LEICHTE SPRACHE - GRENZEN
Wann gibt es keine Grenzen mehr? – Vielleicht findest du eine Antwort im Historischen Museum Saar in Saarbrücken. – Dort geht es um das Thema „Angrenzen / Abgrenzen“.
Viele Menschen in Trier erinnern sich an ein wichtiges Datum.
Am 26. März 1995 wurden viele Grenzen in Europa geöffnet.
Genau gesagt: zwischen 7 Ländern.
Die Länder heißen:
Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien.
Seit diesem Tag gibt es in vielen EU-Ländern keine festen Kontrollen mehr an den Grenzen.
Das Wort „Landes·grenze“ hat seitdem eine andere Bedeutung bekommen.
Die Grenzen trennen oft nicht mehr.
Sie verbinden.
Warum reden wir heute wieder über Grenzen?
Im Historischen Museum Saar in Saarbrücken gibt es eine Ausstellung.
Die Ausstellung heißt:
„ANGRENZEN / ABGRENZEN. Fotografische Perspektiven“.
Das bedeutet:
Die Ausstellung zeigt Bilder und Gedanken über Grenzen.
Man kann die Ausstellung bis zum 1. März 2026 besuchen.
Die Ausstellung wurde zusammen mit dem Verein PixxelCult gemacht.
Mehr Infos findest du hier:
https://www.historisches-museum.org/startseite
Ein Politiker hat schon früh über Grenzen gesprochen.
Er hieß Helmut Kohl.
Er war früher Bundeskanzler von Deutschland.
Im Jahr 1982 hat er gesagt:
Mauern, Zäune und Gewalt sollen nicht die Lösung sein.
Nicht in Deutschland.
Nicht in Europa.
Und auch nicht in der ganzen Welt.
Wir brauchen Menschlichkeit und Vernunft.
Zwei Jahre später gab es einen wichtigen Schritt.
Im Jahr 1984 wollten Deutschland und Frankreich die Grenzen öffnen.
Der deutsche Kanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand sagten:
„Wir schaffen die Grenzen zwischen unseren Ländern ab.“
Dann wurde ein Vertrag gemacht.
Der Vertrag heißt: „Saarbrücker Abkommen“.
Das war am 13. Juli 1985.
Darin stand:
Menschen aus EU-Ländern brauchen an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich keine Kontrolle mehr.
Polizei und Zoll sollen die Autos nur noch von außen anschauen.
Sie sollen die Autos nicht mehr anhalten.
Wer wollte, konnte eine grüne Scheibe ins Auto legen.
So zeigte man:
Ich halte mich an die Regeln für Reisen und Waren.
Ein paar Jahre später passierte etwas ganz Besonderes.
Am 9. November 1989 wurde die Grenze zwischen Ost-Deutschland und West-Deutschland geöffnet.
Sehr viele Menschen freuten sich darüber.
Mehr Infos dazu gibt es hier:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/deutsche-einheit/ausschnitt-aus-der-pressekonferenz-von-sed-politbuero-mitglied-guenter-schabowski-am-9-november-1989-in-berlin-403860
Am 26. März 1995 wurde dann das „Schengen-Abkommen“ Wirklichkeit.
Die Grenzen zwischen 7 Ländern wurden ganz geöffnet.
Die Länder waren: Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien.
Heute gehören fast alle Länder der EU zum Schengen-Raum.
Nur Irland und Zypern nicht.
Außerdem sind auch noch diese Länder dabei:
Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
Das bedeutet:
450 Millionen Menschen können in 29 Ländern frei reisen.
Ohne Pass·kontrolle an der Grenze.
Jeden Tag gehen 3,5 Millionen Menschen über diese offenen Grenzen.
Aber auch dieses Abkommen hat Probleme.
Zum Beispiel während der Corona-Zeit.
Damals wurden die Grenzen plötzlich wieder geschlossen.
Und auch heute gibt es wieder neue Kontrollen.
Zum Beispiel an der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg.
Die Industrie- und Handels·kammer Trier sagt:
Die Grenz·kontrollen sind schlecht für die Wirtschaft in unserer Region.
Die IHK Trier hat viele Firmen befragt.
Die Firmen sollten sagen, was sie von den Kontrollen halten.
Die Ergebnisse der Umfrage:
Zwei Drittel der Firmen sagen:
Die Grenz·kontrollen sollen aufhören.
Ein Teil sagt: am besten sofort.
Ein anderer Teil sagt: nach März 2026.
Aber 37 Prozent der Firmen wollen, dass die Kontrollen bleiben.
Sie sagen: Sicherheit ist wichtig.
Insgesamt haben 60 Firmen bei der Umfrage mitgemacht.
28 Firmen sagen:
Die Kontrollen machen uns Probleme.
Am stärksten betroffen sind:
• Läden,
• Transport-Firmen,
• und Firmen, die Dienstleistungen anbieten.
Das betrifft vor allem die Region Trier–Luxemburg.
Die Probleme sind:
• Staus auf den Straßen,
• Verspätungen bei der Arbeit oder bei Lieferungen,
• weniger Kundinnen und Kunden aus Luxemburg.
Die IHK-Chefin heißt Jennifer Schöpf-Holweck.
Sie sagt:
Wir haben viele Jahre Vertrauen aufgebaut.
Jetzt geht dieses Vertrauen wieder verloren.
Unsere Region braucht Offenheit.
Die Menschen sollen sich frei bewegen können.
Grenzen sollen kein Hindernis sein.
Viele Firmen sagen auch:
Sie machen weniger Umsatz.
Das heißt: Sie verdienen weniger Geld.
Die genauen Zahlen:
• 32 Prozent der Firmen sagen: Wir machen etwas weniger Umsatz.
• 29 Prozent sagen: Wir machen deutlich weniger Umsatz.
• 14 Prozent sagen: Wir machen viel weniger Umsatz.
Vor allem Läden berichten:
Weniger Kunden aus Luxemburg kommen zum Einkaufen.
Viele Firmen sagen:
Die Kontrollen helfen wenig,
aber sie machen viel Aufwand.
Das lohnt sich nicht.
Ein Beispiel für Kritik:
Die Kontrollen sind nicht direkt an der Grenze.
Sie sind auf der Autobahn A64.
Das ist weit weg von der Grenze.
Dort gibt es oft Staus.
Die Firmen verlieren Zeit und Geld.
Die IHK sagt:
Wir brauchen bessere Lösungen.
Nicht einfach nur pauschale Kontrollen.
Vorschläge der IHK sind:
• Digitale Kontrollen,
• Extra-Spuren für Firmenwagen aus der Region,
• Mehr Kontrollen an den Außengrenzen der EU.
Vielleicht ist jetzt ein guter Moment,
um weiter zu denken.
Weiter in Richtung einer Welt ohne Grenzen.
Es gibt schon eine große Organisation, die für alle Länder da ist.
Sie heißt: Vereinte Nationen.
Viele Probleme heute betreffen alle Menschen auf der Welt.
Zum Beispiel der Klima·wandel.
Dabei ist es egal, in welchem Land man lebt.
Denn:
Das Klima macht keinen Halt an einer Grenze.
Darum ist die Frage:
Brauchen wir wirklich noch Zäune an Grenzen?
Oder Papiere für ein Visum?
Oder Regeln, die Menschen die Einreise verbieten?
Vielleicht brauchen wir das alles gar nicht mehr.
Denn:
Das Klima kennt keine Grenzen.
Und auch die Folgen vom Klima·wandel machen vor keinem Land halt.
Deshalb lohnt sich der Besuch der Ausstellung.
Sie hilft, das mit den Grenzen besser zu verstehen.
Hier kommt die Presse·mitteilung:
ANGRENZEN / ABGRENZEN. Fotografische Perspektiven
Eine Ausstellung im Historischen Museum Saar
Zusammen mit dem Verein PixxelCult e. V.
Die Ausstellung läuft bis zum 1. März 2026.
Danach wird das Museum umgebaut.
Die Ausstellung zeigt:
Grenzen gibt es in vielen Formen.
Manche kann man sehen.
Manche spürt man nur.
Manche Grenzen macht die Politik.
Andere fühlen wir selbst – im Kopf oder im Herzen.
Zuerst zeigt die Ausstellung:
Grenzen in der Geschichte vom Saarland.
Vor 70 Jahren durften die Menschen im Saarland abstimmen:
Wollen wir zu Deutschland gehören?
Auch 1935 gab es so eine Abstimmung.
Die Ausstellung zeigt Fotos aus dieser Zeit.
Von 1920 bis 1935 und von 1947 bis 1957.
Damals war das Saarland teils eigenständig oder unter anderer Verwaltung.
Später kam es wieder zu Deutschland.
Im zweiten Teil zeigt die Ausstellung neue Fotos von heute.
Die Fotos zeigen, wie Menschen heute Grenzen erleben.
Hier sind die Themen:
„Schengen“ – Fotos von Ruth Stoltenberg
Sie zeigt Orte wie Schengen, Perl und Apach.
Dort treffen sich drei Länder: Deutschland, Frankreich und Luxemburg.
Die Fotos zeigen:
Offene Grenzen sind gut für Europa.
„Covid-Grenzen“ – Fotos von Alix Häfner
Im Jahr 2020 war Corona.
Viele Grenzen wurden wieder geschlossen.
Die Fotos zeigen leere Grenz·übergänge im Saarland.
„Duldung“ – Fotos von Stefanie Zofia Schulz
Manche Menschen leben in Deutschland mit einer Duldung.
Das heißt: Sie dürfen bleiben, aber sie haben keine sichere Zukunft.
Die Fotos zeigen Menschen in der Aufnahmestelle in Lebach.
„Grenzsteine“ – Fotos von Andreas Dorn und Yael Paris
Früher standen an Grenzen oft Steine mit Zeichen.
Sie zeigten: Hier fängt ein anderes Land an.
Die Fotos zeigen solche alten Grenz·steine.
„Grenzgänger“ – Fotos von Thomas Roessler
Manche Menschen gehen jeden Tag über eine Grenze.
Zum Beispiel über die Freundschafts·brücke in Kleinblittersdorf.
Die Fotos zeigen:
Der Alltag kennt keine Grenzen.
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-11-08-ca/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 8. November 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Fotos: bereitgestellt vom Historischen Museum Saar – folgende Fotografen sind einzeln zu nennen: Foto 1: © Fotograf: Oliver Dietze – Foto 2: © Fotograf: Josef Hinterholz / Hismus – Foto 3: © Fotograf: Andreas Dorn – Foto 4: © Fotografin: Alix Haefner
