Der Antarktische Krill wird bis zu 6 Zentimeter lang.
Er hat Leuchtorgane.
Er ist sehr wichtig für das Leben im antarktischen Meer.
Krill lebt in großen Gruppen.
Ein einzelner Krill wiegt höchstens 2 Gramm.
Es gibt etwa 330 Millionen Tonnen Krill im Meer.
Viele Tiere fressen Krill:
Zum Beispiel Robben, Wale, Pinguine, Tintenfische, Meeresvögel und Fische.
Foto: © pilipenkoD – iSTock

LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNIS BEGLEITER

Natur-Ereignis-Begleiter. – Der Antarktische Krill – wichtiger Helfer fürs Klima, Futter für viele Tiere und trotzdem in großer Gefahr – Das ist der siebte Text.

Der große Klima-Gipfel COP30 war dieses Jahr in Brasilien.
Dort ging es vor allem um den Regenwald.
Denn der Regenwald speichert viel CO₂.
Das ist wichtig fürs Klima.

Vom südlichsten Punkt Südamerikas bis zur Antarktis sind es nur 447 Kilometer.
Dort beginnt der Antarktische Ozean.
Und genau dort lebt ein besonderes Tier:
Der Antarktische Krill.
Er hilft mit, CO₂ zu binden.
Darum ist er wichtig fürs Klima.

 

1. Wie komme ich von der Mosel zum Antarktischen Krill?

Ich beschäftige mich mit der Natur.
Ich bin Natur-Erlebnis-Begleiter.
In meiner Ausbildung lerne ich viel über Tiere.
Auch über Tiere, die man selten sieht.
Oder die kaum jemand kennt.
Am 20. Oktober habe ich eine wichtige Nachricht gelesen.
Sie kam vom Alfred-Wegener-Institut.
Das Institut forscht über das Meer und die Antarktis.

Dort stand:
Im Südlichen Ozean leben große Gruppen vom Antarktischen Krill.
Diese Krill-Schwärme sind sehr wichtig.
Sie stehen an zweiter Stelle im Futter-Netz.
Ganz unten sind kleine Pflanzen im Meer, das Plankton.
Dann kommt der Krill.
Viele Tiere fressen fast nur Krill.

Wenn zu viel Krill gefangen wird,
dann gibt es bald viel weniger davon.
Das wäre schlimm.
Denn viele Tiere würden dann verhungern.

Man schätzt:
Es gibt 300 bis 500 Millionen Tonnen Krill.
Krill ist damit das häufigste Tier auf der Erde, das aus vielen Zellen besteht.
Krill ist das wichtigste Futter in der Antarktis.
Er verbindet kleine Lebewesen im Meer
mit großen Tieren wie Robben, Fischen, Pinguinen und Walen.
Wenn es weniger Krill gibt, gibt es auch weniger dieser Tiere.

Auch der Mensch fischt immer mehr Krill.
Der Krill wird verarbeitet:
Zum Beispiel zu Futter für Fisch-Zucht-Anlagen.
Oder zu Kapseln mit Omega-3-Öl.

 

2. Von Deutschland über die EU zur CCAMLR

Es gibt eine wichtige Gruppe für den Schutz der Meere in der Antarktis.
Sie heißt: Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis.
Die Abkürzung ist: CCAMLR (auf Englisch).
Zur CCAMLR gehören 27 Länder.
Auch die EU-Kommission ist dabei.
Und alle Länder der Europäischen Union, also auch Deutschland.

Ende Oktober traf sich die CCAMLR zur 44. Sitzung.
Doch das Treffen brachte kein gutes Ergebnis.
Die Länder haben nur beschlossen:
Die Fischerei auf Krill darf nicht noch größer werden.
Aber sie wird auch nicht weniger.

Eine Umwelt-Organisation warnt

Die Organisation Sea Shepherd setzt sich für Tiere und Meere ein.
Sie hat einen langen Bericht über den Antarktischen Krill geschrieben.
Darin steht:
Krill ist sehr klein.
Aber er ist sehr wichtig für das Leben im Südpolarmeer.

Krill sieht aus wie eine kleine Garnele.
Trotz seiner kleinen Größe gibt es ihn in riesigen Mengen.
Er macht einen großen Teil der Tiermasse auf der Erde aus.

Im Sommer frisst Krill kleine Pflanzen im Wasser (Phytoplankton).
Im Winter frisst Krill Algen, die unter dem Eis wachsen.
Wenn der Krill genug gefressen hat,
taucht er in die Tiefe und scheidet Kohlenstoff über seinen Kot aus.
Der Kot sinkt auf den Meeresboden.
So wird Kohlenstoff dauerhaft gebunden.
Das wiederholt sich viele Male im Leben eines Krills.

Was bedeutet das fürs Klima?

Krill entzieht der Luft schädliches CO₂.
Die Menge ist riesig:
23 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr.
Das entspricht dem CO₂-Ausstoß von 35 Millionen Autos mit Benzin oder Diesel.

Was bedeutet Krill für die Tiere?

Viele Tiere in der Antarktis fressen fast nur Krill.
Zum Beispiel Wale, Pinguine, Robben und Seevögel.

Ohne Krill gäbe es diese Tiere nicht mehr.
Das Öko-System in der Antarktis würde zusammenbrechen.
Auch für das Klima wäre das sehr schlecht.
Denn ohne Krill würde auch viel mehr CO₂ in der Luft bleiben.

Ein Satz bringt es auf den Punkt:
„Man denkt vielleicht: Krill ist langweilig.
Aber: Kein Krill heißt auch: Kein Essen für viele Tiere.
Und: Kein Krill heißt auch: Weniger Schutz fürs Klima.“

 

3. Ist Kritik an der Krill-Fischerei Hochverrat?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sagt:
Die industrielle Fischerei auf Krill ist ein großes Problem.
Sie will, dass das aufhört.
Sie informiert die Menschen über die Gefahr für das Meer und das Klima.
Dafür wird sie angegriffen.

Zur gleichen Zeit ist ein Biologe verhaftet worden.
Er heißt Leonid Pshenichov.
Er hat lange in der Antarktis geforscht.
Auch er wollte die Wahrheit sagen.
Auch er hat gewarnt.
Jetzt sitzt er im Gefängnis.

Beide – die DUH und Pshenichov –
wollen nur helfen.
Sie wollen, dass die Welt besser mit der Natur umgeht.
Sie kämpfen dafür,
dass nicht allein Macht und Geld über das Leben bestimmen.

So schließt sich der Kreis:
Von der Mosel bis zum Südpolarmeer.
Denn es geht um dieselbe Frage:
Wie schützen wir unsere Erde?

Mehr über Leonid Pshenichov:
👉 https://rsa.mfa.gov.ua/en/news/russia-detains-veteran-antarcttica-researcher-leonid-pschenychnow

Der Umwelt-Journalist Robert Hunziker hat am 7. November 2025 einen wichtigen Artikel geschrieben.
Er wurde zuerst auf der Seite „CounterPunch“ veröffentlicht.
Die Presseagentur Pressenza und ihr Übersetzer-Team haben den Text ins Deutsche übersetzt.
Dafür vielen Dank!

Hier ist der Artikel:

 

Verhaftung eines Krill-Schützers: Russland geht gegen Wissenschaftler vor
Ein Bericht von Robert Hunziker, in Leichter Sprache

Ein Wissenschaftler wird verhaftet

Leonid Pshenichov ist Biologe.
Er ist 70 Jahre alt.
Er wurde von der russischen Regierung festgenommen.
Der Vorwurf: Hochverrat.

Warum?
Weil er sich für den Schutz des Krills einsetzt.
Krill ist ein kleines Tier im Meer – aber sehr wichtig für das Klima.

Leonid wollte zu einer Konferenz nach Australien reisen.
Dort sollte es um den Schutz von Tieren im Südpolarmeer gehen.
Doch vorher wurde er verhaftet.

Was genau wird ihm vorgeworfen?

Russland sagt:
Leonid habe Russland geschadet.
Denn er hat bei einer Konferenz der CCAMLR (Kommission zum Schutz der Meereslebewesen in der Antarktis)
den Vorschlag der Ukraine unterstützt, den Krillfang zu begrenzen.

Er soll seine Position genutzt haben,
um gegen die russische Krill-Fischerei zu arbeiten.

Was macht die CCAMLR?

Diese Kommission gibt es seit 1982.
27 Länder machen mit.
Sie will ein Schutzgebiet rund um die Antarktische Halbinsel einrichten.
So soll der Krill besser geschützt werden.

Doch in diesem Jahr wurde so viel Krill gefangen,
dass Wissenschaftler sagen:
So kann es nicht weitergehen.

Der britische „Guardian“ schrieb dazu am 26. Oktober 2025:
„Russland verhaftet Biologen wegen Unterstützung von Schutzmaßnahmen für Krill.“

Russland und China blockieren Schutzmaßnahmen

Schon seit vielen Jahren lehnen Russland und China solche Schutzgebiete ab.
Deshalb fordern viele Länder jetzt:
Andere Staaten wie Australien, Japan oder die USA sollen das Vorgehen verurteilen.

Wer ist Leonid Pshenichov?

Er forscht seit 1983 für die Kommission.
Seit 1994 arbeitet er als ukrainischer Wissenschaftler.
Er lebt mit seiner Familie auf der Krim.

Andere Forscher sagen:
Leonids Arbeit ist sehr wichtig.

Warum ist Krill so wichtig?

Die Umweltorganisationen sagen:
Krill ist der Superheld des Südpolarmeers.

Er ist klein, aber es gibt ihn in riesigen Mengen.
Er ist ganz wichtig für die Nahrungskette im Meer.
Viele Tiere wie Wale, Robben oder Pinguine fressen fast nur Krill.

Krill frisst Pflanzen im Wasser.
Dann taucht er in die Tiefe und scheidet CO₂ aus.
So wird Kohlenstoff gebunden – das hilft dem Klima.

Die Organisation NOAA sagt:
„Krill ist winzig – aber riesig wichtig fürs Meer.“

Krill ist leichte Beute

Krill lebt in riesigen Schwärmen.
Das macht ihn leicht fangbar –
für hungrige Wale,
aber auch für riesige Fischereischiffe (sogenannte Trawler).

Klimawandel und Krill

Krill reagiert sehr empfindlich auf den Klimawandel.
Forscher sagen:
Krill speichert sehr viel CO₂.
Das schützt die Erde.

Wie sieht die Krill-Fischerei aus?

Sehr große Schiffe fahren durch das Südpolarmeer.
Sie werfen Netze aus,
Hunderte Meter lang.
So fangen sie riesige Mengen Krill.

Ein Umwelt-Experte sagt:
„Ich war schockiert, wie viel auf so kleiner Fläche gefischt wird.“

Die Zahlen sind alarmierend:
2006: 106.000 Tonnen Krill
2025: 518.000 Tonnen Krill

Krill wird genutzt:
• für Lachszucht
• als Tierfutter
• für Kapseln mit Omega-3-Öl

Forderung nach einem Verbot

Bei der UNO-Konferenz in Nizza 2025 sagten viele:
Die Krillfischerei muss gestoppt werden.

Die berühmte Meeresforscherin Sylvia Earle
und der Schauspieler Benedict Cumberbatch
sagten:
„Diese Fischerei ist nicht notwendig.“

Denn sie zerstört:
• ein sehr empfindliches Öko-System
• einen wichtigen CO₂-Speicher
• die Lebensgrundlage vieler Tierere

Braucht der Mensch Krill?

Ein Experte sagt:
„Wir brauchen Krill nicht.“
Er hilft nicht, den Hunger auf der Welt zu bekämpfen.
Er wird zu Fischfutter und zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet.

Ein trauriger Vergleich

Stell dir das vor:
• Wale
• der Klimawandel
• riesige Fischerei-Schiffe
• und der Wunsch nach Schönheit
jagen dieselben kleinen Tiere: den Krill.

Diese Tiere sind nur 1 bis 2 cm groß.
Sie leben seit Millionen Jahren.
Sie haben sogar das große Aussterben vor 65 Millionen Jahren überlebt.
Aber jetzt – in nur 200 Jahren – bringt der Mensch sie fast zum Aussterben.

Etwas stimmt hier nicht.

So viel wird gefangen:

Ein großes Schiff fängt etwa 100 Tonnen Krill pro Tag.
Das sind 100 Millionen Krill – jeden Tag.
In 10 Tagen sind das eine Milliarde Tiere.
Die Schiffe bleiben oft viele Monate auf See.
Sie lagern den Fang auf Kühl-Schiffen.

Was zeigt dieser Bericht?

Unsere Welt hat sich weit von der Natur entfernt.
Sie zerstört sogar die letzten Tiere,
die für das Leben auf der Erde wichtig sind.

Das Abernten von Krill zeigt den Irrsinn dieser Zeit.
Wir leben in einer Welt des Wahnsinns.

Eine Lösung ohne Fischerei

Es gibt eine Alternative:
Ashlan Cousteau, eine Umweltjournalistin,
hat ein Produkt aus Algen entwickelt.
Es enthält Omega-3 – ganz ohne Krill.
Es ist genauso wirksam
und schadet dem Meer nicht.

 

4. Mehr zum Thema Antarktischer Krill

Wenn Sie noch mehr über den Antarktischen Krill wissen möchten:
Es gibt einen guten Artikel bei Wikipedia.
Dort geht es auch darum,
wie Krill hilft, Kohlenstoff aus der Luft zu binden.
👉 https://de.wikipedia.org/wiki/Antarktischer_Krill

 

Ein spannender Vergleich: Krill und Mensch

Der Antarktische Krill ist das Tier mit der größten Masse auf der Erde.
Fachleute sagen:
Es gibt etwa 133 Millionen Tonnen Krill –
und das sogar ohne die ganz jungen Tiere (Larven).

Nur ein Lebewesen wiegt insgesamt noch mehr:
der Mensch.
Unser Gewicht zusammen: etwa 390 Millionen Tonnen.

Das heißt:
Krill ist das häufigste Tier auf der Welt – gemessen am Gewicht.
Aber wir Menschen wiegen als Gruppe noch mehr.

(Quelle: Deutsche Stiftung Meeresschutz und Ökotest)

 

Alle Texte zum Thema „Natur·ereignis·begleiter / Lebendige Moselweinberge“ finden Sie hier:
https://www.trierer-umschau.de/netzwerk/naturereignisbegleiter/

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-08-da/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 8. Dezember 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto: © pilipenkoD – iSTock

Die Reihe heißt: Lebendige Moselweinberge.
Die Texte sind für Dauno geschrieben.
Ich möchte ihm damit danken.
Mehr Infos gibt es hier: https://www.trierer-umschau.de/2025-11-03-bb/