Es gibt nur einen Weg, der einen optimistischen Blick in eine Zukunft erlaubt: der Weg des Friedens. - Foto: Trierer Umschau & OpenClipart-Vectors - Pixabay

FRIEDEN

Ich wünsche Ihnen / Dir / Euch / uns Frieden – Warum ich mich so verabschiede

„Ich wünsche Ihnen Frieden.“
„Ich wünsche Dir Frieden.“

Dieser Satz beim Verabschieden – nach dem „Auf Wiedersehen“ – mündlich wie schriftlich – gehört bei mir dazu. Es kam, er entwickelte sich, er verlangte sein In-den-Raum-Stellen als eine Notwendigkeit.

Eine Folge aus den Umständen des Heute

Möglicherweise war der Impuls die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Osterfest und den Ostermärschen sowie mit dieser Gewitterwolken-gleichen Entscheidung der Europäischen Union, 800 Milliarden Euro in Rüstung zu investieren. Denn es eröffnet sich ein unheimlicher Spalt zwischen diesen zwei Antipoden namens Krieg und namens Frieden.

Mit dem 13. Juni 2025 (der Angriff von Israel auf den Iran) addierte sich ein weiterer Konflikt, der immer mehr das Wort Krieg so pragmatisch-selbstverständlich zu machen scheint, dass die Diplomatie keine Lobby mehr hat.

Ich glaube an den Frieden

Ja, ich habe bei der Bundeswehr einen 15-monatigen Grundwehrdienst absolviert. Und ja, ich habe bis Ende Februar 2022 daran geglaubt, dass zumindest unsere bundesdeutsche Regierung die Diplomatie wie ein Schild aus den Erfahrungen zweier Weltkriege vor sich trägt.

Ich glaube an die Möglichkeiten der Menschheit

Die Vereinten Nationen – als Zusammenschluss aller Länder dieser Welt – haben für mich zwei markante Vereinbarungen getroffen: mit der Gründungs-Charta und dem Artikel 1 wurde im Jahr 1945 ein Wegweiser in den Raum gestellt, der für jeden und alle richtungsweisend sein sollte:

„Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:
1. den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen;
2. freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen;
3. eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen;“
(vgl. https://unric.org/de/charta/ )

Zudem haben die in den Vereinten Nationen versammelten Länder gemeinsam die „Agenda 2030“ im Jahr 2015 verabschiedet. Darin enthalten sind 17 Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) als Zielvorgabe für das Jahr 2030: „… ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten…“ (vgl. https://unric.org/de/17ziele/ ).

Krieg und Umweltschutz funktioniert nicht – Frieden und Umweltschutz schon

Diese einfache Formel lässt sich auch auf die Vorstufe von Krieg oder Verteidigungskrieg übertragen: die Aufrüstung. Und die so schön in den Raum gestellte Sicherheitsformel der „Friedenssicherung mit Waffen“ ist eine Beruhigungspille. Die nur deshalb funktioniert, da sie geradezu penetrant vorgebetet wird. Doch auch Kriegsvorbereitung und Umweltschutz widersprechen sich.

Am Ende verlieren wir den Blick für das Wesentliche

Man hat sich inzwischen an Negativ-Meldungen gewohnt. Meldungen, dass 2024 erneut ein globaler Temperatur-Rekord aufgestellt wurde und auch für Deutschland der Deutsche Wetterdienst feststellen konnte, dass 2024 das „bisher wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Messungen in 1881“ war. (vgl. https://www.dwd.de/DE/Home/_functions/aktuelles/2025/20250401_klimastatusbericht_2024.html ).

Mit dem Jahr 2008 (Stichwort „Bankenkriese“) begann dieser Strudel von einem Immer-mehr an Ereignissen, mit denen man konfrontiert wurde. Ereignisse, auf die nicht mehr nachvollziehbar, sondern mit Hysterie (im Sinne von „übertrieben“) reagiert wurde. Als aufmerksamer Mensch konnte man weder die Zahlen (die Summen) noch die Reaktionen (wie z.B. auf den Atomkraftwerkunfall 2011 in Japan) mehr nachvollziehen.

800 Milliarden Euro (800.000.000.000,00 €) ist eine Zahl

Doch diese Zahl fehlt für den Frieden! – Doch diese Zahl macht die Diplomatie arbeitslos – Doch diese Zahl fehlt für den Umweltschutz!

Das ist meine Meinung. Und was ich tun kann – unmittelbar tun kann – ist, den Frieden in den Raum zu stellen – für Sie, Dich, Euch oder uns:

„Ich wünsche Ihnen / Dir / Euch / uns Frieden“.

Und damit lasse ich auch meine Überzeugung sprechen, mein Herz, das, was ich uns allen wünsche: Frieden! Denn der Frieden fängt in unserem Innern an und bereiten sich wellenförmig um uns herum aus. Und je mehr Frieden es gibt, desto mehr wird unsere Aufmerksamkeit sich auf das richten, was unsere Welt rettet, nicht auf das, was sie zerstört: unsere Achtsamkeit gegenüber dem, was wir nur in Friedenszeiten retten können: unsere Natur und damit unsere Zukunft.

„… es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jesaja 2.4)

Denn dann können wir sie richtig anpacken, die 17 UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung.

Ich wünsche Ihnen Frieden!
Ich wünsche Dir Frieden!

 

P.S. Mir ist wohl bekannt, dass die Begrüßung im Arabischen (As-salamu alaykum) oder im Hebräischen (Shalom Aleichem) in etwa „Friede sei mit dir / euch“ lautet. Doch mir ist es wichtig, dass der Weg in Folge – also mit dem Abschied – vom Frieden (dem tatsächlichen aber auch dem inneren Frieden) begleitet ist.

 

Text: Christph Maisenbacher – 28. Juli 2025
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