.000 Leute für gute PR

Vor 15 Jahren hat ein Chef einer großen Nachrichtenagentur Klartext geredet.
Er hieß Tom Curley und arbeitete bei AP.
Er sagte:
Das US-Verteidigungsministerium hat großen Einfluss auf die Nachrichten.

 

Auch Banken verdienen am Krieg

Viele große Firmen verdienen am Krieg.
Zum Beispiel Boeing, Lockheed Martin oder General Dynamics.
Sie stellen Raketen, Panzer, Flugzeuge und Schiffe her.

Auch die Firma Palantir verdient Geld.
Sie macht keine Waffen, sondern Software für Spionage.
Die Firma gehört reichen Männern wie Peter Thiel und Alex Karp.

Ein Chef von Palantir sagte:
„Kriege in Europa und im Nahen Osten sind eine Chance für uns.“

Auch Banken und Investmentfirmen verdienen mit.
Sie haben viel Geld in Waffenfirmen gesteckt.
Manche machen sogar spezielle Fonds nur für Waffen-Aktien.
Auch Pensionskassen machen mit.

Die Bank UBS erlaubt sogar, Waffen-Aktien in „nachhaltige“ Produkte zu tun.
Das ist sehr widersprüchlich.

Diese Firmen haben also ein Interesse daran, dass weiter aufgerüstet wird.
Frieden ist schlecht fürs Geschäft.
Kompromisse und Abrüstung bringen ihnen kein Geld.

 

Auch die Schweiz macht mit

Sogar das Militär in der kleinen Schweiz macht Werbung.
Das Verteidigungs-Ministerium dort hat über 95 PR-Stellen.
Sie machen Beiträge für Medien und soziale Netzwerke.
Das kostet jedes Jahr 26 Millionen Franken.

Das Ministerium sagte:
Wir machen „digitale geistige Landesverteidigung“.
Das heißt: Sie wollen die Meinung der Leute beeinflussen.

In den USA ist der Einfluss noch viel größer:

• Das Pentagon (Verteidigungsministerium)
• Große Waffenfirmen
• Superreiche Investoren
• Denkfabriken, die Geld von der Waffenlobby bekommen
• für den Schutz der Umwelt
• für soziale Hilfe
• gegen Armut
• gegen eine neue Wirtschaftskrise
• für Sicherheit vor Cyberangriffen und Drohnen

Der Journalist Philipp Loser schrieb:
Wenn das Parlament so viel Geld fürs Militär ausgibt,
hat es viele Jahre lang kaum noch Spielraum für andere Dinge.

Aber:
Die Waffen-Industrie denkt nicht über andere Risiken nach.
Solange sie Geld verdient, ist jede Bedrohung willkommen –
egal ob sie echt ist oder nicht.

Der Historiker Andreas Rödder sagte sogar:
„Wir müssen aufrüsten – es gibt keine andere Wahl.“
Er sagte auch:
„Wir müssen beim Sozialen sparen, wenn wir überleben wollen.“

 

Die Medien machen nicht, was sie sollen

Medien sollen kritisch berichten.
Sie sollen die Regierung kontrollieren.
Das nennt man: die vierte Gewalt.

Aber viele große Medien machen das nicht mehr.
Sie stellen nur eine Frage:
Warum rüsten wir nicht schneller auf?

Beispiele:

Ein Journalist warf dem US-Präsidenten Biden vor,
er sei zu langsam – und das ermutige Russland zum Krieg.

In der NZZ stand:
„Die Rekordausgaben der NATO reichen nicht.“

Ein anderer Redakteur schrieb:
„Europa erhöht seine Ausgaben auf 3 bis 5 Prozent.
Und die Schweiz denkt noch darüber nach, ob sie 1 Prozent ausgeben will.“
Er meinte: Das ist zu wenig.

Aber:
Die Schweizer Armee ist eine Milizarmee.
Sie ist nicht mit Berufsarmeen vergleichbar.
Die Schweiz gibt schon jetzt mehr als 1 Prozent ihres Geldes fürs Militär aus.

 

Medien verbreiten Angst vor Krieg

Manche Redaktionen machen viel Werbung für Aufrüstung.
Sie erzählen immer wieder von neuen Gefahren.
Sie sagen: Es gibt Gute und Böse – wie in einem Film.

Am 15. März 2025 schrieb die NZZ:
„Die Zeichen stehen auf Krieg.“
Die Schweiz müsse sich rüsten,
weil ein Krieg in Europa bald wahrscheinlich sei.

Viele der Experten in diesen Berichten stehen der NATO nahe.
Zum Beispiel ein Rüstungschef aus der Schweiz.
Er sagte:
„Alle Zeichen stehen auf Sturm.
Wenn wir Ziel von Raketen sind, hilft uns niemand.“

Die Antwort wäre aber:
Kampfflugzeuge und Panzer helfen da wohl auch nicht.

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-14-ca/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 14. Dezember 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto: Toxic Player – Unsplash