ZDF POLITBAROMETER
Das aktuelle ZDF Politbarometer vom Dezember 2025 – vom Krieg und Frieden und auch Schönes und Schlechtes vom politischen Wetter
Worüber stolpert beim ZDF-Politbarometer vom 12. Dezember 2025 die Trierer Umschau?
Dass bei der Umfrage in Sachen Ukraine und einem Verzicht auf die besetzten Gebiete 44 Prozent der Befragten für ein „Verzichten“ stimmten und 42 Prozent für „weiter kämpfen“. Allerdings, dass wiederum von den Anhängern von SPD und den Grünen 60 bzw. 63 Prozent für ein „Weiterkämpfen“ votiert haben.
Hat sich die Zeit für die SPD und die Grünen so vehement verändert, dass dieses zwanghafte Aufrüsten, dieses zwanghafte Nein zu Verhandlungen bzw. Diplomatie (das „Putin will sowieso nicht“ wird tagtäglich aufgelegt und genauso die Bedrohung durch die NATO als Russlands nächstes Ziel – vgl. https://www.tagesschau.de/inland/rutte-rede-100.html )? Das SPD-Manifest von Juni dieses Jahres (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-06-17-ba/ ) wurde als Verrücktheit nicht einmal angefasst. Und eine der Ikonen und Mitgründerinnen der Grünen, Petra Kelly (1947–1992), ist sicherlich inzwischen auch in einem Archivschrank verstaut. Das einst auf den Fahnen der Grünen stehende Friedenszeichen gibt es inzwischen nicht mehr.
„Frieden muss man lernen, wie man lesen und schreiben lernt“ (Petra Kelly) (*)
Wollen sich die Menschen der NATO-Staaten „opfern“ für einen Krieg, den sie gar nicht wollen? Die Jugend hat reagiert mit Demonstrationen gegen den Wehrdienst (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-07-12-ba/ ). Und es wagen Menschen – wenn auch noch zögerlich – im ZDF-Politbarometer zu sagen: Nein zum Krieg, zum Weiterkämpfen. Und damit Ja zum Frieden, diesem Gefühl, das uns – sobald wir politisch zuhören – abhandenkommen soll.
Damit übergeben wir das Wort dem ZDF-Politbarometer. Die Forschungsgruppe Wahlen hat die Umfrage dazu durchgeführt.
„ZDF-Politbarometer Dezember 2025
Mehrheit gegen stärkere Einmischung der USA in Politik europäischer Länder/Ukrainekrieg: Erhebliche Zweifel an Putins Interesse an Waffenruhe
Die US-Regierung hat ihre neue nationale Sicherheitsstrategie vorgestellt und dabei angekündigt, sich zukünftig stärker in die Politik europäischer Länder einmischen zu wollen. Lediglich 8 Prozent der Befragten finden das in Ordnung, 90 Prozent finden das nicht in Ordnung (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“). Zudem gibt es – ähnlich wie vor rund fünfeinhalb Jahren in Trumps erster Amtszeit – eine große Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten: Mit 84 Prozent (Juni 2020: 89 Prozent) meint der Großteil der Befragten, dass die USA unter Präsident Trump kein verlässlicher Partner für die Sicherheit Europas sind, 13 Prozent (Juni 2020: 8 Prozent) sind gegenteiliger Ansicht.
Ukrainekrieg
Russland hat im Krieg gegen die Ukraine Teile des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. 44 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Ukraine sollte einen Verzicht dieser Gebiete akzeptieren, wenn dadurch der Krieg beendet werden kann. Fast genauso viele (42 Prozent) sagen, die Ukraine sollte weiter für die Befreiung dieser Gebiete kämpfen. Dass der russische Präsident Putin überhaupt ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften Waffenruhe hat, wird von 78 Prozent bezweifelt. Nur 16 Prozent, darunter mit 53 Prozent weit überdurchschnittlich viele AfD-Anhänger, sprechen Putin ein solches Interesse zu.
Projektion
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würde sich die CDU/CSU mit 26 Prozent (minus 1) leicht verschlechtern. Auch die AfD hätte Einbußen und käme noch auf 25 Prozent (minus 2). Die SPD bliebe bei 14 Prozent und die Grünen bei 12 Prozent (beide unverändert). Die Linke könnte sich auf 11 Prozent (plus 2) verbessern, alle anderen Parteien – inklusive BSW und FDP – bekämen zusammen 12 Prozent (plus 1), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine parlamentarische Mehrheit.
Top Ten
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,8 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Ende November: 1,7) bewertet. Mit großem Abstand folgen Johann Wadephul mit 0,6 (0,2) und Lars Klingbeil mit 0,2 (0,0). Danach kommen Bärbel Bas, die mit minus 0,3 (0,1) zum ersten Mal negativ bewertet wird, Alexander Dobrindt mit minus 0,4 (minus 0,4), Markus Söder mit minus 0,5 (minus 0,4), Friedrich Merz mit minus 0,6 (minus 0,5) und Katherina Reiche mit minus 0,7 (minus 0,7). Auf den Rängen neun und zehn stehen wieder Sahra Wagenknecht mit minus 1,8 (minus 2,1) und Alice Weidel mit minus 2,6 (minus 2,2).
Bundesregierung und Bundeskanzler
Eine Mehrheit der Befragten ist weiterhin unzufrieden mit der Bundesregierung: 53 Prozent bewerten die Arbeit von Schwarz-Rot eher schlecht, 41 Prozent eher gut. Ähnlich negativ fällt das Urteil über den Bundeskanzler aus: Für 56 Prozent macht Friedrich Merz eher schlechte Arbeit, 40 Prozent sind mit seinen Leistungen als Regierungschef zufrieden.
Zukünftige Finanzierung der Renten
Das Rentenpaket der Bundesregierung wurde vergangene Woche vom Bundestag verabschiedet. In der Bevölkerung herrscht aber weiter eine spürbare Ratlosigkeit, wenn es um die zukünftige Finanzierung der Renten geht: Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen – und damit außergewöhnlich viele – können oder wollen sich dazu nicht äußern, 14 Prozent sind für höhere Rentenbeiträge für Berufstätige, 18 Prozent für ein späteres Renteneintrittsalter und 36 Prozent für langsamer steigende Renten.
Bürgergeld und Verbrenner-Aus
Die Pläne der Bundesregierung zum Bürgergeld treffen auf große Unterstützung: Rund drei Viertel (74 Prozent) der Befragten und klare Mehrheiten in den Anhängerschaften von CDU/CSU (93 Prozent), AfD (93 Prozent) und SPD (77 Prozent) sprechen sich für schärfere Regelungen beim Bürgergeld aus, insgesamt 23 Prozent sind dagegen. Beim Thema Verbrenner-Aus haben die Deutschen ebenfalls eine klare Haltung: 63 Prozent sind der Meinung, dass auch ab 2035 noch Autos mit Verbrennungsmotoren wie Benziner oder Diesel neu zugelassen werden sollen. 32 Prozent, darunter 81 Prozent der Grünen- und 60 Prozent der Linken-Anhänger, sind gegen die Neuzulassung solcher Fahrzeuge ab 2035.
CDU-Beschlusslage: Keine Zusammenarbeit mit AfD und Linke
Die CDU lehnt eine politische Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linken grundsätzlich ab. Mit Blick auf die AfD gibt es für diesen Beschluss in der Bevölkerung viel Zustimmung: Rund zwei Drittel (65 Prozent) aller Befragten und 79 Prozent der Unionsanhänger befürworten es, dass die CDU nicht mit der AfD kooperiert. Insgesamt 32 Prozent (CDU/CSU-Anhänger: 18 Prozent) finden das nicht richtig. Das „Nein“ der CDU zur Zusammenarbeit mit der Linke wird hingegen von 58 Prozent, darunter auch 42 Prozent der CDU/CSU-Anhänger, kritisiert, nur 34 Prozent halten diese Abgrenzung für richtig (CDU/CSU-Anhänger: 50 Prozent).
Jahreswechsel
Zum Jahresabschluss ziehen die Befragten für sich persönlich eine überwiegend positive Bilanz: Für 65 Prozent war 2025 persönlich ein eher gutes und für 29 Prozent ein eher schlechtes Jahr. Was das kommende Jahr angeht, erwarten mit 60 Prozent die meisten für sich persönlich keine großen Veränderungen, 26 Prozent glauben, dass 2026 für sie eher besser wird und 12 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung im Vergleich zu 2025.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 9. bis zum 11. Dezember 2025 bei 1.295 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. “
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Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 14. Dezember 2025
Quelle (vollständig zitierter Text): Pressemitteilung – ZDF Presseportal
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Social-Media-Teaser: ChatGPT
Fotos: © ZDF und Forschungsgruppe Wahlen
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2025-12-14-bb/
