Wer lernt von wem, wie wir die Erde schützen?
Indigene Menschen zeigen uns:
Wir müssen die Natur respektieren.
Und wir brauchen nicht immer mehr und mehr.
Foto: lilacruz - Pixaba

LEICHTE SPRACHE - WELTKLIMAKONFERENZ

Wir schweigen nicht! – Es gab keine Schweigeminute für den indigenen Anführer Vincente. Er wurde am 16. November ermordet. – Dies ist Text 2 von 2 von Pedro Pozas Terrados.

 

Unser Verhalten und seine Folgen

Wir sehen oft nur eine Seite.
Wir trennen Ursache und Wirkung.
Wir tun so, als hätten Angebot und Nachfrage nichts miteinander zu tun.

Ein Beispiel aus Brasilien:
Der Amazonas-Wald wird abgeholzt, weil Menschen Holz aus dem Amazonas kaufen.
Der illegale Goldabbau zerstört Land, weil Menschen dieses Gold kaufen.
Wenn wir dieses Gold nicht kaufen würden, gäbe es weniger Zerstörung.

Die Zerstörung betrifft nicht nur die Umwelt.
Die Menschen, die illegal nach Gold suchen, bringen Krankheiten zu den indigenen Gemeinschaften.
Diese Krankheiten können tödlich sein.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat einen Bericht über den illegalen Goldabbau gemacht.

Ein Bild für die ganze Welt

Illegale Goldsucher sind ein Bild dafür, wie die Weltgemeinschaft handelt.
Die Welt spricht auf der Klimakonferenz nicht klar „Nein“ zu Kohle, Öl und Gas.
Die Welt hält ihre eigenen Klimaziele nicht ein.
Wenn man es übertreibt, könnte man sagen:
Das ist wie ein „illegales“ Aufweichen der Regeln.

Zurück nach Brasilien

Bei der Weltklimakonferenz in Belém, die am 22. November 2025 endete, geschah etwas Wichtiges.
Pedro Pozas Terrados hat darüber einen Text geschrieben.
Er zeigt, was außerhalb der „Blauen Zone“ der Konferenz wirklich passierte.
Danke an die internationale Presseagentur Pressenza für die Weitergabe des Textes.

 

Blut im Schatten der COP30

Von Pedro Pozas Terrados

Ein ermordeter indigener Anführer

Während in der „Blauen Zone“ der COP30 Politiker reden, Selfies machen und Versprechen wiederholen, wird draußen ein indigener Anführer der Guaraní-Kaiowá getötet.

Niemand in der Blauen Zone unterbricht seine Rede.
Es gibt keinen Applaus-Stopp.
Keine Schweigeminute.
Die internationale Gemeinschaft schaut weg.

Der Angriff am 16. November

In der frühen Nacht des 16. November kommen etwa 20 bewaffnete Männer in die Gemeinschaft Pyelito Kue.
Sie schießen sofort.
Sie wollen töten.
Das meldet die Organisation Survival International.
Kein großes Medium berichtet darüber.

Der Anführer Vicente Fernández Vilhalva, 36 Jahre, wird durch einen Schuss in den Kopf getötet.
Vier weitere Menschen werden verletzt.
Die Angreifer verbrennen Häuser und zerstören alles, was die Menschen besitzen.

Es gibt keine Polizei.
Es gibt keinen Schutz.
Niemand hilft.

Ein anderer Anführer sagt – er möchte anonym bleiben:
„Sie haben uns umzingelt. Wir haben keine Waffen.
Sie haben alles verbrannt: unsere Häuser, unsere Töpfe, unsere Stühle.“

Der Angriff ist nicht neu.
Es ist der vierte Angriff in zwei Wochen.
Und Teil einer jahrzehntelangen Verfolgung.

Der stille Völkermord

Die Guaraní-Kaiowá gehören zu den am stärksten bedrohten Völkern Lateinamerikas.
Sie leben oft in sehr kleinen Reservaten, weil große Landbesitzer immer mehr Land wollen.

In den letzten Jahren:

– Die Guaraní-Kaiowá haben eine der höchsten Selbstmordraten indigener Völker.
– Über 100 Führungspersonen wurden in 20 Jahren getötet.
– Ihre Gebiete werden für Viehzucht und Soja zerstört.
– Landrechte werden blockiert und oft wieder aufgehoben.

Die Welt schaut kaum hin.
Dieser „Agrarkonflikt“ ist in Wahrheit ein Projekt der Zerstörung von Kultur und Leben.

Die COP30 und ihr Widerspruch

Während indigene Vertreter nicht in die Blaue Zone durften, feierten die Delegierten „Fortschritte“ und gingen auf Galadinner.

Die Menschen, die die Natur schützen, durften nicht zu einer Konferenz, die angeblich für den Schutz der Erde ist.

Survival International meldete den Mord, aber:

– keine große Zeitung berichtete,
– kein Nachrichtensender brachte es,
– kein COP30-Politiker erwähnte Vicente.

Kritik an der COP

Seit Jahren kritisiere ich die COP:
Viele reisen, halten Reden, machen Fotos – aber nichts ändert sich.
Nicht das Klima.
Nicht die Gerechtigkeit.
Nicht der Schutz des Lebens.

Der Angriff vom 16. November zeigt es deutlich:
Die COP schützt nicht das Leben.
Sie schützt ihren schönen Anschein.

Während über Klimaneutralität diskutiert wird, verliert ein Volk seinen Anführer –
einen Mann, der genau das verteidigt hat, was wir angeblich retten wollen:
Erde, Wasser, Wald, Leben.

Die Stimme der Guaraní-Kaiowá

Die indigene Organisation Aty Guasu sagt:
„Wir akzeptieren nicht mehr, dass man uns in unserem eigenen Land wie Fremde behandelt.“

Dieser Satz sollte Politiker erschüttern.
Das tut er aber nicht.
Für viele Mächtige sind indigene Menschen unsichtbar.

Globale Verantwortung

Was in Pyelito Kue passiert ist, ist kein lokaler Fall.
Es ist ein weltweites Versagen.

Indigene Völker sind die besten Beschützer der Wälder.
Ihre Gebiete haben die niedrigste Abholzung.
Trotzdem werden ihnen Land, Rechte und Leben genommen.

Auch in anderen Ländern leben indigene Menschen ohne Schutz:
Sie verlieren ihr Land.
Sie haben wenig Zugang zu Wasser und Gesundheitsdiensten.
Ihre Kinder gehen in schlechte Schulen.
Ihre Sprachen und Kulturen sterben aus.

Was der Tod von Vicente bedeutet

Der Tod von Vicente steht für:

– die Heuchelei der Klimapolitik,
– die Korruption in der Politik,
– das Schweigen der Medien,
– die Straflosigkeit der Täter,
– die Not der indigenen Völker.

Die Guaraní-Kaiowá werden weiter um ihr Land kämpfen.
Sie werden das ohne Waffen tun.
Ohne Schutz.
Und oft kriminalisiert.
Aber sie geben nicht auf.

Wir, die an Gerechtigkeit und Leben glauben, dürfen nicht schweigen.
Schweigen macht uns mitschuldig.

Während die COP30 feiert, trauert ein Volk.
Und während die Welt applaudiert, verschwindet ein weiteres Verbrechen, ohne dass die Welt erkennt, wie wichtig jeder ermordete indigene Anführer war.

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-29-ga/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 30. November 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto: lilacruz – Pixaba