Im Bundestag werden wichtige Entscheidungen getroffen.
Aber wird dabei noch an Öl und Gas festgehalten?
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LEICHTE SPRACHE - KLIMAZIELE & POLITIK

Sollen die Klimaziele später erreicht werden? – Teil 2: Der BUND sagt: Die Politik ist auf dem falschen Weg.

Trierer Umschau: Meinung zur aktuellen Klimapolitik

Wir von der Trierer Umschau sagen nicht: Alles ist gut.
Wir sagen auch nicht: Alles wird gut.
Denn wir sehen: Die Politik macht viele Fehler beim Klimaschutz.
Die Regierung benutzt noch immer viel Öl und Gas.
Das nennt man: fossile Brennstoffe.
So kann man keine gute Politik für das Klima machen.
Die Umwelt wird sich irgendwann rächen.
Wer das nicht glaubt, soll sich die Zahlen anschauen.
Es gibt viele Berichte über die Erderwärmung.
Man muss nur richtig hinschauen.
Wer das nicht macht, der sieht absichtlich weg.

Der Bundeshaushalt und das Klima

Gerade jetzt gibt es einen neuen Bundeshaushalt.
Das ist der Plan, wofür der Staat Geld ausgibt.
Aber dieser Plan erinnert an eine alte Zeit.
Früher in der Kaiserzeit ging es oft um Waffen.
Auch heute gibt die Regierung viel Geld für Waffen aus.
Das Klima spielt dabei keine große Rolle.
Dabei ist unser größter Feind nicht ein anderes Land.
Unser größter Feind ist die Klimakrise.
Und wir Menschen machen sie selbst schlimmer.
Wir stoßen zu viel CO2 aus.
Wir verändern das Klima durch unser Verhalten.

Was sagt der BUND zum Klimaschutz?

Olaf Brandt ist der Chef vom BUND.
Der BUND ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.
Olaf Brandt hat vor einer Woche gesagt:
„Es ist heiß. Es ist trocken. Wälder brennen.
Das zeigt: Die Klimakrise ist schon da. Nicht in der Zukunft. Jetzt!“
Er sagt auch:
„Die Regierung gibt Milliarden Euro aus.
Aber für den Klimaschutz ist kaum Geld da.
Der Klimafonds ist zu klein.
Und sogar aus diesem kleinen Fonds nimmt die Regierung Geld weg.
Das Geld wird für Gas und Strompreise benutzt.
Das ist schlecht für das Klima.“
Brandt fordert:
„Der Finanzminister darf das Geld nicht für andere Dinge verwenden.
Er muss mehr Geld für den Klimaschutz geben.
Nur so kann Deutschland seine Klimaziele schaffen.
Und nur so bleibt unser Land lebenswert.“

Der Juni 2025: Ein neuer Klima-Rekord

Der Deutsche Wetterdienst hat neue Zahlen veröffentlicht.
Sie zeigen: Der Juni 2025 war sehr warm.
Er war auch zu trocken. Und es gab sehr viel Sonne.
Seit dem Jahr 2010 war jeder Juni in Deutschland zu warm.
Auch dieser Juni war wieder zu heiß.
Am Anfang des Monats gab es starke Gewitter.
Es gab viel Regen, Sturm und Hagel.
Aber danach kam lange Sonnenschein.
Am Ende war es in vielen Teilen Deutschlands zu trocken.
Es gab auch mehrere kurze Hitzewellen.
Besonders im Südwesten war es sehr heiß.
Die Durchschnitts-Temperatur im Juni war 18,5 Grad.
Das ist 3,1 Grad mehr als früher – in der Zeit von 1961 bis 1990.
Und auch 2,1 Grad mehr als im Vergleich zu den letzten 30 Jahren.
Am Oberrhein gab es mehr als zehn Tage mit über 30 Grad.
So warm war es dort selten.

Nicht nur der BUND kritisiert die Klimapolitik

Manche denken: Nur Umwelt-Organisationen wie der BUND oder die Deutsche Umwelthilfe sagen, dass zu wenig für das Klima getan wird.
Aber das stimmt nicht.
Viele wichtige Verbände in Deutschland haben einen gemeinsamen Appell geschrieben.
In diesem Appell fordern sie:
Die Regierung muss mehr für den Klimaschutz tun.
Diese Organisationen haben den Appell unterschrieben:
• AWO (Arbeiterwohlfahrt)
• BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)
• Der Paritätische Gesamtverband
• Caritas
• Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
• Diakonie Deutschland
• Sozialverband Deutschland (SoVD)
• VdK (Sozialverband VdK Deutschland)
• Ver.di (Gewerkschaft)
• Volkssolidarität
• ZWST (Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland)
Sie sagen alle:
Klimaschutz ist wichtig. Und er geht uns alle an.

BUND zur aktuellen Klimapolitik: Die Politik ist auf dem falschen Weg

Der BUND hat eine neue Pressemitteilung veröffentlicht.
Sie bezieht sich auf ein Gutachten vom „Expertenrat für Klimafragen“.
Das Gutachten zeigt: Deutschland hält die Klimaziele nicht ein.
Diese Ziele sind sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Aber Deutschland verfehlt sie für 2030 und 2040.
Besonders schlecht sieht es in zwei Bereichen aus:
• beim Verkehr
• bei Gebäuden (zum Beispiel beim Heizen)
Nur dank der Erneuerbaren Energien ist es bisher nicht noch schlimmer.
Denn sie helfen, die Emissionen etwas zu senken.
Der BUND sagt:
Jetzt braucht es schnell wirksame Maßnahmen.
Die neue Bundesregierung muss handeln.
Sie muss ein starkes Klimaschutz-Programm auf den Weg bringen.

Was sagt Verena Graichen vom BUND?

Verena Graichen ist beim BUND für Politik zuständig.
Sie sagt:
„Die Politik macht einen gefährlichen Fehler.
Sie tut nicht genug für den Klimaschutz.“
Sie erklärt:
„Im Koalitionsvertrag steht zwar einiges über das Klima.
Aber in der Wirklichkeit passiert fast nichts.
Klimaschutz muss für jede Regierung ganz oben stehen.“
Ihre Forderung:
„Deutschland braucht ein starkes Programm für den Klimaschutz.
Das Programm muss zeigen:
So kommen wir raus aus der Krise.
So wird unsere Zukunft sicher.“
Das Programm muss:
• wirksame Maßnahmen festlegen
• Geld dafür bereitstellen
• fair für alle Menschen sein
Auch der Ausbau von erneuerbaren Energien muss weitergehen.
Aber dabei soll die Natur geschützt bleiben.

Warnung vor einem schlechten Start in die Klimapolitik

Der BUND warnt:
Die neue Regierung will wichtige Klimaschutz-Regeln abschaffen.
Das wäre ein sehr schlechter Start für den Klimaschutz.
Ein Beispiel ist das sogenannte „Heizungsgesetz“.
Es soll verändert oder abgeschwächt werden.
Auch der Bau von neuen Straßen wird nicht gestoppt.
Und Menschen bekommen weiter Geld für lange Autofahrten (Pendlerpauschale).
Der BUND sagt dazu:
„Wenn es beim Klimaschutz Rückschritte gibt,
dann wird das auch der Wirtschaft schaden.“
Die wichtigste Aufgabe ist:
Wir müssen aufhören, Öl, Gas und Kohle zu benutzen.
Der Stromsektor ist auf einem guten Weg.
Aber alle anderen Bereiche hinken hinterher.
Der BUND sagt:
Wir müssen mehr in erneuerbare Energien investieren.
Nicht in neue Gaskraftwerke, Öl- oder Gasheizungen.
Auch keine teuren Scheinlösungen wie CCS-Technologie (CO2-Speicherung).

Der BUND fordert ein Klimakabinett

Der BUND sagt:
Die ganze Bundesregierung ist verantwortlich für den Klimaschutz.
Nicht nur ein Minister oder eine Partei.
Darum soll es ein Klimakabinett geben.
Das ist eine Gruppe in der Regierung,
die sich nur um Klimaschutz kümmert.
Der Kanzler soll das Klimakabinett leiten.
Ziel:
Deutschland soll sich klimafreundlich entwickeln.
Dafür muss klug investiert werden.
Das neue Klimaschutz-Programm soll gut vorbereitet werden.
Die Menschen in Deutschland sollen mitreden dürfen.
Es soll ein offener und fairer Prozess sein.
Im Herbst müssen die Minister ihre Vorschläge vorstellen.
Dann wird auch der neue Bundeshaushalt beschlossen.
Der BUND sagt:
Wir schauen ganz genau hin, was die Regierung dann wirklich macht.

Verkehr und Gebäude sind ein großes Problem beim Klimaschutz

Der BUND sagt:
Besonders schlimm ist es beim Verkehr und bei Gebäuden.
Dort wird viel zu viel CO₂ ausgestoßen.
Im Gebäudebereich ist das Problem sogar größer geworden.
Die Lücke zum Klimaziel hat sich mehr als verdreifacht.
Der Expertenrat glaubt: Die Emissionen könnten noch schlimmer werden.
Auch beim Verkehr gibt es zu viele Emissionen.
Die erlaubten Mengen werden stark überschritten.
Das hat Folgen:
Deutschland muss vielleicht viele CO₂-Zertifikate von anderen Ländern kaufen.
Das kostet sehr viel Geld.
Auch für die Menschen könnten die Energiekosten steigen.
Der BUND sagt:
Wir müssen jetzt schnell etwas ändern –
beim Heizen und beim Verkehr.
Nur so können wir die Klimaziele erreichen.
Und nur so bleiben die Kosten für die Menschen bezahlbar.

Was muss bei Gebäuden passieren?

Der BUND sagt:
Viele Häuser in Deutschland verbrauchen zu viel Energie.
Sie sind schlecht gedämmt.
Und sie haben oft alte Heizungen mit Öl oder Gas.
Das ist schlecht für das Klima.
Und es wird für die Menschen immer teurer.
Darum fordert der BUND:
• Häuser mit schlechter Energiebilanz müssen zuerst saniert werden.
• Beim Heizungstausch muss weiter gefördert werden.
• Die Regeln für erneuerbare Energien sollen bleiben.
Verena Graichen sagt:
„Öl- und Gasheizungen werden bald sehr teuer.
Die Regierung muss jetzt handeln,
damit die Menschen später keine hohen Kosten haben.“

Was muss sich beim Verkehr ändern?

Auch beim Verkehr muss sich vieles ändern.
Der BUND sagt:
Umweltfreundliche Mobilität muss für alle Menschen bezahlbar sein.
Was nicht hilft:
• Die Regeln für CO₂-Ausstoß bei Autos zu lockern
• Den Ausstieg aus Benzin- und Dieselautos zu verschieben
Was hilft:
• Mehr Busse und Bahnen überall in Deutschland
• Öffentliche Verkehrsmittel, die zuverlässig und günstig sind
• Mehr E-Autos
• Bessere Fahrradwege
• Weniger neue Autobahnen
Verena Graichen sagt:
„Nur mit besserem Nahverkehr schaffen wir die Verkehrswende.
Der neue Verkehrsminister muss auf Züge und Busse setzen.
Nicht auf neue Straßen, die das Klima noch mehr belasten.“

Erneuerbare Energien: Ein Lichtblick im Klimaschutz

Der Bereich Strom ist im Moment der einzige Lichtblick.
Denn dort wird schon viel mit erneuerbaren Energien gearbeitet.
Zum Beispiel mit Windkraft und Solarenergie.
So kann der viele CO₂-Ausstoß in anderen Bereichen ein wenig ausgeglichen werden.
Aber es gibt noch Probleme:
Im letzten Jahr wurde zu wenig Windkraft gebaut.
Nur 4,9 Gigawatt – das Ziel war mehr.
Bei der Solarenergie war es besser:
12,1 Gigawatt wurden gebaut – das war etwas mehr als geplant.
Verena Graichen sagt:
„Erneuerbare Energien sind das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Klimakrise.
Sie machen Strom, Wärme und Mobilität auf Dauer billiger und planbarer.
Sonnen- und Windenergie bleiben auch in Zukunft bezahlbar.
Fossile Energie ist teuer und macht abhängig von anderen Ländern.“

Warnung vor neuen Gaskraftwerken

Der Stromverbrauch in Deutschland wird weiter steigen.
Zum Beispiel durch E-Autos oder Wärmepumpen in Häusern.
Darum brauchen wir noch mehr erneuerbare Energien.
Also mehr Windräder und Solaranlagen.
Und das Geld dafür muss sicher zur Verfügung stehen.
Aber die Bundesregierung plant bis 2030
bis zu 20 neue Gaskraftwerke mit sehr viel Leistung.
Der BUND sagt:
Das ist der falsche Weg.
Denn Gaskraftwerke sind teuer und schlecht fürs Klima.
Sie können den Strompreis für alle erhöhen.

Hintergrund: Was steht im Gutachten des Expertenrats?

Der Expertenrat für Klimafragen hat ein Gutachten geschrieben.
Darin steht:
Deutschland wird die Klimaziele für 2030 wahrscheinlich verfehlen.
Trotzdem muss es laut Gesetz kein neues Maßnahmenprogramm geben.
Denn das Klimaschutzgesetz wurde 2024 abgeschwächt.
Aber:
Die neue Bundesregierung muss in ihrem ersten Jahr
ein neues Klimaschutzprogramm vorlegen.
Das steht in Paragraf 9 des Klimaschutzgesetzes.
Bis Herbst müssen alle Minister Vorschläge machen.
Sie müssen zeigen:
So kann Deutschland bis 2040 genug Emissionen einsparen.
Der Expertenrat sagt auch:
• Wälder und Böden müssen wieder CO₂ speichern.
• Heute geben sie sogar CO₂ ab – das ist ein Problem.
Schon im vorherigen Gutachten hat der Rat gesagt:
Es braucht ein Klimakabinett in der Regierung.
Nur so kann man die Ziele und Probleme besser steuern.
Der BUND hat mit einer anderen Organisation Beschwerde eingelegt.
Sie finden das neue Klimaschutzgesetz nicht gut.
Darum sind sie vor das Bundesverfassungsgericht gegangen.

 

Standardtext vgl. https://www.trierer-umschau.de/2025-07-15-aa/
Text in Leichter Sprache: mit dem Optimeil-Leichte-Sprache-Assistenten von ChatGPT
Textbegleitung: Christph Maisenbacher – 15. Juli 2025
Quellen: vgl. Standardtext wie auch die in diesem notierte Links
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