LEICHTE SPRACHE - ORANGE DAYS
Achtung: In diesem Text geht es um Gewalt. Die Kunst-Aktion „Auf den Punkt gebracht“ – Sie ist an der Außen-Mauer vom Josefsstift in Trier. – Die Aktion ist Teil der Orange Days 2025.
Wenn deine Finger gewalttätig werden,
dann sollen sie dir einzeln abfallen.
Ich bin ein Mann.
Ich bin Beobachter.
Ich bin Journalist.
Vielleicht ist Poesie für mich der einzige Ausweg.
Vielleicht hatten die Menschen recht,
die die Kunst-Aktion (*) an der Mauer beim Josefsstift gemacht haben.
Die Aktion ist vom 26.11. bis 10.12.2025 in Trier zu sehen.
Sie haben vorher eine Warnung geschrieben (**).
Diese Warnung war wichtig.
Vielleicht hätte ich einfach weitergehen können.
Vielleicht hätte ich die Texte an den orangenen Schuhen nicht lesen müssen. (****)
Vielleicht hätte die Kunst-Aktion viel größer sein sollen.
Mehr in der Mitte.
Mehr sichtbar.
Mehr laut.
Vielleicht lebt dieser Text hier nur von den Bildern oben.
Es sind über 60 Bilder.
Sie brauchen Zeit, um sie zu lesen.
Wir haben die Bilder nach dem Alphabet geordnet.
Vielleicht finde ich keine Antwort.
Vielleicht drehe ich mich im Kreis.
Deshalb habe ich entschieden:
Ich zeige hier alle Aussagen.
Alle Texte, die ich fotografieren konnte.
Sie sind Teil der Bildreihe zur Aktion.
Bitte überlesen Sie die Warnung nicht!
(Sie steht bei Bild 1 und auch unter (**))
Ich habe mich entschieden, einen Chat-Roboter zu fragen.
Er heißt ChatGPT 5.1.
Ich übernehme seine Antwort ohne Kommentar.
Meine Frage war:
Kannst du mir erklären, wie ein Mann sich fühlt,
wenn er die Wahrheiten vom Orange Day (****) sieht?
Wie fühlt sich ein Mann,
wenn er mitschuldig ist, nur weil er ein Mann ist?
Wie geht ein Mann mit den schlechten Tatsachen um,
wenn es um Männer und Frauen in der Gesellschaft geht?
Antwort von ChatGPT:
Ich beschreibe dir die Lage.
Klar und ohne Schuld für einzelne Menschen.
Aber mit Blick auf das große Ganze.
Die Situation eines Mannes am Orange Day
Der Orange Day ist der Tag gegen Gewalt an Frauen.
An diesem Tag sehen Männer Dinge, die weh tun:
Gewalt, Ungerechtigkeit, Macht.
Das macht etwas mit ihnen.
Es kann eine innere Krise auslösen.
1. Schuld, ohne Täter zu sein
Der Mann weiß:
Gewalt passiert in einem System, das oft von Männern gemacht wurde.
Er fühlt sich verantwortlich –
obwohl er selbst nie gewalttätig war.
Er fragt sich:
• Bin ich Teil des Problems?
• Mache ich Dinge, die ich nicht merke?
• Habe ich zu oft geschwiegen?
Diese Gedanken sind schwer.
Denn sie machen sein Bild von sich selbst kaputt.
2. Orientierungslosigkeit
Der Mann liest über Gewalt.
Er hört Berichte.
Er sieht Zahlen.
Er fühlt:
• Scham – für das, was andere Männer tun
• Ohnmacht – weil er nichts ändern kann
• Abwehr – weil er kein Feind sein will
• Hilflosigkeit – weil er nicht weiß, was richtig ist
Er bleibt innerlich stehen.
Er will etwas sagen,
aber hat Angst, das Falsche zu sagen.
Er weiß nicht mehr, wie er reden soll.
3. Der Wunsch, das Richtige zu tun
Er will helfen.
Er will auf der guten Seite stehen.
Aber er hört zwei Stimmen in sich:
Die erste sagt:
„Du musst etwas tun!“
Die zweite sagt:
„Was, wenn du etwas falsch machst?“
Diese Gedanken machen müde.
Manche Männer ziehen sich dann zurück.
Obwohl sie helfen wollen.
4. Die Chance liegt in der Unsicherheit
Die Unsicherheit ist nicht nur schlecht.
Sie kann auch ein Anfang sein.
Denn wer unsicher ist,
hat verstanden, dass es ein Problem gibt.
Dann kann der Mann:
• besser zuhören
• über sich selbst nachdenken
• lernen, was Frauen sagen
• neue Verantwortung übernehmen
Nicht Schuld – sondern Mit-Verantwortung.
Kurz gesagt:
Ein Mann, der sich mit dem Orange Day beschäftigt, fühlt:
• Traurigkeit über das Leid der Frauen
• Scham über das Verhalten von Männern
• Unsicherheit über das eigene Verhalten
• Ohnmacht, weil er wenig ändern kann
Aber auch:
• Die Möglichkeit zu lernen
• Die Chance auf echte Solidarität
(*) Begleitinformation I – in Einfacher Sprache
(steht an der Mauer beim Josefsstift in Trier, gegenüber vom Simeonstiftplatz)
📅 26.11. bis 10.12.2025
🎨 Name der Kunst-Aktion: „Auf den Punkt gebracht“
📍 Ort: Außenmauer des Josefsstifts (an der Ecke Simeonstiftplatz / Franz-Ludwig-Straße)
Am 26.11.2025 wird die Kunst-Aktion aufgebaut.
An der Mauer hängen etwa 100 orangene Damenschuhe.
Dazu gibt es 11 Wörter und Gedichte.
Zusammen nennt man das eine Installation.
Die Idee: Die Schuhe und Texte zeigen, wie Gewalt an Frauen aussieht.
Die Kunst-Aktion ist ein Projekt der Schule BBS St. Helena Trier.
Die Schüler und Schülerinnen haben mitgemacht.
Frau Jakobine Wierz hat die Aktion begleitet.
Sie ist Diplom-Pädagogin.
(**) ⚠️ Begleitinformation II – in Einfacher Sprache
(steht ebenfalls an der Mauer beim Josefsstift)
‼️ Achtung! Triggerwarnung! (***)
Diese Ausstellung ist Teil der Orange Days.
Sie sagt ganz klar:
Stoppt Gewalt an Frauen.
In der Ausstellung geht es um schwere Themen.
Zum Beispiel:
• Gewalt gegen Frauen
• Selbsttötung (Suizid)
• Körperliche Gewalt
• Sexueller Missbrauch
• Handel mit Mädchen und Frauen
• Depression
• Selbstverletzung
• Tötung von Frauen, nur weil sie Frauen sind (Femizid)
Bitte sei vorsichtig.
Die Inhalte können starke Gefühle auslösen.
Du kannst selbst entscheiden, ob du dir alles anschauen willst.
Mehr Infos zur Aktion findest du hier:
🔗 https://www.bbs-helena-trier.de/detail/Orange-Days-00001
(***) Was ist eine Triggerwarnung?
Eine Triggerwarnung (oder Inhalts-Warnung) zeigt an:
Achtung – in diesem Text kommen schwierige Themen vor.
Zum Beispiel Gewalt oder schlimme Erlebnisse.
Die Warnung hilft Menschen, sich vorzubereiten.
Dann können sie selbst entscheiden, ob sie weiterlesen wollen.
Denn manche Inhalte können bei Menschen starke Gefühle auslösen.
Oder schlechte Erinnerungen.
Deshalb steht die Warnung immer vor dem eigentlichen Text.
Manchmal lässt man sogar etwas Platz dazwischen.
Das Ziel ist:
Alle Menschen sollen sich sicher fühlen, wenn sie den Text lesen.
Auch Menschen, die schlimme Dinge erlebt haben.
(****) Was ist der Orange Day?
Der Orange Day ist der 25. November.
Er ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.
Die Orange Days sind mehrere Tage.
Sie gehen vom 25. November bis zum 10. Dezember.
Am 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte.
In dieser Zeit macht die UN-Kampagne „Orange the World“ aufmerksam:
Auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Die Aktion gibt es seit 1991.
(*****) Was ist LSD oder „Acid“?
LSD ist die Abkürzung für: Lysergsäurediethylamid.
Ein anderes Wort dafür ist: Acid.
Das ist eine Droge.
LSD gehört zu den Halluzinogenen.
Das heißt:
Es verändert, wie man Dinge sieht, hört oder fühlt.
Manche Menschen nehmen LSD, um in eine andere „Welt“ zu kommen.
Aber LSD kann auch gefährlich sein.
Es kann Angst, Verwirrung oder schlimme Gedanken auslösen.
(******) Was ist Doxing?
Doxing ist ein englisches Wort.
Es kommt von „document tracing“.
Das heißt: Dokumente verfolgen.
Doxing bedeutet:
Jemand sammelt persönliche Daten von anderen.
Zum Beispiel:
• E-Mail-Adresse
• Telefonnummer
• Wohnort
• Arbeitsplatz
• Geburtsdatum
• Adresse der Eltern
• Infos über Sexualität oder Gesundheit
Diese Daten werden dann ohne Erlaubnis im Internet veröffentlicht.
Doxing ist eine Form von digitaler Gewalt.
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-12-02-ba/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 2. Dezember 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Abgebildete Texte: © Schüler:in(en) der Bistumsschule St. Helena Trier (begleitet von Jakobine Wierz) (*) – Fotos: Trierer Umschau
