Das "Friedenslicht aus Bethlehem" – es braucht unseren Schutz, unsere Akzeptanz, unsere Motivation und unser Weitergeben als eine kleine aber wichtige Botschaft - Foto: © Bischöfliche Pressestelle Trier

FRIEDENSLICHT AUS BETHLEHEM

Ein Licht gegen die Gewöhnung an den Krieg. Das Friedenslicht aus Bethlehem zieht vor allem mit der Unterstützung von Pfadfinder:innen durch das Bistum Trier

Als dem Frieden verbundenes, an den Frieden glaubendes und ihn immer wieder unterstreichendes Presseorgan haben wir uns wiederholt mit der katholischen Kirche auseinandergesetzt, wie auch mit den Positionen von Papst Franziskus und Papst Leo XIV. (vgl. hierzu bitte unsere Beiträge z. B. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-14-aa/ oder https://www.trierer-umschau.de/2025-11-16-aa/ ).

Mit dem heutigen Tag sind wir über eine Pressemeldung der Bischöflichen Pressestelle Trier auf eine besondere Tradition aufmerksam gemacht worden: das „Friedenslicht aus Bethlehem“. Eine vor allem von Pfadfinder:innen getragene Tradition zum Thema Frieden, die nicht a priori „katholisch“ gestempelt sein mag. Wir haben recherchiert:

 

Das Friedenslicht aus Bethlehem als kirchliche Praxis, pfadfinderische Bewegung und Friedenszeichen

Jedes Jahr im Advent reist ein kleines Licht von einem der umkämpftesten Orte der Welt durch Europa. Es wird entzündet in der Geburtsgrotte von Bethlehem, weitergereicht von Hand zu Hand, über Grenzen hinweg, in Bahnhöfen, Kirchen, Rathäusern, Flüchtlingsunterkünften und Privathäusern. Es heißt schlicht: Friedenslicht aus Bethlehem.

Was unscheinbar wirkt, ist in Wahrheit ein bemerkenswert widerständiges Ritual. In einer Zeit, in der Kriege medial allgegenwärtig, militärische Logiken scheinbar alternativlos und politische Debatten zunehmend polarisiert sind, behauptet dieses Licht etwas Radikales: dass Frieden weitergegeben werden kann – nicht als Parole, sondern als Praxis.

Zwischen Kirche und Zivilgesellschaft

Entstanden ist das Friedenslicht 1986 in Österreich, initiiert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF. Doch längst ist es mehr als ein Medienprojekt. Es hat sich zu einer transnationalen Tradition entwickelt, die von der katholischen Kirche mitgetragen, aber nicht dominiert wird. Gerade diese Offenheit ist Teil seiner Stärke.

Kirchlich ist das Friedenslicht kein Sakrament, keine liturgische Pflichtübung. Es ist ein Zeichen – und damit Ausdruck einer Kirche, die Frieden nicht nur predigt, sondern ermöglicht. Die Symbolik verweist auf das Zentrum des christlichen Selbstverständnisses: Die Geburt Jesu in Armut, Verletzlichkeit und politischer Bedrängnis. Frieden erscheint hier nicht als Ergebnis von Macht, sondern als Beginn im Kleinen.

Viele Gemeinden greifen diese Linie bewusst auf. Das Friedenslicht wird verbunden mit biblischen Friedensvisionen, mit der katholischen Soziallehre, mit päpstlichen Appellen zur Gewaltfreiheit und Versöhnung. Gleichzeitig bleibt das Licht frei zugänglich. Es gehört niemandem – und genau das macht es glaubwürdig.

Pfadfinder:innen als Träger einer Friedenspraxis

Ohne Pfadfinder:innen wäre das Friedenslicht kaum denkbar. Sie holen es aus Wien oder direkt aus Bethlehem, bringen es über Landesgrenzen und verteilen es regional weiter. Dabei geht es nicht um Folklore, sondern um Selbstverständnis.

Pfadfinderisch gedacht ist das Friedenslicht ein Dienst: konkret, verbindlich und generationenübergreifend. Kinder und Jugendliche übernehmen Verantwortung für ein Friedenszeichen, das größer ist als sie selbst. In einer Öffentlichkeit, die junge Menschen häufig als unpolitisch oder überfordert beschreibt, ist das ein starkes Gegenbild.

Hier geschieht Friedensbildung nicht über Appelle, sondern über Handlung: Das Licht wird geschützt, weitergegeben, geteilt. Es kann weitergetragen werden – oder erlöschen. Frieden ist möglich, aber nicht garantiert.

Ein Zeichen gegen die Abstumpfung

Aus einer bewusst friedensorientierten Perspektive liegt die Bedeutung des Friedenslichts weniger in seiner symbolischen Herkunft als in seiner Wirkung. Es zwingt nicht, es moralisiert nicht. Es lädt ein.

Gerade darin unterscheidet es sich von vielen politischen Botschaften. Es erhebt keinen Anspruch auf Lösung globaler Konflikte – und genau deshalb bleibt es anschlussfähig. Wer das Licht annimmt, verpflichtet sich zu nichts und spürt doch eine Verantwortung. Es steht im Raum und stellt leise die Frage: Was tust du mit dem Frieden?

Dass dieses Licht ausgerechnet aus Bethlehem kommt, verleiht ihm zusätzliche Schärfe. In einer Region, die seit Jahrzehnten von Gewalt, Unterdrückung und politischem Scheitern geprägt ist, wird Jahr für Jahr ein Friedenszeichen entzündet. Das ist weder naiv noch weltfremd – es ist eine bewusste Weigerung, den Krieg als Normalzustand zu akzeptieren.

Keine Illusion – aber ein Anfang

Natürlich: Das Friedenslicht beendet keinen Krieg. Es verändert keine geopolitischen Machtstrukturen. Doch es bewahrt etwas, das in Zeiten dauernder Krisen leicht verloren geht: die Vorstellung, dass Frieden nicht nur Abwesenheit von Gewalt ist, sondern eine Haltung, die eingeübt werden muss.

Vielleicht liegt darin seine eigentliche Bedeutung. Das Friedenslicht hält einen öffentlichen Raum offen, in dem Frieden gedacht, geteilt und weitergetragen werden kann – jenseits militärischer Logiken und politischer Resignation.

Ein kleines Licht also.
Aber eines, das sich weigert zu verlöschen.

 

Folgende Pressemitteilung Haben wir heute von der Bischöflichen Pressestelle Trier erhalten:

 

Ein Funke Mut
Friedenslicht aus Bethlehem zieht durch das Bistum Trier

Unter dem Motto „Ein Funke Mut“ setzt die Aktion „Friedenslicht aus Bethlehem“ auch in diesem Jahr ein leuchtendes Zeichen der Verbundenheit. Ein Licht aus Bethlehem reist – begleitet von Pfadfinder*innen – als Botschafter des Friedens durch die Länder und verkündet die Geburt Jesu. Auch in vielen Regionen des Bistums Trier gibt es Übergabeorte und Aussendungsfeiern.

Im Jahr 1986 entstand im oberösterreichischen Landesstudio des Österreichischen Rundfunks (ORF) die Idee, die mittlerweile eine Lichtspur durch ganz Europa gezogen hat: Das Friedenslicht wird in jedem Jahr in den Wochen vor Weihnachten von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu entzündet. Von Bethlehem aus reist das Licht mit dem Flugzeug in einer sicheren Lampe nach Österreich. Seit 1993 bringen Pfadfinder*innen das Friedenslicht auch nach Deutschland. In diesem Jahr fand am Samstag vor dem zweiten Advent die Aussendungsfeier des Friedenslichts in Linz/Österreich statt. Dies ist eine gemeinsame Aktion des Rings deutscher Pfadfinder*innenverbände (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, BdP), Bund Moslemischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder Deutschlands (BMPPD), Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und des Verbandes deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG).

Die Pfadfinder*innen verteilen in Aussendungsfeiern das Licht, damit es an Weihnachten in vielen Häusern und Kirchen brennen kann. Es wird auch in Familien, in Kirchengemeinden, Krankenhäuser und Schulen, in Verbände, öffentliche Einrichtungen und zu Menschen, die im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und am Rande stehen, getragen. Das Friedenslicht ist ein Zeichen für Freundschaft, Gemeinschaft und Verständigung aller Völker.
Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes wird an die weihnachtliche Botschaft erinnert sowie an den Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen.

In der Zeit vom 15. bis 19.12. besteht die Gelegenheit, das Friedenslicht zwischen 9 und 13 Uhr im Diözesanbüro der DPSG Trier, Weberbach 71, 54290 Trier entgegenzunehmen, telefonische Anmeldung vorab unter Tel. 0651-46298290. Im DPSG-Diözesanverband Trier sind rund 5.000 Pfadfinder*innen in 10 Bezirken und über 63 Stämmen und Siedlungen engagiert. Weitere Informationen gibt es auf https://www.dpsg-trier.de.

Übergabeorte und Aussendungsfeiern des Friedenslichtes im DPSG-Diözesanverband Trier (Auflistung nach Datum und ohne Gewähr):

Koblenz
X-Ground – Kirche der Jugend, Kirche St. Elisabeth, Moselweißer Str. 37, Koblenz
14.12.2025 um 15.00 Uhr
Veranstalter: DPSG Bezirk Koblenz

Koblenz
Kirche Maria Himmelfahrt, Lehrhohl 40, Koblenz
14.12.2025 ab 17.00 Uhr
Veranstalter: Stamm Koblenz-Asterstein

Saarbrücken
eli.ja – Kirche der Jugend, Hellwigstraße 15
14.12.2025 um 17.00 Uhr
Veranstalter: rsp/VCP/DPSG/PSG/BdP

Ringen
Kirche St. Dionysius, Heppinger Str. 13
14.12.2025 um 18.00 Uhr
Veranstalter: Stamm Galileo Galilei Ringen und die Kirchengemeinde Ringen

Neuwied
Kirche St. Bonifatius, Kurt-Schumacher-Str. 9
14.12.2025 um 18.00 Uhr
Veranstalter: Stamm St. Bonifatius, Oberbieber

Trier
Kirche St. Helena, St.-Helena-Straße 25A, 54294 Trier
14.12.2025 um 18.00 Uhr
Veranstalter: DPSG Bezirk Trier

Kaisersesch
Kirche St. Pankratius, Koblenzer Str. 30
17.12.2025 um 18.00 Uhr
Veranstalter: Stamm Kaisersesch

Bernkastel
Weihnachtsmarkt Bernkastel, Marktplatz
18.12.2025 um 17.30 Uhr
Veranstalter: Stamm Moselfranken Bernkastel

Niederfischbach
Siegerländer Dom (St. Mauritius und Gefährten), Rothenbergstraße 11
18.12.2025 um 18.30 Uhr
Veranstalter: DPSG Bezirk Sieg

Perl
Internationale Friedenslichtaktion in Perl
Kirche St. Gervasius und Protasius, Biringerstr. 5 66706 Perl
20.12.2025 um 17.00 Uhr
Veranstalter: Lëtzebuerger Guiden a Scouten, Scouts et Guides de France, Scouts en Gidsen Vlaanderen, DPSG-Diözesanverband Trier

Föhren
Kirche St. Bartholomäus, Hauptstraße 10
20.12.2025 um 17.00 Uhr
Veranstalter: Stamm Don Bosco

Münstermaifeld
Münsterplatz
20.12.2025 um 18.00 Uhr
Veranstalter: Stamm Maifeld-Scouts

Wittlich
Autobahnkirche St. Paul, Arnold-Janssen-Str. 1A
21.12.2025 um 10.30 Uhr
Veranstalter: Stamm St. Rochus

Andernach
Kirche Maria Himmelfahrt (Mariendom), Kirchstr.11
21.12.2025 um 11.00 Uhr
Veranstalter: Stamm St. Michael

Saarburg-Beurig
Kirche St. Marien in Beurig, Hauptstr. 47
21.12.2025 ab 18.45 Uhr
Veranstalter: Stamm St. Franziskus

Perl
Kirche St. Gervasius und Protasius, Biringerstr. 3
24.12.2025 um 17.00 Uhr
Veranstalter: Stamm St. Gervasius und Protasius

Weitere Informationen zum Friedenslicht aus Bethlehem gibt es auf https://www.friedenslicht.de/

 

Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher (nochmal KI-supported) – 10. Dezember 2025
Quelle (vollständig zitierter Text): Bischöfliche Pressestelle Trier / Sandra Schumacher / Bischöfliches Generalvikariat Trier – Stabsstelle Kommunikation
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto: © Bischöfliche Pressestelle Trier

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2025-12-10-bb/