LEICHTE SPRACHE: KRIEG & HASS : FRIEDEN
Jeder Krieg macht neuen Hass. – Mit Hass ist Frieden schwer. – Dieser Text ist über den Krieg in Gaza.
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Am Ende steht immer: Wir wünschen Ihnen Frieden!
Dieser Satz ist sehr wichtig für uns.
Er ist der Leitgedanke unserer Arbeit.
Denn Frieden ist die einzige Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten.
Der Irrsinn des Tötens
Es gibt Kriege.
Die Medien berichten jeden Tag darüber.
Viele Menschen haben sich an diese Bilder gewöhnt.
In der Ukraine gibt es große Zerstörung.
Im Gazastreifen gibt es eine kleinere, aber ebenso schlimme Zerstörung.
Die Menschheit müsste eigentlich andere Probleme lösen.
Aber der Irrsinn des Krieges zeigt sich im Töten.
Er zeigt sich im Verletzen und Verstümmeln.
Er zeigt sich im Zerstören von Gebäuden und Feldern.
Er zeigt sich in der Vernichtung von Straßen und Versorgungsleitungen.
Er zeigt sich in den vielen nicht explodierten Bomben.
Die Liste der Irrtümer und Grausamkeiten könnte noch viel länger sein.
Aber mit jedem Tag werden die Folgen größer.
Die Folgen sind Flucht und Hass.
Menschen hassen die Zerstörer.
Menschen hassen die Vertreiber.
Menschen hassen die, die ihnen ihre Lebensgrundlage nehmen.
Menschen hassen die, die sie quälen.
Hass und Flucht – Flucht und Hass
Hass und Flucht sind das größte Risiko für jeden Angreifer.
Sie sind auch ein großes Problem für den Frieden.
Der Angreifer kommt nicht als Befreier.
Er kommt nicht als Retter.
Er kommt wie ein zerstörerisches Monster.
Er zwingt Menschen, zu fliehen.
Er macht, dass Menschen ihn hassen.
Er reizt sie dazu, sich zu wehren.
So wird das Wort Frieden entwertet.
Fokus Gazastreifen
Wenn ich jeden Menschen im Gazastreifen als Terrorist bezeichne,
dann ist das falsch.
Wenn ich sage: Jeder, der Zerstörung durch Israel dokumentiert, ist ein Terror-Helfer,
dann ist das falsch.
Wenn ich sage: 75 % des Gazastreifens sind zerstört,
und deshalb nehme ich jetzt auch das letzte Viertel,
dann stelle ich meine eigene Auslegung von Recht auf.
Dann kann ich meine eigenen Regeln festlegen,
wie der Kampf auf 365 Quadratkilometern aussehen soll.
Ich warne die Menschen, wenn ich komme,
damit sie fliehen können.
Und dann müssen sie wieder fliehen.
Und wieder.
Bis sie verstehen, dass sie nicht willkommen sind.
Bilder aus dem Gazastreifen
Die österreichische Zeitung „Der Standard“ hat Ende März 2025 einen Film veröffentlicht.
Dieser Film dokumentiert die Zerstörung im Gazastreifen.
Die Journalisten haben ein großes Risiko auf sich genommen.
Im Gazastreifen gelten Journalisten als feindliche Kräfte.
Ihre Kameras, Drohnen und Handys werden als Waffen bezeichnet.
Israel verstehen
Das Sicherheitskabinett von Israel hat gestern beschlossen, die Stadt Gaza einzunehmen.
Das überrascht nicht.
Es ist eine Fortsetzung der bisherigen Politik und des militärischen Handelns der Regierung.
Das Verhalten ist geprägt durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023.
Es hat aber auch mit der Gründung des Staates Israel zu tun.
Wer die Geschichte Israels kennt, ist nicht überrascht.
Die Palästinenser verstehen
Wer in einem zerstörten Land lebt, hat keine funktionierende Infrastruktur.
Es gibt keine medizinische Versorgung.
Es gibt keine landwirtschaftlichen Flächen.
Es gibt kein Essen.
Wer leben will, muss den Kriegszielen der israelischen Armee ausweichen.
Er muss fliehen.
Wer das nicht kann, wird krank oder stirbt.
Hilfsorganisationen haben schon Anfang 2025 auf die schlimme Lage im Gazastreifen hingewiesen.
Sie konnten aber nichts ändern.
Auch Länder, die Israel mahnen, erreichen nichts.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine selektive Waffenlieferung nach Israel angekündigt.
Das beruhigt nur die Kritiker in Deutschland.
Wenn man fragt, warum die Menschen nicht in andere Länder fliehen,
muss man zuerst fragen:
Sind sie dort willkommen?
Auch Kinder im Gazastreifen können nicht einfach nach Deutschland kommen.
Oft will man das auch nicht.
Trump & Netanjahu planen „die Riviera des Nahen Ostens“
Die Überschrift ist sarkastisch.
Wie kann man Urlaub planen, wenn alles zerstört ist?
Wenn ein Land zerstört ist, gibt es keinen Wohnraum.
Dann entscheiden die Mächtigen, wer dort wohnen darf.
Wir sprechen nicht von Wiederaufbau.
Das wäre eine Illusion.
Israel wird bei einer Zwei-Staaten-Lösung den Gazastreifen nicht einschließen.
Vielleicht liefert Amerika weiter Waffen an Israel.
Dann könnten die Pläne von Trump für den Gazastreifen umgesetzt werden.
Ein Genozid an den Palästinensern?
Das Wort Genozid wird benutzt, um auf die schlimme Lage im Gazastreifen aufmerksam zu machen.
Genozid bedeutet:
Man will eine ganze Gruppe von Menschen vernichten.
Die Menschen im Gazastreifen sind oft Flüchtlinge im eigenen Land.
Man will nicht, dass sie dort leben.
Wir danken der Internationalen Presseagentur Pressenza und der Plattform INFOsperber.
Sie haben den Artikel von Urs P. Gasche veröffentlicht.
Wir weisen darauf hin:
Es gibt Israelis, die mit der Regierung nicht einverstanden sind.
Kein Mensch darf wegen seiner Religion oder Herkunft angegriffen werden.
Hier der Artikel von Urs. P. Gasche in INFOsperber
Titel:
Ausgerechnet Israel verübt einen Völkermord.
Omer Bartov ist ein Professor.
Er ist Experte für Völkermord.
Er sagt: Israel begeht Völkermord an den Palästinensern.
Omer Bartov sagt:
„Ich bin zu dem Schluss gekommen:
Israel begeht Völkermord an den Palästinensern.
Ich bin in einer zionistischen Familie aufgewachsen.
Die erste Hälfte meines Lebens habe ich in Israel gelebt.
Ich war Soldat und Offizier in der israelischen Armee.
Ich habe mein Leben lang Kriegsverbrechen und den Holocaust erforscht.
Darum war diese Erkenntnis für mich sehr schwer.
Ich habe mich so lange wie möglich dagegen gewehrt.“
Omer Bartov wurde in einem Kibbuz geboren.
Er war Offizier der israelischen Armee.
Heute ist er Professor für Holocaust- und Völkermord-Studien an der Brown University in den USA.
Am 20. Juli 2025 hat er in der Zeitung „New York Times“ erklärt, warum er so denkt.
Anfang 2024 hat die israelische Armee gesagt:
Rund 1 Million Palästinenser sollen bis Mai Rafah verlassen.
Sie sollten in das Strandgebiet von Mawasi ziehen.
Dort gab es fast keine Unterkünfte.
Rafah war die letzte Stadt im Süden des Gazastreifens, die noch nicht zerstört war.
Nachdem die Menschen fliehen mussten, hat die israelische Armee bis Ende August den größten Teil der Stadt zerstört.
Bartov sagt:
Da habe er erkannt, dass die israelische Armee die Pläne ausführt, die Politiker schon kurz nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 angekündigt hatten.
Benjamin Netanjahu, der Premierminister von Israel, sagte:
Der Feind muss einen hohen Preis zahlen.
Die Armee wird alle Orte, an denen die Hamas ist, in Schutt und Asche legen.
Er sagte zu den Menschen im Gazastreifen:
Geht jetzt, wir werden überall mit voller Härte kämpfen.
Aber er sagte nicht, wohin die Menschen gehen sollen.
Andere Regierungs- und Militärvertreter sagten:
Die Menschen in Gaza sind „menschliche Tiere“.
Sie forderten eine vollständige Vernichtung.
Nissim Vaturi, der stellvertretende Präsident des Parlaments, schrieb auf X:
Es ist Israels Aufgabe, den Gazastreifen von der Landkarte zu tilgen.
Bartov sagt:
Man konnte Israels Handeln nur so verstehen:
Israel will den Gazastreifen für Palästinenser unbewohnbar machen.
Israel weist alle Vorwürfe zurück.
Israel sagt:
Wir warnen die Menschen vor Angriffen, damit sie fliehen können.
Für zivile Opfer ist die Hamas schuld, weil sie Menschen als Schutzschilde benutzt.
Bartov ist anderer Meinung:
Die systematische Zerstörung von Wohnhäusern, Regierungsgebäuden, Krankenhäusern, Universitäten, Schulen, Moscheen, Kulturstätten, Wasseranlagen, Feldern und Parks soll das Leben in Gaza unmöglich machen.
Die Zeitung „Haaretz“ sagt:
174.000 Gebäude sind zerstört oder beschädigt.
Das sind etwa 70 % aller Gebäude im Gazastreifen.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza:
Mehr als 58.000 Menschen wurden getötet.
Darunter sind mehr als 17.000 Kinder.
Fast ein Drittel aller Toten sind Kinder und Jugendliche.
Mindestens 10.000 Menschen liegen noch unter den Trümmern.
Mehr als 138.000 Menschen wurden verletzt oder verstümmelt.
Gaza hat jetzt die höchste Zahl amputierter Kinder pro Einwohner auf der ganzen Welt.
Eine ganze Generation von Kindern hat Eltern verloren, wurde verletzt oder leidet an Hunger.
Diese Kinder werden ihr Leben lang körperlich und seelisch unter den Folgen leiden.
Bartov sagt:
Die israelische Armee kämpft nicht mehr gegen eine organisierte Armee der Hamas.
Sie kämpft vor allem mit Zerstörung und Vertreibung.
Moshe Yaalon, der frühere Verteidigungsminister und Stabschef von Netanjahu, sagte im November 2024:
Die Bevölkerung soll gesäubert werden.
Israel will alle Menschen aus Gaza in drei Gebiete drängen:
Gaza-Stadt
die zentralen Flüchtlingslager
die Küste von Mawasi im Südwesten
Am 7. Juli 2025 sagte Verteidigungsminister Israel Katz:
Auf den Ruinen von Rafah soll eine „humanitäre Stadt“ entstehen.
Dort sollen 600.000 Palästinenser untergebracht werden.
Sie sollen von internationalen Organisationen versorgt werden.
Sie dürfen das Gebiet nicht verlassen.
Die Vereinten Nationen (UNO) haben Völkermord so definiert:
„Die Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören.“
Bartov sagt:
Viele Beamte und Politiker in Israel haben diese Absicht öffentlich gesagt.
Die Art, wie der Krieg geführt wird, zeigt diese Absicht.
Völkermord bedeutet:
Man tötet Menschen, weil sie zu einer bestimmten Gruppe gehören.
Ziel ist, dass diese Gruppe für immer verschwindet.
Die UNO-Konvention von 1948 sagt:
Alle Staaten müssen einen Völkermord verhindern.
Sie müssen alles tun, um ihn zu stoppen.
Sie müssen alle bestrafen, die daran beteiligt sind – auch wenn es im eigenen Land passiert.
Die USA und Deutschland liefern Israel weiter Waffen.
Darum können sie als Mittäter gelten.
Wenn der Internationale Gerichtshof sagt, dass ein Land Völkermord begeht, kann der UNO-Sicherheitsrat harte Strafen verhängen.
Manche nennen Israels Politik nicht Völkermord, sondern ethnische Säuberung.
Aber wenn eine Gruppe nirgends hin kann und immer wieder vertrieben, bombardiert und ausgehungert wird, wird daraus schnell Völkermord.
Viele Experten sagen:
Die Ereignisse in Gaza sind Völkermord.
Andere Experten, die den Holocaust erforschen, sprechen oft nicht von Völkermord.
Manche werfen Kollegen sogar Antisemitismus vor, wenn sie von Völkermord sprechen.
Bartov sagt:
Wenn man die Verbrechen Israels mit dem Holocaust entschuldigt, wird man den Holocaust in Zukunft nicht mehr so lehren können wie bisher.
Er sagt:
Das Schweigen zum Völkermord in Gaza macht den Satz „Nie wieder“ lächerlich.
Die israelische Bevölkerung sieht diese Bilder oft nicht, weil Medien darüber nicht berichten oder verboten werden.
Täglich gibt es schlimme Bilder aus Gaza.
Sie zeigen, dass die Behauptung von Israel – es sei ein Verteidigungskrieg – nicht stimmt.
Video: Bericht über das Aushungern der Bevölkerung in Gaza von Al Jazeera
https://www.youtube.com/watch?v=YASjrBhQFK8&t=2s
Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-08-10-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 10. August 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
Foto: Emad El Beyed – Unsplash
Video: © Der Standard / YouTube
