FEMINISMUS
Internationalen Tag zur Bekämpfung patriarchaler Gewalt – Aufruf zur Demo auf dem Trierer Porta-Nigra-Vorplatz am 25. November um 18 Uhr
Unsere durch und durch patriarchisch strukturierte Gesellschaft steht trotz aller scheinbaren Entwicklungen (ich vermeide das Wort „Fortschritte“) immer noch vor diesem tief verlaufenden Gender Gap (Geschlechtsunterschied). Unser vorhergehender Artikel über die Tatsachen der unterschiedlichen Lohnzahlungen in den Ländern der Europäischen Union gibt dem einen eindeutigen Ausdruck: https://www.trierer-umschau.de/2025-11-19-aa/
Unabhängig davon und viel gravierender ist der Sachverhalt, dass anscheinend mit den immer mehr auf Krieg ausgerichteten Gesellschaftsordnungen weltweit ein konservatives Wunschbild der Frau bzw. deren „Rolle“ erneut als selbstverständlich bzw. „angemessen“ angesehen wird.
Sie erinnern sich an unseren Kommentar hinsichtlich des zuletzt vorgestellten ZDF-Politbarometer (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-08-aa/).
Wenn da 49 % der Befragten dafür sind, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt werden soll, und zwar für Frauen wie für Männer, dann glauben wir einfach nicht an diese so harmonische „Gleichberechtigung“. Viel eher ist das eine Möglichkeit für eine subtile männliche Dominanz, die übersetzt meint: „Die schaffen das sowieso nicht.“
Nein, die Redaktion der Trierer Umschau ist im Sinne des Friedens keine Befürworterin von irgendwelchen Wehrdienstaktivitäten. Denn Krieg ist gerade dieses Ventil für das Patriarchat bzw. für den Mann, eine dominante Stellung in Staat wie Familie einzunehmen.
Das Ideal eines Miteinanders von Frau und Mann hat die österreichische Feministin Johanna Dohnal (**) sehr passend formuliert:
„Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“
Damit darf ich unsere Leser:innen einladen, sich für eine feministischere, gleichberechtigtere Welt am 25. November 2025 in Trier zu engagieren. Eingeladen sind Menschen, die es als notwendig empfinden, nicht nur von „man müsste“ zu sprechen, sondern die mit ihrer Präsenz vorführen, dass „man muss“.
Das Feministische Netzwerk Trier hat folgende Pressemeldung verschickt:
„Am 25. November ist der internationale Tag zur Bekämpfung patriarchaler Gewalt.
Die Feministische Vernetzung Trier ruft zu einer Demonstration um 18 Uhr am Porta-Nigra-Vorplatz auf. Die Demonstration steht unter dem Motto:
„Feministischer Widerstand gegen jeden Krieg“.
Kriege zwischen Staaten und bewaffnete Konflikte verschärfen geschlechtsspezifische Gewalt und traditionelle Geschlechterrollenbilder. Soldatische Härte und Männlichkeit gelten als Ideal, als Zeichen der Stärke. Nationales Denken und kompromisslose Besitzansprüche über Land und Körper werden von Politiker*innen propagiert und verfangen im gesellschaftlichen Diskurs. Die Folgen sind tausende Tote und Verletzte, Millionen Menschen auf der Flucht.
„Im Krieg und auf der Flucht sind Frauen, queere Personen und Kinder besonders gefährdet, Ausbeutung, Gewalt und Verbrechen gegen ihre sexuelle Selbstbestimmung zu erleben“,
wissen die Aktivist*innen der Feministischen Vernetzung. Transfrauen werden zum Kriegsdienst gezwungen, wenn ihr Geschlecht nicht anerkannt wird. Abtreibungen werden weiter kriminalisiert, um den Nachschub potentieller Soldat*innen zu gewährleisten. Zwangssterilisationen werden durchgeführt, um die Bevölkerung langfristig zu schwächen oder auszulöschen. Vergewaltigungen, Misshandlungen und sexuelle Ausbeutung werden systematisch eingesetzt, um den Widerstand der Bevölkerung oder der Gefangenen zu brechen und die eigene Macht zu demonstrieren. Jugendliche und Frauen „tauschen“ ihre Körper gegen eine Möglichkeit zur Flucht oder eine „sichere“ Passage ein.
Diese Kriegshandlungen, die durch Soldat*innen ausgeübt und von staatlichen Vertreter*innen befohlen werden, sind die eskalierteste und organisierteste Form patriarchaler und rassistischer Gewalt und Herrschaft.
Überlebende und Geflüchtete erfahren selten angemessene medizinische und psychosoziale Versorgung, Entschädigung oder Unterstützung beim Aufbau eines selbstbestimmten Lebens. Stattdessen erleben sie weiterhin geschlechtsspezifische und rassistische Diskriminierung, wenn sie in menschenunwürdigen Unterkünften eingesperrt werden oder ihnen nach der Trennung aus einer Gewaltbeziehung die Abschiebung droht, da die Aufenthaltserlaubnis oftmals an den Partner geknüpft ist.
Diese Auswirkungen von Kriegen und Vertreibung wollen die Organisator*innen der Demo sichtbar machen und die Solidarität mit allen Betroffenen geschlechtsspezifischer und rassistischer Gewalt stärken“, so die Organisator*innen der Demo. „Wir laden alle Menschen ein, die selbst Gewalt erfahren haben, sei es in Kriegsgebieten, auf der Flucht oder in den eigenen vier Wänden, sich zusammenzuschließen, gemeinsam zu trauern und gegen das System zu kämpfen, das diese Gewalt ermöglicht und befiehlt. Genauso laden wir all diejenigen ein, die Betroffene unterstützen und mit ihnen für ein Ende der Gewalt kämpfen.“
(**) zu der überzeugten österreichischen Feministin Johanna Dohnal empfehlen wir folgende Links: https://kontrast.at/johanna-dohnal-biografie/ und https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Dohnal
(*) wir respektieren jede und jeden Autor*in von Stickern, welche im öffentlichen Raum Meinungen kundtun. Sollte ein/e Autor*in auf dem Sticker identifizierbar sein, haben wir diese um eine Veröffentlichungs-Erlaubnis gebeten.
Dennoch haben wir darauf hinzuweisen, dass das Anbringen von Stickern auf öffentlichen wie privaten Flächen eine Sachbeschädigung nach § 303 StGB geahndet werden kann.
(vgl. auch https://www.juraforum.de/lexikon/aufkleber )
Sticker: © Schwarzesocke / Sebastian Scharz – https://www.schwarzesocke.org/
Vortext / Kommentar: Christph Maisenbacher – 23. November 2025
Quelle (vollständig zitierter Text): Ihre Feministische Vernetzung Trier / die Trierer Umschau hat die Text-Struktur etwas aufgelockert und einzelne Textpassagen hervorgehoben
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Social-Media-Teaser: ChatGPT
Foto 1: Sticker: © Schwarzesocke / Sebastian Scharz – Foto: Trierer Umschau / Trier, September 2025 – Foto 2: Feministische Vernetzung Trier – Danke an Pippi für die Zusendung
Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2025-11-23-bb/
