Nur wir können uns selbst ordnen, müssen reduzieren, müssen auswählen, müssen, um nicht vom Chaos einer Überfülle verschlungen zu werden, unsere Schwerpunkte setzen. - Foto: Logan Voss – Unsplash

TRIERER UMSCHAU

„Service required“ – Statement zum 1. Oktober 2025 und zur Trierer Umschau

Möglicherweise spricht Ihr Fahrzeug auch mit Ihnen: „Service required“ stand auf meiner Cockpit-Anzeige und forderte mich auf, mein Fahrzeug zur Inspektion zu bringen. Mit den Gegenständen ist das eine einfache Sache. Mit den Menschen und den Tieren und letztendlich mit der Natur bzw. der Welt als Ganzes wird es schwieriger. Denn dafür gibt es keine Schrauben, keine Ersatzteile, keine Reparaturanleitungen. Gut, es gibt ausgebildete Ärzte und Wissenschaftler. Doch ein Arzt oder Wissenschaftler kann etwas konstatieren. Aber wenn der Patient und/oder die Bewohner dieser Erde es nicht wollen, sind Worte wie Luftblasen, die irgendwann platzen. Sie sind für einen Moment sichtbar und danach – blub – weg sind sie. Und der Patient wie die Erde scheinen für einen Moment lang gerettet. Bis dann doch die Krankheit oder das Übel erneut – und dann vehementer – anklopft.

Meine Energie treibt mich weiter an

Soviel zur Theorie. Soviel zur Praxis. Denn Theorie und Praxis liegen den Dirigenten unserer Gegenwart wie Zukunft vor: der Politik. Hier werden Richtungen erarbeitet, Gesetze gemacht, schwarze, rosa, saubere oder welcher Farbe auch immer gewidmete Brillen aufgesetzt. Doch wir Menschen sind bzw. waren folgsam in Sachen Politik.

Glauben wir der Politik noch?

Eine überwiegende Anzahl an Menschen ist sich inzwischen bewusst, dass Umweltschutz nicht mit Samthandschuhen vorankommen kann. Doch die politische Ebene scheint darüber – trotz der Umfragen – nicht glauben zu wollen.
Eine für unsere Redaktion glücklicherweise überwiegende Anzahl an Menschen ist – was Deutschland betrifft – auch nicht bereit, als Soldat Krieg zu führen. Doch daran arbeitet die Politik, dass das anders wird. Und daran arbeiten wir auch. Nämlich, dass Frieden und Diplomatie immer noch wie eine Fahne über unseren Köpfen als Richtungspfeil stehen mögen.

Wie lange sprechen wir – wie lange dürfen wir?

Im Trubel des Kampfes des US-Präsidenten Donald Trump gegen „die Linke“ bzw. „die ANTIFA“ bzw. die „militaristische, anarchistische Organisation“ und damit „inländische terroristische Organisation“. Das in Zusammenhang mit dem Attentat auf den rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk am 10. September 2025. Denn in der Folge wurde einiges klar: Macht darf zensieren, Macht kann mundtot machen, Macht (Donald Trump ist nur ein demokratisch gewählter Präsident) kann so mächtig werden, dass diese Macht auf den Säulen der Ewigkeit steht und andere Machthaber einlädt, das Gleiche zu tun. Deshalb stelle auch ich mir die Frage: Wird sich in Deutschland die Meinungsfreiheit so weit entwickeln, dass Verbote ausgesprochen werden bzw. eine Zensur als Verbot sich Geltung verschafft? Wenn ich an die Reaktionen auf die Deutsche Umwelthilfe (DUH) denke, sind wir nicht weit entfernt (vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-07-18-ca/). Denn Drohungen sind eine andere Art von Zensur.

Doch bleiben wir optimistisch inmitten der Strudel

Die Trierer Umschau wird den Blick in Richtung Frieden nicht senken. Denn hier verlangt die Welt jeden Tag nach einem dringenden „Service“ (vgl. meine Einleitung). Sie wird auch den Blick auf die Natur nicht senken – der man immer noch einen „wir machen das später“-Aufschub für die beste Lösung verkaufen will. Und sie wird das Thema Frau – dieses immer noch von unserer patriarchisch determinierten Gesellschaft nicht verdaute Thema – hochhalten. Wir werden auch die E-Mobilität in der Finanzierbarkeit beleuchten. Und wir werden – denn das sind unsere Küchen der Zukunft – Berichte aus den universitären Forschungszentren sehr intensiv veröffentlichen. Denn dort wird dokumentiert, erforscht, prognostiziert und vor allem bzw. hoffentlich sachlich geblieben und nicht schön gemalt.

Für das Schönmalen haben wir unsere Fantasie oder kleine Unterbrechungen im Alltag: das Private, das Lebendige, das Essen oder Atmen oder die Kreativität, die wir genießen können oder der wir uns widmen können. Wir müssen nur aufpassen, dass wir uns nicht ausbremsen lassen von all dem, das uns umgibt. Am Ende müssen wir auswählen, reduzieren, genügsam sein. Sonst stolpern wir über die Fülle.

Das ist meine Lehre aus dem „Service required“, dem verlangten Service. Ein Reset führt mitunter zu einem klareren Blick und mehr Wohlbefinden.

 

Text / Kommentar: Christph Maisenbacher – 1. Oktober 2025
Link-Zitate: alle Zitate, die wir übernehmen sind im Text mit einem Link versehen
Foto: Logan Voss – Unsplash
Social-Media-Teaser: ChatGPT

Dieser Text in LEICHTER SPRACHE ist veröffentlicht unter: https://www.trierer-umschau.de/2025-10-01-ab/