LEICHTE SPRACHE - NATUREREIGNIS BEGLEITER
Natur-Ereignis-Begleiter. – Vom Mosel-Weinberg in den Garten. – Ein Buch ruft dazu auf: Viele Gärten sollen ein Netzwerk für Tiere und Pflanzen bilden. – Das ist der sechste Text.
Liebe Leserinnen und Leser der Trierer Umschau,
Sie kennen unsere Berichte mit dem Stempel „Lebendige Moselweinberge“.
Und Sie kennen auch das Wort „NaturEREIGNISBegleiter“.
Dieses Wort kommt vom „Naturerlebnisbegleiter“.
Das ist eine Ausbildung vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, kurz DLR.
Für uns ist die Natur voller besonderer Ereignisse.
Manchmal erlebt man sie.
Manchmal beobachtet man sie.
So eine Ausbildung hilft, besser hinzuschauen.
Sie macht uns aufmerksamer.
Und man staunt dann oft mit großem Respekt.
Jetzt ist ein neues Buch (1) erschienen.
Es heißt:
„Artenvielfalt. Vom Weinberg in den Garten – Mit über 150 Pflanzen und Tieren der Moselregion, die in den heimischen Garten einziehen können“.
Der Autor heißt Thorben Meischies.
Er ist Naturerlebnisbegleiter und Lehrer an einem Gymnasium.
Schon auf Seite 7 steht etwas sehr Besonderes:
„Die Weinberge der Mosel sind seit Jahrhunderten für ihren guten Riesling bekannt.
Weniger bekannt ist, dass die Weinberge ein wahrer Hotspot der Artenvielfalt sind,
wie unlängst eine Langzeitstudie des Julius-Kühn- und des Senckenberg-Instituts bestätigte.“
Diese Sätze machen neugierig.
Ich frage mich: Habe ich eine wichtige Nachricht verpasst?
Ich suche nach Informationen.
Und finde eine Pressemitteilung vom Julius-Kühn-Institut.
In einem Flyer der Pressemitteilung steht:
BIODIVERSITÄT in den steilen Weinbergen
Welche Tiere und Pflanzen leben in den steilen Weinbergen?
Wissenschaftler haben Schmetterlinge und Wildbienen an der Mosel genau beobachtet.
Sie haben die Artenvielfalt an zwei Orten untersucht:
• In Osann-Veldenz an der Mittelmosel:
Dort fanden sie 28 Schmetterlingsarten und 177 Wildbienenarten.
• Im Moseltal zwischen Klotten und Treis:
Dort fanden sie 58 Schmetterlingsarten und 178 Wildbienenarten.
Besonders wichtig:
• Viele der gefundenen Arten sind gefährdet.
• 30 % der Wildbienenarten und 52 % der Schmetterlingsarten gelten als gefährdet.
• Auf Querterrassen leben fast doppelt so viele Insekten wie auf normalen Weinbergen.
• Schmetterlinge nutzen besonders gerne die waagerechten Flächen der Querterrassen.
• Ein seltener Schmetterling – der Rote Scheckenfalter – ist in diesem Gebiet oft zu sehen.
Seine Raupen fressen junge Spitzwegerich-Pflanzen.
„Es hat sich gezeigt, dass es viele Wildbienen in den Weinbergen gibt.
Das liegt nicht an den Weinreben,
sondern an den kleinen, grünen Flächen zwischen den Reben.“
(Dr. André Krahner vom Julius-Kühn-Institut)
„Der Steillagen-Weinbau mit Querterrassen ist ein Schutzraum für seltene Insekten.“
(Prof. Dr. Thomas Schmitt vom Senckenberg-Institut)
Auch die alten Reben – wie Riesling und Elbling – wurden untersucht.
Es wurden über 1.600 Rebstöcke untersucht.
Sie stammen aus den Jahren 1880 bis 1944.
Sie sind sehr unterschiedlich in Zuckergehalt, Säure und Form der Trauben.
„Diese Vielfalt hilft uns, die Reben an das Klima anzupassen.“
(Dr. Matthias Porten vom DLR Mosel)
Die Forscher haben auch geschaut:
Sind verwilderte Flächen in den Weinbergen gefährlich für neue Krankheiten?
Auf solchen Flächen leben Zikaden.
Manche Zikaden übertragen die gefährliche Schwarzholzkrankheit.
Zum Beispiel:
• Windenglasflügelzikade
• Rosenglasflügelzikade
Aber die Forschenden fanden heraus:
Wenn der Boden ganz mit Pflanzen bedeckt ist,
dann gibt es weniger Infektionen mit dieser Krankheit.
„Eine geschlossene Vegetationsdecke senkt das Risiko deutlich.“
(Dr. Michael Maixner vom Julius-Kühn-Institut)
Und wie sieht es in unseren Gärten aus?
Auch dort gibt es oft offene Böden.
Nach dem Hausbau ist der Garten meist leer und festgetreten.
Man bringt neuen Mutterboden, legt Wege und eine Terrasse an.
Manche bauen auch eine Zisterne für Regenwasser.
Und dann?
Dann sollte man das Buch von Thorben Meischies lesen.
Auf Seite 9 schreibt er:
„In vielen Gärten gibt es nur Rasen, fremde Sträucher und viele Steine.
Diese Gärten helfen der Natur kaum.
Es fehlen Blumen, Nistplätze, Vielfalt und Strukturen.
Ein naturnaher Garten dagegen kann vielen Tieren und Pflanzen helfen.
Mit heimischen Wildpflanzen, Mauern aus Steinen und offenen Bodenstellen
wird ein Garten lebendig.
Jeder Garten – ob klein oder groß – kann ein Ort für Artenvielfalt werden.
Wenn viele Menschen mitmachen, entsteht ein Netzwerk aus Lebensräumen.“
Ein Netzwerk bedeutet:
Viele Orte sind verbunden.
Das ist Naturschutz.
Der Naturschutzbund NABU schreibt:
„Wer die Artenvielfalt schützen will, kann das im eigenen Garten tun.
Die Größe ist nicht so wichtig.
Wichtig sind die Pflanzenvielfalt und die Struktur.“
(Quelle: NABU-Projekt „gARTENreich“)
In Deutschland gibt es etwa 17 Millionen Gärten.
In einem artenarmen Garten wachsen etwa 26 Pflanzen.
In einem naturnahen Garten sind es bis zu 293 Pflanzen.
Das macht neugierig auf das Buch von Thorben Meischies.
Es zeigt, wie Tiere und Pflanzen der Moselregion zu uns in den Garten kommen.
Ein weiteres Projekt heißt:
„Tausende Gärten – Tausende Arten“
„Ohne heimische Pflanzen gibt es keinen echten Klimaschutz.
Pflanzen sind keine Deko – sie sind Lebensgrundlage für Tiere.
Wenn wir die Vielfalt verlieren, verlieren wir auch den Schutz des Klimas.“
(Bettina de la Chevallerie, Projektleiterin)
In Parks und Grünanlagen sieht man oft nur Rasen und fremde Pflanzen.
Aber viele Tiere brauchen heimische Pflanzen zum Überleben.
Der Kreis schließt sich:
Berlin – Mosel – und der Autor Thorben Meischies aus Alken.
Ein paar Hinweise aus dem Buch:
● Auf den Seiten 12 bis 108:
Pflanzen und Tiere, die in Ihren Garten einziehen können.
● Seite 128:
Totholz hilft seltenen Tieren wie dem Hirschkäfer oder der Blauen Holzbiene.
● Seite 129/130:
Unterschied zwischen echten Nisthilfen und Insektenhotels als Deko.
● Seite 131:
Entsiegelung schützt vor Hitze und Starkregen.
Eine Wärmebildkamera zeigt:
Bewachsene Flächen sind bis zu 19 Grad kühler als versiegelte Flächen.
● Seite 133:
Wasserstellen sind wichtig im Naturgarten.
Damit sind wir am Punkt, etwas zu tun.
Auf Seite 135 steht:
Regionales Saatgut kommt aus unserer Gegend.
Es ist robust, braucht wenig Pflege
und hilft Tieren wie Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln.
Exotische Pflanzen helfen den Tieren nicht.
Heimische Pflanzen stärken die Artenvielfalt direkt vor der Haustür.
Sie sparen Transportwege – das ist gut für Natur, Klima und Garten.
Gute Quellen für Saatgut sind:
● Wildpflanzengärtnerei Strickler in Alzey
● Rieger-Hofmann für Samen von Wildblumen und Wildgräsern
● Der Verein Naturgarten e.V. mit Tipps und Adressen
Und wenn Sie sich weiter inspirieren lassen wollen:
Schauen Sie auf den Garten von Claude Monet in Giverny in Frankreich.
Der Künstler wollte keine strengen Formen.
Er ließ die Blumen frei wachsen.
Es wurde ein Garten voller Leidenschaft.
Was steht auf dem Buchrücken von Thorben Meischies?
„Dieses Buch soll Mut machen,
den klassischen Einheitsgarten
in ein buntes, wertvolles Paradies mit ökologischem Nutzen zu verwandeln.“
P.S.:
Vielleicht pflanzen Sie in Ihrem Garten den Weißen Mauerpfeffer (Seite 48).
Dann kommt vielleicht der Mosel-Apollofalter (Seite 112) zur Eiablage.
Denn seine Raupen fressen nur diese eine Pflanze.
Wenn das passiert,
verspricht Ihnen die Trierer Umschau einen Sonderbericht nur über Ihren Garten!
(1) DAS BUCH
Thorben Meischies:
„Artenvielfalt – Vom Weinberg in den Garten – Mit über 150 Pflanzen und Tieren der Moselregion, die in den heimischen Garten einziehen können“
Gedruckt im November 2025
Preis: 19,00 Euro
Versand: 1,80 Euro
Bestellung per Mail: info@naturgarten-mosel.de
Webseite: https://naturgarten-mosel.de/
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-30-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 30. November 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto 1: © André Krahner / JKI – Foto 2: © Thorben Meischies / JKI – Foto 3: © Michael Maixner / JKI – Foto 4: © Michael Maixner / JKI – Foto 5: Marc Pascual – Pixabay – Foto 6: © Michael Maixner / JKI – Foto 7: © – Foto 8: Ricardo Isotton – Unsplash – Foto 8: © Foto: Privat
